Presseberichte

 

 

 

 

 

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30. August  2017, NWZ-Online

Streitschlichter: Damit der Zoff schnell vorbei ist
Nach dem Verlassen des zehnten Jahrgangs war Nachwuchs erforderlich. Für friedliche Lösungen bei Konflikten im Schulalltag ist aber weiterhin gesorgt. 31 Schüler drückten die Schulbank.

 

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Text und Bild: Gabriele Bode

Neues Schuljahr, neue Streitschlichter: So lautet das Motto am Gymnasium Lemwerder. Nach dem Verlassen des zehnten Jahrgangs war „Nachwuchs“ nötig, der künftig für friedliche Lösungen bei Konflikten im Schulalltag sorgen kann.

Und das Interesse an der Teilnahme am Blockseminar, in dem intensiv zwei Tage lang die dazu nötigen Grundkenntnisse und Fähigkeiten erarbeitet wurden, war wieder einmal größer als die Anzahl der Plätze. Darüber freute sichOliver Meyer, der gemeinsam mit seiner Kollegin Kathrin Kittel den zweitägigen Workshop leitete.

Rabea Franke unterstützte die beiden dabei. Die 15-jährige Streitschlichterin gehörte zu den Abgängerinnen vor den Sommerferien. Die Streitschlichterausbildung habe ihr viel Spaß gemacht, sagte sie. An ihrer jetzigen Oldenburger Schule gebe es so etwas nicht, sagte sie. Rabea Franke möchte einmal Lehrerin werden. So könne sie nicht nur helfen, sondern das Gelernte bleibe auch länger im Gedächtnis, begründete die 15-Jährige ihre Teilnahme.

31 Acht- und Neuntklässler drückten nach Unterrichtsschluss am Freitag freiwillig weiter die Schulbank, um gemeinsam oder in wechselnden Gruppen zu erarbeiten, wie Konflikte gelöst werden können, was gutes Zuhören bedeutet oder Gefühle in Worte zu fassen. Dazu gehörten auch eine Übernachtung und Rollenspiele, um sich real auf verschiedene Konfliktsituationen vorbereiten zu können.

„Ich mache das hauptsächlich, weil die Teilnahme im Zeugnis steht“, bekannte Ilcan freimütig mit dem Blick auf kommende Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz. Die Rollenspiele und zu erlernen, welche Schritte für eine erfolgreiche Streitschlichtung zu befolgen sind, fand der Neuntklässler sehr cool, genauso wie sein Klassenkamerad Daniel.

Sie habe einfach ganz ohne irgendwelche konkreten Vorstellungen Lust dazu gehabt, sagte Svenja. Ganz selbstverständlich für alle Streitschlichter sei die Verschwiegenheit. Wie wichtig Rollenspiele sind, erkannte Finnya, die dabei an einen Punkt kam, an dem es nicht mehr weiterging. „Man muss später wirklich vorsichtig an die Sache rangehen und aufpassen, was man sagt“, so die Erfahrung von Lara. Obwohl in der Rolle als Streithahn, konnte auch sie viel daraus lernen.

„Ganz anders als bei der Gruppenarbeit im Unterricht, waren hier wirklich alle voll bei der Sache“, freute sich Oliver Meyer über den tollen Umgang miteinander. Mit einem Zertifikat wurden alle Teilnehmer belohnt. Und in einer Nachmittags-AG wird das Streitschlichten in den kommenden Wochen noch intensiviert, um auf alles vorbereitet zu sein.

 

 

 

 

 

 

04. August  2017, NWZ-Online

55 neue Fünftklässler starten
am Gymnasium Lemwerder

 

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Start in einen neuen Lebensabschnitt: 55 Fünftklässler sind am Donnerstagmorgen am Gymnasium in Lemwerder begrüßt worden. Die Jungen und Mädchen blickten in der Pausenhalle gespannt ihrem ersten Tag an der neuen Schule entgegen. Mit einem selbstverfassten Gedicht und einem Lied hießen die Sechstklässler die neuen „Leichtmatrosen“ willkommen. Danach ging es für die Neulinge mit den 5a-Klassenlehrern Melanie Mothahn und Carl-Elmar Bastien sowie ihren 5b-Kollegen Beate Meents und Annette Meinhardt in die Klasseräume.

 

 

 

 

 

 

13.  Juni  2017, NWZ-Online

Mobile Werkbank reist von Klasse zu Klasse
 

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Text und Bild: Gabriele Bode


Die Zeiten, in denen in dicken Wörterbüchern nach englischen, französischen und lateinischen Vokabeln oder Fremdwörtern gesucht werden musste, sind am Gymnasium Lemwerder nun endgültig vorbei. Und auch das Handwerkliche wird an der Schule dank der stattlichen Zuwendung der Hans-Schaedla-Stiftung demnächst noch besser gefördert.

3895 Euro für einen Klassensatz elektronischer Wörterbücher und 3000 Euro für eine mobile Werkbankausstattung hat die Stiftung des früheren Abeking & Rasmussen-Chefs der Schule auf Antrag bewilligt – eine gewaltige Stärkung des Unterrichts, freuen sich Schulleiter Arne Warnken und seine Kollegen riesig über diese Spende.

Nachdem der Förderverein vor kurzem beim Theaterabend bereits 30 elektronische Wörterbücher überreicht hatte, verfügt die Schule nun über zwei Klassensätze solcher Geräte.

Auch wenn der Schulträger das Gymnasium mit seinem Etat schon recht gut ausstatte – so etwas wäre niemals drin gewesen, nutzte Arne Warnken die Gelegenheit, Hans-Joachim Beckmann als einem von drei Kuratoriumsmitgliedern herzlich im Namen der Schule seinen Dank auszusprechen.

Kommen die Wörterbücher vorwiegend im normalen Unterricht in allen Jahrgängen zum Einsatz, ist das Werkzeug für den nachmittäglichen Ganztagsunterricht im Gymnasium gedacht.

Abseits von Bewertungen und Noten beschäftigen sich die Gymnasiasten dabei derzeit mit dem Thema „Wasser“. Dazu gehören selbstverständlich auch Boote und ganz neu die Kooperation mit der Abeking & Rasmussen Werft, erklärte Lehrerin Melanie Mothahn, die zusammen mit Neele Schneider dieses Projekt leitet. „In Ermangelung eines Werkraumes war es bisher schwierig, wenn es handwerklich zur Sache gehen sollte“, freute sich die Pädagogin nun über die mobile Werkbankausstattung von der Klebepistole bis zur Laubsäge, durch die künftig jeder Klassenraum zum Werkraum werden kann.

Sinn der Stiftung ist es, die Bildung im weitesten Sinne zu fördern. Dadurch, dass die gesamte Verwaltung dieser Stiftung in einem Haus stattfindet, bleibt mehr übrig“, erklärte Hans-Joachim Beckmann, der mit Blick auf den Nachwuchs die so wachsende Symbiose zwischen Gymnasium und Werft begrüßte. Förderanträge an die Hans-Schaedla-Stiftung stellen könne übrigens jeder im Ort. Allerdings müssen die Projekte für eine Bewilligung ausreichend belegt werden, hieß es.

 

 

 

 

 

 

10.  Juni  2017, Weser-Kurier, Die Norddeutsche

Elektronische Hilfe im Unterricht
Spende fürs Gymnasium Lemwerder
 

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Text und Bild: Christian Kosak

In den Klassen des Gymnasiums Lemwerder gab es zum Ende des Schuljahres noch einmal Geschenke. Zu verdanken sind die Spenden von elektronischen Wörterbüchern und einer mobilen Werkbank der Schaedla-Stiftung.

30 elektronische Wörterbücher wurden bereits vom Förderverein der Schule angeschafft. Insgesamt beziffert sich die Spende der Schaedla-Stiftung auf 3800 Euro. Da es keinen eigenen Werkraum im Gymnasium Lemwerder gibt, werden von dem Spendengeld mobile Werkbänke und Werkzeuge angeschafft. In Kooperation mit der Firma Abeking & Rasmussen finden immer wieder kleinere Werkarbeiten im Zusammenhang mit dem "Wasserprojekt" des Gymnasium Lemwerder statt. Die Hermann-Schaedla-Stiftung fördert Bildungseinrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen.

 

 

 

 

 

 

03. Juni  2017, NWZ-Online

Pausenhalle wird zur Bühne
Sowohl traditionelle als auch zeitgenössische Themen wurden behandelt. Eine Herausforderung war es, acht Rollen mit 18 Schauspielern zu besetzen.


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In der Pausenhalle des Gymnasiums Lemwerder gab es erneut jede Menge Kultur zu erleben. Gleich zwei Theaterinszenierungen ganz unterschiedlicher Art wurden dem gespannt wartenden Publikum geboten.

Reise ins 17. Jahrhundert

Den Auftakt machte die Theater AG, die sich unter der Leitung von Henrikje Groeneveld „Der eingebildete Kranke“  von Moliére vorgeknöpft hatte. Dabei wurde ins 17. Jahrhundert eingetaucht, wo Argon glaubt, bald sterben zu müssen. Nur Cléante, Sohn seines Arztes, käme angesichts der unzähligen Behandlungen, denen er sich fortwährend unterziehen muss, als Mann für seine Tochter infrage, so die Vorstellung des Hausherrn. Angelique ist mit den Plänen des Vaters allerdings alles andere als einverstanden, da sie sich in Thomas verliebt hat.

Währenddessen hat Louise, Angeliques kleine Schwester, ein Auge auf den Arztsohn geworfen. Und während Argons Frau auf das baldige Ableben ihres Gatten und dessen Erbe hofft, überlegen sich die Freundinnen und Angestellten, die Argons Hypochondrie längst durchschaut haben, einen Trick, wie sie das Schicksal der Schwestern doch noch in die gewünschten Bahnen lenken können.

18 Schauspieler und eigentlich nur acht Rollen? Die schöne Angelique wurde genauso wie Argon von jeweils zwei Schauspielerinnen gemimt oder das Personal in dem Herrenhaus einfach etwas aufgestockt, verriet Henrikje Groeneveld, wie sie ihre theaterbegeisterten Fünft- bis Achtklässler alle zum Einsatz brachte.

Song des Lebens

Ein wenig wehmütig waren die Lehrerin und ihre Kollegin Franziska Musall anschließend. Zum letzten Mal präsentierte der stets sehr beliebte Wahlpflichtkurs „Darstellendes Spiel“ sein Können. Aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 wird dieses Fach künftig erst im elften Jahrgang angeboten, bedauerten die Pädagoginnen.

Gemeinsam mit den 35 Zehntklässlern hatten sie unter dem Motto „Song of my Life“ acht Szenen entwickelt. Im Vorfeld sammelten die Schüler bei Nachbarn, Freunden oder Bekannten dafür Lieder, die eine Bedeutung für sie haben – eine Idee, von der man sich vom Oldenburger Staatstheater inspirieren ließ und die sehr spannend von den Gymnasiasten umgesetzt wurde.

In den in sich abgeschlossenen Szenen ging es als buntes Potpourri durch verschiedenste Gefühlslagen. Da wurde für „Topf“ Chris ein passender „Deckel“ gesucht, kurz vor dem Lebensende doch noch das Traumhaus bezogen oder mit dem Teenie-Star auf den Nerven der Mitschülerin herumgetrampelt. Beim Publikum kam das alles bestens an.

 

 

 

 

 

 

22. Mai  2017, NWZ-Online

Kulturabend: Was die Schüler aktuell bewegt
Ob Lieder, Comic, Theaterstück oder beeindruckende sportliche Vorführungen: Die bunte Mischung gefiel Akteuren und Zuschauern gleichermaßen.
 

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Text und Bild: Gabriele Bode

Im zweiten Halbjahr gehört der alljährliche Kulturabend des Gymnasiums Lemwerder mittlerweile zu den festen Terminen im Schulalltag. Zum zehnten Mal luden die Gymnasiasten nun dazu ein. Sie präsentierten eine bunte Mischung aus den Inhalten des Unterrichts oder der Arbeitsgemeinschaften.

Musikalisch, sportlich sowie als Comic oder kleines Theaterstück wurde dem Publikum gezeigt, was in den Jahrgängen aktueller Unterrichtsstoff ist.

Dem Wunsch nach Zugabe kam die 9a, die mit ihrem „Backwater Blues“ den Auftakt machte, nicht nach. Schließlich warteten schon die nächsten Akteure auf ihren Auftritt. Und das waren, bevor die Mädchen der 7b die Bühne mit einer Akrobatik-Kür enterten, Schulleiter Arne Warnken und die beiden Moderatorinnen Rabea Franke und Dana Heidrich, die das Publikum begrüßten.

Während sich die „Lateiner“ des siebten und achten Jahrgangs mit griechischer Mythologie oder Drachentötern beschäftigten, waren bei den „Franzosen“ Paris oder Francomics das Thema. Zur Choreografie der Kastenturner wurden die Zuschauer auf den Schulhof gebeten, wo die Jungs der 9b ihr Können zeigten. Die 7b präsentierte als Kostprobe aus dem Deutschunterricht zwei Variationen von Otto Ernsts Ballade „Nis Randers“ und die Schulband sorgte mit „Castle on the Hill“ für den krönenden Abschluss.

Neben vielen fleißigen Helfern waren auch die Fördervereins-Mitglieder dabei. Sie sorgten für das leibliche Wohl in der Pause. Außerdem übergab die Vorsitzende Gudrun Stolte einen Klassensatz von 30 elektronischen Wörterbüchern, die mit dem von der Hermann-Schaedla-Stiftung beantragten Geld angeschafft werden konnten.

 

 

 

 

 

 

 

20. Mai  2017,  Weser-Kurier, Die Norddeutsche

Akrobatik und Französisch an einem Abend
Schüler präsentieren Erlerntes

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Text und Bild: Christian  Kosak

Ein vielseitiges Programm, das sich aus Musik, Turnen und Schauspiel zusammensetzte, erwartete die Besucher beim zehnten Kulturabend im Gymnasium Lemwerder. “€žMachen Sie sich selbst einen Eindruck davon, was unsere Schüler und Schülerinnen im vergangenen Jahr in den verschiedenen Fächern gelernt haben” sagte Schulleiter Arne Warnken zu den Gästen. Zur Einstimmung des Abends spielten Neuntklässler den ”€žBackware Blues”. Nach der musikalischen Eröffnung zeigten Schülerinnen der siebten Klasse Akrobatik. Französisch-Schüler glänzten mit einem Schauspiel, das sie in der Fremdsprache zum Besten gaben. Der Aufführung konnten auch Zuschauer folgen, die diese Fremdsprache nicht oder nicht so gut beherrschten.

 

 

 

 

 

5. Mai  2017,  Weser-Kurier, Die Norddeutsche

Lemwerderaner sind spitze
Französischschüler des achten Jahrgangs des Gymnasiums
gewinnen Internet-Teamwettbewerb

 

Text: Barbara Wenke

Die Französisch-Lerngruppe des achten Jahrgangs des Gymnasiums Lemwerder ist die beste Niedersachsens. Das haben die Schüler jetzt schriftlich. Nachzulesen auf der Homepage des Cornelsen Verlags im Internet. Die Französischschüler haben den ersten Preis des vom Cornelsen Verlag gemeinsam mit dem Institut français ausgeschriebenen Internet-Teamwettbewerbs belegt. Das Gymnasium Lemwerder hat zum zweiten Mal mit seinem achten Jahrgang an dem Wettbewerb, der jährlich in zeitlicher Nähe zum Deutsch-Französischen Tag am 22. Januar ausgetragen wird, teilgenommen. Das Motto 2017: „Unis dans la diversité – Vielfalt ist unsere Stärke“.

Im Vorfeld des Wettbewerbs hatten sich die 29 Jugendlichen in Kleingruppen einem von zehn Themen zugeordnet. Diese waren vielfältig und reichten von Literatur über Sport und französische Lebensart bis hin zur Wirtschaft. Während des Wettbewerbs standen den Schülern drei Unterrichtsstunden zur Verfügung. Die Schule hatte eigens eine Laptop-Klasse eingerichtet, damit die Jugendlichen die online gestellten Fragen beantworten konnten.

Französischlehrerin Annette Meinhardt freute sich über den Erfolg ihrer Schüler. „Das ist phänomenal.“ Positiv überrascht war sie vom Engagement der Jugendlichen. „Einige Schüler haben freiwillig noch den Bereich für Feedback ausgefüllt. Und das fiel sehr positiv aus.“

Die Sprachlehrerin ist überzeugt, dass der Internet-Teamwettbewerb verschiedene Kompetenzen der Jugendlichen schult. So seien beispielsweise ebenso Hör- und Sehverstehen gefragt wie Internetrecherche, selbstständiges Zeitmanagement und Teamarbeit.

Der Deutsch-Französische Tag erinnert an die Unterzeichnung des als Élysée-Vertrag bekannten deutsch-französischen Freundschaftsvertrages vom 22. Januar 1963. Unterzeichnet wurde er damals von Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle.

Die Lemwerderaner Achtklässler haben den ersten Platz 2017 in der Niveaustufe 2 in Niedersachsen belegt. Auf dem zweiten Rang folgt eine Französischklasse des siebten Jahrgangs des Gymnasiums Ottersberg vor Neuntklässlern des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums in Achim. Sie bekommen ein Preisgeld in Höhe von 100 Euro.

 

 

 

 

 

 

2. Mai  2017,  Nwz-Online

So sehen Landesmeister aus
Kenntnisse des Landes und der Sprache wurden abgefragt. Um den Sieg zu erringen, waren aber auch Zeitmanagement und vor allem Teamgeist gefragt.


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Text und Foto: Gabriele Bode

 

Als beste Französisch-Schüler Niedersachsens dürfen sich die Achtklässler des Gymnasiums Lemwerder in diesem Jahr rühmen. Ganz beeindruckt von dem Leistungswillen, den die Schüler in ihrer Alters- und Leistungskategorie gezeigt haben, gratulierte Schulleiter Arne Warnken den Jugendlichen zum 1. Platz in der Niveaustufe 2 (zweites Jahr Französischunterricht) des alljährlichen Internet-Teamwettbewerbs.

Er selbst habe Frankreich früher gemieden, weil er die Sprache nicht beherrschte, gestand der Schulleiter schmunzelnd. Doch angesichts internationaler Studiengänge oder der Zusammenarbeit werde das Beherrschen von Fremdsprachen in den heutigen Zeiten immer wichtiger. Denn nur wer ein-ander versteht, kann mitein-ander kommunizieren, sagte er.

Jedes Jahr wird am 22. Januar mit dem deutsch-französischen Tag an die Unterzeichnung des als Freundschaftsvertrag bekannten Elysée-Vertrags erinnert, den Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle 1963 unterzeichneten. Das Institut Francais, der Cornelsen Verlag und die französische Botschaft schreiben aus diesem Anlass seit vielen Jahren einen Internet-Teamwettbewerb aus. In Kleingruppen gilt es dabei, Fragen zu Frankreich und Frankophonie zu beantworten.

Drei Unterrichtsstunden dauerte der Wettbewerb, der in diesem Jahr unter dem Motto „Unis dans la diversité – Vielfalt ist unsere Stärke“ stand. Verschiedene Kompetenzen wie beispielsweise Hör- und Sehverstehen, Internetrecherche sowie selbstständiges Zeitmanagement und Teamgeist waren dabei gefragt.

Neben einer Urkunde dürfen sich die Sieger auch über 100 Euro für die Klassenkasse freuen. Doch Französischlehrerin Annette Meinhard hat noch eine weitere Überraschung für ihre Erstplatzierten geplant, machte sie die Jugendlichen schon ein wenig neugierig. Worum es sich dabei handelt, wird aber erst am Mittwoch, 17. Mai, auf dem Kulturabend des Gymnasiums verraten.

 

 

 

 

 

 

6. April  2017,  Weser-Kurier, Die Norddeutsche

Junge Franzosen erkunden Lemwerder
20 Austauschschüler sind derzeit in Lemwerder zu Gast - und wundern sich über Brötchen zum Frühstück
 

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Text und Foto: Hannelore Johannesdotter

Seit vier Jahren erlernen die 13- und 14-Jährigen aus Offranville als zweite Fremdsprache Deutsch, berichtete Sophie Cavalec vom Collège Jean Cocteau. Sie und ihr Kollege Mathieu Lannel begleiten die zwölf Mädchen und acht Jungen, die noch bis Freitag bei gleichaltrigen Schülern des Gymnasiums Lemwerder wohnen. Initiiert hat den Schüleraustausch die Fachfrau für Französisch, Annette Meinhardt. Er findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Die Nachfrage, daran teilzunehmen, sei am Gymnasium Lemwerder groß. "Der Austausch ist auch Kriterium für die Wahl der Sprache”, freut sich die Pädagogin.

Die 20-köpfige Gruppe aus Offranville, eine Gemeinde mit gut 3000 Einwohnern bei Rouen im Department Seine-Maritime, erwartet in ihrer Besuchswoche ein abwechslungsreiches Programm. Angereist sind die Jugendlichen und ihre Begleiter am vergangenen Wochenende. Am Montag begann das Programm mit einer Führung durch die Schule, auf die sich Siebtklässler des Gymnasiums vorbereitet hatten. Die Schule bewirtete ihre jungen Gäste mit einem Willkommens-Frühstück. Dabei gab es Brötchen, die in Frankreich weitgehend unbekannt sind.

Am Vormittag empfing Jutta Zander, die allgemeine Vertreterin der Bürgermeisterin, die Gäste im Rathaus, unter ihnen Schulleiter Arne Warnken. Aus dem Werbefilm für die Gemeinde erfuhren die Schüler unter anderem von Werften und Jachtenbau. Besonders interessierten sie sich für das Drachenfest, den Mitmachzirkus und die Sportangebote. Die Wortbeiträge übersetzte Sophie Cavalec simultan.

Am Dienstag stand ein Tagesausflug ins Museumsdorf Cloppenburg auf dem Programm. Nach einer Führung wartete dort die Mitmachaktion “Kochen wie damals” auf die Mädchen und Jungen. Am Mittwoch nahmen die Gäste am Unterricht teil. Für den heutigen Donnerstag ist eine Zugfahrt nach Bremen-Mitte geplant. Darauf freuen sich alle besonders, sagte Sophie Cavalec, die Schüler seien schon sehr gespannt auf die Fährfahrt.

In der Bremer Innenstadt werden die Besucher eine Stadtführung auf Französisch erhalten und die ersehnte Freizeit für einen Einkaufsbummel. Am Abend, dem letzten in der Austauschwoche, wollen sich die Gäste mit ihren Gastgebern und deren Eltern zu einem gemeinsamen Abschiedsabend treffen, bevor es am Freitag wieder auf die lange Heimfahrt nach Offranville geht.

Noch vor den Sommerferien ist Ende Juni der Gegenbesuch in Frankreich geplant. Die Gymnasiasten aus Lemwerder werden dabei Gelegenheit erhalten, Paris kennenzulernen, und sich im Seebad Etretat die berühmte Steilküste anzusehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

24. März  2017,  Weser-Kurier, Die Norddeutsche

Ohne Handy wird es für die Schüler kompliziert

 

Text und Foto: Barbara Wenke

Erheblich mehr Jugendliche als sonst haben sich während der Unterrichtspausen am Dienstagvormittag auf dem Schulhof des Gymnasiums Lemwerder bewegt. Einige spielten Laufspiele, andere waren ins Gespräch vertieft und wieder andere beobachteten das Treiben. „Der Pausenhof war definitiv voller als sonst“, sagt Lehrerin Melanie Molthahn. Grund war der handyfreie Tag am Gymnasium, zu dem die Klasse 10b aufgerufen hatte.

Die Teilnahme am Projekttag war kein Muss. Jeder Schüler durfte frei entscheiden. So gab es einige wenige, die es von Anfang an ablehnten, auf ihren mobilen Minicomputer zu verzichten. Der Großteil beteiligte sich – zumindest am handyfreien Schultag. „Im Schulbus haben viele dann wieder ihr Handy zur Hand genommen, um Musik zu hören“, erzählt die Zehntklässlerin Dana, die mit Melanie Molthahn und ihren Klassenkameraden jetzt dabei ist, das Projekt auszuwerten. Auch für die 16-Jährige waren die Stunden ohne Smartphone-Nutzung gewöhnungsbedürftig. „Ohne Handy ist alles viel komplizierter. Man kann nicht einfach schnell mal eben etwas absprechen.“

Die Zehntklässlerin nutzt ihr Smartphone in erster Linie, um über soziale Netzwerke mit ihren Freunden zu kommunizieren und um Musik zu hören. „Ich hab mir direkt mal wieder eine CD angehört“, erzählt sie mit einem Lächeln, „das erste Mal im letzten halben Jahr.“ Letztlich habe sie aber die „extreme Challenge“, die große Herausforderung, nämlich 30 Stunden ohne Handynutzung, bewältigt.

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Klassenkamerad Claas kann den Wirbel um die Abhängigkeit von dem internetfähigen Begleiter überhaupt nicht verstehen. Der 15-Jährige ist einer von rund fünf Schülern, die kein Handy besitzen. Nicht, weil seine Eltern ihm keines gönnen, sondern „weil ich es nicht will“, wie er im Brustton der Überzeugung feststellt. „Ich hab noch nie wirklich ein Handy gebraucht. Wenn man zusammen ist, kann man sich auch unterhalten. Aber wenn man ein Handy hat, dann guckt man da auch immer drauf.“ Ohne Technik kommt der Zehntklässler dennoch nicht aus. Zu Hause spielt er viel am Computer. Stets über die Sprachkonferenzsoftware „Team-Speak“. Auf diese Weise kann er spielen und gleichzeitig mit seinen Freunden kommunizieren.

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Mit dabei ist häufig auch Klassenkamerad Kjell. Im Gegensatz zu Claas zieht Kjell Nutzen aus einem Smartphone. „Ich kann unterwegs und kurz vorm Zu-Bett-Gehen Nachrichten schreiben. Und ich gucke mir gerne Videos an“, sagt der Jugendliche. Am handyfreien Tag habe er 30 Stunden durchgehalten. Kjell räumt aber ein, dass „ich alles, was ich sonst mit dem Handy mache, mit dem Computer gemacht habe“.

Das Ergebnis: Mädchen und Jungen nutzen die Medien unterschiedlich intensiv. „Mädchen sind im Durchschnitt täglich mehr als vier Stunden am Handy und eine halbe Stunde am PC“, berichtet Claas. „Jungen nutzen das Handy nur rund zwei Stunden pro Tag, sind aber gut fünfeinhalb Stunden am PC.“ An der 30-stündigen Herausforderung seien nicht nur viele Schüler gescheitert, berichtet das Trio, sondern auch Lehrer. Melanie Molthahn hat durchgehalten. „Aber selbst, wenn ich es 31,5 Stunden nicht benutzt habe, war das Handy ständig in meinem Kopf“, gesteht die Pädagogin. Ziel dieses Versuches war es im Übrigen, sich bewusst zu machen, welchen Stellenwert das Handy im Leben jedes Einzelnen einnimmt.

 

 

 

 

 

 

28. Februar  2017,  Nwz-Online

Enja Lühmann liest am besten

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Text und Bild: Renke Hemken-Wulf

Ein spannendes Finale haben sich am Montagmorgen Enja Lühmann vom Gymnasium Lemwerder und Flora Fenne vom Jade-Gymnasium beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbes geliefert: Erst nach einer zusätzlichen Runde, in der die beiden Schülerinnen einen Text aus dem Buch „Kalle Blomquist“ von Astrid Lindgren vorgelesen hatten, war die Entscheidung gefallen. Enja Lühmann konnte schließlich die Jury überzeugen und wurde Siegerin des Kreisentscheides. Für sie geht es im März oder April beim Bezirksentscheid Weser-Ems weiter.

Viel geübt habe sie für den Wettbewerb nicht, berichtet die Sechstklässlerin. Lesen gehöre aber neben Tanzen zu ihren Hobbys. Eine halbe bis dreiviertel Stunde lese sie am Tag – am liebsten Fantasy-Romane, erzählt die Schülerin vom Gymnasium Lemwerder.

Auch die Zweitplatzierte Flora Fenne sagte, dass sie täglich lese. Am liebsten möge auch sie Fantasy-Romane – zurzeit lese sie „Warrior Cats“g. Nora von Bergen (Zinzendorfschule Tossens), die Dritte wurde, gefallen am besten die Harry-Potter-Romane.

Insgesamt haben sechs Mädchen und drei Jungen aus den sechsten Klassen der Schulen des Landkreises Wesermarsch am Entscheid in der Mediothek des Jade-Gymnasiums teilgenommen. Sie hatten sich zuvor bei den Vorlesewettbewerben an ihren Schulen durchgesetzt.

In der ersten Runde des Kreisentscheides lasen alle neun Schüler jeweils drei Minuten lang einen Text aus einem eigenen Buch vor. Die Jury – die ausChristian Müller, Schulleiter des Jade-Gymnasiums, Olaf Stahl, Fachobmann Deutsch des Jade-Gymnasiums, Karina Haferkamp, Leiterin der Mediothek, sowie Jades Bürgermeister Henning Kaars bestand – wählte danach Enja Lühmann, Flora Fenne und Nora von Bergen ins Finale. Dort mussten die drei zunächst einen für sie fremden Text aus dem Buch „Die kleinen Wilden“ von Jackie Niebisch vorlesen. In der bereits erwähnten Extrarunde konnte sich dann Enja Lühmann durchsetzen.

Die Jury achtete bei ihrer Bewertung unter anderem auf Aussprache, Lesetempo, Betonung und Interpretation des Textes. Schulleiter Christian Müller freute sich, dass die Schulen des Landkreises einmal im Jahr für diesen Lesewettbewerb zusammenkommen. Er erhofft sich durch den Wettbewerb, die Begeisterung für das Lesen bei den Schülern steigern zu können.

 

 

 

 

 

 

 

23. Februar  2017,  Weser-Kurier, Die Norddeutsche

Landrat ehrt Schüler

 

Text: Albrecht-Joachim Bahr

 

Von den 283 Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe 1 am Gymnasium Lemwerder haben im vergangenen Jahr 164 das Sportabzeichen gemacht. Es war das zweite Mal, dass in der Wesermarsch der Sportabzeichen-Schulwettbewerb für Grundschulklassen und für die Sekundarstufe 1 abgehalten wurde. Die Zahl der teilnehmenden Schulen ging zwar gegenüber 2015 von 19 auf 16 zurück, dafür erhöhte sich die Zahl der erworbenen Sportabzeichen von 1068 auf 1176.

Jetzt ist das Gymnasium Lemwerder von Landrat Thomas Brückmann im Rahmen einer kleinen Feier in Brake geehrt worden. Der Kreissportbund Wesermarsch hatte sämtliche Siegerklassen samt Lehrerinnen und Lehrer ins Kreishaus eingeladen. Aus Spenden der Oldenburgischen Landesbank wurden Geldpreise und Bälle überreicht.

Hendrik Voß, Sportabzeichenreferent vom Kreissportbund Wesermarsch, erklärte den über 30 Kindern und 25 Lehrern, dass die Grundschulklassen 1 und 2 (sechs und sieben Jahre), 3 und 4 (acht bis zehn Jahre) und Sekundarstufe 1 (elf bis 16 Jahre) bewertet wurden. Dabei wurde die Zahl der Schüler in der jeweiligen Schulform ins Verhältnis gesetzt zu den erworbenen Sportabzeichen.

Demnach erfüllten am Gymnasium Lemwerder 57,95 Prozent der Teilnehmer die Anforderungen in Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Koordination. Den Spitzenwert von 84,75 Prozent erreichte die Grundschule Nordenham-Abbehausen mit ihren Klassen 3 und 4. Den ersten Preis bei den Klassen 1 und 2 errang die Grundschule Jaderberg, wo 78,57 Prozent der Schüler jetzt das Sportabzeichens besitzen.

 

 

 

 

 

 

05. Februar  2017,  Weser-Kurier

Alles rund ums Wasser

 

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Text und Foto: FR

Im Klassenprojekt zum Thema Wasser bekamen die beiden fünften Klassen des Gymnasiums Lemwerder Besuch von der Ernährungsberaterin Frau Krüger-Stührmann. Die Referentin der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser vermittelte den Wasserkreislauf des Körpers und gab Tipps zum richtigen Trinken. Die Kinder konnten ihre eigenen Fragen loswerden, beispielsweise: “€žVerdurstet man, wenn man nur Salzwasser trinkt?”, “€žIst Wasser mit Kohlensäure gesünder als Wasser aus dem Wasserhahn?”, “€žKann man sterben, wenn man zu viel Wasser trinkt?”

 

 

 

 

 

 

 

 

31. Januar  2017,  NWZ-Online

Trinken, Schwimmen und Meer
Ein halbes Jahr lang hatten sich die fünften Klassen des Gymnasiums mit dem Thema Wasser beschäftigt. Zum Abschluss ging es ums Trinken.

 

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Text: Almut Siebeneicker

Im Klassenprojekt zum Thema €”Wasser” bekamen die beiden fünften Klassen des Gymnasiums Lemwerder kürzlich Besuch von der Ernährungsberaterin Birgit Krüger-Stührmann. Als Referentin der “€žInformationszentrale Deutsches Mineralwasser” vermittelte sie den Schülern Wissenswertes zum Wasserkreislauf des Körpers und gab Tipps zum richtigen Trinken. Darüber hinaus konnten die Kinder ihre eigenen Fragen zum Thema loswerden.

Fragen zum Wasser

So wollten sie beispielsweise wissen, ob man verdurstet, wenn man nur Salzwasser trinkt (ja), ob Wasser mit Kohlensäure gesünder ist als Leitungswasser aus dem Wasserhahn (nein) und ob man gar sterben kann, wenn man zu viel Wasser trinkt (ja).

Ein Vortrag zu gesundem Trinkverhalten rundete das Projekt der fünften Klassen ab, in dem sie sich ein Halbjahr lang forschend, kreativ und spielerisch mit dem Thema Wasser auseinandergesetzt hatten. Dabei standen unter anderem Untersuchungen von Wasserproben und Experimente zur Schwimmfähigkeit von verschiedenen Materialien auf dem Programm. Außerdem gestalteten die Schüler Comics, in denen die Reise eines Tropfens im Wasserkreislauf geschildert wird.

Besuch in der Werft

“€žDas Coolste am Projekt war das Schiffebauen”, fand Finn aus der 5b. Der Bau von eigenen Schiffen wurde gekrönt vom anschließenden Bootswettbewerb und einem Besuch bei der Werft ”Abeking und Rasmussen”. Dort konnten die Schüler den Bootsbauexperten bei der Arbeit über die Schulter schauen und selbst erproben, wie Schiffe am besten schwimmen.

 

 

 

 

 

 

15. Dezember  2016,  NWZ-Online

Gymnasiasten feiern

Text: Torsten Wewer

Das Jahr ohne Noten- und Klassenarbeitsstress ausklingen lassen -  dazu soll die Weihnachtsfeier im Gymnasium Lemwerder am letzten Schultag vor den Ferien dienen. Am Dienstag, 20. Dezember, präsentieren sich die Schülerinnen und Schüler von 9.40 bis 11.10 Uhr mit einem bunten Programm. Die Fünftklässler werden selbst verfasste Gedichte vortragen, die Theatergruppe mit Schülern der 7. und 8. Klassen führt ihr Theaterstück “€žDie Roboter kommen - Das etwas andere Weihnachtsfest” auf und der Kurs “€žDarstellendes Spiel” der Klasse 10a wird Ausschnitte aus Märchen vorspielen. Außerdem werden Weihnachtslieder gesungen.

 

 

 

 

 

 

12. Dezember  2016,  Die Norddeutsche

Kreatives aus dem Unterricht 
Gymnasium Lemwerder veranstaltet zweiten Kunst- und Musikabend
Förderverein überreicht Geschenke

 

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Text und Bild: Georg Jauken

Kunst kennt viele Dimensionen. Um welche es gerade geht, ist auch eine Frage des Alters, wie jetzt beim zweiten Kunst- und Musikabend des Gymnasiums Lemwerder deutlich wurde. Zwischen zahlreichen Musikdarbietungen stellten Schüler der verschiedenen Jahrgänge immer wieder exemplarisch Arbeiten aus ihrem Kunstunterricht vor und verdeutlichten damit auch, wie sie sich Schritt für Schritt der dreidimensionalen Kunst nähern.

Im sechsten Jahrgang ging es zunächst um Zufallstechniken, wie Emin Midzan und Zoe Ruks-Schlenker an einigen Beispielen erläuterten. Wer beispielsweise ein Blatt Papier in einen Schuhkarton legt, Farbe und Murmeln hinzu gibt, muss nur noch kräftig schütteln, um ein zufälliges, aber auf jeden Fall farbenfrohes Bild zu erhalten. Um Farben ging es auch im Kunstunterricht der Klasse 7 a. Eine Aufgabe der Schüler lautete, jede Woche ein Bild mit nur einer (beliebigen) Farbe anzufertigen. Besonders gut gefiel dem Publikum in der voll besetzten Pausenhalle ein mehrfarbiges Bild mit einer Szene aus dem Schulbus und dessen Titel: „Drei Farben kloppen sich im Bus“.

Die 8 a präsentierte Druckgrafiken zum Thema Stadt, bei deren Herstellung eine Dämmplatte aus Polyurethan-Hartschaum eine eigentlich gar nicht vorgesehene Verwendung fand. Das seit Generationen bewährte Linoleum spielt im Kunstunterricht heute aber ebenfalls noch eine Rolle. Linoleum eignet sich auch für sehr feine Linien, die Drucke lassen sich leicht vervielfältigen. Verschiedene Grafiken nach Fotovorlagen aus New York standen während der Pause zusammen mit anderen Geschenkvorschlägen in der Halle des Anbaus zum Verkauf.

Dort waren zwischen vielen anderen auch die dreidimensionalen Arbeiten aus dem Kunstunterricht des Gymnasiums zu sehen. Während sich die neunten Klassen der dritten Dimension bereits mit Zeichnungen und Bildern zum Thema Perspektive annähern, diente das Zeichenpapier der Klasse 10 a nur noch, um darauf Grundstücke mit Rasen, Wege und Stellplätzen zu modellieren, auf denen Häuser aus verschiedenen Baukörpern in die Höhe ragen.

Dreidimensional ist auch die Unterwasserwelt einer fünften Klasse. Wie in einem Aquarium gibt es darin jede Menge kleine und große Bewohner zu entdecken. Die Klasse 5 b ist mit ihrer Kunst zum Thema Wasser der Tradition Lemwerders treu geblieben und hat Schiffe gebaut. „Alle haben sich Mühe gegeben“, berichtete Kimberley. Als die Klasse sich passend zum Thema auf der Werft A & R umsehen durfte, habe sie dort ein Schiff mit gewissen Ähnlichkeiten zu einem der Modelle aus dem Unterricht gesehen – „aber ohne Qualm“. Vom Stapel gelassen wurden die Schiffe von Kimberley und ihren Mitschülern noch nicht offiziell. Den Schwimmtest im Waschbecken hätten einige aber bereits bestanden. „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, versicherte Kimberley, auch wenn sie vier bis sechs Wochen benötigt hätten, bis alle Einzelteile ihrer Schiffe mit Heißkleber zusammengefügt waren.

In der Kunst steckt halt viel Arbeit. Darauf wies auch Schulleiter Arne Warnken bei der Begrüßung der Gäste hin. „Ist ein Ton schon Musik? Ist gelbe Farbe schon Kunst? So einfach ist das nicht.“ Neben der Mühe und der handwerklichen Arbeit komme es auf Kreativität und auf die Anleitung an.

Die Arbeit der Schule wurde auch im zehnten Jahr ihres Bestehens wieder auf vielfältige Weise vom Förderverein unterstützt. „Wir sind ohnehin schon eine gut ausgestattete Schule“, sagte Warnken. „Der Förderverein sorgt für das i-Tüpfelchen.“ Zwischen den Kunst- und Musikdarbietungen durften er und das Kollegium zwei Exemplare einer modernen Form des Tageslichtprojektors und einen Klassensatz elektronischer Wörterbücher in Empfang nehmen, der gleichermaßen für den Englisch-, Deutsch-, Latein- und Französischunterricht verwendet werden kann. „Wir freuen uns riesig, Wünsche zu erfüllen“, versicherte die jüngst für vier weitere Jahre gewählte Fördervereinsvorsitzende Gudrun Stolte und bedankte sich bei allen Mitgliedern, Spendern und Unterstützern, die dazu beitragen.

Beim Kunst- und Musikabend sorgten Gudrun Stolte und ihre Mitstreiterinnen für die Verpflegung der Gäste. Im Lauf des Jahres hatte die finanzieller Unterstützung durch den Förderverein bereits die Anschaffung einer neuen Bühne und eines Schlagzeugs für den Musikunterricht ermöglicht. Eine erste Schlagzeug-Hörprobe ermöglichte der Auftritt der Schulband mit „Knockin' on Heaven's Door“ von Bob Dylan, während die Klasse 6 b bei ihrer Interpretation von Lukas Grahams Ode an die Kindheit mit dem Titel „7 Years“ lediglich Klavierbegleitung benötigte.

Zwischen den Auftritten in kleineren und größeren Gruppen wagten sich einige Schülerinnen auch solo vors Publikum, darunter Josephine Dähnhardt (Querflöte) mit dem türkischen Marsch von Mozart. Clarice Melissa Ebert überzeugte mit dem Klavierstück „Comptine d'un autre été“ von Yann Tiersen aus dem französischen Kino-Erfolg „Die Fabelhafte Welt der Amélie“.

 

 

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26. November  2016, NWZ-Online

Hauptsache, Enja hat ihren Spaß beim Lesen 
Sechsklässlerin bevorzugt lustige Bücher - Siegerin beim Vorlesen

 

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Text und Bild: Gabriele Bode

Es ist gar nicht so einfach, allein mit der Stimme einen Text so zum Leben zu erwecken, dass sich die Zuhörer für das Gelesene interessieren. Ganz besonders erschwert wird die Sache, wenn mitten im Lesefluss die Sirenen für einen Probealarm losheulen. Die vier Kandidaten der 6a und 6b des Gymnasiums Lemwerder ließen sich davon beim 58. Vorlesewettbewerb vom Börsenverein des Buchhandels jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Galt es doch denjenigen zu ermitteln, der das Gymnasium auf Kreisebene vertreten wird.

Im Unterricht hatten sich die Sechstklässler mit ihren Deutschlehrern Franziska Musall und Christian Rinkenauer in den vergangenen Wochen mit dem Thema „Bücher“ beschäftigt. Sie lernten unter anderem wie beispielsweise Literatur spielerisch vorgestellt werden kann und besuchten die Vegesacker Bücherei.

Jannis Nikolopulos und Mara Eilers aus der 6b sowie Emir Özdemir und Enja Lühmann aus der 6a wurden schließlich von den Mitschülern in den Wettbewerb um den Schulbesten geschickt. Vor einer aus der Vorjahressiegerin Insa Timmer, Schulsprecherin Marta Schumm, den Grundschullehrern Marius Voß und Wolf Beddig sowie der Bibliothekarin Marilies Mittelmaier bestehenden Jury traten die vier Jungen und Mädchen mit einem eigenen Buch und einem Fremdtext an.

„Ich habe zu Hause immer meiner Mutter vorgelesen“g, verriet Jannis, der den Mitschülern einen Auszug aus „Der Tag, an dem ich cool wurde“ als geübten Text präsentierte. „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“  hatte sich Mara ausgesucht.

Erst spät habe er mit dem Üben angefangen. Mit Stichworten, Karteikarten, die beim Vorstellen des Textes halfen, sowie mit seinem Deutschlehrer Christian Rinkenauer habe er sich auf den Wettbewerb vorbereitet, erklärte Emir. Der Schüler stellte das Buch „Hugos geniale Welt“ vor.

Hauptsache es ist lustig, lautet das Motto, wenn es bei Enja um die Auswahl ihres Lesestoffs geht. Die Zwölfjährige präsentierte ihrem Publikum nicht nur toll gelesen Isabel Allendes „Im Reich der goldenen Drachen“, sondern bot auch den Fremdtext mit so hervorragender Lesetechnik dar, dass sie zur Schulsiegerin ernannt wurde.

Buchpreise und Urkunden gab es allerdings für alle vier Kandidaten.

 

 

 

 

 

 

18. November  2016, NWZ-Online

50 Stunden auf dem Wochenplan
Arne Warnken ist der neue Schulleiter - Zuvor Koordinator

 

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Text und Bild: Gabriele Bode

Der 44-jährige gebürtige Bremer wollte zunächst Handwerker werden. Inzwischen ist der Lehrerberuf seine Berufung geworden. An dieser Schule ist er schon seit neun Jahren.

Die reformfreudigen Zeiten machen es nicht immer einfach, die Stelle einer Schulleitung neu zu besetzen. Sowohl an der Lemwerderaner Oberschule als auch an der örtlichen Grundschule sind diese Posten derzeit vakant.

Umso erfreulicher ist es deshalb, dass mit Arne Warnken das Gymnasium Lemwerder wieder einen neuen Leiter hat. Neu an der Schule ist der 44-Jährige, der in die Fußstapfen der im Sommer in den Ruhestand gegangenen Marianne Weigel tritt, jedoch nicht. 2007 übernahm er den 8. und damals ältesten Jahrgang des noch ganz jungen Gymnasiums als Klassenlehrer und unterrichtete Sport, Politik oder Geschichte. Inzwischen ist das Gymnasium, dessen Aufbau er größtenteils miterlebte, mit knapp 300 Schülern und 25 Lehrkräften schon lange zweizügig.

Sicherlich gibt es manch entspannteren Job. Mindestens 50 Stunden pro Woche vor Ort bedeute die Arbeit des Schulleiters, ist seine Erfahrung nach den ersten Wochen im neuen Amt. Doch als Beschwerde sei das keinesfalls gemeint, betont Warnken. Worauf er sich mit seiner Bewerbung auf diesen Job einließ, wusste er schließlich ganz genau, versichert der Familienvater.

Besonders die überschaubare Größe der Schule mit all ihren persönlichen Kontakten und das tolle Kollegium, aber auch, dass es in diesem nie langweiligen Beruf kein Schema „F“ gibt, schätzt der gebürtige Bremer, der mit Leib und Seele bei der Sache ist.

Dabei wuchs der Wunsch, Lehrer zu werden, bei Arne Warnken erst spät(er). „Nicht den Einzelhandel meiner Eltern übernehmen zu wollen, war mir schon immer klar. In der 8. oder 9. Klasse schwebte mir etwas Handwerkliches vor – etwa Tischler oder Schreiner. Ab Jahrgang 10 bekam ich mein Ziel langsam klarer vor Augen. Aber erst nach Abitur und Zivildienst hatte ich genügend Lebenserfahrung, um mich wirklich beruflich festlegen zu können“, erzählt Warnken.

Durch Jobs, die stets einen beruflichen Bezug hatten, finanzierte sich der 44-Jährige sein Studium und startete vor 15 Jahren in seine zweijährige Referendariatszeit. Wie groß die Löcher im sozialen Netzwerk sind, durch die man als junger Familienvater dabei fallen kann, bekam er in dieser Zeit immer wieder zu spüren – bis er endlich seine erste feste Stelle in Papenburg (Emsland) fand.

Irgendwann nach einem Versetzungsantrag führte ihn das Schicksal mit Marianne Weigel am Delmenhorster Max-Planck-Gymnasium zusammen. Weigel holte ihn später nach Lemwerder.

Viel Arbeit macht dem neuen Schulleiter, der zuvor als Koordinator bereits eng mit der Schulleitung zusammengearbeitet hat, momentan die Rückführung vom G8 auf das G9, durch die sich die Inhalte in der Sekundarstufe verschoben haben. Nachdem Lionsquest oder Sozialtraining bereits als wichtige Hilfen zum Erwachsenwerden in den Lehrplan gehören, freut sich Warnken, dass nun auch das von Muttersprachlern begleitete, englischsprachige Theaterprojekt „InterAct“ implementiert werden konnte.

Als langfristiges Ziel hegt der Schulleiter jedoch den Wunsch, den Kontakt zu einer englischsprachigen Schule herzustellen, um einen regelmäßigen Austausch realisieren zu können. Außerdem möchte er Materialien für eine „bewegte Pause“ anschaffen, den Zukunftstag neu gestalten oder den Unterricht mit örtlichen Firmen vernetzen.

Auf das Unterrichten möchte er dabei auch künftig nicht verzichten – allerdings nur noch mit halber Stelle und in Geschichte und Sport.

 

 

 

 

 

 

 

 

26. Oktober  2016, NWZ-Online

Gruselige Gestalten auf der Pausenhallen-Bühne
Achtklässler erarbeiten Theaterstücke in englischer Sprache. Zuschuss vom Förderverein.

 

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Text und Bild: Gabriele Bode

Bleichgesichtige Zombies, schaurige Monster oder Vampire scheinen die Gymnasiasten in Lemwerder besonders in ihren Bann zu ziehen. Auch bei der zweiten Auflage des englischen Theaterprojekts „InterAct“, bei dem Achtklässler eine Woche lang auf spielerische Weise ihre Englischkenntnisse intensivierten, bevölkerten viele gruselig aussehende Gestalten die Bühne.

Was die 54 Teenager dem Publikum in der gut gefüllten Pausenhalle präsentierten, war überaus respektabel: In nur einer Woche hatten die Klassen 8a und 8b mit ihren Englischlehrerinnen Hendrikje Groeneveld und Melanie Molthahn unter Anleitung von vier englischen Muttersprachlern ein Stück geschrieben, Rollen verteilt, Kostüme organisiert oder Texte gelernt – und das alles komplett auf Englisch. Und genauso wie im April waren auch die jetzigen Achtklässler begeistert dabei.

Aufgrund des starken Jahrgangs gab es mit Katie Dunbar und Lauren Hart aus England, dem Neuseeländer Adam Donald und der Australierin Jane O’Laughlin nicht nur doppelt so viele InterAct-Coaches, sondern auch zwei Zweiakter, bei denen in der Halbzeit alle Schauspieler getauscht wurden.

Bevor es mit der 8b zu einem Ausflug in den „Monsterwald“g ging, machte die 8a den Auftakt mit „Horrible Wedding“g (schreckliche Hochzeit), bei der Zaubertrank und Brautentführung für jede Menge Trubel sorgten. Der Ausflug endete mit einer Party und – optisch passend – der Darbietung von Michael Jacksons berühmten „Thriller“.

„Es war sehr interessant, eine Woche nur englisch zu sprechen. So lernt man die Sprache viel besser“, war Johannas Fazit. Für die Schülerin der 8a, die als grün geschminkter Zombie auf der Bühne stand, gab es noch eine Extraportion Englisch, denn ihre Familie war Gastgeber von Jane O’Laughlin. Wie ihre drei Kolleginnen war die Anleiterin in einer der Schülerfamilien untergebracht.

Arne Warnken, neuer Schulleiter, würde das „InterAct-Projekt“ gern zu einem dauerhaften Angebot machen. Er war schwer beeindruckt von dem Eifer, mit dem die Schüler eine Woche lang acht Stunden täglich – obwohl viele nach dem Stundenplan oft eher Schluss gehabt hätten – ein komplettes englisches Theaterstück erarbeitet haben.

Um das Projekt für die Eltern erschwinglicher zu machen, hat der Förderverein das Projekt mit zehn Euro pro Schüler bezuschusst. Und auch für ein leckeres Büfett, mit dem die gelungenen Aufführungen im Anschluss gefeiert wurden, hatten die emsigen Fördervereinsmitglieder gesorgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

20. Oktober  2016, Die Norddeutsche

Arne Warnken leitet ab sofort das
Gymnasium Lemwerder
Neue Kooperationen geplant.

 

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Text und Bild: Barbara Wenke

Das Gymnasium Lemwerder hat einen neuen Schulleiter: Arne Warnken. Für Schüler, Eltern und Kollegium ist der 44-Jährige kein Unbekannter. Er unterrichtet bereits seit 2007 in Lemwerder die Fächer Sport, Geschichte und Politik / Wirtschaft. Kurz vor den Herbstferien übertrug Detlev Heinrich, Leitender Regierungsschuldirektor und Dezernent bei der Landeschulbehörde Osnabrück, Warnken die Leitung des Gymnasiums Lemwerder.

Bereits in den vergangenen Jahren gehörte Warnken als Koordinator zur Führungscrew der Schule. Er fungierte als Bindeglied zwischen der Lemwerderaner Bildungseinrichtung und den weiterführenden Schulen in Delmenhorst und Brake.

In der achten Klasse habe er noch lieber einen handwerklichen Beruf ergreifen wollen, erzählt der Pädagoge, der im Bremer Stadtteil Woltmershausen aufgewachsen ist. Doch bereits während der zehnten Klasse reifte in ihm die Idee, Lehrer zu werden. „Ich hatte in der Sekundarstufe ganz tolle Lehrer“g, erinnert sich der 44-Jährige. So begann Warnken nach bestandenem Abitur ein Sport- und Geschichtsstudium an der Universität Bremen. „Interessenhalber“g besuchte er zudem Politikwissenschaftskurse. Mittlerweile wohnt der zweifache Familienvater mit Frau und Kindern in Hude. Zu Beginn seiner Dienstzeit in Lemwerder legte der begeisterte Sportler den Anfahrtsweg zur Schule per Fahrrad zurück. „Damit habe ich mit meinem Einstieg in die erweiterte Schulleitung allerdings aufgehört“g, erzählt Warnken.

Für den Schulleiterposten habe er sich recht spontan beworben. „Frau Weigel geht. Wir brauchen einen neuen Schulleiter“g, sei ihm damals durch den Kopf geschossen. Im Kreis des „sehr engagierten Kollegiums“g habe er sich den Posten durchaus vorstellen können und sich deshalb beworben, erzählt der neue Schulleiter. Rund eineinhalb Monate lang, von den Osterferien bis Ende Mai, legte Warnken zahlreiche Prüfungen ab. Anschließend begann das Warten.

Zwei weitere Lemwerderaner Schulen haben noch immer keinen Schulleiter. Neben dem Gymnasium wurden seit Schuljahresbeginn die Eschhofschule sowie die Grundschule Lemwerder mit ihren beiden Standorten im Ortszentrum und in Deichshausen von den stellvertretenden Schulleitungen geführt. Das Gymnasium ist nun die erste der drei Bildungseinrichtungen, die wieder einen Schulleiter vorweisen kann. Allerdings ist nun die Stelle des Koordinators vakant. Sie solle aber in Kürze ausgeschrieben werden, hat Warnken von der Landesschulbehörde erfahren

In den kommenden Wochen werden Warnken und sein Kollegium das Methodenkonzept des Gymnasiums überarbeiten. Durch die Umstellung von der achtjährigen Gymnasialzeit (G 8) auf die neunjährige (G 9) sind Themenbereiche innerhalb der Jahrgänge verschoben worden. Darauf muss die Schule reagieren. Dem neuen Schulleiter schweben darüber hinaus weitere Veränderungen vor. Zum einen möchte Warnken kurzfristig das Angebot für den Pausensport erweitern. Zum anderen strebt er mittelfristig eine stärkere Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen an. Dabei möchte der Huder die Kooperationen in andere Wege leiten. Bisherige Projekte bezögen sich überwiegend auf den gewerblichen Bereich. Da die Ausbildung der Gymnasiasten allerdings auf eine Hochschullaufbahn vorbereite, wünscht sich der Schulleiter für seine Schüler Einblicke in die Arbeitsfelder von Konstrukteuren, Ingenieuren oder Controllern.

Langfristig verfolgt der neue Schulleiter eine Vision: Er möchte eine Zusammenarbeit mit einer englischsprachigen Schule initiieren. Gedacht sei dabei nicht an einen jährlichen Austausch eines ganzen Jahrgangs, sondern an die Möglichkeit, Schülern individuelle Austausche anbieten zu können, erläutert der 44-Jährige. Er selbst hat als Jugendlicher England auf sich allein gestellt mit dem Fahrrad erkundet.

 

 

 

 

 

 

 

06. Oktober  2016, NWZ-Online

Frieden auf dem Pausenhof wahren
Gymasium Lemwerder bildet Streitschlichter aus. Zweitägiger Workshop.

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Text und Bild: Gabriele Bode

Konflikte sind im alltäglichen Zusammenleben nicht vermeidbar. Damit jedoch aus einem kleinen Streit kein dauerhafter Krieg wird, ist es wichtig, zu lernen, wie solche Konflikte aus der Welt geschafft werden können. Vor sechs Jahren ließen sich darum Oliver Meyer und Kathrin Kittel, Lehrer am Gymnasium Lemwerder, an der Berufsschule Wildeshausen schulen, wie so eine Streitschlichtung aufgebaut ist. Dieses Wissen geben sie seitdem an Schüler weiter, die im Zweijahresrhythmus zu Streitschlichtern ausgebildet werden.

 Workshop als Einstieg

„In diesem Jahr war der Andrang dabei so groß, dass nicht alle 51 Bewerber berücksichtigt werden konnten. In Anbetracht dessen, dass die Achtklässler während ihrer Zeit am Gymnasium Lemwerder in zwei Jahren erneut die Gelegenheit zur Teilnahme haben, wurden darum dieses Mal nur die Neunt- und Zehntklässler berücksichtigt“g, freute sichOliver Meyerüber das große Interesse an einem friedlichen Miteinander.

Wie viel Kommunikation ist nötig? Was ist gutes Zuhören? Wie geht man mit Konflikten um und räumt sie aus dem Weg? Mit all diesen Fragen, mit Gemeinschaftsaktionen und Rollenspielen, die an die künftigen Aufgaben heranführen, beschäftigten sich die 27 Teenager zum Einstieg ins Thema bei einem zweitägigen Workshop. „Und dabei wurde trotz intensiver Arbeit jede Menge gelacht“g, so Meyer. Neben seiner KolleginKathrin Kittelunterstützte als vollwertiges Mitglied auch Zehntklässlerin Marta Schumm den Lehrgang. Die Lehrer treten bei Bedarf an die zweiköpfigen Schlichterteams heran.

Jördis und Lotta aus dem neunten Jahrgang sind so ein Team, das frisch ausgebildet bereits seinen ersten Einsatz hatte. „Helfen zu können fand ich schon immer interessant“g, erklärte Jördis. Das Gespräch mit den beiden Streithähnen aus der fünften und sechsten Klasse war sehr zufriedenstellend. Der Konflikt sei gelöst, so ihr Fazit nach dem Einsatz.

 Diskretion ist Pflicht

Auch die Zehntklässlerinnen Rabea und Dana konnten schon einen Streit schlichten. Worum es dabei ging, konnten sie natürlich nicht sagen, denn die absolute Diskretion ist Pflicht.

Außerdem ist es sehr wichtig, stets neutral zu bleiben. Beide Parteien schildern, worum es geht. Anschließend werde, ohne selber etwas vorzuschlagen, nach einer Lösung gesucht und das Ganze in einem Vertrag festgehalten. Bei einem Nachgespräch wird dann kontrolliert, ob das Vereinbarte eingehalten wurde, erklärten die Schülerinnen.

In Rollenspielen werden die Jugendlichen auch weiterhin auf möglichst alle Situationen vorbereitet – etwas, was oftmals viel schwieriger ist, als die anschließende Praxis, so die Erfahrung von Oliver Meyer. Er sieht aber noch einen weiteren Vorteil in der Streitschlichterausbildung: Arbeitgeber bevorzugen oftmals Bewerber mit einem derartigen Zertifikat.

 

 

 

 

 

 

29. August  2016, Die Norddeutsche

Streitschlichter lernen Zuhören

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Text und Bild: Karsten Hollmann 

Das Interesse der Gymnasiasten in Lemwerder ist groß, sich zu Streitschlichtern ausbilden zu lassen. Die Zahl der Bewerber für das Seminar überstieg die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze bei Weitem. Nur etwas mehr als die Hälfte der 51 Bewerber konnten berücksichtigt werden.

€”Wir hoffen aber, das Seminar auch den restlichen Schülern im nächsten Jahr anbieten zu können”, teilte Streitschlichter Oliver Meyer mit. Er leitete das Seminar zusammen mit der Lehrerin Kathrin Kittel und der Schülerin Marta Schumm.

Zumindest am Gymnasium in Lemwerder scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. “€žWir haben gar nicht genügend Streit für alle Streitschlichter”, stellte Oliver Meyer auf Nachfrage der Schülerin Dana Heidrich fest. Die 15-Jährige freue sich aber dennoch darauf, dass es nach dem Seminar künftig noch friedlicher an der Schule zugehen werde. “€žIch wusste gar nicht, wer an unserer Schule Streitschlichter ist”, wunderte sich Jasmina Thomas. So wie der 14-Jährigen ging es wohl auch vielen anderen Neunt- und Zehntklässlern vorher.

Das zweistündige Seminar begann mit Spielen wie der Reise nach Jerusalem und der Frage, was überhaupt Konflikte sind. Dabei symbolisierten Gegenstände verschiedene Streitzustände. Der Tischtennisball stand dafür, dass es bei einem Streit immer hin- und hergeht. Der zerbrochene Krug symbolisierte eine zerbrochene Freundschaft, der Teppich, dass ein Streit unter denselben gekehrt wird. Der Mülleimer stellte dann schließlich das Zeichen für einen bereinigten Konflikt dar.

Im Anschluss ging es darum, was Konflikte auslöst, welche Gefühle dabei herrschen und welche möglichen Lösungen es für die Beilegung von Konflikten gibt. Dabei taten sich die Gymnasiasten jeweils in Dreier-Gruppen zusammen. “€žDie Schüler haben in diesem Rahmen festgestellt, dass die Gefühle den größten Raum einnehmen. Sie sollten ihre Gefühle wie Wut, Ãrrger und Enttäuschung auch in Worte fassen”, informierte Oliver Meyer. In einem Rollenspiel ging es um gutes Zuhören.

“€žDabei sind Kopfnicken, Blickkontakt und Fragen zu stellen wichtig”, ließ Marta Schumm wissen. Die Zehntklässlerin hatte vor zwei Jahren selbst das Streitschlichter-Seminar besucht und sich dann als Streitschlichterin für das Seminar zur Verfügung gestellt. ”€žIch habe hier gelernt, wie man richtig zuhör”, freute sich Rabea Franke. Die 14-Jährige gab an, sich für das Seminar beworben zu haben, weil sie die beiden Lehrer möge.

Für viele Teilnehmer war aber auch ein ganz praktischer Grund ausschlaggebend, an dem Seminar teilzunehmen. ”€žFür mich war auch das ausgestellte Zertifikat ein Anreiz. Das macht sich sicherlich gut, weil ich mich für ein Praktikum bei der Polizei bewerben möchte”, verriet Sharline Hennen. Die 16-Jährige habe gelernt, wie man sich besser in eine andere Person hineinversetzen könne. Für die Rolle des Streitschlichters sei es besonders wichtig, neutral zu bleiben: ”€žMeistens hat jede Seite etwas gemacht. Da darf man sich keiner Partei anschließen.”

Am zweiten Tag sahen die Schüler einen Film der Berufsbildenden Schulen Wildeshausen mit dem Titel ”€žGeh doch mal zu Takko” zum Thema Streitschlichten und beschäftigten sich damit, was überhaupt Gewalt ist. Beispiele waren, dass eine Mutter ihr Kind am Arm zerrt oder jemand sein Gegenüber anschnauzt. ”€žGewalt wird von den Schülern völlig unterschiedlich eingeschätzt”, berichtete Oliver Meyer.

Eine Art körperliche Gewalt übten die Schüler mit Schlagstöcken aus Schaumstoff aus. Dabei zogen sich die Teilnehmer des Seminars die weichen Stäbe gegenseitig über den Kopf. ”€žDas hat Spaß gemacht”, räumte Thorge Casjens ein. Sein Schulkollege Nghia Nguyen wollte jedoch in diesem Zusammenhang betonen, dass es sich bei Gewalt nicht um ein jungen-spezifisches Thema handele: ”€žDas betrifft beide Geschlechter.”

Die Jungen und Mädchen übernachteten auch zwischen den beiden Seminartagen in ihrer Schule und ließen es sich bei Pizza gut gehen. Bis Dezember werden sich die 27 Gymnasiasten nun noch alle 14 Tage montags zur Nachbereitung des Seminars treffen. ”€žDabei soll jeder einmal als Streitschlichter arbeiten”, kündigte Seminarleiter Oliver Meyer an.

 

 

 

 

 

 

06. August  2016, NWZ-Online

Mit Ratespiel von Aufregung abgelenkt
47 Fünftklässler in Pausenhalle herzlich begrüßt - Schulausflug

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Text und Bild: Gabriele Bode

Ihr seid bestimmt auch etwas aufgeregt“, zeigte der kommissarische Schulleiter Thomas Reinsch Verständnis für die 47 Jungen und Mädchen sowie deren Angehörigen, die in der Pausenhalle gespannt dem ersten Schultag am Gymnasium Lemwerder entgegen sahen. Darum gab es, nachdem die Sechstklässler einen musikalischen Willkommensgruß geschmettert hatten, ein kleines Ratespiel, mit dem prima von der Aufregung abgelenkt wurde. Hinter den Zetteln der aufgestellten Tafel verbarg sich der Spruch „Willkommen am Gymnasium“, den die Fünftklässler mit Hilfe von zu erratenden Begriffen herausfinden mussten.

Wie Thomas Reinsch stellte sich Koordinator Arne Warnken ebenfalls in einem blauen Hemd vor. Das Blau symbolisiere bei ihm jedoch eher die blauen Flecken, die sein Sportunterricht manchmal hinterlasse, anstatt Farbklekse aus dem Kunstunterricht wie beim Kollegen Reinsch, scherzte Warnken. Auch die Vorsitzende des Fördervereins, Gudrun Stolte, nutzte die Gelegenheit einige Worte an die Eltern der neuen Kinder zu richten. Erst danach wurde das Geheimnis gelüftet, wer ab sofort beim Lehrerteam von Oliver Meyer und Neele Schneider die 5a besucht und wer zur 5b von Almut Siebeneicker und Hans-Joachim Schönwald gehört.

Mit der Anzahl der neuen Gymnasiasten zeigte sich Arne Warnken absolut zufrieden. „Das passt bestens, um zwei Klassen zu füllen“, sagte er.

Genau zwei Wochen nach dem ersten Schultag geht es für die Neulinge und alle anderen zusammen auf Reisen. Wie im vergangenen Jahr werden am Donnerstag, 18. August, alle Lehrer und Schüler des Gymnasiums für einen Tag nach Norderney fahren, um Spaß zu haben und dabei die Gemeinschaft insgesamt zu stärken.

 

 

 

 

 

 

 

11. Juni  2016, Weser-Kurier

Zuschauen, anfeuern, mitlaufen

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Text und Bild: Georg Jauken

Wer die Idee zu der Aktion hatte, wissen die Mädchen aus der neuen Klasse auch nicht so genau. Sportlehrer Arne Warnken müsste es wissen, hat aber gerade keine Zeit, Fragen zu beantworten. Das Gymnasium Lemwerder veranstaltet einen Sponsorenlauf. Kurz vor Schluss ziehen die Lehrer ihre Runden um den Edenbütteler Teich und Arne Warnken beweist Ausdauer.

„Mit ihrer Fitness und Willensstärke setzen sich knapp 300 Schülerinnen und Schüler für eine gute Sache ein“g, hatte das Gymnasium im Vorfeld der Veranstaltung aus Anlass des zehnjährigen Bestehens mitgeteilt. Auch die Eltern waren zum Mitlaufen eingeladen, machen sich jedoch rar. Wer mitmacht, hat sich vorher Sponsoren gesucht, der jede Laufrunde um den Teich mit einer kleineren oder größeren Summe belohnt. Meist geht es um 50 Cent, einen oder zwei Euro pro Runde oder etwas mehr. Mit großem Abstand vorne liegt eine Schülerin, die einen Unternehmer gefunden hat, der 100 Euro für bis zu fünf Runden zugesagt hat. Die Läuferin hat noch ein paar mehr Runden geschafft.

Da Schulleiterin Marianne Weigel an diesem besonderen Tag fürs Rechnen zuständig ist, vertritt ihr Stellvertreter Thomas Reinsch die Schulleitung beim Laufen. Wie alle anderen hat er 45 Minuten Zeit und erhält für jede zurückgelegte Runde um den Teich ein schwarzes Armbändchen. Gemessen am Bändchen-Vorrat könnten er und alle anderen noch mindestens zwei Tage laufen. Reinsch ist Anfang 60 und hat mit vier Runden jetzt schon mehr geschafft als er sich zugetraut hatte. „Das reicht dann auch“g, sagt der Pädagoge und gönnt sich eine Verschnaufpause. Was das Ergebnis des Sponsorenlaufs angeht, gibt er sich optimistisch. „Es wird eine Menge werden, auf jeden Fall eine vierstellige Summe. Eine drei oder vier am Anfang wäre super.“

Wofür das „Laufgeld“ verwendet wird, vermag Reinsch nicht zu sagen. So viel ist klar: Ein Viertel des Geldes ist für den in der Begu beheimateten Kinderzirkus Alacasam Pepolino bestimmt, ein Viertel für das „Haus Frieda“, das Kinder in der togolesischen Hauptstadt Lomé (Westafrika) betreut, deren Eltern an Aids gestorben sind. Die Hälfte des Laufgeldes erhält der Förderverein des Gymnasiums, um schulische Projekte damit zu fördern.

Erst kürzlich hatte der Förderverein die Anschaffung einer neuen Bühne ermöglicht. Am Abend zuvor hatte der Kursus „Darstellendes Spiel” der zehnten Klassen darauf mit einer humorvollen Shakespeare-Adaption des „Sommernachtstraums” die Irrungen und Wirrungen von Verliebtheiten und Eseleien aufgeführt. „Sie haben bislang immer gute Entscheidungen getroffen“, lobt Reinsch das Engagement der im Förderverein engagierten Eltern. Und bei jeder Veranstaltung seien sie zuverlässig zur Stelle. „Wir freuen uns, dass die Schüler etwas für uns tun“, sagt Fördervereinsvorsitzende Gudrun Stolle. Zusammen mit Karin Wohlers versorgt sie die Läufer mit Mineralwasser und – dank einer Spende des örtlichen Supermarkts – mit frischem Obst.

Vor den Ferien sind sie noch zweimal gefragt: beim Sommerfest am 21. und beim Galaabend zur Schulentlassungsfeier am Tag darauf. Wofür das „Laufgeld“g vom Sponsorenlauf verwendet werden soll, wissen auch sie noch nicht. Instrumente für den Musikunterricht und die Schulband würden immer gebraucht, sind sich alle Befragten einig. Das Fach Kunst, das sonst auch schon mal einen kleinen Wunsch habe, habe eben erst ein Airbrush-Gerät bekommen.

Nach einem Schluck aus der Wasserflasche will es Pädagoge Reinsch noch einmal wissen und startet zur fünften Runde. Die jüngeren Schüler feuern ihn und ihre anderen Lehrer kräftig an. Einige von ihnen haben ebenfalls wieder durchgeatmet und starten noch mal durch. Die Neuntklässlerinnen ruhen sich nach acht Laufrunden lieber aus. Ein paar Läufer hätten elf Runden geschafft, erzählen sie.

„Herr Brix ist langsamer“, hat Hanne Rosenow beobachtet. Immerhin haben die neunten Klassen zusammengelegt, um Mathelehrer Stefan Brix und den normalerweise für Politik und Erdkunde zuständigen Kollegen Mark Janßen zu sponsern. „Irgend einen Grund müssen die Lehrer ja haben, um mitzulaufen“, flachst Schülerin Maja Stuke. Auf die Frage, wofür sie das Geld verwenden würden, fallen die Stichworte Kinder-Krebs-Hilfe und Ärzte ohne Grenzen, Tablet-Computer und die Förderung von Schulausflügen. Die Entscheidung des Schülerrats erkennen sie jedoch an. „Das Geld kommt den Schülern zugute“, sagt Lena Kettler.

Als das Signal zur letzten Runde ertönt, hat Marianne Weigel die meisten Ergebnisse schon zusammengerechnet. „Es passt alles zusammen“, freut sich die Schulleiterin und lobt das sonnige Wetter. Außerdem seien alle Schüler und Lehrer gut gelaunt. Nach fünf Stunden endet der Sponsorenlauf mit einem Ergebnis, das die kühnsten Erwartungen übertrifft. 1870 Runden sind die rund 300 Läufer gelaufen und haben dabei eine Strecke von 1458,6 Kilometer zurückgelegt. Das sei ziemlich genau die Strecke von Lemwerder bis nach Bordeaux nah der französischen Atlantikküste, hat jemand herausgefunden, und damit noch ein Stück weiter als bis zur Normandie, wo eine Französisch-Klasse der Schule die nächsten Tage verbringt.

Die Sponsorengelder ergeben eine Summe von knapp 6700 Euro. Schulleiterin Weigel und das Kollegium sind so begeistert, dass sie die Summe kurzerhand auf 7000 Euro aufrunden.

 

 

 

 

 

 

 

10. Juni  2016, NWZ-Online

Liebeschaos in der Pausenhalle
Zehntklässler führen “Sommernachtstraum” auf. Verdienter Beifall.

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Text und Foto: Torsten Wewer

Irrungen und Verwirrungen zwischen den Geschlechtern, Menschen und Fabelwesen, die besondere Wirkung einer Zauberblume und die Vermischung von Traum und Realität: Ganz schön viel Stoff für ein Theaterstück, das die Zehntklässler des Gymnasiums Lemwerder im Fach „Darstellendes Spiel“ seit Anfang des Jahres erarbeitet haben. Tatsächlich aber behalten die 38 Schülerinnen und Schüler trotz des gewollten Chaos auf der Bühne den Überblick und liefern am Mittwoch eine beeindruckende Aufführung in der Pausenhalle ab.

Nun ist die Vorlage bekannt, die Komödie „Ein Sommernachtstraum“ stammt aus der Feder von William Shakespeare, und die Schüler der Klassen 10a und 10b haben unter Leitung der Lehrerinnen Franziska Musall und Hendrikje Groeneveld eine Adaption des Stücks speziell für Schüler auf die Bühne gebracht. Aber leicht ist es dennoch nicht gewesen, die Rollen typgerecht zu besetzen und die Übersicht bei dem Liebeschaos der diversen Paare zu behalten. Damit nicht genug, sagt Hendrikje Groeneveld, haben die Schülerinnen und Schüler auch noch komplett in Eigenregie für Kostüme und Bühnenbild gesorgt und im Ort Werbung für die (zwei) Aufführungen gemacht.

Zusätzlich mussten sie auch noch spezielle Inszenierungsaufgaben schreiben, denn beim „Darstellenden Spiel“ handelt es sich um ein reguläres Schulfach, bei dem die Schüler am Ende auch benotet werden, und keine Arbeitsgemeinschaft.

Entsprechend konzentriert gehen die Zehntklässler am Aufführungstag zu Werke. Dass sie keine ausgewiesenen Bühnenprofis sind, merkt man dem einen oder anderen Darsteller an, gleichwohl ist zu spüren, dass sie sich voll in ihre Figur hineinbegeben haben. Nicht leichter wird die Inszenierung dadurch, dass auf der eher kleinen Bühne viel um- und abgebaut werden und die Darsteller ständig auf und ab gehen müssen.

Aber das ist in vielen Fällen – und ausdrücklich auch in diesem Fall – ein Garant für eine gelungene Aufführung. Verdienter, lang anhaltender Beifall für alle Akteure.

 

 

 

 

 

 

27. Mai 2016, NWZ-Online

Beim Kulturabend legt keiner die Beine hoch
Schüler beeindrucken mit Akrobatik und Musik. Anlass ist zehnjähriges Bestehen.

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Text und Foto: Torsten Wewer

Wir sind erwachsen geworden“, stellte Thomas Reinsch, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Lemwerder, am Ende eines humorvollen Rückblicks auf die vergangenen zehn Jahre am Mittwochabend fest. Gemeinsam mit Schulleiterin Marianne Weigel gehört Reinsch zu den Lehrern, die von Anfang an dabei sind. Mit 99 Schülerinnen und Schülern ging es im Jahr 2005 los, im Schuljahr 2015/2016 besuchen nun fast 300 Schüler das Gymnasium. Damit, meinte Reinsch, sei man auch ziemlich am Ende der Entwicklung angekommen.

Der alljährliche Kulturabend war Anlass, auf den runden Geburtstag zurückzuschauen – und zugleich voraus, denn im Mittelpunkt des Abends standen die abwechslungsreichen Vorführungen von Schülern aus den Klassen sechs bis neun.

Zwischendurch wurden Enja Lühmann (Klasse 5a) für ihren ersten Platz beim „Känguru“-Mathematikwettbewerb, Lina Frank(5b) und Elias Schunk (8a) für ihren jeweils dritten Platz und Malte Kretschmer (6a) für seine Leistung, die meisten Aufgaben in Folge bei diesem Wettbewerb richtig beantwortet zu haben, ausgezeichnet.

Beim kulturellen Programm legte dann niemand die Beine hoch. Ganz im Gegenteil: Zum Auftakt beeindruckten Schülerinnen aus der Klasse 7b als „The Black Beauties“ mit einer Gruppenakrobatik, während Schülerinnen der Klasse 9a ihr Kastenturnen unter das „Traum“-Thema „Gut gegen Böse“ gestellt hatten.

Ein Rennen in lateinischer Sprache zu kommentieren, das war eine echte Konzentrationsaufgabe – meisterhaft gelöst von den Schülern des Lateinkurses Jahrgang sieben. Nicht minder anspruchsvoll waren aber auch die Balladen, vorgetragen von Schülern des Jahrgangs sieben, die englische „Animation“ (Klasse 9b), der Jubiläumsrap „Eins plus zwei plus drei plus vier ist 10“g (Klasse 6b) und zum Abschluss das Lied „Ghost“ von der Schülerband.

Zu Recht beeindruckt davon waren die zahlreichen Gäste. Darunter waren Landrat Thomas Brückmann, Lemwerders Bürgermeisterin Regina Neuke sowie die Fördervereinsvorsitzende Gudrun Stolte, die in ihren Grußworten lobende Worte fanden.

 

 

 

 

 

 

29. April  2016, Die Norddeutsche

Eine Woche für die Sprache
Gymnasiasten aus Lemwerder haben Besuch von jungen Franzosen

Text: Ulrike Schumacher

E-Mail und Whatsapp waren gestern. Heute schreiben die jungen Leute wieder Postkarten und Briefe. Zumindest die 23 Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Lemwerder, die auf diese Weise vor ein paar Monaten ihren Kontakt nach Frankreich anbahnten. In dieser Woche waren die französischen Schüler nun zu Besuch in der Wesermarsch.

15 Mädchen und acht Jungen aus den siebten bis neunten Klassen am Gymnasium Lemwerder sind am Austausch mit zwei Schulen im nordfranzösischen Dieppe beteiligt. Es ist der erste Kontakt, nachdem es vor Jahren bereits einen Austausch mit einer Schule in Südfrankreich gegeben hat, erzählt Französischlehrerin Annette Meinhard. Neun Schülerinnen und 14 Schüler waren mit ihren Lehrerinnen und Lehrern für eine Woche zu Gast am Gymnasium Lemwerder.

Annette Meinhard hatte den Kontakt zum Collège Jean Cocteau und zum Collège Jean Malaurie in der Normandie vor einem guten Jahr geknüpft. Kurz darauf gingen zwischen Lemwerder und Dieppe die Briefe und Postkarten hin und her. „Die Schüler fanden es toll, mal wieder richtige Briefe zu schreiben“, berichtet Annette Meinhard, die den Austausch mit ihren Kollegen Kathrin Kittel und Elmar Bastin organisiert hat. Auf die Schüler wirke ein solcher Austausch sehr motivierend, weiß die Pädagogin.

Kurz vor den Sommerferien, vom 10. bis 17. Juni, starten die Gymnasiasten aus Lemwerder zu einem Gegenbesuch in der Hafenstadt Dieppe, dem ersten Seebad Frankreichs, und werden dort Gelegenheit haben, ihre Französischkenntnisse zu testen.

Für die Gäste aus Frankreich galt dasselbe in dieser Woche. Sie waren zu einem Rathausempfang eingeladen, haben am Unterricht ihrer Gastgeber teilgenommen und Bremen und Hamburg erkundet. Manche Franzosen schnupperten auch hier Küstenluft. In Ostfriesland, wo sie obendrein lernten, dass es Wolken auch im Tee gibt.

 

 

 

 

 

 

28. April  2016, NWZ-Online

Schmuddelwetter trübt den Ausflug nicht
23 Schüler aus der Normandie zu Gast in Lemwerder. Ausflüge nach Bremen und Hamburg.

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Text und Foto: Gabriele Bode

23 französische Schüler sind zurzeit zu Gast in Lemwerder. Das Gymnasium freue sich, dass nun eine neue Partnerschule im Nachbarland gefunden werden konnte, nachdem der Kontakt zu der vorherigen Schule eingeschlafen war, sagt Lehrerin Annette Meinhard.

Mit drei Lehrkräften sind die Acht- und Neuntklässler aus Dieppe in der Normandie angereist. Nachdem sie zunächst ihre Gastfamilien kennengelernt haben, werden sie im Rathaus der Gemeinde von Jutta Zander, Vertreterin der Bürgermeisterin, begrüßt.

Auch wenn es der erste Besuch im Süden der Wesermarsch ist, hat die französische Lehrerin Sophie Cavalec  jede Menge Erfahrungen mit Schüleraustauschen. 15 Mal hat sie bereits solche Austausche organisiert.

Anders als in den Anfangsjahren des Gymnasiums konnten bei diesem Austausch alle interessierten Schüler mitmachen. Während auf der französischen Seite die Zahl der männlichen Teilnehmer dominiert, sind bei den Lemwerderaner Gymnasiasten die Mädchen deutlich in der Überzahl. So gibt es fünf gemischte Austauschpaare, sagt Annette Meinhard . Das sei jedoch kein Problem.

Gemeinsame Unterrichtsstunden stehen bis zum Abreisetag genauso auf dem Programm wie ein Ausflug nach Bremen oder eine Fahrt nach Hamburg, bei der das Rathaus und die Speicherstadt besichtigt werden und eine Fleetfahrt unternommen wird. „Natürlich darf dabei auch etwas Zeit zum Shoppen nicht fehlen“, betont Annette Meinhard schmunzelnd. Ein gemeinsamer Abend an diesem Donnerstag wird den ersten Austausch beenden. Der Gegenbesuch der Lemwerderaner erfolgt im Juni.

Freude herrscht auch über das Interesse am „Brigitte Sauzay Programm“. Bereits mehrere Anmeldungen liegen für den zweimonatigen Austausch vor, bei dem die Sprachkenntnisse weitaus mehr vertieft werden können.

 

 

 

 

 

 

12. April  2016, NWZ-Online

Spielend das Selbstvertrauen gestärkt  
Achtklässler begeistern mit Theaterstück in englischer Sprache

 
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Text und Foto: Gabriele Bode

Gut kam die Reise ins „Zombie-Hotel“ an, die am Gymnasium Lemwerder den krönenden Abschluss des erstmalig stattfindenden Projekts „InterACT“ bildete. Eine Woche lang hatten die beiden achten Klassen ihre Englischkenntnisse intensiviert, indem sie unter Anleitung der beiden englischsprachigen Coaches, Justin Beard und Marc Hansen, ein Theaterstück erarbeiteten (die NWZ  berichtete).

Mit offensichtlich viel Spaß wurde das Stück vor großem Publikum in der Pausenhalle auf die Bühne gebracht. Nicht nur das Selbstvertrauen im Umgang mit der fremden Sprache wurde dadurch gestärkt. Auch das Interagieren der Schüler untereinander sei ein positiver Effekt gewesen, hieß es in der Begrüßungsrede.

„Eine Herausforderung“

Das Stück sei zwar nicht ganz reif für den Broadway, jedoch in der fremden Sprache durchaus eine Herausforderung, die gelungen sei, scherzte Justin Beard, der genau wie sein Kollege den Teenagern als Souffleur und technischer Assistent während der ebenso turbulenten wie amüsanten zwei Teile zur Seite stand.

Sie hätten es geschafft, die viele Energie, die einem zu Beginn des Projekts entgegengeschlagen sei, bis zum Abschluss auf diesem Level zu halten, lobte 8a-Englischlehrerin Anne Ahrens-Verbeek, die natürlich genau wie ihr Kollege der 8b, Achim Schönwald, zu den vielen Zuschauern gehörte.

„Ich fand das Stück und die Idee gut“, war Carlos begeistert, nachdem die Schüler von Mr. Twig nach ihrer Reise plötzlich handzahm geworden waren. Der Sechstklässler hofft, dass er in zwei Jahren auch an so einem Englischtraining teilnehmen kann. Vom Text habe er bereits vieles verstanden. Auch sein Vater fand das Projekt klasse.

„Ich bin jetzt viel sicherer beim Sprechen. So etwas würde ich gerne wieder mitmachen“, sagte „Küchenhelfer“ Matthis. Genau wie „Geist“ Claas hatte er am mittleren Teil des Stücks mitgearbeitet.

„Zombie-Stylistin“ Madita gefielen die Ballspiele, mit denen die achtstündigen Unterrichtstage ausklangen, am besten. Aber letztendlich war alles toll und sie habe viel gelernt, sagte die Schülerin.

„Wir haben die meiste Zeit des Unterrichts nur Englisch gesprochen“, schwärmte Jarne, der in die Rolle des Lehrers Mr. Twig geschlüpft war. Englisch ging es bei ihm auch am Nachmittag weiter, denn seine Familie hatte den neuseeländischen Coach Marc Hansen bei sich aufgenommen. Und für den Stadtmenschen gab es auf dem Hof der Familie Wenke jede Menge Neues zu entdecken. „Er hat große Augen gemacht, als er im Stall plötzlich einem Kalb gegenüberstand“, schmunzelte Gastgeberin Heide Wenke, die inzwischen ebenfalls viel mutiger bei der Anwendung ihrer Englischkenntnisse ist, denn mit Deutsch kam sie bei ihrem Gast nicht weit.

Büfett vom Förderverein

Ihr älterer Sohn Jendrik hatte es sich für die Woche auf dem Wohnzimmersofa bequem gemacht, um dem Besucher sein Zimmer zu überlassen. 85 Euro, die das Projekt dank des Zuschusses des Fördervereins für jeden Teilnehmer kostete, seien zwar viel Geld, doch es habe sich auf jeden Fall gelohnt, hieß es am Ende.

Mit vielen munteren Gesprächen am Büfett des Fördervereins ließen alle die Projektwoche ausklingen.

 


Korrigendum: Das Büfett wurde nicht vom Förderverein, sondern von den Eltern der Schülerinnen und Schülern bereitet. Hierfür bedanken wir uns herzlich. (Sw)

 

 

 

 

 

 

08. April  2016, NWZ-Online

Grüße aus dem “Zombie-Hotel” 
Achtklässler erarbeiten Theaterstück in englischer Sprache

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Text und Foto: Thorsten Wewer

Mit ausgestreckten Armen und ungelenken Bewegungen über die Bühne gehen und dabei noch lautstark ein „Zombie-Hotel“ besingen, das ist für die Achtklässler des Gymnasiums Lemwerder schon eine große Herausforderung. Zusätzlich erschwert wird diese Aufgabe allerdings dadurch, dass Annabelle, Isabelle, Lukas, Christopher, Tjark und all die anderen ausschließlich englisch singen und sprechen dürfen. „InterACT English“ heißt dieses Projekt, mit dem Justin Beard und Marc Hansen seit Montag in der Schule zu Gast sind. Ziel ist, über das Theaterspielen einen anderen, ungehemmten Zugang zur englischen Sprache zu finden.

Jeden Tag acht Schulstunden lang tauschen sich die Schüler mit ihren „Lehrern“ ausschließlich auf englisch aus. So ist im Laufe der vergangenen Tage ein Theaterstück entstanden, das an diesem Freitag ab 17.30 Uhr in der Aula aufgeführt wird. Dazu sind Eltern und weitere Interessierte herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Noch merkt man den Akteuren aus der 8a und 8b die Nervosität an, noch müssen sie ihren Text vom Blatt ablesen. Aber durch die mitreißende Anleitung etwa von Justin Beard, werden sie bis zur Aufführung rechtzeitig alle Scheu abgelegt haben. Denn es wird nicht nur eifrig und intensiv geprobt, sondern auch viel gelacht.

„Mein Eindruck ist, dass dieses Angebot von den Schülern sehr positiv aufgenommen wird“, sagt Achim Schönwald, Englischlehrer der Klasse 8b. Wenn er Zeit hat, dann schaut er sich die Proben, die Auflockerungs- und Schauspielübungen interessiert an.

Neben dem intensiven Lernen der englischen Sprache habe sich auch das Sozialverhalten der Schüler aus beiden Klassen, die sonst wenig miteinander zu tun hätten, untereinander deutlich verbessert: „Aus zwei Gruppen ist eine geworden“, sagt Schönwald.

Herausgelöst aus dem normalen Schulalltag kreativ in andere Rollen hineinzuschlüpfen, das sei eine wunderbare Möglichkeit, die Sprachpraxis zu trainieren.

Spätestens Ende Mai werde sich dann zeigen, sagt Achim Schönwald, ob dieses spielerische Intensivtraining erste Früchte getragen hat – dann steht für die Achtklässler nämlich eine Sprachprüfung an, die benotet wird und eine schriftliche Klassenarbeit ersetzt.

 

 

 

 

 

 

08. April  2016, Die Norddeutsche

Schauspieler in der Schule
Englischsprachige Woche am Gymnasium Lemwerder. Achtklässler entwerfen ein Theaterstück

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Text: Barbara Wenke
Foto: Kosak

Achim Schönwald schaut interessiert zur Bühne. Der Englischlehrer ist gespannt, was die englischsprachigen Schauspieler Justin Beard und Mark Hansen mit seinen Achtklässlern erarbeitet haben. Zwei Tage lang haben die beiden Muttersprachler mit den Jugendlichen über mögliche Charaktere, Orte und Probleme für ein Stück sinniert. Anschließend ging‘s ans Schreiben. Jetzt steht das Einstudieren der Szenen auf dem Programm, denn am Freitag, 8. April, werden die Gymnasiasten ihren Eltern, Lehrern und Mitschülern um 17.30 Uhr das Stück vortragen.

Achim Schönwald lächelt in sich hinein. Auf der Bühne geht manch ein Schüler aus sich heraus, von dem er so viel Begeisterung nicht gewohnt ist. Der gebürtige Amerikaner Justin Beard fordert die Jugendlichen immer wieder auf, lauter zu sprechen. Manch einer vergisst dann auch schnell, dass Zuschauer im Raum sind. Auf der Bühne liefern sich die Schüler Verfolgungsjagden und lassen unflätige Sprüche los – alles Teil der Szene.

Zum Stück, das die Achtklässler des Gymnasiums Lemwerder sich selbst ausgedacht haben: Lehrer Mister Twig ist neu an der Schule. Mit seiner Klasse hat er Pech gehabt. Die Pubertierenden interessieren sich für alles – außer für die Unterrichtsinhalte. Da segeln Papierflieger durch den Raum, Fingernägel werden lackiert, andere hören mit Ohrstöpseln Musik. Mister Twig, den die Schüler gerne respektlos Mister Pig (Schwein) nennen, ist am Ende.

Bis er im Fernsehprogramm eine Werbung für ein Zombie-Hotel sieht. Die Werbung verspricht, dass das Zombie-Hotel dabei hilft, alle Probleme mit schwierigen Schülern zu beheben. Umgehend begibt sich Mister Twig mit seinen Schülern auf Klassenreise. In dem Zombie-Hotel stehen den Jugendlichen unerwartete Situationen und Begegnungen bevor.

Vom Umgang der beiden Schauspieler mit den Jugendlichen ist Achim Schönwald begeistert. „Die machen das sehr motivierend“, beobachtet der Englischlehrer. Für die Schüler stelle die Interact-Woche ein Kontrastprogramm zum Schulalltag dar. Erstmals unterhalten die Jugendlichen sich während der Unterrichtszeit ausschließlich in einer Fremdsprache. Pädagoge Schönwald sieht in der Woche deshalb auch eine ideale Vorbereitung auf die laut Erlass des Kultusministeriums erstmals anstehenden Sprechprüfungen. „Da tanken einige Schüler gerade richtig Selbstvertrauen“, ist der Englischlehrer überzeugt.

Das Gymnasium Lemwerder hat für das Projekt die Unterrichtszeit der Achtklässler in dieser Woche verlängert. Von Montag bis Freitag sind sie jeweils bis zur achten Stunde in der Schule geblieben und haben spielerisch gelernt.

Am Donnerstag hat Justin Beard seine Gruppe erstmals auf die Bühne geführt. Plötzlich sollten die Jugendlichen nicht mehr nur die selbst formulierten Texte ablesen, sondern die Charaktere mit Leben füllen. „Denkt immer daran, das seid nicht ihr auf der Bühne, sondern eure Rollen“, ermuntert er sie. Um Ausrufe zu betonen, stampft der ausgebildete Schauspieler mit den Füßen auf, brüllt kurze Sätze oder schleudert Mappen durch den fiktiven Klassenraum. Der Aufmerksamkeit seiner verdutzten Schüler kann er sich in diesen Momenten sicher sein.

Zwei Vormittage lang haben Schüler und Ausbilder an der Ausdrucksform gearbeitet, denn ihre circa halbstündige Aufführung werden sie am Freitagnachmittag ohne Mikrofone in der Pausenhalle des Gymnasiums vortragen.

 

 

 

 

 

 

10. Februar  2016, NWZ-Online

Fachbereich Kunst und Musik glänzen
Präsentation zum Geburtstag

 

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Ein bunt gemischtes Kunst- und Musikprogramm präsentierten die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Lemwerder einem begeisterten Publikum in der voll besetzten Pausenhalle. Im Zuge des zehnjährigen Bestehens der Schule hatten die Fachbereiche Musik und Kunst zu diesem kurzweiligen und unterhaltsamen Abend eingeladen.

Die Besucher hatten Gelegenheit, einen intensiven Einblick in die Qualität der Arbeit der beiden Fachbereiche zu bekommen. Auch etliche „Ehemalige“ fanden anlässlich dieser Präsentation den Weg zurück zu ihrer Schule.

Durch das informative und unterhaltsame Programm wurden die Zuschauer souverän von den Schülerinnen Marta Schumm und Lill Schriefer geführt.

 

 

 

 

 

 

06. Februar  2016, NWZ-Online

Intergalaktische Leuchttürme und Staubsauger
 Astrophysikerin erklärt Fünft- und Sechstklässlern die Veränderungen von Himmelskörpern

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Text und Bild: TORSTEN WEWER

Neutronensterne, Supernova und schwarze Löcher: Keine leichte Lernkost, die Dr. Saskia Grunau vom Institut für Physik der Carl von Ossietzky Uni Oldenburg den Schülern des fünften und sechsten Jahrgangs des Gymnasiums Lemwerder an diesem Vormittag auftischt. Aber die junge Wissenschaftlerin versteht es glänzend, über Bewegungen und Veränderungen von Himmelskörpern so kindgerecht zu sprechen, dass selbst die Gesetze der Schwer- oder Fliehkraft bei den aufmerksam zuhörenden Gymnasiasten keine Verständnisschwierigkeiten hervorrufen.

Grunau spricht von einem intergalaktischen Leuchtturm, wenn sie einen Neutronenstern beschreibt, während sie die Wirkung eines schwarzen Loches wiederum mit dem Staubsaugerprinzip (alles hineinsaugen) erklärt. Und fasst ihre Forschungsarbeit an der Uni schließlich so zusammen: „Ich hab’ den geilsten Job der Welt!“

Dazu wirft sie prägnante (Lehr-)Sätze vom Laptop auf eine Leinwand, lockert ihren Vortrag mit kleinen Filmchen oder Comiczeichnungen auf und macht mit all dem ganz viel Appetit, sich mit den Himmelskörpern intensiver zu beschäftigen.

Diese „Geschichten aus dem Leben eines Sterns“, wie Grunau ihren Vortrag umschreibt, ist tatsächlich der von Schulleiterin Marianne Weigel in der Begrüßung angekündigte „Unterricht in etwas anderer Form“ in der Pausenhalle. Der informative Vormittag mit der Gastdozentin ist Teil des Geburtstagsprogramms anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Gymnasiums Lemwerder (die NWZ berichtete).

Anschließend fragen die Fünft- und Sechstklässler der Astrophysikerin fast noch ein Loch in den Bauch – immerhin kein schwarzes. Geduldig beantwortet die Wissenschaftlerin jede Frage. Nur bei einer muss sie passen: Was hinter dem Universum ist, das weiß leider auch Dr. Saskia Grunau nicht.

 


 

 

 

 

 

 

17. Januar 2016, Kreisblatt am Sonntag

Gymnasiasten werfen Blick in Wahlkreisbüro

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TEXT UND FOTO: YANNIK RICHTER

Melina Frank und Gabriel Kas erhalten zurzeit einen ersten Eindruck vom Arbeitsfeld Politik, denn sie machen momentan ein zweiwöchiges Praktikum im Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag. Eigentlich besuchen die beiden Schüler jeweils die 10. Klasse des Gymnasiums. Während Melina Frank in Lemwerder zur Schule geht, ist Gabriel Kas Schüler des Delmenhorster Gymnasiums an der Willmsstraße. Derzeit lassen die beiden Gymnasiasten die Schulbücher jedoch unberührt. Sie haben sich für ein Praktikum im Wahlkreisbüro von Susanne Mittag entschieden, „weil die Entscheidungen zum Teil auch direkt mich betreffen“, argumentiert Melina Franke. „Außerdem finde ich es interessant, zu erfahren, was ein Mitglied des Bundestages so alles zu erledigen hat und welche Arbeit dahintersteckt“, fährt die Schülerin fort. Gabriel Kas entschied sich für das Büro, um einen ersten Eindruck in die Politik und den politischen Entscheidungsprozess zu bekommen, da er sich speziell für Politik interessiere. Außerdem interessieren ihn die Zusammenhänge zwischen Berlin und Delmenhorst. Jetzt haben beide Schüler die Möglichkeit, Einblicke in den alltäglichen Arbeitsablauf von Susanne Mittag zu bekommen und sie auf Termine im Wahlkreis zu begleiten.

 

 

 

 

 

 

16. Januar 2016, NWZ-Online

Im Umgang mit Pubertierenden authentisch bleiben
Erziehungsberater Dr. Jan-Uwe Rogge gibt Eltern praktische Tipps - Vortrag mit viel Humor

 
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VON KIRSTEN BIERMANN

„Geschichten behält man, Tipps vergisst man“ sagt Dr. Jan Uwe Rogge und beginnt seinen Vortrag zum Thema „Umgang mit Kindern in der Pubertät“ mit der Geschichte vom Hummer, welcher als einziges Tier eine Pubertät durchlebe: Sein Fleisch wächst, doch der Panzer nicht, daher stößt der Hummer den Panzer ab und zieht sich schutzlos in eine dunkle Höhle am Meeresgrund zurück. Dort bleibt er die nächsten Jahre, verborgen im Dunkel. Sein Fleisch wächst – und erst, als auch ein neuer Panzer gewachsen ist, kommt der Hummer schließlich wieder aus seiner Höhle hervor.

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Gymnasiums Lemwerder hatte der Förderverein zusammen mit dem Koordinator Arne Warnken diese Veranstaltung mit dem erfolgreichen Autor organisiert. Die Pausenhalle war bis auf den letzten Platz besetzt mit Müttern und Vätern, die, wie sich im Laufe der Veranstaltung herausstellte, eines gemeinsam hatten: das „Fegefeuer“ war ihnen nicht unbekannt.

Muttis Lieblingswörter

In den nächsten zwei Stunden präsentierte Rogge sein Anliegen mit viel Witz und Humor und zündete ein Feuerwerk an Pointen. Egal, ob es um „Lieblingswörter von Müttern Pubertierender“ ging, um den „pädagogischen Konjunktiv“ oder den Unterschied zwischen „gelebtem“ und „gelabertem“ Leben: In vielen Alltagsszenen fanden sich die meisten nur allzu gut wieder – ein Lacher reihte sich an den nächsten.

Doch zwischen all den Lachern schien immer wieder durch: das Anliegen dahinter ist ein ernstzunehmendes. Augenzwinkernd rät der Autor Müttern, sich als „gemeinste Mutter von Lemwerder“g zu outen und im Umgang mit den Pubertierenden auch mal aufbegehrend und authentisch zu sein statt immer „pädagogisch wertvoll“g.

Rogge erinnerte daran, dass Erziehung nur in Beziehung gelingt, dass Pubertierende, die sich selbst „schei... in dieser Zeit“ finden und trotzdem gemocht werden wollen, Halt und Orientierung suchen und ihre Eltern für sie „blinkende Leuchttürme sein“ müssen: „Die Pubertierenden entscheiden, ob sie kommen. Doch blinken müssen Sie.“

Die wichtigste Aufgabe der Pubertät, so Rogge, sei schließlich die Umgestaltung des kindlichen Körpers in einen erwachsenen Körper. Die Lacher wiederum auf seiner Seite hatte er, als er nach einer kurzen Pause unvermittelt ins Publikum rief: „Da sind Mutationen angesagt!“

Sich selbst als Eltern zu hinterfragen und mit Humor zu sehen: dazu regte Rogge an, wenn er die Zeit zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr als „dritte Pubertät“ bezeichnet und die pubertären häuslichen Konflikte als Aufeinanderprallen von „2. und 3. Pubertät“. Er weckte Begeisterung für die nachfolgende Generation und vermittelte den geplagten Eltern ein Stück Unbeschwertheit in einer schwierigen Situation.

Aus Fluss wird Bach

Kinder in der Zeit der Pubertät auf ihrer Reise zu begleiten, resümierte Rogge, habe nichts mit Erziehung zu tun, sondern mit Begleitung. Dabei empfahl er den Eltern Demut und das Wissen darüber, dass das Ergebnis von Erziehung, wie er es selbst formulierte, „wirkungsunsicher“ ist. Doch „irgendwann“, schloss der Redner zuversichtlich, „wird aus dem reißenden Fluss ein ruhiger Bach.“

Die Veranstaltung beendete die Vorsitzende des Fördervereins, Gudrun Stolte. Sie bedankte sich beim Referenten herzlich für einen „grandiosen Abend“ und verabschiedete den Redner unter lang anhaltendem Applaus.

 

 

 

 

 

 

2. Dezember 2015, Die Norddeutsche

Statt Zeit spenden Eltern lieber Naturalien
Förderverein des Gymnasium bietet neue Form der Mitarbeit an / Engagement verändert sich
 

VON BARBARA WENKE

Die Vorstandsmitglieder des Fördervereins des Gymnasiums Lemwerder wollen vorbeugen. Derzeit geht es dem Verein noch gut. Aber das Interesse der Eltern, sich in dem Verein zu engagieren, ist gesunken, so der Vorstand.

"Die Eintritte sind zurückgegangen", stellt die Vorsitzende Gudrun Stolte fest. Im Sommer 2015 seien gerade einmal zehn neue Familie in den Förderverein eingetreten. Für die Vorsitzende ist das geringe Interesse unverständlich. "Wenn wir keine Eintritte haben, wird der Förderverein irgendwann nicht mehr mit Geldern zur Verfügung stehen." Am Jahresbeitrag von zehn Euro kann es nach Ansicht der Aktiven nicht liegen.

"Viele sind gerne bereit, etwas zu geben. Sie möchten aber keine Zeit dafür aufwenden", hat Stoltes Stellvertreterin, Rosita Menkens beobachtet. Gestützt wird die Aussage von Jens-Uwe Böttcher, der an der Universität Bremen Gründungsleiter des Forums Bürgerengagement war und heute selbst einen Schulverein leitet. "Die Bereitschaft sich zu engagieren ist da. Aber die Leute scheinen Angst vor festen Terminen zu haben", sagt er.

Die gymnasialen Förderer in Lemwerder haben ihre Mitglieder inzwischen gebeten, nicht Zeit, sondern Sachspenden zu geben - und damit ins Schwarze getroffen. "Für Events haben einige Eltern versprochen, Naturalien wie Würstchen, Servietten oder Pappbecher zu spenden", erzählt Rosita Menkens.

Der Förderverein habe damit einen wichtige Schritt getan, glaubt Jens-Uwe Böttcher. Es seit wichtig nicht unbedingt an Traditionellem festhalten zu wollen, sondern neue Wege zu suchen und auf die Menschen und ihre Bedürfnisse einzugehen. Für den Förderverein bedeutet das Engagement seiner Mitglieder in Form von Sachspenden, dass der Erlös aus Aktionen jetzt tatsächlich der Reinerlös ist, "weil wir keine Einkaufspreise mehr abziehen müssen", bilanziert Stolte.

Mit den Einnahmen kann der Förderverein dem Gymnasium anschließend Wünsche erfüllen. So beteiligte er sich jüngst mit 1000 Euro an einer neuen Bühne. Im Jahr 2014 hatte der Verein unter anderem den Besuch des EWE-Mobils sowie den Gala-Abend der zehnten Klassen bezuschusst. Die Fachabteilung Kunst freut sich über ein Grafik-Tablet. Und die Näh-AG hat neue Nähmaschinen erhalten.

Im Sprachunterricht und bei Vorführungen greifen die Lehrkräfte mittlerweile auf vom Förderverein gespendete Mikrofone und Kopfhörer zurück. Und bei zahlreichen Veranstaltungen sorgt Blumenschmuck für ein schönes Ambiente. Entlastet werde die Schule zudem bei der Verteilung zahlreicher Lehrmaterialien. "Wir haben den Lehrern die Schulbuchbestellung und -verteilung abgenommen", betont Gudrun Stolte.

Die Arbeit des Vereins verteilt sich auf die Schultern der insgesamt acht Vorstandsmitglieder, die sich etwa zweimal pro Jahr treffen. "Alle Kommunikation läuft über Whatsapp", freut sich Stolte über Arbeitserleichterungen durch moderne Technik. Der gymnasiale Förderverein zählt 113 Mitgliedsfamilien. Rund die Hälfte aller am Gymnasium vertretenen Familien beteiligen sich. Angst, dass man als "Karteileiche" im Verein bleibt und eine Ewigkeit weiter seinen Mitgliedsbeitrag abdrücken muss, falls man versäumt auszutreten, braucht niemand zu haben. "Die Mitgliedschaft endet automatisch, wenn das letzte Kind die Schule verlässt", verspricht Gudrun Stolte. Sie selbst stellt eine Ausnahme dar. Ihre Tochter Alena hat die Schule vor zwei Jahren verlassen. Doch der Mutter gefällt die Gesellschaft im Vorstand so gut ("Wir sind so eine nette Runde."), dass sie gerne geblieben ist und sich weiter für die Schule engagiert.

Die nächste Veranstaltung, an der sich der Förderverein beteiligt, findet am Mittwoch, 13. Januar, in der Pausenhalle des Gymnasiums statt. Dann spricht Jan-Uwe Rogge zum Thema "Pubertät - loslassen und Halt geben". Der renommierte Erziehungswissenschaftler wird als Erster die neue Bühne nutzen. Da der Förderverein den Vortrag bezuschusst, müssen die Zuhörer in Lemwerder "nur zehn statt mehr als 20 Euro zahlen", blickt Kassenwart Wilczek voraus. Karten gibt es im Schulsekretariat sowie in der Neuen Apotheke in Lemwerder.

Die gymnasialen Förderer sind nicht die Einzigen, die mit gemischten Gefühlen an die Zukunft denken. Die Förderer der benachbarten Eschhofschule konnten eine Vereinsauflösung Mitte November gerade noch abwenden. Während der Mitgliederversammlung fanden sie nach intensiver Suche eine neue Vorsitzende.

Auch der Förderverein der Grundschule Lemwerder-Mitte hat jetzt einen neuen Vorstand. Valc Drutschmann obliegt es allerdings, nicht nur Projekte zu entwickeln. Er wird in den kommenden Monaten auch eine Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Grundschule Deichshausen ausloten. Seit dem Schuljahresbeginn 2015/2016 haben sich beide Schulen zur Grundschule Lemwerder mit Standorten in Lemwerder und Deichshausen zusammengeschlossen. Die Fördervereine blieben vorerst eigenständig. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass man sich bei gemeinsamen Aktionen kennenlerne und schließlich fusioniere, blickt die Deichshausener Vorsitzende, Frauke Bruns, voraus. "Das muss langsam zusammenwachsen."

 

 

 

 

 

 

14. November 2015, Die Norddeutsche

Künstlerische Einstimmung
auf den Lesewettbewerb
 

VON BARBARA WENKE

Früher haben wir mit Bücherkisten gearbeitet“, erzählt Lehrerin Anne Ahrens-Verbeek. Dabei hatten die Schüler einen Schuhkarton im Sinne ihrer Lektüre gestaltet. „Aber die waren unheimlich platzraubend“, schildert die Pädagogin, weshalb sie mit der alten Vorgehensweise nie ganz glücklich war. Wochenlang hätten die Kartons auf den Fensterbänken gestanden. Kürzlich stieß die Lehrerin im Internet auf den Begriff Lapbook. „Das kann man zusammenklappen und in den Tornister stecken.“

Die Lemwerderaner Sechstklässler sind konzentriert und eifrig dabei, ihre Mappen zu fertigen. „Die Schüler haben sich selbst einen Zeitplan erstellt“, lobt die Lehrerin. Einige Kinder sind bereits sehr weit, haben ihre Umschlagseite gezeichnet und erste Informationen zu Autor und Inhalt sowie ihre Meinung zum Buch zu Papier gebracht. Emily und Lea sind die Künstlerinnen in der Klasse – was den ein oder anderen Mitschüler veranlasst, sie um Unterstützung zu bitten. Gerade zeigt Emily Mattis, wie sie die grauen Schatten rund um ihr Hauptmotiv aufgetragen hat.

Das Spektrum der Bücher reiche bis hin zu anspruchsvoller Jugendliteratur, fasst Anne Ahrens-Verbeek die Auswahl zusammen. In wenigen Tagen werden die Jugendlichen mit Hilfe ihrer Lapbooks ihre ausgewählten Bücher vorstellen. Anschließend tragen sie Textpassagen vor. Wer am flüssigsten liest, darf seine Klasse Anfang Dezember im Vorlesewettbewerb des Gymnasiums vertreten.

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                                        Emily (links) hat ihrem Lapbook den Titel „Twilight“ gegeben.
                                                  Sie stellt ihren Entwurf zusammen mit Sitznachbarin Janina vor.

 

 

 

 

 

 

27. November 2015, NWZ-Online

Förderverein wird zehn Jahre alt
 Vorstand freut sich über weitere Mitstreiter – Vortrag über Pubertät

 

VON GABRIELE BODE

Mit Hilfe des Vereins konnten viele wichtige Sachen angeschafft werden. Das Budget der Schule reicht dafür in der Regel nicht aus.

Was wäre eine Schule ohne Förderverein? Viele Anschaffungen oder Projekte, die vielleicht Kindern und Eltern im Schulalltag selbstverständlich erscheinen mögen, sind im engen Jahresbudget der Schulträger nicht vorgesehen. Auch am Gymnasium Lemwerder bildete sich gleich mit der Gründung 2006 solch eine Gemeinschaft engagierter Eltern.

Das zehnjährige Bestehen möchte der Förderverein des Gymnasiums im kommenden Jahr feiern und die Gelegenheit nutzen, sich und seine Arbeit vorzustellen. „Leider hatten wir nur zehn Neueintritte bei den jetzigen Fünftklässlern. Zehn Euro Jahresbeitrag pro Familie und eine Mitgliedschaft, die automatisch endet, wenn das Kind die Schule verlässt, sind doch wirklich nicht viel, um so die Ausbildung der Kinder aktiv mitgestalten zu können, bedauert die VorsitzendeGudrun Stolte. Sie fügt hinzu, dass Schulen keine Spenden annehmen könnten, Fördervereine dagegen schon.

Die Anschaffung von Sitzmöbeln für die Bücherei, von Nähmaschinen, Funkmikrofonen und Lego-Robotern für den Informatikunterricht oder der regelmäßige Besuch des EWE-Mobils wurden neben vielem anderen vom Förderverein ermöglicht. Auch den Ersatz für die marode Bühne in der Schulaula bezuschusste der Förderverein mit 1000 Euro, so dass der Landkreis schließlich das restliche Geld bewilligte.

2012 übernahm Gudrun Stolte den Vorsitz mit Rosita Menkens als Stellvertreterin und Thomas Wilczek als Kassenwart. Zusammen mit den Beisitzern hat sich seitdem eine Gruppe gebildet, die mit viel Spaß die Arbeit der Gründer fortsetzt.

Der Vorsitzenden ist die nette Gemeinschaft so sehr ans Herz gewachsen, dass sie ihre Tätigkeit fortsetzt, obwohl ihre Tochter bereits vor zwei Jahren das Gymnasium verlassen hat. Gerne würden sie und ihre Mitstreiter neue Gesichter in ihrer Runde begrüßen.

Während die Vorsitzende die Schulbuchbestellungen übernimmt, organisieren beispielsweise die Beisitzerinnen Britta Flügger und Christine Hülsbusch jeweils die Cafeteria – nächster Termin dafür ist der Elternsprechtag am 4. Dezember.

Die Feiern zum runden Geburtstag startet der Förderverein am Mittwoch, 13. Januar, mit einem Vortrag über Pubertät des Erfolgsautoren und Erziehungsberaters Jan-Uwe Rogge. Humorvoll wird er über das Zusammenleben mit einem „Pubertier“ sprechen.

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06. November 2015, Die Norddeutsche

Lesebuch für die Wesermarsch
Lena und die Liebe des Wassermanns

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TEXT UND FOTO:  BARBARA WENKE

Lesen und Schreiben sind ihre Leidenschaft. Bereits in der Grundschule in Ganspe war die heute 14-jährige Neuntklässlerin Lena Kettler als Leseratte aufgefallen. Und geschrieben hat sie auch schon immer gerne. Im Sommer hat die junge Gansperin ein Manuskript, das sie als Zwölfjährige im Kunstunterricht am Gymnasium Lemwerder verfasst hat, im Rahmen der Berner Bücherwochen für das dritte ”Lesebuch für die Wesermarschsch” eingereicht. Prompt hat der Text es in die mehr als 500-seitige Ausgabe mit dem Titel ”Liebes Geschichten” geschafft.

Eine Farbmappe hatte Lena Kettler im Kunstunterricht erstellen sollen. Sie wählte die Farbe Blau. Anzufertigen war eine Mappe, in der die gewählte Farbe in allen Nuancen auftauchen sollte. Natürlich in Form eines Bildes. Aber, wenn gewollt, auch in Worten.

Lena malte einen Nix, einen Wassermann, dessen Schwanzflosse in den unterschiedlichsten blauen Schattierungen schimmerte. Während des Malens fielen ihr eine Geschichte, ein Gedicht und ein Klagelied zu ihrer Figur ein. ”Erst wollte ich nur ein Lied umdichten”, erinnert sich die 14-Jährige. Als Vorlage diente ihr Celine Dions Welthit ”My heart will go on” aus dem Hollywoodstreifen ”Titanic”. Doch mit fortschreitender Projektdauer kamen der damals Zwölfjährigen immer neue Ideen. So entstand die Geschichte “Blue”.  Sie erzählt von der unglücklichen Liebe des Wassermannes “Blue”.

Präsentation im Landcafé

Dieser schwimmt eines Tages von seinem Paradies am Meeresgrund an Land, verliebt sich bis über beide Ohren in eine Frau und wird aufs Schlimmste verraten. Der Geest-Verlag hat die Geschichte der jungen Bernerin mit ihren Zeichnungen aus dem Kunstunterricht angereichert.

Ob Lena ihren Text am Freitagsabend bei der offiziellen Präsentation des Lesebuchs ab 19.30 Uhr im Landcafé im Elsflether Stadtteil Moorriem selbst vortragen wird, wusste sie am Donnerstag noch nicht. Bücherwochen-Organisator Reinhard Rakow wünscht es sich. Doch der Respekt von Lena Kettler vor einem solchen Auftritt ist groß. “Ich habe noch nie vor so einem großen Publikum gelesen”, zeigte sich die 14-Jährige noch unentschlossen.

Dabei ist Lena Kettler eine versierte Lautleserin. Aus Vorlesewettbewerben an der Grundschule Ganspe sowie am Gymnasium Lemwerder ging sie als Jahrgangsbeste hervor. Dennoch wird ihre Entscheidung wohl erst kurzfristig fallen.

Zur Premiere lesen zahlreiche Autoren ihre eigenen Texte vor. Neben Lena Kettler haben Pamela Krzenzissa und Edelhard Callies aus Berne ihr Kommen zugesagt. Aus Elsfleth reist Marilena Marburg an, die zahlreichen Lemwerderanern noch als Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung bekannt sein könnte. Autoren aus der südlichsten Wesermarschgemeinde sind nicht in dem 507-seitigen Werk vertreten. ”Lemwerder ist leider ein weißer Fleck auf unserer Landkarte”, bedauert Bücherwochen-Initiator Reinhard Rakow.

Organisator frohlockt

Dennoch frohlockt der Organisator: ”Besucher können sich auf einen kurzweilig unterhaltsamen Abend rund um das Thema Liebe freuen.” Verleger Alfred Büngen verspricht ein Werk, das alle Facetten der Liebe betrachtet. Von der Liebe zum Menschen über die Liebe zu Tier und Natur bis hin zur Selbstverliebtheit. ”Jede einzelne Geschichte ist etwas ganz Eigenes.” Büngen ist sich sicher, dass sich jeder Leser in mindestens einer Geschichte wiederfinden wird. Spannend war für den Verleger, zu sehen, dass sich die Liebe im Laufe der Zeit verändert hat.

Vertreten sind verschiedenste Genres. Zugelassen waren alle Texte, die sich inhaltlich zwanglos mit dem Thema assoziieren lassen, gleich aus welchem Genre.

Die Wesermarsch nimmt für Alfred Büngen eine bundesweite Sonderstellung ein. ”Es ist außergewöhnlich, dass aus einem Bereich so viele Menschen schreiben.” Viele von ihnen nicht nur einmal. ”Es haben jetzt schon Autoren angefragt, wie das nächste Thema lautet”, erzählt Büngen. Im Rahmen der fünften Berner Bücherwochen, die noch bis zum 20. Dezember in Berne und umzu stattfinden, sind vier Werke entstanden. Die Anthologie ”Untertan”, an der sich Autoren aus der ganzen Welt beteiligen konnten, ist bereits vorgestellt worden. Die ”Liebes Geschichten” mit Texten von Menschen aus der Wesermarsch gehen am heutigen Freitag an den Start. Ebenfalls noch im November folgen zwei Schülerbücher.

In Kooperation zwischen Pestalozzischule und dem Braker Gymnasium ist der Roman ”Und du bist raus” entstanden. Geschildert wird die Geschichte der fiktiven Jugendlichen Esther Schmidt, die als Jüdin im nationalsozialistischen Brake aufwächst. Das Werk feiert am Dienstag, 17. November, um 10 Uhr in der Pestalozzischule in Brake seine Premiere.

Weitere Lesungen

Grundschüler aus Ganspe und Berne haben sich in den vergangenen Monaten Gedanken über Heuerkinder gemacht, also über Kinder deren Eltern in der Landwirtschaft arbeiteten, aber keinen eigenen Grund und Boden besaßen. Von den Bandenkriegen der Heuerkinder berichten die jungen Autoren am Dienstag, 24. November, ab 18.15 Uhr in der Schifferkirche in Warfleth.

Da das Lesebuch für die Wesermarsch noch viel mehr Liebesgeschichten enthält, als in Moorriem vorgestellt werden können, sind weitere Termine für Lesungen geplant. Am Sonntag, 29. November, wird im Museum in Nordenham aus dem Werk gelesen, ebenso wie am Freitag, 18. Dezember, im Fischerhaus in Brake.

Am Freitagabend, 6. November, rundet der Berner Musiklehrer und Gitarrist Niko Komar mit musikalischen Zwischenspielen aus dem Bereich Pop die Texte aus dem Buch ”Liebes Geschichten” ab. Der Eintritt ist frei. Um sicher einen Sitzplatz zu erhalten, sollten sich Interessierte unter der Telefonnummer 0 44 06 / 92 00 46 oder per E-Mail an berne-bringt@t-online.de bei Reinhard Rakow anmelden.

Das Buch ”Liebes Geschichten” erscheint im Geest-Verlag Vechta. Das Buch hat 507 Seiten. Es ist mit zahlreichen Fotos illustriert und kostet 16 Euro.

 

 

 

 

 

 

07. November 2015, NWZ-ONLINE

Wo das Lernen ganz viel Spaß macht
Vier Schüler zu Begabten-Akademie eingeladen. Freies und intensives Arbeiten.
 

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TEXT UND FOTO:  TORSTEN WEWER

Verschiedene Kurse wurden angeboten. Eine Woche lang haben sich die Gymnasiasten aus Lemwerder mit Gleichgesinnten ausgetauscht.

„Die Woche war viel zu schnell vorbei“, erzählt Lea Ottersberg (15). Und Paul Richter (16) pflichtet ihr bei: „Ich wollte zwischendurch gar nicht aufhören!“ Die beiden Zehntklässler des Gymnasiums Lemwerder haben gemeinsam mit Clarissa Dräger (13) und Alina Priesmeyer (14) in den Herbstferien eine Woche lang an einer „JuniorAkademie“ in Papenburg (Emsland) teilgenommen. Auch jetzt noch, nachdem sie längst wieder im Schulalltag angekommen sind, schwärmen die vier Gymnasiasten von diesem speziellen Lernangebot für besonders begabte Schüler.

„Ich fand es toll, unabhängig vom Lehrplan sich ganz auf eine Sache konzentrieren und intensiv arbeiten zu können“, berichtet Paul aus der 10b. Er hat eine besondere Vorliebe für Musik und hat sich in derAkademie als Komponist versucht.

Alina aus der 10a dagegen interessiert sich sehr für Physik. „In der Schule mögen viele das Fach nicht und stören. Deswegen war es toll, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können“, erklärt die Schülerin. In der Akademie haben sie beispielsweise mit der Wärmebildkamera experimentiert.

Ein Theaterstück zum Thema Flüchtlinge hat Clarissa aus der 8b in ihrem Kurs erarbeitet. „Wir wollten damit verdeutlichen, dass die Bewältigung der Flüchtlingskrise keine Frage des Könnens ist, sondern des Wollens“, erzählt die 13-Jährige.

Lea, die ebenfalls die Klasse 10b besucht, hat sich für den Kurs „Ökologie und Fotografie“ entschieden – und diese Entscheidung nicht bereut. Im Botanischen Garten der Oldenburger Universität haben sie der Architektur von Pflanzen nachgespürt. Die Fotoergebnisse sind so gelungen, dass sie in der Universität ausgestellt werden sollen. „Es ist schon etwas ganz Besonderes, die Arbeit, die man gemacht hat, gewürdigt zu bekommen“, sagt die Schülerin stolz.

Stolz ist auch Kirsten Biermann. Die Lehrerin ist am Gymnasium für die Begabtenförderung zuständig. Sie hat die Vorschläge der jeweiligen Klassenkonferenzen unterstützt. Vorgeschlagen wurden Schüler mit sehr guten Noten oder Teilbegabungen. Dass gleich vier Schüler zur Begabten-Akademie eingeladen wurden, sieht Kirsten Biermann als Bestätigung der gezielten Förderung von Schülern mit besonderen Lernstärken.

In Kladden, mit Fotos und in handschriftlichen Notizen haben die vier die Ergebnisse ihrer einwöchigen Kurse festgehalten. Aber alle Teilnehmer wollen sich auch noch einmal treffen. „Es sind Freundschaften entstanden, so dass am Ende bei einigen sogar Tränen geflossen sind“, erzählt Paul.
 

JuniorAkademie

82 Jugendliche aus dem Weser-Ems-Gebiet wurden zur JuniorAkademie für besonders begabte Schüler nach Papenburg eingeladen.

Eine Woche lang haben die Jugendlichen der Klassenstufen 8 bis 10 von 33 Gymnasien und Gesamtschulen unter dem Motto „Veränderte Landschaften – Neue Horizonte“ in den Bereichen Physik, Ökologie, Robotik, Politik, Philosophie, Kunst und Komposition geforscht, gelernt und diskutiert.

Mit vier Schülern entsandte das Gymnasium Lemwerder diesmal ungewöhnlich viele Teilnehmer einer Schule.

 

 

 

 

 

 

 

26. September 2015, Die Norddeutsche

Gymnasiasten aus Lemwerder sammeln Müll ein
 

VON CHRISTIAN KOSAK

Für die Schüler des Gymnasiums Lemwerder stand am Freitagvormittag anstatt Mathematik, Deutsch oder Englisch Aufräumen auf dem Stundenplan. Mit dieser Aktion bedankte sich die Schule bei der Gemeinde, die sich vor zehn Jahren für die Gründung des Gymnasiums in Lemwerder eingesetzt hatte. Zunächst zogen die Schüler der fünften Klassen mit Säcken los, um rund um das Schulgelände Müll einzusammeln. Gegen Mittag bekamen sie Unterstützung von älteren Schülern des Gymnasiums.

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23. September 2015, NWZ-Online

Eine ganze Schule auf Reisen
273 Schüler plus Lehrer auf Insel Langeoog - Selfies und Souvenirs
Das Gymnasium Lemwerder feiert seinen 10. Geburtstag. Deshalb gibt es viele Aktionen im Laufe des Schuljahres.

273 aufgeregte und ungeduldig wartende Kinder verschiedener  Altersstufen, ein ganzes Lehrerkollegium, welches die seriöse  Alltagskleidung gegen Windjacken und Outdoor-Schuhe getauscht und blaue  Erste-Hilfe-Taschen geschultert hat, sowie fünf große Reisebusse: So  sieht es aus, wenn eine ganze Schule auf Reisen geht.

Nicht zum fliegenden Klassenzimmer, zur schwimmenden Schule wurde das Gymnasium Lemwerder am vergangenen Donnerstag im Rahmen seiner ersten  Veranstaltung anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Schule. Minutiös war diese Fahrt in den letzten Wochen geplant und organisiert worden.  Doch dann noch vor der Abfahrt am frühen Morgen die erste Panne: Der  fünfte Bus kommt nicht. Als er endlich mit einiger Verspätung  eintrifft, stellt sich heraus, dass die Anzahl der zur Verfügung  stehenden Plätze nicht der gebuchten entspricht. Doch mit 20 Minuten  Verspätung kann es endlich losgehen. Der Stimmung bei den Schülerinnen  und Schülern tut dies jedenfalls keinen Abbruch: Sie ist von Anfang an  bombig.

Zum Glück wartet die eigens von der Schule gecharterte  Fähre in Bensersiel sowieso. Diese läuft nach einer lauten, aber  trotzdem recht ruhigen Fahrt über die Nordsee im Hafen von Langeoog ein. Dort steigt die quirlige Schulgemeinschaft in eine  bunte Inselbahn und wird mit dieser vom Hafen in den Ort gebracht.

Dann geht es endlich los: Strandspiele an der frischen  Luft, stundenlange Wanderungen zur Großen Düne, Muscheln sammeln,  Seehunde sichten, Krebse und Quallen entdecken: Der Nationalpark  Niedersächsisches Wattenmeer zeigt, was er zu bieten hat.

Dazu gehören auch der Wind, der so heftig pustet, dass es  schwer ist, Fotos am Strand zu schießen, und eine kalte, wogende See -  in der einzelne Kollegen sogar (unbeobachtet von Schüleraugen) mutig ein Bad wagen.

Die kulinarischen Genüsse am Mittag beschränken sich für  die meisten Kinder auf Pizza vom Strand-Imbiss. Trotz strömenden Regens  am Nachmittag bleibt die Stimmung heiter: Die Fünftklässler belagern das überdachte Spielehaus, während die Größeren in den kleinen Inselläden stöbern und Souvenirs kaufen oder Jagd auf die Lehrer machen, um  ”Selfies” zu schießen. Einige der Zehntklässler vertreiben sich die Zeit im inseleigenen Schwimmbad.

Um 17.30 Uhr schließlich sammeln sich alle wieder am  Bahnhof von Langeoog: müde und nass, aber zufrieden und ausgestattet mit überdimensionalen Tennisbällen, stapelbaren Kuscheltieren und jeder  Menge neuer Eindrücke.

Auf die Frage “Was hat euch am Ausflug am besten gefallen?” antwortet Emir aus der 5. Klasse: “Der Strand.“ Und sein  Klassenkamerad Timo ergänzt: ”Drachen fliegen lassen.”  Lara aus dem 10.  Jahrgang haben vor allem der lange Strandspaziergang und die  produzierten Selfies mit den Lehrern gefallen. Außerdem findet sie es  “cool, mit der ganzen Schule wegzufahren”. Und ihre Freundin Paula  ergänzt: ”Es war toll, so viel Kontakt zu den Lehrern zu haben.”

Die nächste Geburtstagsaktion findet am Freitag, 25.  September, statt: Dann befreien die Schüler das Umfeld des Gymnasiums  von Müll und Unrat.

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22. Juli 2015, Weser-Kurier

Gymnasium Lemwerder wird zehn Jahre alt
Viele Veränderungen seit der Eröffnung im August 2005. Gesamte Schule macht Ausflug nach Langeoog
 

VON BARBARA WENKE

Drei fünfte und eine sechste Klasse begrüßten Schulleiterin Marianne Weigel und Stellvertreter Thomas Reinsch am 26. August 2005 feierlich in dem neu gegründeten Sekundarstufe-I-Gymnasium. Möbel für die Schulverwaltung gab es damals noch nicht. Und auch eine Sekretärin fehlte. In einem provisorisch eingerichteten Büro tütete die Schulleiterin persönlich Schriftstücke in Briefumschläge ein.

„Fünf Abschlussjahrgänge haben inzwischen unser Gymnasium verlassen“, zieht Marianne Weigel jetzt Bilanz. „Die meisten von ihnen sind in Delmenhorst und Brake in die Qualifikationsphase für das Abitur eingetreten. Drei Jahrgänge haben das Abitur dort bereits erfolgreich hinter sich gebracht.“ Die Schulleiterin freut sich stets über ein Feedback ihrer ehemaligen Schüler. Diese loben nach den Worten Weigels „neben der guten inhaltlichen und methodischen Vorbereitung auf die Oberstufe besonders die familiäre und persönliche Atmosphäre des Gymnasiums, das entspannte Lernklima und das vertrauensvolle Lehrer-Schüler-Verhältnis“. Manche würden aufgrund der hellen Klassen- und Fachräume sowie der modernen Ausstattung von einer „Wohlfühlatmosphäre“ sprechen.

Das war nicht immer so. Ein gutes halbes Jahr nach der Eröffnung des Gymnasiums kam der Schock: Asbestfunde in den Deckenplatten des Gebäudes. „Gymnasium wird geschlossen und abgerissen“ lautete die damalige Schlagzeile. Von heute auf morgen musste in der noch jungen Bildungseinrichtung improvisiert werden. Eineinhalb Jahre lang ersetzten Container die Klassenräume. Schulleitung und Lehrerzimmer wurden in die Hausmeisterwohnung einquartiert.

Vor zwei Jahren nahm das Gymnasium Lemwerder als erste Schule seiner Art in der Wesermarsch den Betrieb als offene Ganztagsschule auf. Neben dem Kollegium, das Lernangebote in Unterricht und Arbeitsgemeinschaften bereithält, unterstützen Kooperationen mit Betrieben, außerschulischen Experten und Lernorten die fachliche Ausbildung der Schülerinnen und Schüler. Ein großes Anliegen sei der Schule die individuelle Förderung seiner Schüler, betont Marianne Weigel.

Deshalb ermutigten die Kollegen besonders begabte Schüler, sich an Wettbewerben und Akademien zu beteiligen. So haben beispielsweise die Nachwuchskünstler Aimee Neuhaus, Felix Späder und Jenny Zittlau jüngst an der zehnten Begabungsförderung des niedersächsischen Kultusministeriums teilgenommen. Kindern, die mehr Zeit oder Unterstützung beim Lernen benötigen, wird Förderunterricht angeboten.

Die Unterrichtenden vermitteln den Schülern in aufeinander aufbauenden Modulen Methoden, die es ihnen ermöglichen, selbstständig zu arbeiten. Zwei Mal wurde das junge Gymnasium zudem bereits mit dem Qualitätssiegel „Lions-Quest“ ausgezeichnet. In dem Lebenskompetenzprogramm „Lions-Quest: Erwachsen werden“ würden die Jugendlichen lernen, „konstruktiv mit Konflikten umzugehen, Eigenverantwortung zu übernehmen und einander wertschätzend zu begegnen“, berichtet Marianne Weigel. Ihr Stellvertreter Thomas Reinsch ergänzt: „Unser Ziel ist es, durch Stärkung der sozialen und kommunikativen Kompetenzen die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder nachhaltig zu stärken.“

Eine Schule bestehe aber nicht nur aus Lehrkräften und Schülern, sagt Marianne Weigel. Deshalb freue sie sich über den äußerst engagierten Förderverein, den Eltern bereits kurz nach dem Start des Unterrichtsbetriebes gegründet hatten.

Mit Blick auf den runden Geburtstag soll es im kommenden Schuljahr einen bunten Strauß unterschiedlichster Veranstaltungen geben. Im September wird die gesamte Schulgemeinde für einen Tag nach Langeoog fahren. In unregelmäßigen Abständen lädt das Gymnasium Interessierte zu Kultur-, Theater-, Musik- und Kunstabenden ein. Geplant ist darüber hinaus, Professoren und andere Experten für Vorträge oder Projekte in die Gemeinde Lemwerder zu holen. Ehemalige Schüler sollen im Februar 2016 zusammenkommen. Ein Sponsorenlauf wird das „Geburtstagsjahr“ abrunden.

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23. Juli 2015, NWZ

“Euch steht nun die Welt offen”
Zehntklässler werden mit Musik und lobenden Worten verabschiedet. Alle 47 Schülerinnen und Schüler werden mit Musik und lobenden Worten verabschiedet. Damit ist der Grundstein für die weitere Karriere gelegt, sagen die Festredner.
 

VON TORSTEN WEWER

Ein widerspenstiges Mikrofon, ein erst auf den letzten Drücker kommender Ehrengast und schließlich eine liebevoll zusammengestellte Bilderschau, die angesichts der ungünstigen Lichtverhältnisse in der Pausenhalle nicht richtig wahrgenommen werden kann: Die Zehntklässler des Gymnasiums Lemwerder könnten diese kleinen „Pannen“, die ihre Abschlussfeier allerdings erst so richtig unverwechselbar machen, durchaus als schlechtes Omen für die weitere schulische oder berufliche Laufbahn werten.

Aber warum sollten sie? Wo sie doch gerade eine Sternstunde in ihrer Biografie miterleben: „Alle 47 Schülerinnen und Schüler haben den Erweiterten Sekundar-I-Abschluss geschafft“, sagt Schulleiterin Marianne Weigel in ihrer Begrüßung am Dienstagabend. „Das ist der höchste Abschluss, den wir hier vergeben können.“

Und dieser Abschlussjahrgang sei aus noch einem anderen Grund ein besonderer: „Mit Euch ist unsere Schule gewissermaßen erwachsen geworden“, erzählt die Schulleiterin. Denn dieser Jahrgang, der im Jahr 2009 hier eingeschult wurde, habe dafür gesorgt, dass zum ersten Mal nach der Eröffnung der Schule im Jahr 2005 alle Jahrgänge am Gymnasium vollständig gewesen seien. Bis dahin nannte sich die Schule „Gymnasium Lemwerder i.E.“ wobei die beiden Buchstaben für „in Entstehung“ gestanden hätten. Diese Buchstaben seien mit Aufnahme der Schüler, die jetzt schon wieder die Schule verlassen würden, weggefallen, erklärte Marianne Weigel.

„Um Eure berufliche Zukunft ist mir nicht bange“, hat auch Landrat Thomas Brückmann in seinem Grußwort nur Lob für die Schüler der Klassen 10a und 10b übrig. Mit ihrem Zeugnis hätten sie den Grundstein für ihre weitere berufliche Karriere gelegt. In seine aufmunternden Worte schließt er die weiteren Gäste mit ein: „Den eigenen Schulerfolg hat man auch ein Stück weit den Freunden und Eltern zu verdanken.“

Dass die Eltern an diesem Abend ebenfalls sehr stolz seien, bestätigt Dr. Hans Konrad Nettmann, Vorsitzender des Schulelternrates: „Alles andere wäre auch unangebracht.“ Den Schülern gibt er mit auf den weiteren Weg: „Es steht Euch nun die Welt offen. Ihr müsst sehen, dass ihr sie nutzt“. Auch Gudrun Stolte vom Förderverein betont, dass die Eltern „in schwierigen Momenten“ weiter für ihre Kinder da sein werden.

Die Lehrer und Schüler verabschieden sich gegenseitig mit freundlichen, teilweise humorvollen Rückblicken auf die gemeinsame Schulzeit. Und dann gibt’s endlich die Abschlusszeugnisse. Ganz ohne Pannen. Ein gutes Omen.

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18. Juni 2015, NWZ-Online.

Jung, kreativ und ziemlich begabt
Schüler qualifizieren sich für Kunstworkshop. Die Kunstakademie findet vom 3. bis 5. Juli statt.
Das Thema lautet: “Künstlerbücher - Kunst in Buchform”

VON ANJA BIEWALD

Durchdringend ist der Blick aus den grau-grünen Augen auf dem Bild. Sie fangen den Betrachter ein, lassen ihn nicht los, transportieren ihre Botschaft. Und so will es der Zeichner Felix Späder auch. Bei der Frau auf dem Bild von Jenny Zittlau kommt es auf die Mimik und die Farben an – das Bild als Ganzes vermittelt Emotionen, ein Detail allein kann da nicht für sich sprechen. Und Aimee Neuhaus  lässt in ihren gestalterischen Arbeiten Strukturen und Formen sprechen. Sie versteht es, Dinge passend in Szene zu setzen und die gewünschte Aussage in kreativer Form zu präsentieren. Bei Technik und Materialeinsatz ist sie flexibel und lässt sich von der Sache leiten.

Nur 15 Teilnehmer

Drei junge Künstler, drei vollkommen verschiedene Stile, Herangehensweisen und Arbeiten. Und dennoch eine Gemeinsamkeit: Aimee Neuhaus, Jenny Zittlau und Felix Späder sind alle Schüler des Gymnasiums in Lemwerder. Und im Rahmen der Begabungsförderung des niedersächsischen Kultusministeriums werden alle drei vom 3. bis 5. Juli an einer Kunstakademie teilnehmen. Die Kunsthalle Emden  und die niedersächsische Landesschulbehörde  sind als Kooperationspartner mit an Bord. „Künstlerbücher – Kunst in Buchform“ lautet das Thema der Kunstakademie in Emden. Lediglich 15 Schüler aus dem gesamten Weser-Ems-Gebiet können teilnehmen. Drei davon kommen vom Lemwerderaner Gymnasium – eine Quote, mit der Kunstlehrer Thomas Reinsch sehr zufrieden ist: „Die Schüler kommen aus dem Wochenende mit sehr vielen Erfahrungen zurück. Es ist gut, einmal über den Tellerrand zu gucken und auf Gleichaltrige mit einer ähnlich starken Affinität zu Kunst und Gestaltung zu treffen.“

Jenny Zittlau (16 Jahre), Aimee Neuhaus (15) und Felix Späder (17) freuen sich auf den Workshop. „Wir wollen uns weiterentwickeln, an neuen Techniken mit Leuten arbeiten, die genauso interessiert sind wie wir“, sagt Jenny Zittlau. Malen war für sie schon als kleines Mädchen eine Ausdrucksform, die sie immerzu genutzt hat. In ihren Bildern zeigt sich die Gesamtheit der Emotionen, aber ebenso die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. Die Schülerin malt mit ihren Fingern, mit Finelinern oder Kreide – getrieben wird sie nur von der Botschaft, die raus muss.

Gespür für Dekoratives

Auch Felix Späder hat schon als kleiner Junge gezeichnet: „Ich male viele Porträts. Es sind immer ausdrucksstarke Augen, die ein Gefühl vermitteln.“ Manchmal hat er die Vorlage für so ein Gesicht im Kopf, manchmal bedient er sich in den Medien. Akribisch arbeitet er an den Gesichtszügen, jedes Detail muss stimmen.

Aimee Neuhaus nutzt in erster Linie ihre Hände, um ihre Kunstwerke zu gestalten. Sie arbeitet mit Kleister, Papier, Farben, schnitzt, faltet: Grenzen sind ihr dabei nicht gesetzt. „Sie hat ein sehr feines Gespür für Präsentation und Dekoratives“, sagt Reinsch, der den drei Schülern wünscht, voller Inspirationen aus Emden zurückzukommen.

 

 

 

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Ihre Arbeiten ähneln sich nicht im geringsten. Aber Felix Späder, Jenny Zittlau und Aimee Neuhaus (von links) nehmen an der Kunstakademie teil. (Foto: Anja Biewald)

 

 

 

 

23. Juni 2015, Weser-Kurier, Die Norddeutsche.

Schüler gewinnen mehr Zeit
 

VON BARBARA WENKE

Im kommenden Schuljahr verabschiedet sich Niedersachsen vom Turbo-Abi nach zwölf Jahren, kurz G8 genannt,und kehrt zum Abitur nach 13 Schuljahren zurück. „Die Rückkehr zum G9 ist für die Schüler ein zeitlicher Gewinn“, urteilt Marianne Weigel. Für die Rektorin des Lemwerderaner Gymnasiums und ihre Kollegen bedeutet die Umstellung allerdings zusätzliche Arbeit.

Die Rückkehr zum G9 bezieht sich auf den jetzigen siebten und alle jüngeren Jahrgänge. Die höheren Jahrgänge werden ihren Weg zum Abitur weiterhin in der verkürzten Zeit zurücklegen. Die Jugendlichen, die im kommenden Schuljahr dem neunten oder zehnten Jahrgang des Lemwerderaner Mittelstufen-Gymnasiums angehören, werden weiterhin Pflichtunterricht am Nachmittag besuchen müssen.

Einen deutlichen Zeitgewinn sagt Marianne Weigel den angehenden Achtklässlern voraus. Der achte Jahrgang habe zukünftig nur noch 30 statt 33 Wochenstunden zu absolvieren. „Die werden die zeitliche Entlastung spüren“, ist sich Marianne Weigel sicher. Sie hofft, dass die Schüler die Erleichterung nutzen, und verstärkt an den nachmittäglichen Arbeitsgruppen der Ganztagsschule teilnehmen. „Die Fünft- und Sechstklässler nutzen die AGs gut“, bilanziert Weigel die vergangenen Jahre. „Bei den höheren Jahrgängen nimmt die Nachfrage dann stark ab.“ Einen Vorwurf macht die Schulleiterin ihren Schülern nicht. Sie kann die Entscheidung sogar nachvollziehen. „Die Jahrgänge acht, neun und zehn haben eine 33- beziehungsweise 34-Stunden-Woche. Die haben an zwei Nachmittagen pro Woche Pflichtunterricht. Da überlegt man sich bewusst, ob man noch einen Nachmittag mehr in der Schule bleibt.“

Ab dem kommenden Schuljahr möchte das Gymnasium Lemwerder den verpflichtenden Unterricht möglichst vom Nachmittag fernhalten. „Wir versuchen, den Unterricht weitgehend auf den Vormittag zu konzentrieren“, blickt Marianne Weigel voraus. Hundertprozentig werde sich das aber nicht organisieren lassen.

Was als Zeitgewinn für die Schüler daherkommt, bedeutet für die Lehrer eine höhere Arbeitsbelastung. Für alle Fächer müssen die Lehrpläne neu gestaltet werden. „Es wandern Themen in höhere Jahrgänge, sodass man in den Klassen fünf bis zehn etwas mehr Platz kriegt“, freut sich Marianne Weigel, dass der Lehrplan ein wenig entzerrt wird. Einem festen System scheinen die Verschiebungen dabei allerdings nicht zu folgen. „Ein Teil von dem, was jetzt in Klasse 10 unterrichtet wird, wandert in Klasse 11.“ Es gebe aber auch Fächer, die ihre Inhalte in die andere Richtung weitergäben. „In Erdkunde wird Stoff nach unten geschoben“, hat die Schulleiterin den neuen Kerncurricula entnommen. „Vulkanismus wird demnächst nicht mehr im achten sondern schon im sechsten Jahrgang behandelt. Da muss man das Thema wieder an das Alter der Kinder anpassen.“

Im Fach Geschichte müssten die Schüler bis zum Ende des zehnten Jahrgangs gar die gleiche Stoffmenge bearbeiten wie bislang – allerdings in weniger Zeit, da das Fach bis zum Ende der Mittelstufe nur noch in neun statt in elf Wochenstunden unterrichtet wird. „Das ist eine Verdichtung“, blickt Marianne Weigel voraus. Auf eine Stundeneinsparung laufe es dennoch nicht hinaus. Die zwei fehlenden Wochenstunden werden in Klasse elf nachgeschoben. Weigel: „Es ist kein Fach dabei, das bis Ende der elften Klasse Stunden verliert.“

Grundsätzlich passe die Stoffverteilung des G 9 besser zum Reifegrad der Schüler, ist die Rektorin überzeugt. Nach Einschätzung des Lemwerderaner Kollegiums gehören mathematische Aufgaben zu linearen Funktionen oder die Lektüre eines Literaturklassikers wie Gotthold Ephraim Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti“ in die Oberstufe, nicht in die Mittelstufe.

Mit dem Urteil des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, wonach die von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt verfügte Mehrarbeit für Gymnasiallehrer rechtswidrig ist, kommt weitere Zusatzarbeit auf Rektorin Marianne Weigel zu. Sie ist allerdings zuversichtlich, die wegfallenden Stunden ausgleichen zu können. Einige Teilzeitkräfte hätten bereits eine Erhöhung ihrer Arbeitszeit angekündigt. Außerdem werde aller Voraussicht nach eine Klasse des heutigen sechsten Jahrgangs wegfallen, sodass weniger Lehrerstunden benötigt werden.

Als Folge des Oberverwaltungsgerichtsurteils werde im Lehrerzimmer seit einigen Tagen wieder über Klassenfahrten und Tagesausflüge diskutiert, teilt Personalrätin Kirsten Biermann auf Nachfrage mit. Aus den Gesprächen habe sie herausgehört, „dass die Kollegen gerne auf Klassenfahrt fahren. Schließlich sind diese pädagogisch sinnvoll, sonst hätten wir das vorher auch nicht gemacht“. Im Schuljahr 2014 / 2015 hatte das Gymnasium seinen Fünftklässlern Projekttage anstelle einer Klassenfahrt angeboten.

Neben den Klassenfahrten waren mehrstündige Exkursionen weggefallen. Ein Zurück zum alten Fahrtenplan wird es allerdings nicht geben. Aufgrund der Verschiebung der Unterrichtsinhalte in den einzelnen Klassenstufen werden sich die Lehrkräfte des Gymnasiums nun darüber unterhalten, welcher Jahrgang welche Exkursion vornehmen soll.

 

 

 

 

 

 

18. Juni 2015, NWZ-Online.

Seit zehn Jahren in der Erfolgsspur
Gymnasium Lemwerder feiert Geburtstag - Zahlreiche Aktionen
 

 

Mit 100 Schülern, vier Klassen und 15 Lehrkräften startete im August 2005 das Sekundarstufe-I-Gymnasium Lemwerder seinen Betrieb. Möbel für die Schulverwaltung waren noch nicht da, eine Sekretärin fehlte und in einem provisorisch eingerichteten Büro tütete die Schulleiterin persönlich Briefe ein. Doch seither ist viel geschehen. Das Gymnasium ist gewachsen, es hat sich entwickelt und etabliert.

Fünf Abschlussjahrgänge

„Fünf Abschlussjahrgänge haben inzwischen unser Gymnasium verlassen“, sagt die Schulleiterin Marianne Weigel . „Die meisten von ihnen sind in Delmenhorst und Brake in die Qualifikationsphase für das Abitur eingetreten, drei Jahrgänge haben das Abitur dort bereits erfolgreich hinter sich gebracht, der diesjährige Abiturjahrgang wartet noch auf seine Noten“, so Weigel. Die Schule kooperiere mit den ansässigen Grundschulen und den Gymnasien in Delmenhorst und Brake, um die Übergänge für die Schüler problemlos zu gestalten.150618Jubiläum

Persönlich sei die Atmosphäre, das Lernklima entspannt, das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern vertrauensvoll und das Gebäude hell und modern, so die Schulleiterin. Letzteres war nicht immer so: Ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Gymnasiums gab es Asbestfunde in den Deckenplatten des Gebäudes. Von heute auf morgen stand die Schule ohne Gebäude da. Eineinhalb Jahre lang ersetzten Container die Klassenräume, die Hausmeisterwohnung wurde zum Sitz der Schulleitung und des Lehrerzimmers.

Kurz nach Öffnung des Gymnasiums hatte sich auch ein Förderverein gegründet, der seither ein wichtiger Bestandteil des Schullebens ist.

Im Leitbild des Gymnasiums sind drei Säulen der Ausbildung verankert: „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht eine fundierte fachliche, methodische und soziale Ausbildung unserer Schüler“, erklärt die Schulleiterin.

Neben dem Kollegium unterstützen auch Kooperationen mit Betrieben, mit außerschulischen Experten und außerschulischen Lernorten die fachliche Ausbildung der Schüler.

Mit Blick auf den runden Geburtstag wird es im kommenden Schuljahr verschiedene Veranstaltungen geben: Bereits im September wird die gesamte Schulgemeinde einen gemeinsamen Tagesausflug auf die Insel Langeoog unternehmen.

Ehemaligentreffen

Über das ganze Schuljahr verteilt wird es zudem unterschiedliche kulturelle Schulveranstaltungen geben – darunter einen Kulturabend, Theaterabend, Musik-/ Kunstabend und einen Tag der offenen Tür. Geplant ist darüber hinaus, Professoren und andere Experten für Vorträge und Projekte an das Gymnasium zu holen.

Ein Treffen von ehemaligen Schülerinnen und Schülern findet im Februar statt. Vielfältige AG-Angebote und eine Projektwoche werden organisiert. Das soziale Engagement der Schule inklusive eines Sponsorenlaufes sollen das Jahr abrunden.

Schulleiterin Marianne Weigel blickt erwartungsvoll auf das kommende Schuljahr: „Die Vorbereitungen sind in vollem Gange und wir freuen uns schon sehr darauf, nach den Ferien mit all unseren Schülern und den zukünftigen Fünftklässlern das Jubiläumsjahr begehen zu können.“

 

 

 

 

 

 

16. Juni 2015, Weser-Kurier, Die Norddeutsche.

“Hohes Potential an Kreativität”
Kultusministerium lädt drei Lemwerderaner Gymnasiasten zur Begabungsförderung in die Kunsthalle Emden ein

 

VON BARBARA WENKE

Das Gymnasium Lemwerder scheint ein idealer Nährboden für junge Künstler zu sein. Das niedersächsische Kultusministerium hat gleich drei Schülerinnen und Schüler des noch jungen Gymnasiums zu seiner zehnten Begabungsförderung in die Malschule der Kunsthalle Emden eingeladen. Aimee Neuhaus, Felix Späder und Jenny Zittlau werden von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Juli, die Chance erhalten, zum Thema „Künstlerbücher – Kunst in Buchform“ zu arbeiten. „Die Sonderbegabung Kunst taucht bei uns in jedem Jahrgang auf“, stellt Thomas Reinsch, Kunstlehrer und stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Lemwerder erfreut fest. „Wir haben ein ganz hohes Potenzial an Kreativität.“

Gemeinsam mit seiner Fachkollegin Melanie Molthahn hatte Reinsch Aimee Neuhaus, Felix Späder und Jenny Zittlau aufgefordert, sich um die Begabungsförderung zu bewerben. Thomas Reinsch: „Vor drei Jahren haben schon zwei unserer Schüler an der Aktion teilgenommen. Die haben dadurch einen ziemlichen Schub bekommen.“ Gleiches erwarte er von den drei jetzt Auserwählten, die laut Reinsch künstlerisch sehr selbstständig arbeiten und eine hohe Eigenmotivation aufweisen.

Die Begabtenförderung in der Malschule der Kunsthalle Emden sei eine tolle Gelegenheit, „Erfahrung zu sammeln und etwas Neues kennenzulernen“ freut sich Neuntklässlerin Aimee Neuhaus auf das erste Wochenende im Juli. Dass das Thema „Künstlerbücher“ lautet, freut die 15-Jährige besonders. Arbeitet sie doch grundsätzlich am liebsten gegenständlich. So hat Aimee Neuhaus bereits mit ihrer Bewerbung von ihr gestaltete Bücher eingereicht. Zehntklässlerin Jenny Zittlau greift lieber zum Bleistift und zeichnet Porträts. Die Gesichter denkt sie sich dabei selbst aus. Selbst an Aktbildern hat sich die 16-Jährige bereits versucht. Im Gegensatz zu Aimee Neuhaus, die beruflich „in eine komplett andere Richtung“ gehen möchte, kann Jenny Zittlau sich vorstellen, einen künstlerischen Weg einzuschlagen. Ihr Berufswunsch sei, Kunsttherapeutin zu werden, erzählt die Zehntklässlerin. Jetzt freut sie sich aber erst einmal darauf, andere kunstversierte Jugendliche kennenzulernen und die eine oder andere neue Technik ausprobieren zu können. Über ihren Klassenkameraden Felix Späder urteilt Jenny Zittlau: „Felix malt voll krass, voll realistisch.“ Fixpunkte seiner Porträts sind stets die ausdrucksstarken Augen der Dargestellten. Zwei Jahre Schulzeit liegen noch vor dem 17-Jährigen. Dann hofft er, „irgendetwas mit Kunst“ studieren zu können. Gerne würde er in den Designerbereich einsteigen. Genaueres weiß er noch nicht, nur so viel: Modedesign wird es nicht sein.

„Kunstaffine Jugendliche, die sich auch in ihrer Freizeit mit Kunst beschäftigen“, seien die Zielgruppe Begabungsförderung, erläutert Engelbert Sommer das Grundgerüst der Begabungsförderung. Der Leiter der Malschule an der Kunsthalle Emden hat Ahlrich van Ohlen für die dreitägige Aktion gewinnen können. Der Künstler aus Rastede wird mit den insgesamt 15 Teilnehmern zu Beginn ihrer gemeinsamen Arbeit eine Ausstellung in der Kunsthalle besichtigen. „Die Jugendlichen werden sich davon inspirieren lassen“, ist Engelbert Sommer überzeugt. Die Produkte ihrer Kreativität werden am Sonntag, 5. Juli, in Emden zu sehen sein. 150611JennyEmdenBild4a_1

Kunstakademie für besondere Talente.

In Kooperation mit der Kunsthalle Emden und der Landesschulbehörde bietet das niedersächsische Kultusministerium im Rahmen der Begabungsförderung Kunstakademien für besonders talentierte Schülerinnen und Schüler an. Diese finden an einem Wochenende an außerschulischen Lernorten statt und ermöglichen den interessierten Jugendlichen eine intensive und konzentrierte Auseinandersetzung mit einer praktischen Themenstellung unter professioneller Anleitung. Angesprochen sind Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufe der Gymnasien, Gesamtschulen und Waldorfschulen aus dem Weser-Ems-Gebiet. Die zehnte Auflage der Begabungsförderung in der Kunsthalle Emden hat das Thema „Künstlerbücher – Kunst in Buchform“. Sie findet vom 3. bis zum 5. Juli in der Malschule der Kunsthalle Emden statt. Enden wird die zehnte Begabungsförderung mit einer kleinen
Ausstellung am Sonntagnachmittag. (Foto: Wenke. Jenny Zittlau zeichnet am liebsten Porträts.)

 

 

 

 

 

 

23. Mai 2015, NWZ-Online.

Nur gemeinsam sind sie stark
Soziales Lernen steht bei Projektgen der Fünftklässler im Vordergrund
Die Schüler sollen sich gegenseitig unterstützen. Dadurch werden Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl gestärkt.

 

VON TORSTEN WEWER

“Ich trau mich nicht”, sagt Long (11). “Mir ist so schwindelig”. Aber  Malwin (11) ist zur Stelle: ”Ich halte dich fest”, sagt er zu seinem  Klassenkameraden und legt seine Hände an Arm und Hals von Long, um  diesen sicher führen zu können. Denn Long hat eine Augenbinde um, er  muss sich buchstäblich blind darauf verlassen können, dass Malwin in  schon ans rettende Ufer bringen wird.

Malwin und Long aus der Klasse 5b des Gymnasiums Lemwerder sind mit ihren 25 Klassenkameraden und ihren Klassenlehrern Beate Meents und Elmar Bastin am Freitagmorgen auf den Sportplatz gegangen. Verteilt auf 10, jeweils  nur 50 mal 50 Zentimeter große Teppichfliesen, müssen die Schüler eine  Distanz von 25 Metern überwinden. Dabei dürfen sie den Rasen nicht  berühren, sondern nur auf den Fliesen stehen bleiben.

”Flussüberquerung” nennt sich dieses Spiel, das aus dem  Trainingsprogramm ”Lions Quest” stammt. Mit Hilfe dieses Konzepts werden speziell bei 10 bis 14-Jährigen die sozialen Kompetenzen gestärkt.  Diese imaginäre Flussüberquerung beispielsweise gelingt nur, wenn alle  Schüler aufeinander achten, die Fliesen rechtzeitig weiterreichen und  zudem jene Klassenkameraden besonders unterstützen, die durch die  Augenbinde nichts mehr sehen können.

”Das ist unheimlich schwierig”, erklärt Beate Meents. ”Die  Schüler müssen unheimlich viel miteinander reden und sie müssen sehr  viel koordinieren.” Vier Versuche haben sie bisher gebraucht, aber noch  ist das Ziel nicht erreicht.

Das pädagogische Ziel dahinter aber lernen die Schüler  eher nebenbei: sich als Gemeinschaft zu begreifen, sich gegenseitig zu  helfen und zu unterstützen.

Zwei Tage lang werden diese sozialen Kompetenzen auf spielerische Weise verstärkt.

Während die Schüler der 5b noch draußen in Bewegung sind, sitzen die ebenfalls 27 Schüler der 5a mit ihren Lehrern Oliver Meyer und Kirstin Dybicki  in ihrem Klassenraum und erstellen eine Collage zum Thema ”Mein  Erfolgsbild”. Die Kinder dokumentieren damit, was sie gut können (zum  Beispiel Vokabeln lernen) oder wofür sie Verantwortung übernehmen (etwa  auf die kleine Schwester aufpasse). Damit sollen Selbstvertrauen und  das Selbstwertgefühl gestärkt werden, erklärt Oliver Meyer.

An zwei Projekttagen im November ging es bereits um Methodentraining und die Bestimmung des Lerntyps.

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25. Februar 2015, Nordwest-Zeitung.

Schülerzeitung ganz ohne Papier
Elf Fünft- und Sechsklässler schildern ihren Schulalltag online
Die Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft werden auf der Internetseite des Gymnasiums veröffentlicht.
Die Redaktion trifft sich alle 14 Tage.

 

VON LARS PUCHLER

Pünktlich um 13.40 Uhr eröffnet Achim Schönwald die Redaktionskonferenz: Zügig sind die Themen für die kommende Woche besprochen und die Kontakte zu den Interviewpartnern geknüpft. Nur sind die Personen am Tisch keine Mitarbeiter einer Zeitung, sondern Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Lemwerder. Die Fünft- und Sechstklässler berichten in der Schülerzeitungs-Arbeitsgemeinschaft „Tintenklex“ über ihren Schulalltag.

Ins Leben gerufen hat das Projekt Deutsch- und Englischlehrer Achim Schönwald. Früher habe es bereits eine Schülerzeitung gegeben. „Das Projekt ist aber wieder eingeschlafen“, erklärt Schönwald, der selbst als freiberuflicher Journalist tätig war. Seit dem vergangenen Halbjahr ist jedoch wieder Leben in die Redaktion gekommen. Doch nicht nur das Redaktionsteam, sondern auch die Art, in der die Ergebnisse präsentiert werden, hat  sich geändert. Auf der Internetseite des Gymnasiums können die Berichte der Nachwuchsjournalisten nachgelesen werden. Und die Ergebnisse kö150225SZNWZnnen sich sehen lassen: Interviews mit Austauschschülern, der Weg zum Streitschlichter, aber auch Geschichten, die die privaten Seiten der Lehrer zeigen, stehen bereits auf der Internetseite parat.

„Man erfährt viel aus dem Schulumfeld, das man vorher nicht wusste“, sagt Janka Schmidt während sie an einem Text über den stellvertretenden Schulleiter Thomas Reinsch schreibt. Zum Journalismus sei sie über ihre Schwester gekommen, die selbst als Redakteurin arbeitet. Etwas  herauszufinden und es selbst zu schreiben, sei das beste an der AG-Arbeit. Klaas Warnken arbeitet derzeit an einem anderen Projekt. Er recherchiert im Computerraum der Schule über das Videospiel „Minecraft“. Über das Fotografieren ist er auf die Schülerzeitung gestoßen und möchte nun dabei bleiben. „Da ich gerne Minecraft spiele, möchte ich anderen auch etwas dazu zeigen“, sagt Klaas Warnken.

Alle zwei Wochen treffen sich die Schüler, um an ihren Texten zu schreiben. Nachdem bei den ersten Treffen die Grundlagen besprochen wurden, sollen die Schüler in Zukunft viel ausprobieren können. „Learning by doing“, lautet Schönwalds Marschroute: „Ich gebe ihnen ein paar Grundlagen, wie den richtigen Aufbau eines Textes oder die richtige Organisation der Arbeitsschritte, an die Hand. Den Rest machen die Schüler selbst.“ Bisher mit Erfolg: Mehr als zehn fertige Texte können bereits online gelesen werden.

 

 

 

 

 

 

25. Februar 2015, Nordwestzeitung.

Erster Einblick in Gymnasium-Alltag
Tag der Offenen Tür - Schüler stellen verschiedene Fächer vor - Leiterin hofft auf Zweizügigkeit
36 Viertklässler hatten sich angemeldet. Schulleiterin Marianne Weigel zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden.

 

 

VON GABRIELE BODE

Um künftigen Fünftklässlern die Schulwahl zu erleichtern, lud das Gymnasium Lemwerder auch in diesem Jahr wieder zum Tag der Offenen Tür ein. Während für die Viertklässler der Einblick in den Gymnasiums-Alltag mit Probestunden in Französisch, Latein oder Physik begann, gab es für die Eltern Informationen zu den Fremdsprachen. 36 Kinder hatten sich dazu angemeldet, so dass Schulleiterin Marianne Weigel zuversichtlich ist, wieder zweizügig ins neue Schuljahr starten zu können. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Landrat Dieter Kohlmann begrüßte sie die Gäste.

Obwohl man damals nicht erwartet habe, dass sich das Gymnasium so gut entwickeln würde, sei man nun sehr froh, sich dafür entschieden zu haben. Sehr gut eingespielt seien Lehrbetrieb und Zusammenhalt der Schule, bei dem allein schon die kurzen Wege für die Schüler von großem Vorteil seien, lobte Kohlmann.

Einen Einblick ins Schulleben gab es nach einem Auftritt der Schulband. In der Aula konnten nicht nur Leckereien des Fördervereins genossen oder am Glücksrad gedreht werden, sondern die Zehntklässler begeisterten zudem beim Kastenturnen.

Fünftklässler führten die Besucher durch das Gebäude. So etwas brauchte Mara nicht, denn sie genoss mit ihrer großen Schwester Lene, die die neunte Klasse der Schule besucht, ihre persönliche Führung. Besonders die „English Games“, die Lehrer Achim Schönwald mit den sechsten Klassen anbot, hatten es der Grundschülerin angetan. Fantasievoll waren die Objekte, die bei einem Klassenprojekt zum Thema „Wasser“ im fünften Jahrgang bei Kirstin Dybicki entstanden waren.

Dank der Kooperation mit der Berner Musikschule, gibt es am Gymnasium seit vergangenem Jahr Keyboard-Unterricht, der gut angenommen wird. Um in der Schulband mitmachen zu dürfen, sollte ein Instrument oder Gesang sicher beherrscht werden, erklärte das jüngste Bandmitglied Jenna.

Ein beliebter Anziehungspunkt war wieder der Naturwissenschaftsraum, in dem Dr. Heiko Gawronski und Wolgang Totz mit allerlei spannenden Aufbauten einen Einblick in die Lehrpläne von Physik oder Biologie gaben. Im Kunstraum galt es „putzige Schwammwesen“ zu kreieren. Lesezeichen zur Lektüre konnte man sich in der Bücherei basteln, eine Buttonwerkstatt lockte in den Raum der 7a. Von der Mathewerkstatt, über das Französisch-Quiz bis hin zu „Ludi Romani“ von den Lateinern gab es einen ganzen Vormittag lang viel zu entdecken.

 
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Konnten den Gymnasium-Alltag probeweise erleben: die Viertklässler.  Foto: Gabriele Bode.

 

 

 

 

 

 

 

23. Januar 2015, Die Norddeutsche.

Schüler gehen konstruktiv mit Konflikten um

 

VON BARBARA WENKE

Wo mehrere Menschen zusammenkommen, gibt es Konflikte. Das ist in einer Schule nicht anders als in der Familie, im Betrieb oder im Freundeskreis. Deshalb bietet das Gymnasium Lemwerder eine Streitschlichter-Arbeitsgemeinschaft an. „Ziel ist es, dass die Schüler von sich aus konstruktiv mit Konflikten umgehen und auf diese Weise zu einem positiven Schulklima beitragen“, erklärt Pädagogin Kathrin Kittel, die die Arbeitsgemeinschaft mit Heiko Gawronski leitet.

Neun Schülerinnen und ein Schüler des achten und neunten Jahrgangs haben jetzt an der Ausbildung teilgenommen. Am Donnerstagmittag erhielten sie im Gymnasium Lemwerder ihre Zertifikate. Den Anfang der Ausbildung machte ein zweitägiges Blockseminar. Dafür blieben die Teilnehmer eigens einen Freitagnachmittag in der Schule. Zudem kamen sie am darauffolgenden Sonnabend wieder. „Da haben wir viel Theorie gemacht“, erinnert sich Sina Menkens. Anschließend trafen sich die angehenden Streitschlichter jede zweite Woche am Donnerstagnachmittag wieder, um ihre Rolle als Streitschlichter in diversen Rollenspielen zu üben. Die Konflikte entwickeln sich aber nicht unbedingt nur auf dem Pausenhof, sondern werden auch von außen in die Schule getragen. Sina Menkens nennt ein Beispiel: Person A borgt sich von Person B eine CD. Bei der Rückgabe ist die CD defekt. A behauptet, sie bereits im kaputten Zustand erhalten zu haben. B entgegnet, dass nur A sie zerstört haben könne.

„Ganz wichtig ist, dass wir Streitschlichter nicht parteiisch werden“, hat Sina Menkens erfahren. „Eine neue Erfahrung für die meisten Streitschlichter“, stimmt AG-Leiterin Kittel zu. „Im Konfliktfall müssen sie keine Lösung präsentieren.“ Es gehe vielmehr um eine Moderation. „Einigen Schülern fiel es sichtlich schwer, die eigenen Lösungsvorschläge zurückzuhalten beziehungsweise die in den Rollenspielen von den Konfliktparteien gefundenen Lösungen zu akzeptieren“, bilanziert Kathrin Kittel. „Die Streitschlichter reden erst mit den einzelnen Parteien. Dann versuchen sie, dass die zerstrittenen Parteien miteinander reden und schließlich selber Lösungen finden“, beschreibt Sina Menkens die gewünschte Vorgehensweise bei einem Konflikt. Klassenkameradin Melissa Görgülü stellt fest, dass es ihr dank der Ausbildung jetzt wesentlich besser gelingt, sich „in andere Personen hineinzuversetzen“.

Neben dem neu gewonnenen Wissen ging es insbesondere den Neuntklässlern aber um einen weiteren Aspekt, sich ausbilden zu lassen. „Es gibt ein Zertifikat. Und die Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft wird im Zeugnis vermerkt“, stellt Matti Kienast fest. „Das macht einen guten Eindruck bei Bewerbungen.“ Und die stehen für die Neuntklässler gerade auf dem regulären Stundenplan. Für sie gilt derzeit, sich einen Praktikumsplatz zu sichern. Ab dem kommenden Halbjahr werden Melissa Görgülü, Matti Kienast, Mariella Mandurino, Sina Menkens, Aimee Neuhaus, Alina Priesmeyer, Lara Schiefner, Marta Schumm, Sina Stuntebeck und Tessa Treichel das Team der bereits ausgebildeten Streitschlichter verstärken.

 

 

 

 

 

 

24. Januar 2015, Nordwestzeitung.

Schüler lassen Streitereien keine Chance

Jugendliche erhalten Urkunde für erfolgreiche Teilnahme an Arbeitsgemeinschaft.
Jugendliche betätigen sich am Gymnasium als Helfer bei Auseinandersetzungen.
Zwei Lehrer waren für die Schulung verantwortlich.
 

VON CHRISTOPH TAPKE-JOST

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                                           Versuchen die Streitereien zu einem Ende zu bringen: ein halbes Jahr sind Sina Stundebeck (links) und  Matti Kienast dafür
                                           in eine AG gegangen. Auch die restlichen Jugendlichen haben die AG besucht. Bild: Tapke-Jost.

Was tun, wenn sich zwei Schüler auf dem Schulhof anbrüllen, jemand gehänselt wird, oder eine Gruppe auf einen Einzelnen losgeht? Dann sollen die Streitschlichter einwirken. Zehn Mädchen und Jungen am Gymnasium Lemwerder wissen nun, was zu tun ist. Sie haben Urkunden erhalten, die belegen, dass sie an einer AG als Streitschlichter mitgewirkt haben – und diese Eigenschaft können sie nun an der Schule unter Beweis stellen.

Unter der Leitung von Heiko Gawronski und Kathrin Kittel lernten sie, was bei kleineren Streitereien unternommen werden kann. „Ich finde es schön, den anderen Schülern zu helfen“, sagt Alina Priesmeyer. Und Sina Menkens ergänzt: „Auch für spätere Berufswünsche ist diese AG nützlich. Ich möchte die Bescheinigung als Nachweis nutzen, dass ich mich sozial engagiere.“

Eine Erfahrung für die zehn Teilnehmer der AG war es, dass sie keine Lösungen suchen müssen. Vielmehr sollen die Konfliktparteien selbst ihren Streit beenden. Dabei helfen die Schlichter am Rande. „Ziel ist es, dass die Schüler am positiven Klima in der Schule mitwirken“, so die beiden Streitschlichter-Lehrer.

Viel haben die Teilnehmer gelernt. Dabei haben sie sich auch über sich selbst gewundert, unter anderem als sie merkten, dass das Streitschlichten alles andere als einfach ist, obwohl es nur eine Übung in dem Seminar war.

Zu den Aufgaben gehören unter anderem das Analysieren von Konflikten, die Sensibilisierung für schwierige Momente und das Mitwirken an nachgestellten Szenen. „Das fand ich am besten, dass wir kreativ sein konnten“, sagt Sina Menkens.

Neun Schülerinnen und ein Schüler hatten in dem Kursus ihre Fähigkeiten entwickelt. Sogar am Wochenende trafen sich die Teilnehmer. Die neuen Streitschlichter sind Marta Schumm, Sina Menkens, Tessa Teichel, Matti Kienast, Melissa Görgülü, Aimee Neuhaus, Sina Stuntebeck, Lara Schiefner, Mariella Mandurino und Alina Priesmeyer.

 

 

 

 

 

 

09. Dezember 2014, Weserkurier. Die Norddeutsche.

Wer vertritt die Klassenehre?

VON CHRISTIAN PFEIFF

141209vorwettDie alljährliche Teilnahme der sechsten Klassenstufen am bundesweit ausgetragenen Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des deutschen Buchhandels gehört für das Gymnasium Lemwerder zu den Traditionen der ersten Stunde: Bereits seit seiner Gründung im Jahr 2005 zählt das Gymnasium zu den Teilnehmerschulen. Am kommenden Freitag ist es erneut so weit: Der Vorlesechampion der sechsten Klassen wird gekürt.

Wie bei jeder Meisterschaft gibt es im Vorfeld Qualifikationsrunden, die in den vergangenen Wochen klassenintern ausgetragen wurden. So musste sich jeder Sechstklässler auf eine Wettbewerbsteilnahme vorbereiten. Dessen Anforderungen gehen weit über gekonntes Vorlesen hinaus: In der vorgegebenen Wettbewerbszeit von zehn Minuten pro Kandidat sollen die Teilnehmer neben einer dreiminütigen Leseprobe aus einem selbst ausgewählten Buch auch Informationen über den Autoren vortragen. Eine weitere Aufgabe ist es, den Buchinhalt mithilfe eines Requisitenkartons knapp und allgemein verständlich wiederzugeben.

Die Schüler müssen sich also nicht nur auf das Vorlesen vorbereiten – dabei geht es um Aspekte wie Tempo, Sprachfluss und Betonung – sondern auch auf die Präsentation. Im besten Falle gelingt es ihnen, das aus Juroren und Klassenkameraden bestehende Wettbewerbspublikum für das selbst ausgewählte Werk zu begeistern.

Die Deutschstunden der drei sechsten Klassen glichen in den vergangenen Wochen also am ehesten Qualifikationsrunden, bei denen jeder Schüler sowohl Kandidat als auch Juror war: Reihum wurden die vorbereiteten Buchpräsentationen vorgetragen und die zumeist liebe- und fantasievoll gestalteten Bücherkisten gezeigt. Anschließend gaben die Klassenkameraden den Vortragenden sowohl direktes als auch schriftliches Feedback: Jeder Vortrag wurde vom Klassenkollektiv detailliert auf Bewertungsbögen benotet.

Neben Kinderbuchklassikern wie Paul Maars „Sams“ oder „Bibi und Tina“ stehen auch aktuellere Bestseller wie „Harry Potter“ oder „Der goldene Kompass“ beim lesenden Nachwuchs hoch im Kurs. Zumeist fällt die Entscheidung, was gelesen wird, auf Empfehlungen oder Geschenke aus dem Familienkreis hin, wie die Kinder der Klasse 6a verrieten. Bisweilen geben jedoch auch Bücherei-Regale, selten auch Kinoverfilmungen, Entscheidungshilfen für die Auswahl des Lesestoffs.

„Ich habe das Buch in der Bücherei gesehen und es eigentlich nur aufgrund des Titels ausgeliehen“, erzählte Janka Schmidt, die in der Vorrunde das Buch „Jungs sind wie Kaugummi“ von Kerstin Gier vorstellte. Fenja Ibelings entschied sich für das Buch zum gleichnamigen Film „Ostwind“, „weil der so spannend war“. Die Präsentationen im Klassenraum waren nur die erste Vorrunde. Am kommenden Freitag vertreten je zwei Repräsentanten einer Klasse die Mitschüler im Wettbewerb.

 

 

 

 

 

 

28. November 2014, Die Norddeutsche.

Werbung für Frankreich

Kulturinstitut France Mobil zu Gast im Gymnasium Lemwerder
Schüler lernen spielerisch die Sprache

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VON BARBARA WENKE

Gebannt richten sich 29 Augenpaare auf Laura Chavot. Auf ihre Hände. In wenigen Sekunden wird sie eine Karte umdrehen, auf der eine Abbildung zu sehen ist. Welche wird es sein? Sobald sie das Bild gesehen haben, springen zwei zuvor bestimmte Kinder – das eine links der Lehrerin, das andere rechts – auf, stürmen in die Mitte des Raumes und knien nieder, um in einem Stapel kleiner Zettel zu wühlen. Auf einem von ihnen muss der Begriff für das Bild geschrieben stehen. Wer ihn zuerst findet, bekommt einen Punkt für seine Mannschaft.

Das Schwierige an dem Spiel ist, dass die Wörter in französischer Sprache geschrieben sind. Laura Chavot ist Mitglied des rollenden Kulturinstituts France Mobil, das am Donnerstag für einen Vormittag am Gymnasium Lemwerder Station machte.

„Ich war gespannt, was die Lektoren anbieten würden“, berichtet Fachobfrau Annette Ott. Bereits nach dem Unterricht der ersten beiden Jahrgänge zeigte sich die Französischlehrerin begeistert: „Wenn man eine Muttersprachlerin zu Gast hat, ist das eine tolle Möglichkeit, die Schüler für Sprache und Kultur zu begeistern.“

Würfelspiel und Quiz

Auf spielerische Art und Weise hat Lektorin Laura Chavot den Jungen und Mädchen Informationen über Frankreich vermittelt. Die Französischschüler des neunten Jahrgangs mussten auf einer Landkarte, die den Umriss des deutschen Nachbarstaats darstellt, beispielsweise Städtenamen eintragen. Landeskunde ohne zu sprechen. Anschließend war jedoch die Sprache an der Reihe. Jeder Jugendliche musste an die Tafel kommen und zu vorgegebenen Buchstaben Vokabeln finden.

Ruhig wurde es im Klassenraum, als Laura Chavot ein Video abspielte. Anschließend stellte sie den Jugendlichen Fragen zu einem Musikvideo des belgischen Künstlers Stromae. Kommuniziert wurde dabei ausschließlich in französischer Sprache.

Auch die Sechstklässler erhielten eine Unterrichtsstunde Französisch. Das Musikvideo spielte die Lektorin ihnen ebenfalls vor. Statt einer französischen Konversation schloss sich bei ihnen allerdings die Frage an, in welchen Ländern der Erde Französisch die Amtssprache ist. Laura Chavot verstand es, ihre Arbeitsutensilien altersspezifisch einzusetzen.

Begonnen hatten die Sechstklässler mit einem Würfelspiel. Die gewürfelte Zahl gab ihnen vor, welche von sechs Fragen sie zu beantworten hatten. Gespielt wurde so lange, bis jeder Schüler einmal an der Reihe war. Im Unterricht der jüngsten Französischschüler, des sechsten Jahrgangs, legte die Lektorin viel Wert auf die Aussprache. So ließ sie die Schüler beispielsweise solange die Aussprache üben, bis die Kinder zur Vokabel „musique“ nicht mehr Musik sondern „Müsik“ sagten.

Das Programm France Mobil wurde 2002 von der Robert-Bosch-Stiftung und der französischen Botschaft in Berlin ins Leben gerufen. Seither hat es mit seinen Aktionen bundesweit rund eine Million Schüler erreicht. Am Gymnasium in Lemwerder machte es zum zweiten Mal Station.

 

 

 

 

 

 

 

03. Februar 2014, Pressebericht im Weserkurier, Die Norddeutsche

Götter am Gymnasium

VON CHRISTIAN PFEIFF

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Bild: re (Das Bild entstammt nicht dem Presseartikel der Norddeutschen)

Lemwerder. In der griechischen Mythologie wurde Persephone, Tochter des Zeus und dessen Schwester Demeter, von Hades in die Unterwelt entführt. Da Hades Zeus’ Bruder war, einigten sich beide darauf, dass die schöne Fruchtbarkeitsgöttin nur einen Teil des Jahres als Geliebte des Hades in der sonnenlosen Unterwelt verweilen musste. Hierdurch erklärt sich in der Mythologie die Entstehung der Jahreszeiten: Wenn Persephone den Olymp verließ und in den Hades hinabstieg, begann auf Erden der Winter.
Die Geschichte war Grundlage einer Aufführung, die Fünft- und Sechstklässler aus der Musical-AG jetzt im Gymnasium Lemwerder zeigten. Der Persephone-Mythos hat schon häufig Künstler diverser Sparten inspiriert. Auch der britische Musiklehrer und Komponist Steve Pogson beschäftigte sich mit der Geschichte um Persephone und widmete ihr gemeinsam mit dem Texter George Simmers eine siebenteilige Kantate. Diese benutzen die Schüler nun für ihr Stück. Die zehn Kinder hatten sichtlich Spaß daran, in die Rollen der griechischen Götter zu schlüpfen. Lukas Schröder übernahm als einziges männliches Gruppenmitglied die Rolle des Hades.
Obwohl Musikaufführungen schon lange einen festen Platz im Veranstaltungskalender des Gymnasiums haben, stellte das halbstündige szenische Singspiel das erste Musicalprojekt an der Schule dar. Ein halbes Jahr lang hatten die AG-Mitglieder unter der Leitung von Kirsten Biermann eine Stunde pro Woche die sieben Teile der klanglich einem Musical nicht unähnlichen Kantate geprobt.
„Es war zunächst ein Experiment“, erläuterte die Latein- und Musiklehrerin. Biermann initiierte die Musical-AG und wählte auch das Stück aus. Neben der Lust an der Musik stand für die jungen Akteure sowohl während der Proben als auch bei den beiden Aufführungen der Spaß ganz offenbar im Vordergrund. Vor allem gab es zahlreiche Gelegenheiten zum Naschen: „Immer wenn Frau Biermann unsere Namen verwechselt hat, gab es einen Lolli“, verriet eine junge Sängerin.
Darüber hinaus weckte die Produktion bei den Fünft- und Sechstklässlern die Lust am Theaterspiel. Fast alle sind inzwischen zusätzlich in die Theater-AG der Schule eingetreten.

 

 

 

 

 

 

01. März 2014, Pressebericht in der Nordwestzeitung

Gymnasiasten begeistern Gäste

Musik-AG aus Lemwerder arbeitet griechische Mythologie auf

Die Darsteller hatten viel Gefallen an dem Stück. Die Zuschauer spendeten reichlich Applaus für diese tolle Vorstellung.

Gabriele Bode

140301nwzPersephoneKirsten Biermann begleitete die Kinder der Musical-AG, die griechische Mythologie in Musik verpackten, auf dem Klavier

Bild: Gabriele Bode

Lemwerder Wie viel Spaß griechische Mythologie machen kann, wenn sie musikalisch verpackt auf die Bühne gebracht wird, bewiesen die Fünft- und Sechstklässler des Gymnasiums Lemwerder. Bereits am Tag der offenen Tür begeisterten die Teilnehmer der zu Beginn des Schuljahrs erstmalig angebotenen Musical-AG von Kirsten Biermann mit dem Raub von Demeters Tochter durch den Gott der Unterwelt. Die Göttin Demeter (gespielt von Mailin-Sophie Ruppert), die für die Fruchtbarkeit der Erde zuständig war, ließ dabei nichts unversucht, um ihre geliebte Tochter Persephone (Merle Rehme) aus der dunklen Unterwelt von Hades (Lukas Schröder) zu befreien. Dieser wollte das Herz der schönen Tochter von Zeus und Demeter gewinnen, aber das fehlende Licht konnte trotz der Aufbietung aller möglichen Liebesbeweise die Angebetete nicht umstimmen. Mit dem Kompromiss, jeweils ein halbes Jahr „oben“ bei der Mutter und das andere bei Hades zu verbringen, endete der Mythos in der Pausenhalle des Gymnasiums.

„Die damalige Bevölkerung begründete mit dem Raub der Fruchtbarkeitsgöttin und dem damit einhergehenden fehlenden Sonnenlicht den Wechsel der Jahreszeiten“, erklärte Biermann die für sie perfekte Verbindung der Fächer Musik und Latein.

Das Stück nach einer kindgerechten Bearbeitung von Steve Pogson kam mit seinen eingängigen Melodien aber nicht nur bei den vor Spielfreude nur so strotzenden Darstellern bestens an. Die jungen Spieler einer ganzen Fußballmannschaft spendeten genauso viel Applaus wie Eltern und Mitschüler. Kirsten Siebje gehörte mit ihrer Tochter Marlen und deren Freunden Jayme und Moritz zu den Zuschauern. „Es ist toll zu sehen, was dort auf die Beine gestellt wurde. Auch wenn man kein Kind auf der Bühne hat, sollte man sich so etwas nicht entgehen lassen“, war ihr begeistertes Fazit am Ende der Vorstellung.

Eine Fortsetzung der Musical-AG ist momentan nicht in Planung, so die Musiklehrerin. Jedes Halbjahr gibt es im Rahmen des Ganztagsunterrichts neue Angebote. Eine Theater-AG schließt sich für die Darsteller bei Interesse an.
 

 

 

 

 

 

25. Februar 2014, Pressebericht in der Nordwestzeitung

Schnuppertag
Schüler sprudeln vor Ideen

Viertklässler informieren sich am Gymnasium Lemwerder
Die Schüler des Gymnasiums hatten sich für ihre künftigen Mitschüler ein Programm ausgedacht. Mehr als 50 Schüler besuchten die Schnupperveranstaltung.

Gabriele Bode

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Schnuppertag für neue Fünftklässler am Gymnasium Lemwerder:
Im Naturwissenschaftsraum konnten sie sich unter anderem den Blutdruck messen lassen.

 Bild: Gabriele Bode

Lemwerder Auch in diesem Jahr lud das Gymnasium Lemwerder wieder die Viertklässler der Region zusammen mit ihren Eltern zu einem Schnuppertag ein. Mit Probestunden in Latein, Französisch und Physik, vielen Mitmachangeboten, Ausstellungen, Schulführungen und Elterninformationen zu den Fremdsprachen gab die Schule einen kleinen Einblick in den Unterrichtsalltag.

Während den Kindern die Wahl der zweiten Fremdsprache mit den halbstündigen Schnupperstunden erleichtert oder ein Einblick in das Fach Physik gegeben werden sollte, konnten die Mütter und Väter die Zeit nutzen, um in der Aula Informationen an den aufgestellten Stellwänden zu sammeln oder die Leckereien des Fördervereins zu genießen. Auf der Bühne gab es dort nicht nur die Begrüßung durch die Schulleitung und einen musikalischen Auftakt der Schulband, sondern auch erstmalig von der Musik-AG der Fünft- und Sechstklässler „Persephone“, ein kleines Musical.

Ganz viele spannende Dinge hatten die jüngeren Gymnasiasten sich für die Grundschüler ausgedacht, mit denen sie ihnen den Unterricht an ihrer Schule schmackhaft machen wollten. Der 5. Jahrgang stellte in einem der Klassenräume die Ergebnisse seines Wasserprojekts vor, es gab eine Schnitzeljagd, die „Lateiner“ der 6b lockten mit römischen Spielen, im Kunstraum wurden kreative Buttons hergestellt und die Schüler der 5c sprudelten nur so mit Ideen für die Spiele ihrer Mathewerkstatt über, wie sich ihre Lehrerin Kirstin Dybicki über das Engagement freute.

Besonders viel zu entdecken gab es im Naturwissenschaftsraum. Bei den Siebtklässlern konnte der Blutdruck gemessen und durch verschiedene Brillen geschaut werden, die Drogen- oder Alkoholkonsum simulierten. Neben einer Kiste mit den chemischen Grundelementen wurde gezeigt, wie per Lichtschranke oder Stoppuhr Geschwindigkeiten gemessen werden können. „Mit dem Thema Magnetismus beginnen wir in der 5. Klasse“, erklärte Physiklehrer Dr. Heiko Gawronski.

Carlos hatte seine Wahl bezüglich der Fremdsprache schnell getroffen. Dem Gansper Grundschüler gefällt Französisch besser, weil Latein nirgends gesprochen wird. Niklas undPelle von der Berner Comenius-Schule fiel die Entscheidung dagegen auch nach den Probestunden noch schwer. Aber noch ist Zeit genug, sich in Ruhe Gedanken darüber zu machen.

„Es waren, genau wie 2013, wieder mehr als 50 Grundschüler, die sich im Vorfeld zu den Schnupperstunden angemeldet hatten. Im Gegensatz zum Vorjahr wird es aufgrund der allgemein zurückgehenden Schülerzahlen jedoch dieses Mal wahrscheinlich nur zwei statt drei fünfte Klassen geben“, vermutete der stellvertretende Schulleiter Thomas Reinsch, der sehr zufrieden mit dem allgemeinen Interesse an der Veranstaltung war.
 

 

 

 

 

 

29. Januar 2014, Radio Bremen, Buten und Binnen

„Wir sind die Generation, die noch mit
solchen Zeitzeugen sprechen kann“

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Radio Bremen hat den Besuch der KZ-Überlebenden Aleksandra Borisowa an unserer Schule aufgenommen und in der Vorabendsendung “Buten und Binnen” einen knapp vierminütigen Beitrag ausgestrahlt. Sie finden diesen Beitrag hier.

 

 

 

 

 

 

29. Januar 2014, Pressebericht im Weserkurier, Die Norddeutsche

„Man hat uns angesteckt und geheilt“

Aleksandra Borisowa aus Minsk hat den Holocaust überlebt. Damit dieser Massenmord niemals vergessen wird, berichtet sie Schülern von ihren Erlebnissen. Gestern machte die 78-Jährige am Gymnasium Lemwerder Station, um den Neunt- und Zehntklässlern Rede und Antwort zu stehen.

VON BARBARA WENKE

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Aleksandra Borisowa schildert den Neunt- und Zehntklässlern des Gymnasiums Lemwerder ganz persönliche Erlebnisse aus ihrer Zeit in den Konzentrationslager Majdanek und Auschwitz. FOTO: CHRISTIAN KOSAK

Lemwerder. So leise hat Politiklehrer Arne Warnken seine Zehntklässler selten erlebt. Eine Stunde lang lauschen die Jugendlichen der Seniorin, die vor der Tafel Platz genommen hat. Kein Räuspern, kein Tuscheln stört die Ausführungen – und das, obwohl die weißhaarige Dame Russisch spricht. Begriffe wie Wehrmacht und Faschist stechen heraus. Aleksandra Borisowa aus Minsk, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, stattete dem Gymnasium Lemwerder gestern Vormittag einen Besuch ab, um den Neunt- und Zehntklässlern von ihren Erlebnissen während der Zeit des Nationalsozialismus zu erzählen.
60 Minuten redet die 78-Jährige fast ununterbrochen. Pawel Schwabowitsch übersetzt. 800 000 Juden kommen in Weißrussland, dem „Eingangstor zu Russland“, ums Leben, sagt Aleksandra Borisowa, 100 000 von ihnen im Minsker Getto. Selbst aus Westeuropa wurden Juden in die weißrussische Hauptstadt deportiert. „Der erste Transport aus Deutschland kam aus Bremen“, berichtet sie.
In Minsk spielen sich Tragödien ab, als die deutschen Wehrmachtsangehörigen Häuser durchsuchen, um versteckte Juden aufzustöbern. „Manchmal mussten die Juden ihre Kinder im Keller ersticken, damit die Deutschen nicht hören, wo sie sich verstecken.“ Einige der Schüler schlucken. Aleksandra Borisowa nimmt kein Blatt vor den Mund.
„Es gab auch gütige Menschen“
Nachdem die Zeitzeugin im Partisanenkampf ins Visier der deutschen Besatzer geraten war, wurde sie als kleines Mädchen 1943 gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrem Vater und ihrem jüngsten Bruder nach Majdanek transportiert. Die Verpflegung dort war äußerst knapp. „Es gab nichts zu trinken. Wir haben Wasser aus dem Sumpf getrunken“, übersetzt Schwabowitsch, während Aleksandra Borisowa tief durchatmet. Als die ersten Menschen ansteckende Krankheiten wie Typhus bekamen, trieb die Wehrmacht sie in Gegenden, in denen Rotarmisten vermutet wurden. Im Lager in Majdanek wurde sie von ihrem Vater getrennt. Einmal noch sah das Mädchen ihn aus der Ferne. Danach nie wieder.
Die kleine Aleksandra blieb bei ihrer Mutter, wurde mit ihr gemeinsam nach Auschwitz deportiert, wo an den Lagerinsassen medizinische Versuche vorgenommen wurden. „Man hat uns angesteckt und geheilt.“ Womit, weiß die 78-Jährige bis heute nicht. Als sie einmal krank wurde, schwand ihre Hoffnung. „Kranke kamen eigentlich nie zurück in die Baracke“, berichtet die Zeitzeugin. Sie hatte Glück. Eine polnische Aufseherin gab ihr Medizin. „Ich habe nur überlebt, weil es gütige Menschen gab.“ Selbst unter den Deutschen. Ein Koch habe die Kinder von Zeit zu Zeit in die Küche eingeladen und ihnen Brot zugesteckt. Bei der Erinnerung an den dicken deutschen Soldaten muss Aleksandra Borisowa ein wenig lachen. Mittlerweile spüre sie keinen Hass mehr, erzählt die Seniorin, die ihren Quälern in der ersten Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg „am liebsten die Haare ausgerissen hätte“.
Am 27. Januar 1945 ist sie gerettet worden. Auschwitz wurde befreit. Gemeinsam mit ihrer Mutter kehrte Aleksandra Borisowa in ihr Heimatdorf zurück. Bis auf ihren Vater kamen in den Folgemonaten alle Verwandten zurück.
Welcher Tag der 78-Jährigen ganz besonders in Erinnerung geblieben ist, möchte ein Mädchen wissen. „Besonders der, als Deutsche mit Maschinengewehren in unsere Stube stürmten.“ Ein weiterer schrecklicher Anblick sei ihr in Flammen stehendes Dorf gewesen. Wie sie die Erlebnisse verarbeitet hat, interessiert eine weitere Schülerin. „Die Zeit heilt alle Wunden“, sagt die Zeitzeugin. Groll gegen die Deutschen hege sie nicht mehr. „Ihr seid eine andere Generation.“ Ihr Blick wandert in die Runde. „Uns geht es heute darum, dass wir miteinander kommunizieren, damit sich die Schrecken des Krieges nicht wiederholen.“
Am Gymnasium wird Aleksandra Borisowas Besuch dauerhaft in Erinnerung bleiben. Eine fünfköpfige Schülergruppe hält ihren Bericht in Bild und Ton fest, damit auch spätere Schülergenerationen noch von den Erzählungen profitieren können.

 

 

 

 

 

29. Januar 2014, Pressebericht in der Nordwestzeitung

Geschichte bekommt ein Gesicht

Alexandra Borisova aus Minsk berichtet in Lemwerder über KZ Auschwitz und Majdanek
Schüler aus vier Klassen des Gymnasiums hatten Gelegenheit, mit der Weißrussin zu sprechen. Sie erzählte von ihrem Schicksal.

Anna Maria Weiss

Alexandra Borisova aus Minsk berichtet als Zeitzeugin über die Lagerhaft in Majdanek und Ausschwitz den 9. Klassen des Gymnasiums Lemwerder.

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Bild: Anna Maria Weiss

Lemwerder Sieben Jahre alt war Alexandra Borisova, als deutsche Soldaten der Wehrmacht 1943 das Dorf in Weißrussland überfielen, in dem sie mit ihren Eltern und den beiden älteren Brüdern, damals elf und 16 Jahre alt, lebte. Damit begann für sie der Leidensweg, der sie in Konzentrationslager nach Minsk und später nach Majdanek und Auschwitz brachte und von dem sie am Dienstagvormittag zwei neunten und zwei zehnten Klassen des Gymnasiums Lemwerder erzählte.
Geschichtslehrer Arne Warnken hat das Thema mit den Schülern vorbereitet. Dazu konnten im Unterricht nur überwiegend anonyme Quellen verwendet werden. Ein Zeitzeugenbericht hingegen mache Geschichte real und gebe ihr ein Gesicht, sagt er. Über das internationale Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund sei der Kontakt zu Alexandra Borisova zustande gekommen. Die 78-Jährige erzählt, begleitet von Übersetzer Pawel Schwabowitsch, ihre Geschichte meist an Schulen.
Sie erzählt, wie die Bewohner ihres Dorfes ins Konzentrationslager verschleppt wurden. Nach Minsk, berichtet Alexandra Borisova, seien auch viele Juden aus Norddeutschland, etwa aus Bremen und Hamburg, deportiert worden. „Von ihnen hat keiner überlebt“, sagt sie.
Dass sie die Gräuel in diesen Lagern erfahren muss, sei einzig dem Umstand geschuldet gewesen, dass ihr ältester Bruder sich den weißrussischen Partisanen angeschlossen hatte. „Für die Faschisten waren die Partisanen Verbrecher, für uns waren sie unsere Familien“, sagt die 78-Jährige. Und die Familien der Partisanen werden nach Majdanek und Ausschwitz gebracht – in Güterwagen, so dicht zusammengepfercht, dass man sich nicht setzen kann. Eine Toilette gibt es nicht, nur ein Loch im Waggonboden. Die tagelange Fahrt müssen die Gefangenen ohne Essen und Trinken überstehen, erzählt sie – „Viele haben das nicht überlebt, auch ich wurde krank“, erinnert sie sich.
Lebhaft sind ihre Erinnerungen auch an die Lagerhaft – sie beschreibt die Baracken, die Holzpritschen, das Stroh, auf dem sie schlafen muss. Auch dass die Familie getrennt wird, die Männer von den Frauen und den jüngeren Kindern. Der elfjährige Bruder habe beim Vater bleiben wollen, doch der schickt ihn zur Mutter – da seien die Überlebenschancen größer. Er soll Recht behalten, Alexandra Borisovas Vater wird in Majdanek verbrannt.
Als Borisova und ihre Mutter schließlich nach Auschwitz gebracht werden, denkt sie: „Jetzt sind wir dran“. Sie werden in eine große Baracke gebracht, vorbei an den Orten, wo Menschen hingerichtet werden. „Doch dann wurden wir nur tätowiert“, sagt sie. 77 174 – noch heute sind die Ziffern der Häftlingsnummer auf ihrem Arm zu sehen.
An den 27. Januar 1945, den Tag ihrer Befreiung, erinnert sie sich genau. Auch an den sowjetischen Soldaten, der sie auf dem Arm trägt. Neun Jahre ist sie da alt und ihre Kindheit ist vorbei, antwortet sie auf die Frage eines Schülers. Auch die Nachkriegszeit ist hart für sie, da die Lagerhäftlinge lange als Heimatverräter gelten. Verbittert ist sie heute trotzdem nicht. Sie sagt: „Die Zeit heilt Wunden und der Hass verschwindet.“ Mit ihren Berichten möchte sie helfen, eine Brücke der Freundschaft zu schlagen.
 

 

 

 

 

 

24. Januar 2014, Pressebericht im Weserkurier, Die Norddeutsche

Nachdenken über sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt beginnt nicht erst bei körperlichen Berührungen. Häufig können bereits Worte und Gesten als Übergriff empfunden werden. Um die Schüler des Gymnasiums Lemwerder dafür zu sensibilisieren, veranstalteten der Präventionsbeauftragte des Polizeikommissariats Brake, Jürgen Zimmer, und Susanne Blümer von der Beratungsstelle der Awo Brake einen Präventionstag.

VON CHRISTIAN PFEIFF

140124wkPraeventionGegenSexuelleGewaltKleinNeben der Diskussion und Fallbeispielen zum Thema „Wann beginnt sexuelle Gewalt“, gibt es für die Achtklässler auch praktische Übungen aus dem Vorjahresprojekt „Wir sind stark“. So möchte Jürgen Zimmer, Präventionsbeauftragter der Polizei Brake (Mitte) den Jugendlichen Selbstbewusstsein vermitteln. Sebastian Drees (links) und Fyn-Luca Stehmann stellen allerdings schnell fest, dass diese Übungen gar nicht so einfach sind. Doch der Präventionsbeauftragte leistet gerne Hilfe. CP·FOTO: CHRISTIAN KOSAK

Lemwerder. Wo beginnt sexuelle Gewalt und wie setzt man sich am besten gegen diese zur Wehr? Einen Vormittag lang sinnierten die Achtklässler des Gymnasiums Lemwerder im Rahmen eines Präventionstages im Pfarrsaal der katholischen Gemeinde gemeinsam mit dem Präventionsbeauftragten des Polizeikommissariats Brake, Jürgen Zimmer, sowie Susanne Blümer von der Braker Awo-Beratungsstelle über diese Fragen. Seit drei Jahren zählt die Veranstaltung regelmäßig zu den Lehrinhalten des Gymnasiums. Sie baut thematisch und inhaltlich auf das ebenso regelmäßig mit den siebten Klassen abgehaltene Präventionsseminar „Wir sind stark“ auf.
Einen eindeutigen Punkt, an dem sexuelle Gewalt beginnt, können auch die Fachleute nicht allgemeingültig definieren. „Sexuelle Gewalt beginnt an dem Punkt, an dem es für einen der Beteiligten unangenehm wird, sich dieser peinlich berührt fühlt“, bemüht sich Blümer um eine Erklärung. Dieser Punkt sei vor allem eine Frage des individuellen Empfindens.
Neue Medien wie das Internet trügen mit anonymen Chatrooms und ebenso problem- wie kostenlos verfügbaren pornografischen Inhalten unter Heranwachsenden zu einer Verschiebung des Normalitätsempfindens bei, weiß Zimmer aus seinem Arbeitsalltag. „Manche scheinen wirklich zu denken, dass ihnen solche Filme die Realität zeigen, und erwarten dasselbe von ihren Partnerinnen.“ Die Reaktionen der männlichen Teilnehmer auf entsprechende Fragestellungen fiel jedoch eher zurückhaltend aus: „Vielleicht auch, weil da ein Polizist sitzt, der diese Frage stellt und so etwas in dem Alter ja eigentlich nicht erlaubt ist“, vermutete Zimmer.
In Gruppendiskussionen stellen sich Blümer und Zimmer gemeinsam mit den dreizehn- bis vierzehnjährigen Workshopteilnehmern der achten Klassen verschiedene Situationen vor. Die Schüler sollen sie in Bezug auf sexuelle Gewalt kategorisieren. Der Freund des Vaters, der dessen vierzehnjähriger Tochter beim Tanzen an den Po fasst, der Sportlehrer, der seinen Schülerinnen offenbar zufällig, aber auffällig regelmäßig bei Hilfestellungen an die Brust greift, vermeintlich gleichaltrige Chatpartner, die plötzlich nach Nacktfotos fragen oder welche von sich selbst schicken – der Anteil sexueller Gewalt dieser Situationen wird von den Achtklässlern unterschiedlich bewertet.
Respekt im Umgang ist wichtig
Die Dozenten wollen mit diesen Beispielen die Jugendlichen vor allen Dingen sensibilisieren. Die jungen Menschen sollen ihre eigenen Grenzen kennenlernen, sollen sich aber auch behaupten können – wenn es sein muss mit Nachdruck. „Mit einem gesunden Maß an Selbstbehauptung ist Selbstverteidigung oftmals gar nicht mehr vonnöten“, weiß Zimmer. Ein paar Selbstverteidigungsgrundlagen gibt es dennoch: „Jetzt ballt mal alle eine Faust“, mahnt Zimmer. Dies klingt einfacher als getan: Hier und da muss der Präventionsbeauftragte Hilfestellungen erteilen.
In getrennten Gruppen erarbeiten Mädchen und Jungen Kriterien, wie sie sich Kontaktaufnahmen vom jeweils anderen Geschlecht im Idealfall vorstellen. Die Ergebnisse unterscheiden sich kaum voneinander: Sowohl Mädchen als auch Jungen wünschen sich im Umgang mit dem anderen Geschlecht vor allem Respekt, Offenheit und Ehrlichkeit. Humor ist erlaubt, Beleidigungen und Bedrängungen jedoch vor allem aus Sicht der Mädchen ein Tabu.
Vieles bleibt an diesem Tag allerdings in der Theorie. „Dadurch merken wir auch, dass dieses Thema bei den hiesigen Achtklässlern noch nicht so ganz dran ist“, gibt Blümer mit einem milden Lächeln zu Protokoll. Dennoch registrieren die Schüler nach Auffassung von Klassenlehrer Achim Schönwald die Relevanz des Themas: „Übergriffe dieser Art können jedem im Alltag passieren. Eine Bewusstseinsschaffung für diese Problematik im Rahmen solcher Veranstaltungen ist enorm hilfreich.“
Konkret nachprüfbar sei das laut Zimmer allerdings nicht. So lautet sein Fazit: „Wenn ein Teilnehmer solcher Präventionsworkshops sich an die Inhalte erinnert und in entsprechenden Situationen genau richtig verhält, ist das ein Erfolg.“

 

 

 

 

 

 

24. Januar 2014, Pressebericht in der Nordwestzeitung

Nicht in Opferrolle drängen lassen

Richtiges Verhalten bei sexuellen Übergriffen: Schüler erhalten Tipps von Polizei
Zum dritten Mal fand der Präventionstag statt. Er richtet sich gegen sexuelle Gewalt.

Anna Maria Weiss

„Stopp, bis hierher und nicht weiter“: Beim Präventionstag gegen sexuelle Gewalt am Gymnasium Lemwerder war Selbstbehauptung ein wichtiges Thema.

140124nwzPraeventionGegenSexuelleGewaltBild: Anna Maria Weiss

Lemwerder Ein selbstbewusstes Auftreten, ein Gefühl für die eigenen Grenzen und keine Scheu, andere Menschen um Hilfe zu bitten – so lassen sich sexuelle Übergriffe und Gewalt in den meisten Fällen verhindern. Sie tritt unter Jugendlichen ebenso auf wie in Familien oder durch Fremde. Wie man Selbstbewusstsein lernen kann, wann ein sexueller Übergriff vorliegt und wie man sich dagegen wehrt, lernten am Donnerstag die rund 50 Schüler der beiden achten Klassen des Gymnasiums Lemwerder beim Projekttag gegen sexuelle Gewalt.
Als Coaches waren Jürgen Zimmer, Präventionsbeauftragter der Polizei Brake, und Susanne Blümer, die bei der AWO-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Brake den Schwerpunkt sexuelle Gewalt betreut, gekommen. Sie bemühten sich zunächst, bei den Jugendlichen ein Bewusstsein dafür zu wecken, wo sexuelle Gewalt beginnt. Die Grenzen seien so fließend wie die Wahrnehmung mancher Situationen unterschiedlich, weiß Blümer. „Sexuelle Gewalt fängt da an, wo ich mich selbst in einer Situation unwohl fühle“, sagt sie. Das könne sein, wenn der Vater der Freundin einem Mädchen beim Tanzen die Hand auf den Po lege oder wenn der eigene Vater der Tochter unter dem Nachthemd den Bauch streichle.

Es seien gerade kleine Dinge, die bei den betroffenen Jugendlichen Verwirrung auslösen. Ganz wichtig sei es dann, sich jemandem anzuvertrauen, appelliert Jürgen Zimmer. Man könne sich zum Beispiel an Eltern oder Freunde wenden. „Dazu möchten wir die Jugendlichen ermutigen“, sagt der Präventionsbeauftragte, der bereits zum dritten Mal Schüler der Schule zu diesem Thema informiert. Ist ein Übergriff passiert, müsse der Kreislauf aus Verwirrung und Scham, der oft in Handlungsunfähigkeit ende, schnellstens unterbrochen werden.

Besser noch sollte gelernt werden, selbstbewusst aufzutreten, damit Übergriffe erst gar nicht passierten. „Ein Täter sucht keinen Gegner, sondern Opfer. Wer stark auftritt und sich selbst behauptet, wird für Täter uninteressant“, schärft Zimmer den Mädchen und Jungen ein.

Wie das geht, demonstriert er in einer Übung. „Es ist zum Beispiel gar nicht so leicht, laut und energisch ,Stopp‘ zu rufen. Wird man bedrängt, sollte man dafür sorgen, dass es möglichst viele Menschen mitkriegen“, so Zimmer. Es sei wichtig, dass der Täter sich peinlich berührt fühle und so von allein verschwinde, ergänzt Blümer. Auch einige Tricks und Kniffe zur Selbstverteidigung gibt Zimmer den Schülern mit auf den Weg – für den Fall der Fälle.

 

 

 

 

 

Nordwest Zeitung, 10. Januar 2014
 

Gemeinsam mit Technikern sogar Solarboote gebaut
Energiekonzern unterstützt Physikunterricht am Gymnasium Lemwerder

Gabriele Bode

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Mit Werkzeugen, Materialien und Bauplänen hielten vier Mitarbeiter des Energiekonzerns
EWE Einzug in zwei Klassenräume, um an drei Vormittagen mit den Schülerinnen
und Schülern zu experimentieren.

Bild: Gabriele Bode

Lemwerder Gebohrt, gefräst, geschraubt oder gelötet wird am Gymnasium Lemwerder normalerweise im Physikunterricht nicht. In der 7. Klasse steht dort das Thema „Energie“ in all ihren Formen im Lehrplan. Als ein besonderes Highlight in dieser Unterrichtseinheit hat sich dabei nun schon zum fünften Mal der Besuch des EWE-Mobils bewährt.

Mit Werkzeugen, Materialien und Bauplänen hielten vier Mitarbeiter des Energiekonzerns Einzug in zwei Klassenräume, um an drei Vormittagen mit den Schülerinnen und Schülern gruppenweise verschiedene Windmesser, Solarboote- und mobile oder Kurbelleuchten in ganz unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu bauen. Aus Materialien wie Lochstreifen und Rohrmetern wurden zunächst die benötigten Bauteile an den aufgebauten Werkbänken gefertigt, um anschließend nach Bau- und Schaltplan zusammengefügt zu werden. Viele der Schüler hatten dabei das erste Mal eine Elektrobohrmaschine in der Hand oder eines der anderen bereitgestellten Werkzeuge. „Es ist erstaunlich, wie gut alle ihre Fähigkeiten dabei eingeschätzt haben und toll, wie so bei manchem die Experimentierfreude geweckt wird“, lobte Physiklehrer Heiko Grawonski.

Dass das Projekt den Jugendlichen offenbar viel Freude macht, bewiesen dann die Neunt- und Zehntklässler seiner Informatik-AG, die erstmalig im Rahmen dieser Veranstaltung die Gelegenheit hatten, erneut praktisch tätig zu werden – und zwar freiwillig sowie mit einem wesentlich anspruchsvolleren elektronischen Bauvorhaben. In den Nachmittagsstunden wurden mit Hilfe von EWE-Azubis entwickelter vorgefertigter Mikroprozessoren Roboter gebaut. Nach dem Löten der Platinen oder dem Anbau der beiden Räder sollen die Roboter über zehn verschiedene Modi verfügen, die vom einfachen Geradeausgehen, über die Linierverfolgung, der Hinderniserkennung bis zur Disco- oder Alarmfunktion reichen. Die EWE-Projektbetreuer Karl-Heinz Raczek und Axel Warnken standen den Schülern gemeinsam mit den Auszubildenden Torsten Grün und Katharina Prinz dabei zur Seite. Während Kathrin Prinz noch die einzige weibliche Auszubildende ihres Jahrgangs ist, hält sich das Interesse am Gymnasium mittlerweile fast die Waage. Zwei Mädchen und drei Jungen genossen es mit allen möglichen technischen Geräten die Theorie in die Praxis umzusetzen zu können.

 

 

 

 

 

 

Nordwest Zeitung, 23. Dezember 2013

Lions-Quest
Zweites Qualitätssiegel für Gymnasium

Lemwerderaner Schule hat pädagogisches Konzept im Lehrplan verankert

Elfriede Diers

131223nwzLionsQuestGuetesiegel
Manfred Heuer (rechts) und Dr. Ursula Biermann (links) händigten Oliver Meyer und
Marianne Weigel vom Gymnasium Lemwerder die begehrte Auszeichnung aus.

Bild: Diers

Lemwerder/Sögel  Das Gymnasium Lemwerder wurde im emsländischen Sögel erneut mit dem Qualitätssiegel des Hilfswerks der Deutschen Lions für die besonders erfolgreiche Umsetzung des Lebens-Kompetenzprogramms Lions-Quest „Erwachsen werden“ ausgezeichnet. Jetzt ziert das drei Jahre gültige Zertifikat das Gebäude der Schule bereits zum zweiten Mal.
Der Lions-Quest-Beauftragte des Destrikts 111 Niedersachsen-West Manfred Heuer vom Lions-Club Grafschaft Bentheim konnte zur Zertifikatsübergabe nicht nur die Leiter und Lions-Quest-Beauftragten der einzelnen Schulen begrüßen, sondern auch die Distrikt-Governor Dr. Ursula Biermann (Oldenburg). Lions-Quest (Quest ist Englisch und bedeutet Suche, Streben) gebe es seit fast 30 Jahren als pädagogisches Konzept zur Persönlichkeitsentwicklung Jugendlicher, so Heuer. „Die wissenschaftlich erprobten Methoden werden ständig an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg evaluiert“, betonte der Lions-Quest-Beauftragte. Es ist ein Jugendförderprogramm für zehn bis 14-jährige Mädchen und Jungen.
Damit die Lehrer und Lehrerinnen das Programm im Unterricht umsetzen können, werden sie von speziell ausgebildeten Trainern in Seminaren praxisorientiert ausgebildet, begleitet und fortgebildet. Neben den sozialen Kompetenzen werden durch das Programm „Erwachsen werden“ auch das Selbstvertrauen der Schüler, ihre kommunikativen Fähigkeiten sowie ihre Verarbeitung von Konflikt- und Risikosituationen des täglichen Lebens geschult.
Das Gymnasium Lemwerder hat Lions-Quest inzwischen in seinem Schulprogramm verankert und im Lehrplan festgelegt, in welchen Klassen wann und was von „Erwachsen werden“ im Unterricht umgesetzt wird. Schulleiterin Marianne Weigel erläuterte bei der Zertifikatsübergabe, dass ihre Schule feste Stunden für Lions-Quest in den Klassen 5 bis 7 eingestellt habe. „Wir haben die reguläre Stundentafel dieser Klassen um eine Wochenstunde für das Programm erweitert“, teilte der Lions-Quest-Beauftragte des Gymnasiums Lemwerder, Oliver Meyer, mit. In den Klassen 8 bis 10 sei die Umsetzung des Programms im Fachunterricht angesiedelt.

 

 

 

 

 

 

Die Norddeutsche, 15. Mai 2013

Ganztagsschule bis 15.15 Uhr

Aus der Zeitung hatte die Lemwerderaner Schulleitung Ende April erfahren, dass ihr Gymnasium zum Sommer 2013 Ganztagsschule wird. Überrascht hat sie die Neuerung allerdings nicht. Haben die Verantwortlichen doch seit Anfang vergangenen Jahres Lehrkräfte, Schüler und Eltern ins Boot geholt und ein umfangreiches Konzept erarbeitet.

VON BARBARA WENKE

130515wkGanztagsbetriebLemwerder. „Wir sind zurzeit in der etwas kuriosen Situation, dass Sie und auch wir zunächst der Homepage des Kultusministeriums und auch aus der Presse entnehmen konnten, dass unser Gymnasium ab August 2013 Ganztagsschule wird“, schrieb Schulleiterin Marianne Weigel Anfang Mai in einem Brief an die Eltern. Am Dienstagvormittag lud sie zu einem Pressegespräch ein, um die auf die Schüler zukommenden Neuerungen publik zu machen.
„Es wird sich nicht so ganz viel ändern“, konstatiert die Schulleiterin zu Beginn des Gesprächs. Immerhin biete das Gymnasium seit seiner Gründung im Jahr 2005 „ein breit gefächertes Angebot im Nachmittagsbereich an“. So stecken die Neuerungen dann auch im Detail.
Ab August soll den fünften Klassen erstmals ein Jahrgangsprojekt angeboten werden. „Wir erhoffen uns, dass die Schüler sehr viel schneller zu einer Klassengemeinschaft zusammenfinden“, begründet Thomas Reinsch. Für die erste Auflage des Jahrgangsprojektes habe sich das verantwortliche Lehrerteam auf das Thema Wasser geeinigt. „Wasser ist Lebensader und Energielieferant. Man kann mit den Kindern rausgehen und Kleinstlebewesen untersuchen“, blickt Reinsch in eine vielfältige Zukunft. In jedem Fall ließen sich in das Thema Wasser „ganz viele Fächer integrieren“. Zudem werde das Lernen sehr viel experimenteller ablaufen. „Da wird sich im Laufe des Unterrichts viel entwickeln“, prophezeit Schulleiterin Marianne Weigel.
Zeit für Hausaufgaben
Das Nachmittagsangebot wird ab dem kommenden Schuljahr leicht modifiziert. So beträgt die Mittagspause ab August 40 Minuten. Daran schließt sich eine 90-minütige Lern- und Arbeitszeit an, deren erstes Drittel den Hausaufgaben vorbehalten ist. „Wir sind gespannt, wie sich das auf die Annahme der Wahlangebote auswirkt“, sagt Anne Ahrens-Verbeek, die den Wahlbereich im Ganztagsbetrieb des Gymnasiums organisiert. Neu ist, dass die Schule den Jugendlichen fortan an vier statt an zwei Nachmittagen Wahlangebote unterbreiten wird.
„Wir versuchen, die Neigungen der Schüler zu befriedigen“, betont Anne Ahrens-Verbeek. Sport, Musik und Theater haben in der Vergangenheit im Fokus gestanden. Die musischen AGs präsentieren ihre Ergebnisse stets beim Kulturabend des Gymnasiums. Fortan wird es nach dem Mittagstisch aber auch Förder- und Forderangebote geben. So rutscht die Begabtenförderung der Bildungseinrichtung ebenso wie die Förderkurse auf den Donnerstagnachmittag.
Die Ausweitung der Nachmittagsangebote ist mit den Wünschen der Schüler einher gegangen. „Wir haben eine Umfrage gemacht“, blickt Marianne Weigel zurück. Dabei sei herausgekommen, dass die Schüler prinzipiell für die Ausweitung waren. „Sie haben aber auch ganz klar gesagt, dass sie keinen ganz langen Schultag haben wollen.“ So endet die achte Stunde am Gymnasium Lemwerder um 15.15 Uhr.
Durch die Verkürzung der Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre ist jedoch nicht jeder Nachmittagsunterricht freiwillig. Bis zum Ende der zehnten Klasse müssen die Schüler bei 34 Pflichtwochenstunden angekommen sein. Während die Fünftklässler ihre Pflichtfächer noch am Vormittag unterbekommen, steht für die Sechstklässler bereits am Dienstagnachmittag Pflichtunterricht auf dem Programm. Für den siebten und achten Jahrgang heißt es in jedem Fall montags und mittwochs nach der Mittagspause in den Räumen des Gymnasiums weiter zu büffeln.

 

 

 

 

 

Nordwest Zeitung, 14. Mai 2013

GANZTAGSSCHULE

Wahlbereich wird ausgebaut
Gymnasium Lemwerder fordert und fördert weiter intensiv

Die Vormittage sind in allen Klassen mit den Pflichtstunden belegt. Nachmittags stehen die Angebote aus den Wahlbereichen im Vordergrund.

Fried-Michael Carl

130514nwzGanztagsbetrieb
Ab dem kommenden Schuljahr ist das Gymnasium Lemwerder eine Ganztagsschule.

LEMWERDER Die Persönlichkeit der Schüler wird am Gymnasium Lemwerder schon seit Jahren gestärkt und gefördert, auf die individuellen Fähigkeiten der Heranwachsenden gezielt eingegangen. Ab dem kommenden Schuljahr kann das Leitbild einer ganzheitlichen Persönlichkeits- und Lernentwicklung noch stärker betont werden. Ab dann ist die Schule von der Landesregierung als offene Ganztagsschule eingestuft worden.

„Damit hat sich unsere Arbeit gelohnt“, betont Schulleiterin Marianne Weigel. In enger Abstimmung mit dem Schulträger Landkreis Wesermarsch, der Schulbehörde und den innerschulischen Gremien hatten die Verantwortlichen den Antrag vor Monaten auf den Weg gebracht, Ende April hatte die neue Landesregierung dem Antrag zugestimmt und etwas später die Schule informiert. Bisher waren mit der Ernennung zur Ganztagsschule mehr Lehrerstunden und ein größeres Budget verbunden. Darauf hoffen auch Marianne Weigel und ihre Kollegen.

Anne Ahrens-Verbeek, Koordinatorin für den Wahlbereich, erklärt, dass dieser demnächst eine Aufwertung bekommen wird. Hier wird auf Bekanntem aufgebaut. „In kleinen und übersichtlichen Gruppen können individuelle Neigungen und Fähigkeiten gefördert werden“, erklärt sie. Themen aus den Bereichen wie zum Beispiel Sport, musische Bildung, Theater, Textiles Gestalten oder auch Informatik werden hier angeboten. Dieses Angebot soll noch erweitert werden, führt sie weiter aus. Nicht unberücksichtigt bleiben bei dem Angebot auch die Wünsche der Schüler. Sie werden zurzeit befragt. Wenn machbar, sollen die Wünsche einbezogen werden. „Die Qualität dieses Angebots wird steigen“, ist sich Anne Ahrens-Verbeek sicher.

Vormittags wird wie bisher in allen Klassen der Pflichtunterricht stattfinden. Nach einer 40-minütigen Mittagspause – hier wird weiter ein warmes Essen im Angebot sein – wird es demnächst für die Schüler, die keinen Pflichtunterricht besuchen müssen, einen Wahlbereich „Lern- und Arbeitszeit“ geben. 30 Minuten lang können Hausaufgaben gemacht werden, danach schließt sich eine Stunde lang die gewählte Arbeitsgemeinschaft oder ein anderes Angebot an.

Neuland wird im Gymnasium in Lemwerder in den fünften Klassen betreten werden. Jeweils dienstags nachmittags soll hier ein Klassenprojekt angeboten werden, in dem „sich die Schüler ein Thema fächerübergreifend und handlungsorientiert erschließen“, erläutert der stellvertretende Schulleiter Thomas Reinsch. Nicht zuletzt spiele die soziale Komponente dabei eine wichtige Rolle. Die kann an der Lemwerderaner Schule noch mehr gefördert werden, wenn der Ganztagesbetrieb läuft.

 

 

 

 

 

Nordwest Zeitung, 3. Mai 2013

ENGAGEMENT

Streitschlichter suchen das Gespräch
19 Heranwachsende am Gymnasium Lemwerder absolvieren Kursus erfolgreich

Neu bei der dritten Auflage der Ausbildung war eine gemeinsame Übernachtung während des Blockseminars in der Schule. Die kam bei den Jugendlichen sehr gut an.

Fried–Michael Carl

130504nwzStreitschlichter

Samira Sönmez (vorne, Mitte) versucht, in der gestellten Auseinandersetzung zwischen Maja Kassulke (links) und Anna Irene Nettmann zu vermitteln. Das wird die Aufgabe aller neuen Streitschlichter des Gymnasiums Lemwerder sein.
Bild: Carl

 

LEMWERDER „Als Streitschlichter musst du neutral bleiben. Und das fällt nicht immer leicht!“ Auch wenn der Achtklässler Maximilian Kapusta die Funktion noch nicht im Schulalltag des Gymnasiums Lemwerder ausüben musste, hat ihm die Ausbildung deutlich gemacht, dass er vor keiner leichten Aufgabe steht. „Und ich musste lernen, dass ich keine Lösung für einen Streit zwischen Mitschüler bieten muss“, ergänzte Henrike Seedorf, die ebenfalls die achte Klasse besucht.

Zusammen mit 17 Schulkameraden absolvierten sie die Streitschlichterausbildung erfolgreich und stehen demnächst bereit, anderen Schülerinnen und Schülern im Streitfall helfend zur Seite zu stehen.
Ein Blockseminar an einem Freitagnachmittag und an einem Sonnabend bildete den Auftakt der Schulung, die von den Lehrern Kathrin Kittel und Oliver Meyer geleitet worden war. Im Gegensatz zu den ersten beiden Ausbildungen, die an dem Gymnasium durchgeführt worden sind, übernachteten die zukünftigen Streitschlichter diesmal auch in der Schule. „Wir wollten damit die Attraktivität der Ausbildung steigern“, nannte Oliver Meyer einen Beweggrund. Für Henrike Seedorf bot die Übernachtung nicht nur „eine Menge Spaß“. Sie habe auch die anderen Seminarteilnehmer besser kennengelernt und eine Vertrauensbasis zu ihnen aufgebaut, ergänzte sie. Das sei bei den späteren Rollenspielen von Vorteil gewesen.

Im Anschluss an das Blockseminar setzte sich die Ausbildung in einer 14-tägigen Arbeitsgemeinschaft (AG) fort. Während die Jugendlichen im Laufe des Blockseminars für verschiedene Konflikte sensibilisiert wurden, sich mit unterschiedlichen Konfliktebenen in Hinsicht auf Motive und Emotionen auseinandersetzten, Streitigkeiten analysierten und ihre kommunikativen Fertigkeiten schulten, hatte die AG den Schwerpunkt, die Rolle des Streitschlichters in Rollenspielen zu üben. Dabei erlebten die Schüler immer wieder, welche Möglichkeiten in der Streitschlichtung liegen, aber sie erfuhren auch die Grenzen von Streitschlichtung.

„Bei den Streitenden muss die Bereitschaft zu einem Gespräch vorhanden sein“, erklärte Maximilian Kapusta. Sonst sei schon der Versuch müßig und zum Scheitern verurteilt, fügte Henrike Seedorf an. Man müsse Vertrauen bei den Streithähnen aufbauen und ruhig bleiben. „Die beiden Kontrahenten müssen einen Weg zueinander finden und am Ende selbst für eine Lösung sorgen. Wir sind nur Wegbereiter“, erklärt die 14-Jährige, dass die Schlichter eigentlich nur vermitteln.

Maximilian Kapusta hat von Klassenkameraden gehört, dass diese Aufgabe und die Ausbildung toll sei. Das kann er jetzt bestätigen und hält wie alle seine Mitschüler auch das Streitschlichterzertifikat stolz in der Hand.

 

 

 

 

 

Die Norddeutsche, 11. April 2013

Französisch rund um die Uhr

Lemwerderaner Gymnasiasten haben Austauschschüler vom Collége Privé Jeanne d’Arc zu Besuch

130411wkFrankreichaustauschIm Hause Tippl hört in dieser Woche alles auf Tochter Alina. Die 13-Jährige fungiert als Dolmetscherin zwischen ihrer französischen Gastschülerin Karolyn auf der einen sowie ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester auf der anderen Seite. Der Einser-Schülerin macht das Spaß, zumal sie durch den Aufenthalt der jungen Französin viele neue Wörter lernt.

VON BARBARA WENKE

Lemwerder. Alina Tippl hat ihr Bett gegen eine Luftmatratze eingetauscht. In ihrem eigentlichen Schlaflager übernachtet derzeit Karolyn Courrege. Die zwölfjährige Schülerin des Collège Privé Jeanne d’Arc ist Teilnehmerin des einwöchigen Austauschs zwischen der südfranzösischen Schule und dem Gymnasium Lemwerder.
Für die Lemwerderanerin steht seit Sonnabend quasi dauerhafter Französischunterricht auf dem Programm, denn weder ihre Eltern noch ihre jüngere Schwester sprechen die Fremdsprache. „Meistens übersetze ich“, berichtet die 13-jährige Alina. „Einiges versteht Karolyn aber auch.“ Schwer fielen ihr die Übersetzungen nicht, sagt die Lemwerderaner Schülerin, die in Französisch eine „1“ in ihrem Halbjahreszeugnis stehen hatte.
Die beiden Mädchen kennen sich schon seit Oktober vergangenen Jahres. Im Herbst war Alina nämlich mit einer Delegation deutscher Schüler nach St. Médard de Guizière rund 60 Kilometer nordöstlich von Bordeaux gereist. Zwischen den beiden Mädchen hat sich eine echte Freundschaft entwickelt. „Zwischendurch haben wir öfter telefoniert“, erzählt Alina, „und Karolyn hat mich gefragt, ob ich sie in den Sommerferien besuchen möchte.“
Die derzeitigen Gespräche mit ihrer neuen Zimmergenossin gefallen der 13-Jährigen ausgesprochen gut. „In der Schule lernt man, wie man korrekt spricht“, sagt Alina und lächelt zaghaft. „Mit Karolyn ist das viel lockerer. Ich lerne viele neue Wörter.“
Am Sonnabend, dem Ankunftstag der französischen Austauschschüler, erkundeten die beiden Freundinnen Haus, Garten und nähere Umgebung der Tippls. Am Sonntag ging’s in den Serengeti-Park Hodenhagen. Andere Lemwerderaner Gastgeber luden ihre französischen Übergangskinder zu Besuchen ins Auswandererhaus oder ins Klimahaus nach Bremerhaven ein, erkundeten mit ihnen den Heidepark oder bummelten über die Osterwiese.
Die offizielle Begrüßung am Gymnasium Lemwerder durch Schulleiterin Marianne Weigel fand am Montag statt. Gestern stand ein Empfang im Rathaus Lemwerder auf dem Programm, zu dem Französischlehrerin Annette Ott die Gäste begleitete. Morgane Lagarde, die Deutschlehrerin der jungen Franzosen, übersetzte die Rede Regina Neukes ins Französische. Einige Auskünfte der Bürgermeisterin konnten die elf- bis fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler sogar selbst übersetzen, und das, obwohl sie zum Teil erst seit einem Jahr Deutsch lernen.
Insbesondere die Tatsache, dass einst Superstar Michael Jackson den mittlerweile stillgelegten Lemwerderaner Flugplatz nutzte, ließ die jungen Rathausbesucher aufhorchen. Anhand eines im Sommer 2012 fertiggestellten Werbefilmes brachte Regina Neuke den Jugendlichen ihre Gemeinde nahe. Die Bürgermeisterin forderte die Jungen und Mädchen auf, Lemwerder ausgiebig zu erkunden. Abschließend verblüffte Regina Neuke ihre jungen Gäste mit einem Zaubertrick. Dank eines kleinen Geschenks können die Jugendlichen den Trick selbst einstudieren und zu Hause vorführen.
Heute steht für die 30-köpfige französische Delegation ein Bremen-Besuch samt Stadtrallye auf dem Programm. Am Abend soll der Austausch mit einer Feier für Gäste, Gasteltern und am Austausch beteiligte Schüler abgeschlossen werden. Morgen treten die Franzosen ihre Heimreise nach St. Médard de Guizière an.
 

 

 

 

 

 

Nordwest Zeitung, 26. Februar 2013

Rosa Blitze im Physikraum

Viertklässler lernen neue Unterrichtsfächer kennen
Die Schüler des Gymnasiums hatten sich viel einfallen lassen, um ihre Schule darzustellen. Kreativität war gefragt.

Gabriele Bode

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Inga und Alina aus der 7a erklärten die vielen
Experimente im Naturwissenschaftsraum.
Bild: Gabriele Bode

Berne/Lemwerder    Ein gutes Gefühl hat Schulleiterin Marianne Weigel, was die zukünftigen Schülerzahlen ihres Gymnasiums betrifft. Allein 50 Viertklässler aus den Grundschulen in Berne und Lemwerder hatten sich zum Schnupperunterricht beim Tag der offenen Tür angemeldet. Probestunden in Latein, Französisch oder Physik warteten neben Schulführungen, Mitmachangeboten, Präsentationen und kulinarischen Genüssen auf die zahlreichen Besucher.

Mit einem Quiz wollten die Französischlehrerinnen Annette Ott und Valerie Wetter künftige Schüler für ihren Unterricht begeistern. Nebenan machten ihnen die „Lateiner“ Konkurrenz mit „Römischen Spielen“. Die Klasse 5b, die von Englischlehrerin Hendrikje Groeneveld als besonders einsatzfreudig gelobt wurde, präsentierte eine Mathewerkstatt und Vokabelfußball – eine Kombination aus gleich zwei Fächern.

In geschickter wie fantasievoller Bastelarbeit hatten die Siebtklässler Brettspiele entworfen, bei denen es bei genauerer Betrachtung immer mehr liebevolle Details zu entdecken gab. Fast zu schade zum Anfassen war der „Bunte Park“ von Sina und Aimee. Durch eine Flusslandschaft mit Sternen, Blumen und Zuckerwürfeln müssen sich die Spieler dabei mit selbstgekneteten Fimo-Figuren kämpfen. Ebenso kreativ war auch das Angebot, das im Kunstraum auf die Besucher wartete. Aus Zeitungspapier, Kreppband und Alufolie entstanden dort lustige Tiere. Selber Buttons kreieren konnte man im Klassenraum der 5a. Wie spannend der Erdkundeunterricht sein kann bewiesen Mark Janßen und seine Schüler beim Geocaching.

Ganz besonders großes Interesse weckte der gut ausgestattete Naturwissenschaftsraum, in dem ein spannender Aufbau von verschiedenen biologischen Exponaten und physikalischen Experimenten zum Ausprobieren und Staunen einlud. Das Elterncafé vom Förderverein und der Kuchenverkauf der 10. Klassen boten den Besuchern Gelegenheit, sich in der Pausenhalle auszuruhen.

Anmeldungen für das neue Schuljahr sind am 23. Mai zwischen 14 und 18 Uhr sowie am Freitag, 24. Mai, zwischen 8 und 12 Uhr im Sekretariat möglich.


 

 

 

 

 

Pressebericht in der Nordwest Zeitung, 22. Februar 2013

Schüler schätzen Geborgenheit

Schnuppertag am Gymnasium Lemwerder – Positive Rückmeldung

In Lemwerder werden Kinder aus den Klassen fünf bis zehn unterrichtet. Der Übergang zur Oberstufe der Schulen in Delmenhorst und Brake wird gut vorbereitet.

Fried-Michael Carl

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Im Gymnasium Lemwerder stehen die Schüler der Klassen fünf bis zehn im Mittelpunkt

Lemwerder    300 Schüler, zwölf Klassen, ein harmonisches Miteinander – Anonymität ist am Gymnasium in Lemwerder ein Fremdwort. Und darauf ist Schulleiterin Marianne Weigel stolz. Hier kennen die Lehrer fast alle Schüler persönlich, hier kann auf die Bedürfnisse des Nachwuchses schnell und direkt eingegangen werden.
Und die Schüler wissen das zu schätzen. Jedes Jahr holen sich die Verantwortlichen eine Rückmeldung bei den Schülern, die Lemwerder nach der zehnten Klasse verlassen haben und jetzt die Oberstufe der Gymnasien in Delmenhorst und Brake besuchen. „Die persönliche Atmosphäre, die schnelle Problembewältigung und das Gefühl, geborgen zu sein, wird immer wieder betont“, sagt Thomas Reinsch, der ebenso Mitglied der Schulleitung ist wie Arne Warnken. Und die Lehrkräfte erfahren, dass die Arbeit in Lemwerder gut ist. „Nach dem Wechsel können die Schüler ihren Notenschnitt halten und sie bestätigen, gut vorbereitet worden zu sein“, weiß Thomas Reinsch aus den Rückmeldungen.
Und die Schüler würden immer wieder bestätigen, dass sie in Lemwerder sowohl fachlich als auch methodisch gut auf die Qualifikationsphase in den Klassen elf und zwölf eingestellt worden seien. „Darauf haben wir ein Augenmerk“, erklärt Thomas Reinsch.
„Lernen lernen“ ist ebenso ein Schwerpunkt des Lemwerderaner Gymnasiums wie die Vermittlung sozialer Kompetenz und von Methoden, die den Schülern das systematische Lernen erleichtern und sie fit für die weitere wissenschaftliche Laufbahn macht. Von der fünften bis zur zehnten Klasse sind diese Inhalte fester Bestandteil des Lehrplans. „Die Schüler bestätigten uns, dass sie dadurch auf den anderen Gymnasien erhebliche Vorteile hätten“, erklärte Arne Warnken. Er koordiniert die Zusammenarbeit mit den Gymnasien in Delmenhorst und Brake, sorgt dafür, dass die Schüler ausreichend Informationen über die Profile erhalten, die dort angeboten werden, plant und organisiert Infoabende mit Lehrern der anderen Schulen, organisiert Schnuppertage und berät einzelne Schüler, wo sie am besten die Schullaufbahn fortsetzen können und ihre Neigungen am besten erfüllt werden.
„Jeder Schüler, der vor der Entscheidung steht, wie es weitergehen soll, kann in zwei der drei möglichen Schulen schnuppern“, sagt Warnken. Mit all diesen Bemühungen sorgen die Verantwortlichen in Lemwerder dafür, dass der Wechsel zu den anderen Schulen für ihre Schützlinge problemlos verläuft.
Dass dies alles so reibungslos vonstatten geht, führen die Mitglieder der Schulleitung auch darauf zurück, dass sich an ihrer Einrichtung die Pädagogen voll auf die Schüler der Sekundarstufe I konzentrieren können. „Hier fällt die umfangreiche Vorbereitung auf den Unterricht der elften und zwölften Klasse weg. Wir können uns ganz auf die Bedürfnisse der jüngeren Kinder einstellen und diese entsprechend fördern“, benennt Marianne Weigel einen weiteren Vorteil des Gymnasiums in Lemwerder. Und das sei besonders wichtig in einer Phase, in der „Schüler als Kinder im Gymnasium ankommen und es als junge Erwachsene wieder verlassen“, meint die Schulleiterin.
Und von Bedeutung ist für sie und ihre Kollegen auch, dass nicht nur der Übergang zur elften Klasse gut vorbereitet wird, sondern auch der Eintritt in die Schule. Beim Schnuppertag am Sonnabend wollen sie dies unter Beweis stellen.

 

 

 

 

 

Pressebericht im Weserkurier, 18. Januar 2013

Gymnasiasten proben Niedersachsenwahl

Acht-, Neunt- und Zehntklässler beteiligen sich an der Juniorwahl 2013 / Vorbereitung im Politikunterricht

Die niedersächsische Landtagswahl hat in den vergangenen Wochen einen Großteil des Politikunterrichts am Gymnasium Lemwerder geprägt. Gestern waren die Acht-, Neunt- und Zehntklässler der Schule aufgerufen, selbst an die Wahlurne zu treten: zur Juniorwahl 2013.

VON BARBARA WENKE

130118wkJuniorwahlKleinLemwerder. Die Menschentraube vor der Bücherei des Gymnasiums ist groß. Insbesondere die älteren Schüler drängeln sich vor den beiden kleinen Bibliotheksräumen. Die Schlange ist so lang, weil Wahlhelferin Felina die Schüler nur in Zweiergrüppchen durch die Eingangstür lässt.
Harry Potter, Ronja Räubertochter und Co haben an diesem Morgen allerdings keine Chance. Der erste Gang der Wartenden führt sie nicht zu den literarischen Werken des zweiten Raumes, sondern zu Liane, Marvin und Svenja, die hinter einem langen Tisch im ersten Raum auf Kundschaft warten. Die Bücherei in ihrer Funktion als Ausleihstelle blieb gestern Vormittag geschlossen. Vielmehr dienten die Räume als Wahllokal, denn das Gymnasium Lemwerder beteiligt sich im Vorfeld der 17. niedersächsischen Landtagswahl am kommenden Sonntag erstmals an der landesweiten Juniorwahl.
Bereits vor den Weihnachtsferien hatten die ersten Politiklehrer in den Jahrgängen acht, neun und zehn das Thema auf den Stundenplan gesetzt. „Uns ist wichtig, die Aufmerksamkeit auf die Wahl zu lenken“, begründet Politiklehrer Arne Warnken. Er habe seine achte Klasse beispielsweise beauftragt, Wahlplakate hinsichtlich Aufmachung und Slogan zu begutachten. Des Weiteren verglichen die Schüler die Wahlbeteiligungen an den vergangenen Bundestags-, Landtags- und Europaparlamentswahlen.
Intensiver besprochen wurden im Vorfeld der Wahl auch Aufbau und Aufgaben des Landtags. Dass sich die Zusammensetzung der Landespolitik auf die Politik im Bund auswirkt, habe ein Exkurs zum Thema Bundesrat gezeigt, berichtet Arne Warnken. Die Acht-, Neunt- und Zehntklässler haben sich ferner mit den Wahlprogrammen der unterschiedlichen Parteien beschäftigt. Um zu erfahren, welches Parteiprogramm die meisten Übereinstimmungen mit ihren eigenen politischen Überzeugungen aufweist, haben sich die Gymnasiasten im Internet am Wahl-o-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung beteiligt. „Das war spannend“, resümiert Arne Warnken. „Für mich ist beispielsweise eine Partei herausgekommen, die ich gar nicht erwartet habe“, gibt der Lehrer zu.
Der Politikpädagoge rät aber zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ergebnissen des Internetinstruments. Für ein Mädchen habe der Wahl-o-Mat beispielsweise herausgefunden, dass sie die meisten Übereinstimmungen mit der rechtsextremen NPD aufweise. Er könne sich aber überhaupt nicht vorstellen, dass die betroffene Person tatsächlich rechtes Gedankengut verherrliche. Häufig komme es auf Nuancen an. Der Wahl-o-Mat stelle beispielsweise die Frage nach einem Mindestlohn – ohne Abstufungen zu treffen. Dabei mache es doch laut Warnken einen erheblichen Unterschied, ob man einem Mindestlohn von 7,50 Euro für alle Arbeiter zustimme oder sich für einen Mindestlohn von zehn Euro für Deutsche ausspreche. Der Wahl-o-Mat unterscheide hingegen nicht.

Ohne Benachrichtigung keine Wahl
Den Lemwerderaner Gymnasiasten sind in den vergangenen Wochen Wahlbenachrichtigungen für die Juniorwahl zugestellt worden, genau wie ihren Eltern oder volljährigen Freunden und Verwandten für die niedersächsische Landtagswahl. Diese Wahlbenachrichtigungen hatten sie mitzubringen, um im schulischen Wahllokal aktiv werden zu können.
Ein Mädchen lehnte während der ersten großen Pause mit unglücklichem Gesicht am Türrahmen der Bücherei. Auch sie hätte gerne ihre Stimme abgegeben, hatte ihre Wahlbenachrichtigung aber zu Hause liegen lassen. Wie im echten Leben verweigerte das aus Liane, Marvin und Svenja bestehende Wahlkomitee die Beteiligung.
Die übrigen Wähler händigten Liane die Wahlbenachrichtigung aus und zeigten einen Ausweis vor, ließen sich von Marvin in der Wählerliste abhaken und anschließend von Svenja über die Vorgehensweise belehren. Mit dem blass gelbfarbenen Stimmzettel in der Hand, auf dem links die Einzelbewerber und rechts die zur Wahl antretenden Partien aufgeführt waren, begaben sie sich in die Wahlkabine des Nachbarraumes und steckten ihre ausgefüllten Zettel anschließend in die versiegelte Wahlurne. Felina und Pierre achteten in dieser Pause penibel darauf, dass die Zettel korrekt gefaltet und keine Fremdkörper durch den Schlitz geschoben wurden.
Bis zum Ende der ersten großen Unterrichtsunterbrechung war die Wahlbeteiligung gestern Morgen mau. „Nur knapp die Hälfte der Wahlberechtigten war bis jetzt hier“, sagt Marvin nach Durchsicht seiner Listen. Eine Pause blieb den Juniorwählern noch. Zudem darf eine achte Klasse heute Morgen vor Unterrichtsbeginn noch an die Urne, weil sie gestern ein Seminar außer Haus besuchte.
Die Zehntklässler des Gymnasiums beteiligten sich per Briefwahl. Sie befinden sich derzeit im Betriebspraktikum und bleiben der Schule somit erlaubt fern. Die Ergebnisse der Juniorwahl 2013 werden Sonntagabend um 18 Uhr parallel zu den ersten Hochrechnungen der echten Landtagswahl veröffentlicht.

 

 

 

 

 

 

Pressebericht im Weserkurier, 16. Januar 2013

Erfolg für Schule und Verein

Leichtathletik AG: Mit Paul Richter startet ein Teilnehmer bereits bei der niedersächsischen Hallenmeisterschaft

VON BARBARA WENKE

130116nwzLeichtathletikAGLemwerder. Gebannt hatte Paul Richter während der den Olympischen Sommerspiele 2012 am Fernseher das 100m-Finale der schnellsten Männer der Welt verfolgt. „Einmal selbst ein großes Rennen bestreiten“, träumte der Lemwerderaner Jugendliche damals, obwohl er überhaupt kein Leichtathlet war. Das wär’s. Ein knappes halbes Jahr später ist aus dem Traum Realität geworden. Paul Richter nimmt für die SG Akquinet Lemwerder an den Jugendhallenmeisterschaften im 60-Meter-Sprint teil.
Begonnen hat die sportliche Erfolgsgeschichte eher zufällig. „Ab dem Sommer haben auf Initiative der SG Akquinet die Eschhofschule und das Gymnasium eine Leichtathletik-AG ins Leben gerufen. Als Fan von Usain Bolt und Jonathan Blake war ich natürlich neugierig, bin hingegangen und habe damit wohl alles richtig gemacht,“ blickt der 14-Jährige zurück.
Im Rahmen der AG traf Paul Richter auf Gerold Christen, der in Personalunion AG-Leiter und Trainer der SG Akquinet-Jugendleichtathleten ist. Eine Begegnung der besonderen Art, wie der Muster-Laufschüler mit verschmitztem Lachen bekennt: „Gerold ist gefühlt doppelt so groß wie ich, zumindest ist er doppelt so schwer. Na ja, und sein Training war anders als Schulsport – doppelt so anstrengend.“ Ähnlich empfanden es die anderen AG-Mitglieder. „Die Jungs und Mädchen haben sich fast unisono geäußert: macht Spaß, sehr abwechslungsreich aber auch sehr fordernd“, berichten Schulleiterin Marianne Weigel vom Gymnasium und Schulleiter Dirk Richter von der Eschhofschule Lemwerder.
Bei Usain-Bolt-Fan Paul machte es nach wenigen Einheiten bereits Klick. „Ich wusste – das ist mein Ding.“ Gerold Christen riet ihm, noch mehr in sein läuferisches Talent zu investieren und zusätzlich am Training der SG Akquinet-Jugendlichen teilzunehmen. Paul bat sich Bedenkzeit aus. „Das hat mich schon ein bisschen Überwindung gekostet“, räumt der Jugendliche ein, „ich kannte ja niemanden.“ Doch der Teamgeist unter den Athleten sei groß, was dem Neuling die Integration erleichterte. „Außerdem bin ich ja fix unterwegs, das hilft immer im Sport“. Bereits in seinem ersten Wettkampf für die SG Akquinet Anfang Dezember 2012 unterbot er die geforderte Qualifikationsnorm für die niedersächsischen Hallentitelwettkämpfe. Mittlerweile hat er das Kunststück zweimal wiederholt. Die Leistung bringt auch seinen Trainer zum Schwärmen. Gerold Christen: „Paul hat Talent und Ehrgeiz. Er ist aber vor allem sehr motiviert und fleißig.“
Paul Richters Erfolge sind auch Erfolge der Schul-AG. In der schulübergreifenden Form einzigartig in der Wesermarsch und nach dem Willen ihrer Macher ausbaufähig. Schulsport habe durch diese Kooperation einen ganz neuen Stellenwert erhalten, findet Jörg Eisenhauer, Vorsitzender der SG Akquinet. Das übliche Prozedere – Mittagessen, Hausaufgaben erledigen und dann zum Vereinstraining – sei nicht mehr üblich. „Schul-, Arbeits- und Familienstrukturen haben sich verändert. Das müssen wir akzeptieren. Heute ist der Schulsport für viele der erste und oft einzige Berührungspunkt mit sportlichen Aktivitäten“, fasst Eisenhauer zusammen.
Wollten Schulen aber fitte, aufmerksame Schüler mit gutem Sozialverhalten und Vereine bewegungsstarke Athleten, müsse man neue Wege beschreiten, ist der Sportfunktionär überzeugt. „In Lemwerder werden Ganztagsschulen nachgefragt. Also müssen Vereine vermehrt mit Schulen kooperieren, um hochwertige Sportangebote zu gewährleisten.“
Neben dem Brückenschlag vom Schul- zum außerschulischen Sport hebt Schulleiterin Marianne Weigel die pädagogischen Aspekte der AG hervor. „Wer seine Kräfte im Sport misst, hat auch beim Vokabelpauken Vorteile.“ Immer mehr Studien belegten die positiven Auswirkungen sportlicher Aktivitäten. „Bei Bewegung wird die Durchblutung im Gehirn nachweislich verbessert und die Konzentrationsfähigkeit nimmt merklich zu.“ Schüler, die regelmäßig körperlich aktiv seien, stärkten somit ihre Lernfähigkeit und die Lust am Lernen, berichtet die Schulleiterin.
Die Leichtathletik-AG ist nicht nur aus Sicht der beiden Schulleiter und der SG Akquinet ein Erfolgsmodell. Auch auf gehobener Sportebene hat sich etwas getan: Der Niedersächsische Sportbund und die Sportjugend haben im vergangenen Jahr eine Koordinierungsstelle für den Bereich Ganztagsschulen und Sportverein eingerichtet, um die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Vereinen zu unterstützen. Leiterin Britta Freese freut sich über das gelungene Projekt in Lemwerder: „Ich wünsche mir noch mehr Projekte dieser Art. Sie zeigen den zukünftigen Weg für qualifizierte Sportangebote in Ganztagsschulen.“ Sie hebt besonders das Engagement des Lemwerderaner Vereins hervor. „Die AG in Lemwerder hat Vorbildcharakter. Ich bin beeindruckt, was ein kleiner Verein in kurzer Zeit bewegt hat und hoffe, dass sich die AG etabliert und man auch noch in Jahren von ihr hört.“

„Wer seine Kräfte im Sport misst, hat auch beim Vokabelpauken Vorteile.“
Schulleiterin Marianne Weigel

 

 

 

 

 

 

Pressebericht im Weserkurier, 11. Januar 2013

Aus Schrauben, Muttern und Schienen entstehen Solarmobile

VON BARBARA WENKE

130111wkEWEMobilLemwerder. Emsig arbeiten sechs Siebtklässler im Physikraum des Gymnasiums. Die Jungen und Mädchen schrauben und bohren, setzen rote Plastikschienen zu einem trapezförmigen Viereck zusammen. Noch ist es früh am Vormittag und nicht wirklich zu erkennen, was aus den Einzelteilen werden soll. Gegen Mittag wollen die sechs Gymnasiasten jedoch jeder ein Solarmobil gebaut haben.
Zum vierten Mal ist das EWE-Mobil im Gymnasium Lemwerder zu Gast, um mit den Schülern und Schülerinnen des siebten Jahrgangs über Solarenergie zu forschen. „16 Seiten Theorie“, stöhnt Janek, als er den Schultag mit dem EWE-Mobil-Team Revue passieren lässt. Am Ende räumt er dann aber doch ein, dass es sehr viel Spaß gemacht habe, selbst die Theorie.
Vor den sechs Schülern stehen jede Menge bunte Kästen, beschriftet mit kurzen Bezeichnungen wie „M 4“, „Stopp-Mutter“, „6“, „10“ oder „12“. Schnell haben die Jugendlichen herausgefunden, dass die Abkürzungen für die Durchmesser der Muttern oder die Längen der Schrauben stehen. Nun arbeiten sie gewissenhaft nach Anleitung. Wer etwas nicht versteht, kann jederzeit Cord Rademacher vom EWE-Mobil-Team um Hilfe fragen.
Konrektor Thomas Reinsch ist jedes Mal wieder angetan von den Projekttagen, „zumal wir am Gymnasium keinen Werkunterricht erteilen“. Im anvisierten Ganztagskonzept des Gymnasiums Lemwerder werde den handwerklichen Fähigkeiten hingegen mehr Platz eingeräumt, blickt Reinsch voraus. Der Konrektor hofft, dass das Gymnasium zum kommenden Schuljahr mit seinem geplanten Ganztagsangebot starten kann.

 

 

 

 

 

Pressebericht in der NWZ, 11. Januar 2013

Roter Flitzer braucht die Sonne

EWE-Energiemobil am Gymnasium Lemwerder – Anspruchsvolles Projekt

Die Siebtklässler bauten in dieser Woche unter anderem ein Solarmobil. Auch im Unterricht wurde das Thema Erneuerbare Energien aufgegriffen

Friederike Liebscher

130111nwzEWEMobilLemwerder Ein Miniaturfahrzeug, das nur mit Solarenergie angetrieben wird – das Projekt, für das sich die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen des Gymnasiums Lemwerder beim Besuch des EWE-Energiemobils ausgesucht hatten, war nicht einfach. Trotzdem waren am Donnerstag schon gute Ergebnisse zu bestaunen. Das Licht beim andauernden Regenwetter und die Deckenleuchten in den Klassenzimmern reichten zwar nicht für den Antrieb, doch mit Hilfe einer starken Taschenlampe ließ sich das kleine, rote Fahrzeug bewegen.
Bis dahin war viel handwerkliches Geschick gefragt. In zwei Gruppen arbeiteten die Mädchen und Jungen konzentriert an ihren Konstruktionen, den Blick immer wieder auf die Bauanleitung gerichtet. Tauchten Probleme auf, halfen sich die Schüler gegenseitig oder wandten sich an einen der Betreuer vom EWE-Energiemobil. Eine Woche lang ist das Team an der Schule zu Gast. Im Vordergrund steht das Thema Erneuerbare Energien. „Die Schüler suchen sich schon vor der Projektwoche die Modelle aus, die sie bauen wollen. Es gibt zum Beispiel auch noch ein Solarboot, ein Mini-Windrad und eine Kurbelleuchte“, erzählte Cord Rademacher von der EWE. Mit den Modellen wurden anschließend auch Versuchsreihen gemacht. Die Materialkosten trägt die Schule selbst, das Gymnasium Lemwerder wird dabei vom Förderverein unterstützt.
„Bei dem Projekt werden auch die handwerklichen Begabungen der Schüler gefördert. Das finde ich wichtig, da es an den Schulen schon lange keinen Werkunterricht mehr gibt“, sagte Thomas Reinsch, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Lemwerder. Allerdings sollen im Rahmen der geplanten Ganztagsschule am Gymnasium – der Antrag dafür ist bereits gestellt – in Zukunft wieder mehr handwerkliche Angebote stattfinden. Starten soll die Ganztagsschule nach den Sommerferien.

 

 

 

 

 

Pressebericht in der NWZ, 18. Dezember 2012

Mehr „Lesefutter“ für den Sieg
Lena Kettler vertritt Gymnasium im Kreis

Gabriele Bode

121218nwzVorlesewettbewerbLemwerder Freude bei Lena Kettler. Das Mädchen sicherte sich jetzt mit knappem Vorsprung den Sieg im Vorlesewettbewerb des Gymnasiums Lemwerder, der für die sechsten Klassen ausgeschrieben war. Für sie gab es eine goldene Urkunde und neues „Lesefutter“. Im Februar wird die Schülerin dann beim Kreisentscheid antreten.
Seit seiner Gründung 2005 beteiligt sich das Gymnasium Lemwerder am bundesweiten Vorlesewettbewerb. Seit 1975 steht der Wettbewerb, der die Lesekompetenz fördern soll und erstmals im Jahr 1959 ausgerufen wurde, unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.
In Lemwerder wird der Vorlesewettbewerb in das Curriculum Deutsch des 6. Schuljahres eingebettet. Buchvorstellungen eines jeden Schülers gehörten genauso zum Deutschunterricht wie die Führung und die Einweisung in die Jugendbuchabteilung einer Bücherei. In den beiden sechsten Klassen wurden für die Endausscheidung von den Schülern in Eigenregie die jeweils drei besten Vorleser ins Rennen geschickt.
„Die Jungen mussten den weiblichen Kandidaten wählen und die Mädchen den männlichen“, erklärte der stellvertretende Schulleiter Thomas Reinsch, der den Wettbewerb gemeinsam mit seiner Kollegin Anna Zoske organisierte. Tobias Hagen, Dana Heidrich, Fenja Hülsbusch, Lena Kettler, Hinrich Meents und Kjell Treder waren die Nominierten, die vor allen Sechstklässlern und der siebenköpfigen Jury in der Milchbar der Ernst-Rodiek-Halle vorlesen mussten.
Als Jury fungierten jeweils ein Vertreter der vier Grundschulen des Einzugsgebiets, Bibliothekarin Hannah Behrens, Christian Rinkenauer vom Gymnasium und die Vorjahresgewinnerin Lara Schiefner. Sie beurteilten zunächst Lesetechnik, Textgestaltung und Verständnis eines selbst gewählten, dreiminütigen Textes. Anschließend lasen alle sechs Teilnehmer einen fortlaufenden zweiminütigen Fremdtext, über dessen Auswahl zuvor die Jury abgestimmt hatte.
Für Kjell war es nicht das erste Mal, dass er zu einem Vorlesewettbewerb antrat. Er hatte sich „Freddy, ein Hamster packt aus“ ausgesucht. „Das war ein Gewinn aus dem Lesewettbewerb der Grundschule und dieses Buch lese ich sowieso gerade“, erzählte der Schüler. Seine Sitznachbarin Dana hatte sich für einen Text aus „TKKG-Gefangen in der Schreckenskammer“ entschieden. Sie sei durch ihren Vater, der ihr früher immer vorlas, zur Leseratte geworden, berichtete die Schülerin.

 

 

 

 

 

Pressebericht im Weserkurier, 18. Dezember 2012

Mit klarer Stimme zum Sieg

VON BARBARA WENKE

121214VorlesewettbewerbLena02Lemwerder. Adventszeit ist Lesezeit – Vorlesezeit. So handhabt es auch das Gymnasium Lemwerder. Kurz vor den Weihnachtsferien organisieren die Deutschlehrer für den sechsten Jahrgang stets einen Vorlesewettbewerb. Je drei Vertreter der beiden Klassen treten zum verbalen Wettstreit an.
Während der ersten Runde durfte jeder der sechs Kandidaten ein Buch seiner Wahl vorstellen, eingangs mit einigen erklärenden Worten zum Inhalt, anschließend mit einer gelesenen Passage aus dem Text. Die Reihenfolge der Vorträge wurde ausgelost.
Tobias Hagen (6a) entschied sich für F.E. Higgins’ „Das schwarze Buch der Geheimnisse“. Dana Heidrich (6b) rezitierte aus der TKKG-Folge „Gefangen in der Schreckenskammer“. Fenja Hülsbusch (6a) gab Tanya Stewners „Lilians Susewind“ zum Besten. Lena Kettler (6a) las aus „Folgt immer dem Fluss“ von Marita Conlon-McKenna. Hinrich Meents (6b) entschied sich für einen Auszug aus Derek Landys „Skulduggery Pleasant“ und Kjell Treder (6b) gab Dietlof Reiches „Freddy – Ein Hamster packt aus“ eine Stimme.
Im zweiten Durchgang ging es ohne Vorbereitung zur Sache. Deutschpädagogin Anna Zoske hatte Werner Eglis „Feuer im Eis“ mit in die Milchbar der Ernst-Rodiek-Halle gebracht. Aus diesem Jugendroman galt es nun für die sechs Wettbewerbsteilnehmer ihren Klassenkameraden einen ihnen unbekannten Text zu vorzulesen.
Die siebenköpfige Jury, zu der neben einem Vertreter des Gymnasiums, einer Bibliothekarin und vier Grundschullehrerinnen aus dem Stedinger Land auch Vorjahressiegerin Lara Schiefner gehörte, hörte aufmerksam zu und beschied am Ende, dass Lena Kettler ihre Passage im besten Tempo mit stimmiger Betonung und klarer Stimme vorgetragen hat.
Ausgeschrieben wird der Vorlesewettbewerb jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Das Gymnasium Lemwerder beteiligt sich seit dem Jahr 2005. Für ihren Sieg erhielt Lena Kettler ein gebundenes Exemplar von Kirsten Boies Roman „Alhambra“.

 

 

 

 

 

Pressebericht im Weserkurier, 7. Dezember 2012

Arbeitsleben als Rollenspiel

Seit vier Jahren bietet die Fassmer-Werft Schülern des Gymnasiums Lemwerder die Möglichkeit, sich mit Rollenspielen auf besondere Situationen und Konflikte ihres künftigen Berufslebens vorzubereiten.

VON CHRISTIAN PFEIFF

121207wkArbeitgeberArbeitnehmer2Lemwerder. Heutigen Gymnasiasten steht nicht nur der Weg ins Berufsleben bevor. Für sie ist auch nicht auszuschließen, dass es später einmal zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen kommen. Im Rahmen einer Projektwoche hatte die 9. Klasse des Gymnasiums nun Gelegenheit, sich mit diesen Situationen spielerisch auseinanderzusetzen.
Frau Mustermann befindet sich im Clinch mit ihrem Arbeitgeber: Nach einem selbst verschuldeten Betriebsunfall und mehrwöchiger Betriebsabwesenheit streitet sie nun gerichtlich gegen eine fristlose Kündigung. Der Umstand, dass sich weder Klägerin noch Beklagte sicher sind, ob nun lieber für eine Wiedereingliederungsmaßnahme oder doch für eine Abfindung gefochten werden soll, macht die Angelegenheit für den zuständigen Richter nicht einfacher.
Zum Glück für alle Beteiligten handelt es sich bei dieser Situation jedoch nur um ein Rollenspiel. Der Arbeitsrichter verfügt dennoch über betriebliche Praxiserfahrung: Im Rahmen einer Projektwoche des Politik- und Wirtschaftskurses der 9. Klasse des Gymnasiums Lemwerder schlüpfte Michael Kuik, Betriebsleiter bei Fassmer, in die Rollen von Personalleitern und Arbeitsrichtern. „Personalleiter haben oft sehr unterschiedliche Herangehensweisen an Bewerbungsgespräche: Während manche von Bewerbern eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Betrieb und dessen Strukturen erwarten,“ gehe es anderen eher um die Persönlichkeit des jeweiligen Aspiranten, weiß Kuik, der unterschiedliche Situationen mit den Schülern durchspielte.
Bereits seit vier Jahren kooperiert Fassmer mit dem Gymnasium in dem Bestreben, die Schüler auf mögliche Situationen ihres künftigen Berufsweges vorzubereiten. Zu diesen zählt in diesem Jahr auch ein Arbeitsrechtsstreit. Nachdem sie sich erst als Bewerber möglichst gut präsentieren mussten, schlüpften die Kursteilnehmer anschließend in die Rolle von Klägern, Beklagten und Anwälten.
Wichtige Vorbereitung
Hierbei mussten die Gymnasiasten feststellen, dass sich die juristische Materie wesentlich komplexer darstellt als zunächst angenommen: „Sie können aus einer Vollzeitstelle nicht einfach so eine Halbtagsstelle machen“, belehrte Kuik die Anwälte der Beklagten, als diese einen spontanen Vergleichsvorschlag machten. In die andere Richtung fragte er ungläubig: „Sie währen wirklich bereit, Ihre berufliche Existenz für nur sechs Monatslöhne aufzugeben?“
In seinem eigenen Berufsalltag spielten Situationen wie diese eher eine untergeordnete Rolle: „Bei Fassmer kommen Fälle wie dieser vielleicht einmal in fünf Jahren vor“, so Michael Kuik. Dennoch sei es im Rahmen einer Projektwoche wie dieser angebracht, die Schüler über spätere Rechte und Pflichten aufzuklären, ob nun aus Arbeitgeber- oder aus Arbeitnehmerperspektive. Dazu zählt seiner Meinung nach zum einen der juristische Rahmen einerseits, andererseits der institutionelle Kontext – heißt: die Rolle von Gewerkschaften, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden. Der Profit für das eigene Unternehmen ist lediglich ein ideeller: „Von meiner Mitwirkung an diesem Projekt habe ich maximal angenehme Bewerbungsgespräche, sofern sich manche der heutigen Kursteilnehmer später bei uns bewerben sollten.“
Eine Vorbereitung auf Situationen wie Bewerbungsgespräche hält der Fassmer-Betriebsleiter indes für ebenso bedeutsam wie Kurslehrer Mark Janßen: „Meistens haben Sie für Ihren Traumjob nur zwei, maximal drei Gelegenheiten für ein Bewerbungsgespräch. Diese laufen allerdings selten so ab, wie in Lehrbüchern beschrieben.“

 

 

 

 

 

Pressebericht in der Nord-West-Zeitung, 7. Dezember 2012

Gymnasium

Der Fall von Herrn Mustermann

Schule kooperiert mit der Fassmer-Werft – Thema Arbeitsrecht

Verhandelt wurde im Klassenzimmer ein fiktiver Fall. Betriebsleiter Michael Kuik mimte dabei den Richter.

Gabriele Bode

121207nwzArbeitgeberArbeitnehmerLemwerder Ein Arbeitsunfall, nach dem Herr Mustermann nicht an seinen ursprünglichen Arbeitsplatz bei der Fassmer-Werft zurückkehren konnte, war der fiktive Fall, um den es am Donnerstag ging. Die 9a des Gymnasiums Lemwerder hatte sich für ein Rollenspiel in Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite aufgeteilt, um den daraus entstandenen Konflikt zu verhandeln. Herr Mustermann wurde fristlos gekündigt, was er natürlich nicht einfach so hinnehmen wollte.
Michael Kuik, der an diesem Tag zu Gast war und normalerweise Betriebsleiter auf der Fassmer-Werft ist, schlüpfte dabei in die Rolle des Arbeitsrichters, um den Konflikt beider Parteien zu lösen. Begonnen wurde mit einem Vergleich. Nach kurzem Hin und Her einigten sich die Kontrahenten und ihre Anwälte auf die Zahlung einer Abfindung. Dazu gehörte auch die Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrages. Alle Seiten schienen zufrieden. Der Arbeitgeber war seinen Arbeiter günstig und einfach los und dieser tröstete sich mit der auf den ersten Blick hohen Summe von zehn Monatsgehältern.
Alles in allem sei das eine Einigung, die für den Arbeitnehmer in diesem Fall sehr ungünstig ausgefallen wäre, erklärte Kuik anschließend den erstaunten Schülern, die auf der Arbeitnehmerseite standen. „Zehn Monatsgehälter sind nicht viel. Außerdem muss mit einer Sperre des Arbeitsamts gerechnet werden, da ja ein Aufhebungsvertrag unterzeichnet wurde“, erklärte der Betriebsleiter den Gymnasiasten.

Seit 2008 gibt es eine Kooperation zwischen dem Gymnasium Lemwerder und der Fassmer-Werft. Im Rahmen des Politik- und Wirtschaftsunterrichts können sich die Schüler eine Stunde lang dem Thema „Unternehmen“ so besonders handlungsorientiert nähern und Bekanntschaft mit den Grundlagen des Arbeitsrechts machen. Wie wichtig sowohl gründliche Recherche und überzeugende Argumentation als auch Korrespondenz oder Atteste dabei sind, lernten die Schüler so ganz besonders praxisnah an weiteren anschaulichen Beispielen.

 

 

 

 

 

Pressebericht im Weserkurier, 23. Oktober 2012

Aktiv gegen Mobbing

Ein Zehntel aller Schüler in Niedersachsen ist schon Opfer von Mobbing geworden. Für Lehrer ist die Form der Gewalt nicht leicht zu erkennen. Deshalb bildet die Landesschulbehörde Pädagogen fort, um das Problem anzugehen. An Lemwerderaner Schulen setzen die Kollegien insbesondere auf Streitschlichterprogramme und Sozialtraining.

VON ULLA UDEN UND BARBARA WENKE

121023wkMobbing2Wesermarsch. Rund zehn Prozent aller Schüler in Niedersachsen sind schon Opfer von Mobbing geworden. Die Folgen von Demütigungen und gewalttätigen Übergriffen einer Gruppe auf Einzelne sind dabei oft dramatisch: Opfer können in der körperlichen und geistigen Entwicklung eingeschränkt werden. Dabei ist Mobbing für Lehrer nicht leicht zu erkennen. Die Landesschulbehörde hat jetzt erneut Pädagogen aus der Region fortgebildet, um gegen dieses Problem vorzugehen.
Ein Ziel der Fortbildung ist es, Mobbing-Interventions-Teams (MIT) für die Schulen auszubilden. „Zwei bis vier Lehrer pro Schule werden als Spezialisten abgestellt. Sie lernen Methoden zur Prävention und Intervention“, erklärt Stefan Hühne von der Landesschulbehörde. „Sie können dann ihr Kollegium aufklären und den Klassenlehrern bei Mobbingfällen helfen.“ Außerdem sollen die Teams als Anlaufstelle für betroffene Schüler dienen. „Dafür haben wir gemeinsam mit Lehrern und Schulleitern die Möglichkeiten geschaffen“, erzählt Stefan Hühne.
Als Teil der Fortbildung stellen Polizei und Staatsanwaltschaft auch die rechtlichen Aspekte von Mobbing dar. „Es wurde geklärt, wo die Straftat beginnt und ab wann angezeigt werden muss“, erläutert Präventionsexpertin Ute Mescheder.
Der Umgang mit Mobbingfällen kann sehr unterschiedlich sein. „Es gibt zum Beispiel die „No-blame-Methode“, die auf Verständnis statt Anschuldigungen baut. Allerdings ist in manchen Fällen auch hartes Durchgreifen nötig“, betont Stefan Hühne. Durch Prävention und Eingreifen können aber nur die Symptome bekämpft werden. „Um Mobbing auszumerzen, müssen wir den Umgang an Schulen verändern“, so Stefan Hühne. Schüler müssten ein besseres Sozialverhalten lernen. Die Lösung seien Achtsamkeit und gegenseitige Wertschätzung.

Am Gymnasium Lemwerder werden diese Werte bereits seit Längerem großgeschrieben. Während der ersten drei Schuljahre sei kontinuierliches Sozialtraining in den Stundenplan eingebettet, verweist Schulleiterin Marianne Weigel auf aktive Mobbing-Prävention. In Klasse fünf würden die Jungen und Mädchen im Fach Religion zu den Themen Klassengemeinschaft, Selbstvertrauen, Streit , Streitschlichtung und Mobbing sensibilisiert. Im sechsten und siebten Jahrgang werde eng mit der Polizei zusammengearbeitet. Im Kollegium des noch jungen Gymnasiums sind bereits zwei geschulte Mobbing-Experten vertreten. „Außerdem beugt unser gutes, vertrauensvolles Schulklima Mobbing vor“, zeigt sich Weigel überzeugt. „Als kleine, aber starke Schule arbeiten wir eng mit den Eltern zusammen, sodass auch dadurch Konflikte schnell aufgefangen werden können.“

26 Lehrkräfte von sieben Schulen aus der Region wurden jüngst zu neuen MITs ausgebildet. Die Schulform spiele bei der Verbreitung von Mobbing keine Rolle, betont Stefan Hühne. „Das gibt es auf Gymnasien genauso wie in der Hauptschule. Bei Gymnasiasten finde es versteckter statt, sei dadurch aber nicht weniger schlimm.
Mobbing ist aber längst nicht mehr nur an weiterführenden Schulen ein Thema. Selbst Angela Waechter, Leiterin der Grundschule Lemwerder-Mitte, ist beruflich mit Mobbing in Kontakt gekommen. „Wir haben durchaus mit Internet-Mobbing zu tun gehabt“, räumt die Schulleiterin ein. Das ganze Kollegium habe sich gewundert, „wie früh das losging.“ In dem konkreten Fall sei Jürgen Zimmer, Präventionsbeamter am Polizeikommissariat Brake, hinzugerufen worden.
Das Nachweisen von Mobbing ist in den vergangenen Jahren mit der Verbreitung von sozialen Netzwerken wie Facebook noch schwerer geworden. Cybermobbing nennt sich diese Form, in der die Täter ihre Opfer in der Anonymität des Internets vorführen und beleidigen. „Viele Lehrer kennen soziale Netzwerke nicht aus ihrem Privatleben“, sagt Ute Mescheder vom Bildungsnetzwerk Wesermarsch. Eine Vertreterin der Landesmedienanstalt habe den Kollegen deshalb gezeigt, wie sich Internetseiten speichern und Schuldige so überführen lassen.
Die Grundschule Lemwerder-Mitte setzt auf ein Streitschlichterprogramm. „Wir versuchen, vorher einzugreifen, um Kleinigkeiten zu klären“, berichtet Streitschlichter-AG-Leiterin Anja Drees. Außerdem sei es schwierig zu erkennen, wo die Grenze „zwischen jemanden ärgern oder ein bisschen lästern“ und echtem Mobbing zu ziehen sei. „Mobbing läuft unterschwellig ab. In den wenigsten Fällen wird das nicht publik gemacht.“Anja Drees sieht ihre Bildungseinrichtung mit der Streitschlichter-AG auf einem guten Weg.
Seit 2007 bildet die Landesschulbehörde Lehrkräfte gegen Mobbing aus. Stefan Hühne ist deshalb überzeugt: „Heute stehen wir dem Problem nicht mehr unbedarft und hilflos gegenüber.“
„In manchen Fällen ist hartes Durchgreifen nötig.“

 

 

 

 

 

NWZ, 10. Mai 2012

Gymnasiasten erfolgreich bei Wettbewerb
Kulturabend
Vierter Platz bei Begabtenförderung des Bundespräsidenten

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120511nwzKulturabendLemwerder - Eine besondere Überraschung hatte Schulleiterin Marianne Weigel auf dem sechsten Kulturabend des Gymnasiums Lemwerder parat. Die verriet sie noch nicht gleich, denn zuvor gab es ein buntes Programm.
Schulband und Songgruppe hatten ihren Auftritt dieses Mal, noch bevor die Schulleiterin zum Mikrofon griff, vor gut besetzten Stuhlreihen, auf denen sich nicht nur Schulkameraden und Angehörige, sondern auch die französischen Gastschüler befanden.
Die Moderatoren des Abends waren Lisa Johanna Kersten und Alena Stolte, die die Gäste auch auf Französisch begrüßten. Die beiden neuen Vorsitzenden des Fördervereins, Gudrun Stolte und Rosita Menkens, nutzten anschließend die Gelegenheit sich vorzustellen, bevor es dann mit Catharina Bunke mit „River flows in you“ am Klavier weiter ging. Eine Teilgruppe der 6b gab mit einer szenischen Lesung aus „Nennt mich nicht Ismael“ einen Einblick in ihren Deutschunterricht.
Statt der Schüler füllte sich die Bühne anschließend mit den „Lutzlosen“, einer Gruppe von Lehrkräften, die mit „Short People“ bewies, dass sie neben dem Unterrichten auch singen kann.
Bei der Preisverleihung des diesjährigen „Känguru-Wettbewerbs“ wurden Jana Lintzen, 5b, und Kjell Schweneker, 6a, mit dritten Preisen bedacht. Fyn-Luca Stehmann und Lucas Westermeyer, beide 6a, errangen genau wie Jannik Evers aus der 7b zweite Preise für ihre Leistungen. Sie gehörten zu den insgesamt 60 Schülern, die sich an dem bundesweiten Mathewettbewerb beteiligten.
Die Überraschung des Abends war dann die frisch eingetroffene Nachricht über die erfolgreiche Teilnahme von Schülern der Begabtenförderung am Schulwettbewerb des Bundespräsidenten für Entwicklungspolitik. Von insgesamt 500 teilnehmenden Schulen konnte sich die Lemwerderaner Gruppe mit elf Schülern von der siebten bis zur zehnten Klasse mit den Themen „Fremdverstehen“ und „Perspektivenwechsel“ den bundesweit den 4. Platz und ein damit verbundenes Preisgeld von 100 Euro sichern.

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Die Norddeutsche WEM, Datum: 12.05.2012

Für Musik und Slapstick viel Beifall bekommen
Gymnasium Lemwerder präsentiert sechsten Kulturabend

VON GEORG JAUKEN

Lemwerder. Mobbing, Freundschaft, Zivilcourage und die Macht der Sprache. Das es auch bei der Behandlung ernster Themen unterhaltsam zugehen kann, bewiesen die Schüler die Klasse 6b jetzt beim Kulturabend des Gymnasiums Lemwerder. Ihre szenische Lesung aus dem Jugendroman „Nennt mich nicht Ismael" von Michael Gerard Bauers, in dem tragische Ereignissen, Slapstick-Einlagen und nahezu philosophische Betrachtungen unterhaltsam und lehrreich zugleich präsentiert werden, geriet zu einem mit viel Beifall belohnten Höhepunkt des Kulturabends in der Ernst-Rodiek-Halle.
Sprachwitz, so war zu erfahren, kann durchaus mächtiger sein als die Sprache der Fäuste. Dass es im Gymnasium nicht nur Schüler mit Sinn für die Macht der Sprache gibt, zeigte sich in einem anderen Programmpunkt.
Beim jährlichen „Känguru"-Wettbewerb der Mathematik im März sind logisches Denken, Strukturieren, Kombinieren und geometrisches Vorstellungsvermögen gefragt, und gleich eine ganze Reihe von Schülern der Jahrgänge sechs bis acht haben sich dabei in diesem Jahr durch besondere Leistungen hervorgetan.
Während des Kulturabends wurden sie dafür ausgezeichnet. An die Eltern erging die Einladung, es selbst einmal zu probieren. Auf der Rückseite des Programmheftes waren extra ein paar Beispielaufgaben abdruckt.
Nach musikalischen Einlagen etwa von Catharina Bunke am Klavier (River Flows in You), der Schulband (Angels) und dem unter dem Namen „Die Lutzlosen" firmierenden Lehrerkollegium (Short People) durfte das Moderatoren-Duo Lisa Johanna Kersten und Alena Stolte schließlich noch eine weitere Gruppe von Mitschülern auf die Bühne bitten.
Die elf Schüler der Klassen sechs bis zehn, die ihre Begabung und ihr Interesse an Geschichte in eine Arbeitsgemeinschaft zusammengeführt hat und mit Beiträgen zum Thema Afrika am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teilgenommen haben, wurden für ihren guten vierten Platz ausgezeichnet. Zum Schluss des sechsten Kulturabend des Gymnasiums gehörte die Bühne der Songgruppe, die für ihren flotten Auftritt mit viel Beifall bedacht wurde.

 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Die Norddeutsche WEM, Datum: 27.04.2012

Gymnasium Lemwerder: Gudrun Stolte und Rosita Menkens führen nun neuen Vorstand

 Aus für Förderverein abgewendet

Im zweiten Anlauf gelang es dem Förderverein des Gymnasiums Lemwerder, einen neuen Vorstand zu wählen. Damit hat die Mahnung der Gründungsvorsitzenden Renate Henrichs, dem Verein drohe das Aus, ihre Wirkung nicht verfehlt.

Von Georg Jauken

120427wkFoerdervereinLemwerder. Der Förderverein des Gymnasiums Lemwerder ist gerettet. Im zweiten Anlauf gelang es am Mittwochabend, einen neuen Vorstand zu wählen. Damit hat die im März ausgesprochene Mahnung der Gründungsvorsitzenden Renate Henrichs, dem Verein drohe das Aus, ihre Wirkung nicht verfehlt. "Dies ist die letzte Möglichkeit, den Förderverein vor seiner Auflösung zu retten", wiederholte sie in der Einladung zum zweiten Versuch innerhalb von zwei Monaten, eine ordnungsgemäße Jahreshauptversammlung durchzuführen.
Noch in der regulären Jahreshauptversammlung am 7. März hatten sich keine Bewerber gefunden. Weil Renate Henrichs, die zweite Vorsitzende Claudia Dähnhardt und mehrere weitere Vorstandsmitglieder nach Jahren ehrenamtlichen Engagements in dem Verein ihren Rückzug erklärten, stand die "Auflösung des Vereins" schon damals auf der Tagesordnung. "Der Förderverein kann nicht existieren, wenn es keinen Vorstand gibt", warnte Renate Henrichs damals. Doch weil niemand von den anwesenden Mitgliedern die Abwicklung des Vereins zum Ende des laufenden Schuljahres wollte, einigte man sich am Ende auf einen Aufschub der Entscheidung.

Große Erleichterung

Sechs Wochen später gelang es nun, den Verein zu retten. Zu verdanken ist das vor allem Gudrun Stolte und Rosita Menkens, die sich zwischenzeitlich mit Renate Henrichs über die anstehenden Aufgaben verständigt und schließlich ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt hatten. Entsprechend groß war die Erleichterung unter den 30 Vereinsmitgliedern in der Versammlung am Mittwochabend. Nur 17 Minuten nach Eröffnung der Sitzung waren die neuen Vorsitzenden einstimmig gewählt und die Grundlage geschaffen, damit sich weitere Bewerberinnen zur Verfügung stellten. Nachdem Sabine Eisenhauer in ihrem Amt als Kassiererin bestätigt wurde und mit Andrea Ruf und Susanne Stehmann (Wiederwahl) sowie Claudia Dähnhardt, Anja Schläger, Karin Wohlers und Birgit Jordemann genügend Beisitzerinnen für einen arbeitsfähigen Vorstand gefunden waren, wurde die vom bisherigen Vorstand angeregte Satzungsänderung, wonach der Vorstand künftig bei Anwesenheit von zwei statt fünf Mitgliedern beschlussfähig sein sollte, kurzerhand abgeblasen. Aufgabe des neuen Vorstandes wird es nun sein, das Gymnasium Lemwerder auf dem angestrebten Weg zu einer Ganztagsschule zu begleiten.
Um sich zwischendurch austoben zu können, wünschen sich die Schüler unter anderem einen Tischkicker. Schon im März hatte Schulleiterin Marianne Weigel darauf hingewiesen, wie wichtig der Förderverein sei, da dem Gymnasium nach Abschluss der Aufbauphase nur noch 1800 Euro vom Schulträger für größere Anschaffungen zur Verfügung stünden. Bislang hatte der Förderverein Keyboards für den Musikunterricht, Material, das ältere Schüler benutzen, um Schülern der unteren Jahrgänge Nachhilfe zu erteilen, Auszeichnungen für besondere Leistungen, Zuschüsse für Gruppenfahrten und andere Anschaffungen und Aktivitäten finanziert, für die der Schuletat nicht ausreichte. Außerdem konnten etliche Spenden eingeworben und dem Gymnasium zur Verfügung gestellt werden. Ohne Förderverein wäre das alles nicht möglich gewesen, hieß es.

 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Die Norddeutsche WEM, Datum: 20.04.2012

Einführung ins Thema Regenerative Energien / Gymnasiasten sägen, bohren, löten

Schüler basteln Solarmobile

Die Siebtklässler des Gymnasiums werden sich mit dem Thema Regenerative Energien beschäftigen. In dieser Woche erhielten sie eine praktische Einweisung. Zwei Mitarbeiter des EWE-Mobils aus Edewecht bauten mit den Jungen und Mädchen Windmessgeräte, Kurbelleuchten und Solarmobile.

Von Barbara Wenke

120420wkEWEMobilLemwerder. Emsig arbeitet eine Handvoll Siebtklässler an kleinen roten Solarmobilen. Die Jungen und Mädchen ziehen Schrauben fest, bauen Räder an und vergleichen ihre Arbeiten mit der vor ihnen liegenden Bauanleitung. Einigen fehlen nur noch die Kabel, die die Solarzellen mit dem Motor des Fahrzeugs verbinden. Sobald die Lücke geschlossen ist, können die Handteller großen Mobile fahren.
Karl-Heinz Raczek demonstriert an einem fertig Modell, wie sich die Fahrzeuge später fortbewegen können. Der EWE-Mitarbeiter ist diese Woche gemeinsam mit seiner Kollegin Stephanie Meißner am Gymnasium, um die Siebtklässler praktisch in das Thema regenerative Energien einzuführen. "Wenn wir wieder weg sind, wird das Thema im Unterricht aufgegriffen", weiß Raczek. Der Projekttag biete dabei nicht nur Fortsetzungmöglichkeiten für den Physikunterricht. Im Fach Deutsch oder Englisch hätten andere Schulen auch schon einen Tagesablauf beschreiben lassen, erzählt der Mann, der außerhalb der Schulferien jede Woche an einer anderen Schule in und um Oldenburg unterwegs ist. Im Geographie-Unterricht könne zudem über Windräder gesprochen werden.
In Lemwerder haben sich die beiden siebten Klassen am Dienstag und Mittwoch praktisch mit dem Thema regenerative Energien auseinandergesetzt. Zwei Tage lang entstanden Windmessgeräte, sogenannte Computeranemometer, Mini-Windräder, Kurbelleuchten, Solarboote und die fahrenden Buggys.

Späne bedecken die Arbeitstische

Die EWE stellte Sägen, Bohrer, Schraubendreher und Lötkolben zur Verfügung. Doch die Schüler mussten sich das Material selbst zuschneiden, Gewinde einfügen und die passenden Schrauben heraussuchen. "Das sind unter anderem Grundlagen für die Holz- und Metallverarbeitung", erzählt Raczek. Gerade Gymnasiasten kämen häufig nicht mehr dazu, eigene praktische Erfahrungen zu sammeln. "Einige hatten noch nie einen Bohrer in der Hand", hat der Projektleiter erfahren. Am Gymnasium Lemwerder kamen diese Woche alle Siebtklässler in den Genuss des Tüftelns.
Gestern gab es zudem einen Bonus. Einige Schüler durften sich ein zweites Solarmobil bauen. Da die Schule nur zweizügig ist, das heißt, der siebte Jahrgang nur aus zwei Klassen besteht, durfte ein gutes Dutzend an Naturwissenschaften besonders interessierter Jungen und Mädchen am dritten Tag der EWE-Anwesenheit noch einmal ein Fahrzeug, eine Leuchte und ein Messgerät zusammensetzen.
In Svenja und Jannik fand die Unterrichtseinheit zwei begeisterte Anhänger. "Ich find' Basteln toll", erzählt die Siebtklässlerin. "Zu Hause stelle ich gerne mein Zimmer um, nehme die Möbel auseinander und baue sie dann wieder zusammen." Auch Jannik bastelt in den eigenen vier Wänden - allerdings mit Holz. Nachdem er während der ersten Unterrichtseinheit der EWE eine Kurbelleuchte gebaut hat, entschied sich der Lemwerderaner gestern Morgen für einen Solarbuggy.
Dafür musste er lange rote Lochstreifen aus Plastik auf die richtige Länge kürzen, einige Löcher in ihrer Größe verändern und den Röhren mit einem Spezialbohrer Gewinde verpassen. Feine rote Plastikspäne bedeckte gegen Mittag die Arbeitstische. Am Ende hielt jeder Siebtklässler eine eigene Kreation in Händen, die im Sonnenschein auf der Fensterbank sofort auf ihre Tauglichkeit geprüft wurde.

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Die Norddeutsche WEM, Seite: 5, Datum: 21.02.2012

Unterricht zum Ausprobieren
Großer Andrang beim Tag der offenen Tür des Gymnasiums / Zahlreiche Mitmachangebote

Von Christian Pfeiff

Lemwerder. Der jährliche "Tag der offenen Tür" hat sich im Schulleben des Lemwerderaner Gymnasiums institutionalisiert. Trotz demografisch bedingt rückläufiger Schülerzahlen kann die Schule hierbei konstant ansteigende Besucherzahlen verzeichnen.
120221wkTdoT"Es kommen mittlerweile nicht mehr ausschließlich angehende Gymnasiasten, sondern ebenso auch Familienmitglieder und Freunde höherer Jahrgangsstufen sowie Interessierte, die sich das Innenleben unserer Schule einmal aus nächster Nähe ansehen wollen", erklärt der stellvertretende Schulleiter Thomas Reinsch.
Kongruent zum quantitativen Publikumsinteresse erhöht sich auch jährlich die Anzahl von Lehrern und Schülern gleichermaßen vorbereiteter und durchgeführter Präsentations- und Mitmachangebote für die kleinen und größeren Besucher. Ein großer Teil dieser Angebote entstammt direkt aktuellen Unterrichtsinhalten oder weist zumindest direkten Bezug zu diesen auf.
Im Naturwissenschaftsraum laden zahlreiche Versuchsaufbauten aller naturwissenschaftlichen Disziplinen die Besucher zum hemmungslosen Experimentieren, sofern diese nicht gerade einer der von den fünften Klassen durchgeführten Schulführungen, den englischsprachigen Sketchaufführungen oder Afrikavorträgen der Sechstklässler beiwohnen.
In den Klassenräumen der siebten Jahrgänge laden unter anderem "Click-Its" dazu ein, mathematisch zu berechnende Körper selbst zu konstruieren und somit beispielsweise einen Tetraeder sogleich plastisch vor Augen zu haben.
Wer seiner Kreativität lieber künstlerisch freien Lauf lassen möchte, kann dies unter anderem im Kunstraum beim "Geisterbasteln" tun. Zahlreiche über das gesamte Schulgebäude verteilte Plakate, Schautafeln und Mappen informieren darüber hinaus unter anderem über Praktikumserfahrungen höherer Jahrgänge, das Bremerhavener Klimahaus sowie über das Projekt "Schüler unterrichten Schüler". Selbstverständlich kamen auch Angebote für das leibliche Wohl nicht zu kurz.
"Im Gegensatz zu meiner eigenen Schulzeit haben sich die Formen der schulischen Wissensvermittlung stark verändert, sind lebendiger und mitreißender geworden", konstatiert auch Reinsch angesichts des bunten Treibens in der Aula und in den Klassenräumen.
Mit einem besonderen Lob bedenkt er zudem das enthusiastische Engagement vor allem der jungen Lehrkräfte des Hauses. Hinter diesem wollen selbstredend auch die Schüler nicht zurückstehen: Neben erwähnten Schau- und Mitmachangeboten beantworten auch sie Besuchern aller Altersklassen bereitwillig, geduldig und souverän deren Fragen zu den Inhalten des Unterrichts sowie den Gepflogenheiten des Hauses.

 

 

 

 

 

NWZ vom 21. Februar 2012

Brauseraketen am Schnuppertag
Lemwerderaner Gymnasium stellt sich vor

von Gabriele Bode

120221nwzTdoTLemwerder - Um den Viertklässlern die Schulwahl zu erleichtern hat das Gymnasium Lemwerder wieder zu einem Schnuppertag eingeladen. Dabei wurde den Grundschülern nicht nur mit Probestunden in Latein, Französisch oder Physik ein Einblick in das Schulleben gegeben. Alle Jahrgänge hatten sich etwas Eigenes ausgedacht.
Dass zum Beispiel Matheunterricht keinesfalls trockenes Rechnen sein muss, bewiesen die Schüler der 5. Klassen. „Obwohl die Kinder erst ein halbes Jahr hier sind, haben sie sich die vielen Stationen in den beiden Klassenräumen alle selber überlegt“, freute sich Mathelehrerin Astrid Lehmann. Mit „Clickits“ wurden Geometrische Körper gebastelt, Felix und Omsin hatten sich ein Würfelspiel ausgedacht oder es gab ein „Fantastisches Memory“.
Julian nutzte die Gelegenheit, sich an einem der Geobretter auszuprobieren. Ganz sicher, ob er nach den Sommerferien auf das Gymnasium der Nachbargemeinde oder doch lieber nach Brake gehen möchte, ist sich der Comenius-Schüler noch nicht. Madita, die momentan die Grundschule in Ganspe besucht, gefällt es jedoch nach den Probestunden gut in Lemwerder; nur die Wahl der Fremdsprache muss sie sich noch durch den Kopf gehen lassen.
Im Eingangsbereich des Gymnasiums hängten Jesko und Nils noch schnell einige Werbeschilder für die englischen Sketche auf, die ihre Klassenkameraden der 6b gemeinsam mit Lehrer Ingo Gerdes einstudiert hatten. Im Kunstraum konnten Geister gebastelt werden, und im Naturwissenschaftsraum gab es viele wissenschaftliche Experimente. Dazu gehörten selbst gebaute Brauseraketen genauso wie das Blutdruckmessen oder der Gang mit einer „Alkoholbrille“ durch einen Hütchenparcours.
Schulleiter Thomas Reinsch erwartet in den nächsten Jahren höchstens eine Zweizügigkeit. „Mehr geben die zurückgehenden Kinderzahlen einfach nicht her. Mit jeweils rund 25 Schülern werden die Klassen eine angenehme Größe haben“, erklärte er. Anmeldungen für das kommende Schuljahr sind am 9. Juli von 14 bis 18 Uhr oder am 10. Juli zwischen 8 und 12 Uhr im Sekretariat möglich.

 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche WEM, Seite: 5 vom 13.02.2012

Gymnasiasten lernen von Azubis
Nachwuchs der Softwarefirma Akquinet SLS wirkt am Informatikunterricht mit

Souveräner Umgang mit dem Computer und vielfältige Internetaktivitäten scheinen wie selbstverständlich zur Biographie heutiger Heranwachsender zu gehören. Softwareunternehmen dürfte es also eigentlich nicht an Fachkräftenachwuchs ermangeln, sollte man meinen.

Von CHRISTIAN PFEIFF

120213wkInformatikAGLemwerder. Thomas Henning, Leiter der Berner Zweigstelle des Softwareunternehmens Akquinet SLS, hat indes andere Erfahrungen gesammelt: "Wir erhalten insgesamt zwar sehr viele Bewerbungen auf unsere Ausbildungs- und Stellenangebote, die meisten Bewerber stammen jedoch von außerhalb. Aus der Wesermarsch ist kaum mal jemand dabei", bedauert Henning.
Diese Erfahrung bewegte Henning zu einem unorthodoxen Schritt: Seit Mitte 2011 wirkt seine Firma an der Gestaltung des Informatikunterrichts des zehnten Jahrgangs des Gymnasiums Lemwerder mit. "Natürlich stellte sich mir die Frage, was man als Unternehmer diesbezüglich selbst für seine Heimatregion tun kann", gibt Henning Auskunft über seine Beweggründe. Die Wahl des Kooperationspartners fußt unter anderem auf familiären Hintergründen: "Meine beiden Söhne besuchen selbst dieses Gymnasium, eine gewisse Verbundenheit war also bereits im Vorfeld gegeben." Mit Ausnahme des schulinternen Fachlehrers Heiko Gawronski sind die Lehrenden des Informatikunterrichts dabei selbst noch Lernende: Die Gestaltung des Unterrichts übernehmen Auszubildende und künftige Absolventen dualer Studiengänge, die derzeit in dem Berner Softwareunternehmen mindestens den praktischen Anteil ihrer Berufsausbildung absolvieren.
Nicht nur nach Ansicht von Henning und dem stellvertretenden Schulleiter Thomas Reinsch, auch laut Meinung der Schüler und Lehrenden stellt diese Situation für alle Beteiligten eine sogenannte Win-Win-Situation dar, von der alle Beteiligten gleichermaßen profitieren.
Während die Schüler ihre Computer- und Softwarekenntnisse aus erster Hand von Lehrenden erwerben, die direkten Branchenkontakt pflegen und nicht viel älter sind als die Schüler, festigen die Lehrenden durch die altersgerechte Aufarbeitung und Weitervermittlung des Stoffes ihre Kompetenzen und Fähigkeiten.
Reinsch fügt darüber hinaus an, dass dieses zukunftsträchtige Wissensgebiet durch die Kooperation mit dem Unternehmen für die Schüler an Attraktivität gewonnen habe: Eine Informationsveranstaltung von Gawronski und einem dualen Studenten der Akquinet SLS habe im Vorjahr zu einer starken Anwahl des Informatikunterrichts geführt. "Wir schätzen den Gewinn für unsere Schüler sehr hoch ein und haben ein starkes Interesse daran, diese Kooperation langfristig fortzuführen und das Lehrangebot zudem auf weitere Jahrgangsstufen auszuweiten."

Smartphone-App als nächste Aufgabe

Diese positive Resonanz bekommt auch Henning zu spüren: "Im Vorjahr absolvierte erstmals eine Schülerin aus der Wesermarsch ein Praktikum in unserer Firma", gibt der Softwareunternehmer erfreut zu Protokoll.
Das weit verbreitete Klischee, dass der technische Umgang mit Computern vornehmlich eine Männerdomäne darstelle, findet in der Kurszusammensetzung keine Bestätigung: Nicht nur seitens der Schüler, auch auf Seiten der Lehrenden ergibt sich ein ausgewogenes Verhältnis.
Neben dem Umgang mit Programmiersprachen und entsprechender Hilfesoftware erwerben die Schüler auch Hardwarekenntnisse: "Die erste Lehreinheit bestand darin, einen PC aufzuschrauben und in seine Einzelteile zu zerlegen, um auch mal einen detaillierten Einblick in das Innenleben dieser Geräte zu erhalten", erklärt Gawronski. Es folgten Unterrichtseinheiten in Programmiersprachen wie HTML, Java und CSS, mit deren Hilfe die Schüler erste eigene Homepages programmierten. Neben virtuellen persönlichen Steckbriefen der Lernenden entstand so auch eine schulinterne "Praktikums-Homepage", deren Nutzung auch langfristig anvisiert ist: "Unsere Idee ist, alle Praktikumsberichte unserer Schüler auf diese Seite zu stellen, so dass auch kommende Jahrgänge hinsichtlich ihrer eigenen Praktikumswahl von den dort zu lesenden Erfahrungen und Erkenntnissen profitieren können", erklärt Reinsch .
Der Öffentlichkeit bleiben diese Schülerdaten hingegen verborgen: Die Seiten sind verschlüsselt, für den Zugang wird ein spezielles Passwort benötigt. Darüber hinaus stellt die Frage nach Sicherheit im Internet und der sorgsame Umgang mit sensiblen persönlichen Daten im Informatikunterricht einen eher untergeordneten Aspekt dar, dessen Behandlung laut Reinsch hingegen durch ein zusätzliches Lehrangebot in Zusammenarbeit mit Experten der Polizei ebenfalls abgedeckt werde.
Auf die Informatikschüler wartet bereits die nächste Aufgabe: In den kommenden Wochen sollen sie das Programmieren von Smartphone-Apps erlernen. Ob das klappt? Noch sind die Gymnasiasten ein wenig skeptisch, doch Heiko Gawronski ist von ihren Fähigkeiten überzeugt.
 

 

 

 

 

 

NWZ vom 9. Februar 2012

Schüler programmieren eigene Internetseite

Bildung Arbeitsgemeinschaft am Gymnasium Lemwerder in Kooperation mit Akquinet – Auszubildende helfen mit

von Friederike Liebscher

120209nwzInformatikAGLemwerder - CSS, Java-Script und HTML – das alles sind Programmiersprachen für Computerprogramme. Für einige Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse am Gymnasium Lemwerder sind diese Fachbegriffe längst nichts Neues mehr.
Schon seit dem vergangenen Schuljahr nehmen sie an einer Informatik-Arbeitsgemeinschaft (AG) teil. Diese wird in einer Kooperation der Firma Akquinet aus Berne angeboten. Deren Auszubildenden unterstützen den Unterricht von Fachlehrer Dr. Heiko Gawronski. Am Donnerstag waren Daniel Lohr und Sandra Albers in der AG. Beide machen eine Ausbildung zum Fachinformatiker und Anwendungsentwickler. Daniel Lohr studiert außerdem Wirtschaftsinformatik an der Universität Oldenburg. Beide finden ihre Arbeit in der Informatik-AG hilfreich. „Wir lernen, Fachwissen verständlich und geduldig zu erklären. Unser eigenes Wissen wird dabei gefestigt“, erklärte Daniel Lohr.
Das sieht auch Thomas Henning von der Firma Akquinet so. „Wir wollen auf diese Weise versuchen, den Schülern das Thema Informatik nahezubringen. Bewerbungen auf unsere Ausbildungsplätze kommen nur selten hier aus der Region. Das würden wir gern ändern“, ergänzte er. Außerdem besuchen seine beiden Söhne das Gymnasium Lemwerder.
Die Schülerinnen und Schüler haben sich gründlich mit dem Thema Computer beschäftigt. Zu Beginn des Kurses haben sie ein Gerät auseinandergenommen und wieder zusammengebaut. Mittlerweile haben sie sich so weit in das Thema eingearbeitet, dass sie konkrete Projektideen entwerfen. So soll zum Beispiel ein Programm entstehen, mit dem alle Schüler einen Einblick in ihr Betriebspraktikum auf einer Internetseite geben. Thomas Reinsch, stellvertretender Schulleiter, ist von der Informatik-AG überzeugt. „Wir haben die Lehrerstundenzahl für diesen Kurs erhöht und werden das auch so beibehalten“, sagte er am Donnerstag.

 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche WEM, Seite: 6 vom 19.01.2012

Das Thema: Liebe und Sexualität

Polizei und Awo organisieren Projekttag für Gymnasiasten / Rege Diskussionen und Tipps zum Anbaggern

Von Barbara Wenke

Freundschaft - mit den Jahren wandelt sich ihre Bedeutung vom kindlichen Spielkameraden zum festen Partner. Begriffe wie Liebe und Sexualität gewinnen in der Jugend an Bedeutung. Das Gymnasium Lemwerder geht das Thema in diesem Schuljahr erstmals mit einem Projekttag an. Gestern füllte die Klasse 8a die Begriffe mit Leben, heute sind die Mädchen und Jungen der 8b an der Reihe.

120119wkFreundschaftLiebeSexualitaetLemwerder. Ein Mädchen auf dem Weg durch die Stadt. Von überall her hallen ihm Satzfetzen nach. "Hey." "Geiler Hintern." Pfiffe. Das Mädchen eilt weiter. Szenenwechsel. Eine Jugendliche sitzt im Treppenhaus, abseits einer Party oder Diskotanzfläche. Ein Junge setzt sich ungefragt dazu, nimmt es in den Arm, drückt es an sich. Das Mädchen schubst ihn weg, steht auf, geht zur Toilette. Der Junge folgt, drängt dem Mädchen durch die Tür nach. Glücklicherweise kommt die Freundin der Bedrängten. Der Junge verlässt den Raum.
In der Runde der 28 Lemwerderaner Achtklässler, die sich gerade diese und weitere Szenen von belästigten Mädchen angehört und auf einer Leinwand angeschaut haben, herrscht einen Augenblick lang Stille. Dann teilen sie sich in zwei Gruppen. Die Jungen gehen mit Lehrer Oliver Meyer und Polizist Jürgen Zimmer ein Stockwerk höher. Die Mädchen der Klasse 8a verbleiben mit Lehrerin Astrid Lehmann und Awo-Beraterin Susanne Blümer im Saal der katholischen Kirche.
Zweieinhalb Stunden lang haben sie sich an diesem Tag bereits gefragt, was sexuelle Gewalt ist. Das Gymnasium hat für sie eigens einen Projekttag unter dem Namen "Freundschaft - Liebe und Sexualität" auf die Beine gestellt. Geleitet werden die Diskussionen von Susanne Blümer von der Familienberatungsstelle der Awo in Brake sowie von Jürgen Zimmer, der bei der Braker Polizei zuständig ist für Präventionsarbeit.
"Zuerst ist es ja noch lustig" Die Mädchen steigen sofort in eine lebhafte Diskussion ein. Das Problem, sagt eine Schülerin, sei, dass man von vielen Situationen überrumpelt werde. "Im Nachhinein fallen einem immer gute Sprüche ein. Aber in der Situation ist man so geschockt." Das Hinterherrufen haben fast alle Achtklässlerinnen schon am eigenen Leib erfahren. Zuerst könne es sogar noch ganz lustig sein, räumt ein Mädchen ein. "Aber die Jungs wissen nicht, wann Schluss ist. Irgendwann wird's dämlich." Sprüche wie "Ich hab' meine Handynummer vergessen, krieg ich Deine" oder "Deine Augen passen zu meiner Bettwäsche" sprächen kein Mädchen an. Das war der Hinweis für Susanne Blümer. "Gibt es auch eine gute Form von Anmache?", will sie von den Mädchen wissen. Dann stellte die Gruppe "Tipps zum Anbaggern" zusammen. Originell und persönlich sollte die Ansprache sein, war sich das weibliche Geschlecht gestern Morgen einig. Bei der Kontaktaufnahme sollten die Jungs einen Mindestabstand von einer Armlänge einhalten. Jeder Zentimeter näher fühle sich wie ein Bedrängen an. Zitate aus Werbung oder Filmen zählen nicht zu den originellen Einfällen.
Ganz so unbefangen wie ihre weiblichen Altersgenossen gingen die Jungen gestern nicht mit dem Thema um. Jürgen Zimmer übernahm immer wieder die Gesprächsführung, fasste die in den Raum geworfenen Satzfetzen zu formulierten Ideen zusammen. Warum sich Jungen so verhalten, wie von den Referenten im Film vorgeführt, war ihnen aber schnell klar. Stichwörter wie "cool sein in der Clique" oder "Aufmerksamkeit erregen" machten die Runde.
Doch im Gespräch wurde auch deutlich: Die Haltung gilt nicht für alle Jungen. Einige, die einem gewissen Gruppenzwang ausgesetzt sind, fühlen sich auch mies. Und andere, die zu ihrer Freundschaft zu einem bedrängten Mädchen stehen und vielleicht sogar mit ihm zusammen den Ort des Geschehens verlassen, fühlen sich anschließend gar ein wenig stolz.
Wo beginnen sexuelle Übergriffe? Susanne Blümer und Jürgen Zimmer hatten den Jugendlichen zu Beginn des Projekttages einige Szenen beschrieben. Die Meinungen darüber gingen auseinander. Was sexuelle Übergriffe sind, hängt von der Sichtweise des Opfers ab, war das Fazit der Gruppe. Was manch eine oder einer noch akzeptiere, könnte für den nächsten bereits eine völlig inakzeptable Grenzverletzung sein.
Begonnen hatte der Projekttag mit einigen Rollenspielen und Tipps der Referenten, zum richtigen Verhalten in Notsituationen. Wichtig seien die drei "L"s, betonten Jürgen Zimmer: Licht, Lärm, Leute. Wann immer möglich, sollten bedrängte Personen versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Werde man ungebeten angefasst, sei es besser zu sagen, "Nehmen sie ihre Hand von meinem Knie" als "Lassen sie das". Im zweiten Fall wisse kein Passant, was gemeint ist. In einem annähernd leeren Bus, sei der beste Platz nah beim Fahrer und immer am Gang, denn dort könne man nicht eingedrängt werden.
Würden sie beispielsweise auf einer einsamen Straße von einem langsam fahrenden Auto verfolgt, könnten die Jugendlichen per Handy die Polizei informieren, das Kennzeichen durchgeben und um Hilfe bitten. "Ganz ehrlich?" Ungläubiges Staunen bei einem Mädchen. "Ich glaube nicht, dass ein Polizist das Kennzeichen überprüft." Zimmer räumte ein, dass es auch bei der Polizei schwarze Schafe geben mag, doch er ist überzeugt, dass die Beamten helfen, wenn die Anruferin glaubhaft versichert, Angst zu haben. "Ich finde es gut, dass der Tag heute nicht auf Sexualkunde basierte, sondern auf der sozialen Ebene", sagte eine Teilnehmerin, der der Vormittag sichtbar gefallen hat.

 

 

 

 

 

NWZ, 07. Juli 2011

Spannende Jahre am neuen Gymnasium
Abschluss: Seit Gründung 2005 bis zum Abschluss dabei –
Lob vom Landrat

Auch die Schulleiter Marianne Weigel und Thomas Reinsch gratulierten dem Jahrgang.

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110707nwzEntlassungLemwerder - Für die drei zehnten Klassen des Gymnasiums endete die Schulzeit in Lemwerder mit einer feierlichen Zeugnisübergabe in der Aula. Es ist der erste Jahrgang, der die Schule komplett von der fünften bis zur zehnten Klasse durchlaufen hat.
Landrat Michael Höbrink, Bürgermeister Hans- Joachim Beckmann und Elternsprecherin Marion Gerdes ließen es sich nicht nehmen, den Schülern für ihren neuen Lebensabschnitt alles Gute zu wünschen. In einem Rückblick erinnerten sie nochmals an die vielen Geschehnisse, die die Schüler an dem 2005 ganz neu gegründeten Gymnasium durchlebten „… und die alle hervorragend gemeistert hatten“, wie die Schulleiterin Marianne Weigel betonte.
Zu einer sehr unschönen Erinnerung gehört gewiss die Schließung des Gebäudes wegen Asbest rund sieben Monate nach der Eröffnung. Nach inzwischen sechs Jahren ist von den Anfangsschwierigkeiten aber nichts mehr zu merken. Am Gebäude hat sich durch Sanierung und Anbau viel verändert und der Schulbetrieb läuft in ruhigen Bahnen.
2005 begrüßte Marianne Weigel ihre damaligen Schüler mit: „Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.“ Die Reise wollte sie bis zur Beendigung der zehnten Klasse mit den Schülern gemeinsam gehen und packte symbolisch eine Reisetasche. Landkarte, Flöte, Uhr oder Wörterbuch gehörten zu den Dingen, die Fächer wie Erdkunde, Musik, Geschichte oder Sprachen darstellen sollten. Aber auch die beiden Schulsprecher, Jan Eisenhauer und Kim Kläner, hatten eine Tasche gepackt: für die Lehrerschaft. Dinge wie Kaffee zum Munterbleiben, Muskelcreme für die Sportlehrer, Traubenzucker gegen fehlende Energie oder Entspannungsbäder befanden sich darin.
Danach wurden sämtlichen Schülern von ihren Klassenlehrern auf der Bühne ihre Abschlusszeugnisse überreicht. Die Lehrer der 10b hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen und riefen ihre Schüler nicht namentlich auf, sondern beschrieben nur ihre speziellen Eigenarten. Sehr treffend, denn alle erkannten sich sofort wieder – oft bevor die Lehrer zu Ende gesprochen hatten.

 

 

 

 

 

NWZ, 21. Juni 2011

Wo Kinder nicht als Kinder leben können
Hilfsprojekt Klasse 8 a des Lemwerderaner Gymnasiums
engagiert sich für Misereor

Johannes Schaaf referierte über das Kinderhilfsprojekt Misereor vor der Klasse 8a.

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110702nwzMisereorLemwerder - Im Religionsunterricht des Gymnasiums Lemwerder stellte Lehrerin Stephanie Schoe vor zwei Jahren ihren Schülern die Aufgabe, herauszufinden welche Kinderhilfsprojekte es gibt. Ein Thema, für das sich besonders Dario Scholz und Klaus-Wilhelm Nettmann sehr interessierten. Sie stießen im Internet auf das Hilfswerk Misereor und stellten es ihren Klassenkameraden vor. Beim nächsten „Tag der offenen Tür“ wollten die Kinder durch den Verkauf von Milchshakes und Kuchen Geld sammeln, um die Kinder in Brasilien über die Hilfsorganisation damit zu unterstützen.
Inzwischen haben die Schüler persönlichen Kontakt zu Misereor aufgenommen. Damit auch alle Schulkameraden wissen, worum es dabei geht, war Johannes Schaaf als Vertreter der Organisation extra aus Aachen angereist und berichtete zwei Stunden über Slums und Armut in den Großstädten Brasiliens. „Alkohol, Drogen und nicht zuletzt die räumliche Enge in den winzigen Baracken treiben die Kinder häufig aus dem Elternhaus und lassen sie zu Straßenkindern werden“, berichtete Johannes Schaaf und machte gleichzeitig klar, dass das Konsumverhalten bei uns viel dazu beiträgt. Riesige Flächen werden von Großgrundbesitzern mit Zuckerrohr bepflanzt, um den steigenden Bedarf an Biotreibstoff zu decken.
„Die Aktion der 8a soll nun zum Dauerschulprojekt werden“, erklärte die Religionslehrerin. „Aber erst muss es von der Gesamtschulkonferenz genehmigt werden.“ Danach wollen alle nach Ideen suchen, um die Hilfsaktion auszuweiten.

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, vom 22.06.2011

Gymnasium zum Kennenlernen und Ausprobieren

Von Christian Kosak

110622wkTdoTLemwerder. Unter dem Motto "kurze Wege für kurze Beine" gab es am Sonnabend einen Tag der offenen Tür im Gymnasium Lemwerder. Sei 2005 existiert dieses Gymnasium. Für die Grundschüler aus der näheren Umgebung ist dieser Tag als Gelegenheit zum Ausprobieren und Kennenlernen gedacht. Wer wollte, konnte am Physikunterricht teilnehmen. Das Thema war "Optik". Mit Spiegel, Geodreieck und einer kleinen Figur wurde gemessen, gerechnet, und auf einem Arbeitsbogen wurden im besten Falle die richtigen Antworten notiert. "Wir sind praktisch eine Ganztagsschule", erzählt Schulleiterin Marianne Weigel. Zwar fehle uns der entsprechende Status, aber die Unterrichtsformen bis zur zehnten Klasse seien wie bei einer Ganztagsschule angelegt.
Auch viele Eltern nutzten die Möglichkeit, um sich rundum zu informieren, denn die ersten Schulempfehlungen der Grundschule sind schon da. Ab der fünften Klasse geht es dann auch gleich mit einer weiteren Fremdsprache los, ob es dann Französisch oder doch Latein sein soll, konnte während diesem Tag auch schon mal beschnuppert werden. Bei Erdbeershakes und Waffeln konnten die ersten Eindrücke verarbeitet werden. Weitere Informationen zum Förderverein der Schule und zu Schulausflügen gab es im Rahmen ausgestellten Materials oder einer Diaschau. Im nächsten Jahr wird es zwei fünfte Klassen geben. Anmeldungen für den fünften Jahrgang sind am Montag, 27. Juni, von 14 Uhr bis 18 Uhr und am Dienstag 28. Juni, von 8 Uhr bis 12 Uhr jeweils im Sekretariat der Schule abzugeben. Mitzubringen sind des Weiteren die Schulempfehlung, die beiden letzten Zeugnisse als Kopie und die Geburtsurkunde zur Einsicht.

 

 

 

 

 

NWZ, 21. Juni 2011

Milchshake und Muffins versüßen den Schnuppertag
Tag der offenen Tür am Gymnasium soll künftige
Schülerinnen und Schüler neugierig machen

110622nwzTdoTLemwerder - Um den künftigen Fünftklässlern schon einmal einen kleinen Einblick in das Schulleben zu geben, hat das Gymnasium Lemwerder jetzt einen Tag der offenen Tür angeboten. Ein buntes Programm mit viel Wissenswertem, Unterhaltung und auch Gaumenfreuden gehörte dazu.
„Dieser Tag soll dazu dienen, Vorfreude zu entwickeln, eventuelle Ängste ab- und positive Spannung auf die folgende Zeit aufzubauen“, erklärte der stellvertretende Schulleiter Thomas Reinsch. Damit die Wahl der zweiten Fremdsprache leichter wird, gab es am Morgen Schnupperstunden in Französisch und Latein. Auch an einer Physikstunde konnten die Grundschüler schon einmal teilnehmen.
Danach veranstalteten Schüler Führungen durch das Gebäude. Es gab Einblicke in die Mathewerkstatt mit einem Quizz. Besonders die geometrischen Formen zum Zusammenstecken hatten es Julia und ihrem Vater angetan. Sie gehört zu den zukünftigen Schülerinnen des Gymnasiums. Andere bevorzugten dagegen den Naturwissenschaftsraum. Dort gab es viel über Insekten zu erforschen. Englischlehrer Oliver Meyer stellte mit Hadija und Laura die selbstgestaltete, englische Zeitung der 7a mit allerlei Mode- und Promminews vor.
Später konnten sich Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern in der Pausenhalle zwischen Infotafeln und Schachtelmonstern aus dem Kunstunterricht mit Waffeln, Muffins, Milchshakes oder am Büfett des Fördervereins stärken.

 

 

 

 

 

NWZ vom 21. Mai 2011

Rocken auch mit der Querflöte
Musik Schülerband des Gymnasiums probt alle zwei Wochen gemeinsam

Die fünf Schüler träumen von einem Auftritt in der Begu Lemwerder.
Ihre Stücke wählen sie gemeinsam aus.

von Tim Gelewski

110521nwzSchulbandLemwerder - Man könnte meinen, die Querflöte sei nun nicht eben das klassische Rock’n’Roll-Instrument und hätte in einer waschechten Band nichts verloren. Catharina Bunke widerspricht dieser Vermutung vehement: „Das ist überhaupt kein Problem und funktioniert gut. Ich spiele meistens während des Refrains. Nur eben nicht so dominant wie etwa das Keyboard.“ Die 13-Jährige ist das jüngste Mitglied der aktuellen Schülerband des Gymnasiums Lemwerder.
Die Gruppe besteht aus fünf Mitgliedern. Neben Catharina Bunke zählen Torge Fassmer (15, Keyboards), Mirko Lekat (17, Schlagzeug), Tomas Quezada (14, Gitarre) und Carolin Janßen (14, Gesang) zur Band.
Geprobt wird alle zwei Wochen in der Aula. Oder, wenn eine Veranstaltung ansteht, wie der Kulturabend in dieser Woche, im Spiegelsaal der Ernst-Rodiek-Halle.
„Das ist natürlich schon ein kleines Problem“, erzählt Sängerin Carolin. „Wir dürfen nicht einfach so an die Instrumente, nur im Rahmen der AG.“
In ihrem musikalischen Eifer bremst die Fünf dies aber nicht. „Alle haben noch Instrumentalunterricht neben der Schule“, erzählt Kirsten Biermann, die die AG betreut.
„Und es ist toll, was die Fünf aus der wenigen Zeit machen. Zwei Stunden reichen aus, um ein neues Lied einzustudieren“, lobt die Musiklehrerin.
So muss es bei den Proben der Band manchmal schnell gehen. Gitarrist Tomas spielt sich mit einem Song der White Stripes warm und wartet auf seinen Einsatz. Währenddessen herrscht auf dem Rest der Bühne reges Treiben bis es dann schließlich los gehen kann mit der Bandprobe. Auch ein paar Mitschüler sind zum Zuschauen gekommen.
Geprobt werden Cover-Songs von den Beatles, Lenny Kravitz oder Lenka. „Jeder von uns kann Lieder vorschlagen, dann wird abgestimmt. Wenn wir uns einig sind, proben wir die Stücke“, erklärt Carolin.
Dabei können sich auch schon mal ungewöhnliche Vorschläge durchsetzen. Carolin: „Unser Drummer hat einen recht ausgefallenen Musikgeschmack.“
In der Zukunft wollen die fünf Bandmitglieder einfach weiter Spaß an der Musik haben und weitere Stücke einstudieren. Einen kleinen Wunschtraum äußern die beiden Mädchen der Band zum Schluss noch: „Irgendwann mal in der Begu zu spielen – das wäre schon toll.“

 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, Seite: 6 vom 20.05.2011

Schiller, "Grimmskrams" und Rockmusik
Kulturabend des Gymnasium Lemwerder illustrierte die kulturelle Vielfalt der Schule

Von Christian Pfeiff

110520wkKulturabendLemwerder. Neben Hochbegabtenförderung und naturwissenschaftlichen Thementagen finden auch Muse und Kultur einen festen Platz im Curriculum des Gymnasiums Lemwerder. Dies stellten Schüler und Lehrer am Mittwoch im Rahmen des fünften Kulturabends des Gymnasiums im Spiegelsaal der Ernst-Rodiek-Halle erneut unter Beweis.
Ebenso wie dieser Abend ist auch der Schüleraustausch mit dem Gymnasium St. Médard-de-Guiziéres bei Bordeaux im Jahreskalender der Schule mittlerweile scheinbar fest institutionalisiert. Da verwundert es wenig, dass beide Ereignisse terminlich verquickt werden. Neben Schüler-, Lehrer- und Elternschaft der Schule sorgten also auch die 19 Gäste aus Frankreich dafür, dass der Spiegelsaal einmal mehr bis auf den letzten Platz gefüllt war.
Dementsprechend blieb neben englischsprachigen Songs und deutscher Literatur auch diesmal der französischen Sprache genügend Raum im Programm des Kulturabends, für dessen Zusammenstellung Mathe- und Musiklehrerin Kirstin Dybicki verantwortlich zeichnete. Die Bühne blieb allerdings fest in Händen der Schülerschaft: Für die Moderation des Abends zeichneten die Siebtklässler Malena Kräuter und Arian Schill verantwortlich. Allenfalls koordinierende Gesten am Bühnenrand ließen erahnen, welcher Pädagoge welchen Beitrag betreute.
Selbst verfasste Lieder Doch nicht nur Unterrichtsinhalte, auch schülerinitiierte Projekte wie das Rocktrio "Cold Calling" fanden ihren Weg auf die Bühne. Neben einer Instrumentalfassung von Metallicas "Enter Sandman" präsentierte das ohne Bass agierende Zehntklässlertrio ein selbst verfasstes französisches Liebeslied.
Der von Schülern der siebten Klassen dargebrachte Sketch "Franz en France" harmonisierte ebenso mit dem Sprachgebrauch der Austauschgäste wie die Anti-Drogen-Kampagne, die Schüler der neunten Klassen mittels T-Shirts, Flyern und Videoclips nach der Lektüre von Tierry Lenains "Un pacte avec le diable" selbst initiierten und in französischer Sprache präsentierten.
Den sechsten Klassen hatte es offensichtlich einmal mehr Louis Sachars Roman "Löcher - Die Geheimnisse von Green Lake" angetan, der sowohl als Pate für selbst getextete Schaufel- und Löchergräbersongs als auch für zahlreiche Spielszenen diente. Die fünften Klassen widmeten sich derweil deutschen Literaturklassiker: Während die Gruppe "Darstellendes Spiel" Schillers "Bürgschaft" recht unorthodox mittels inszenatorischem Einfallsreichtum und bloßer Rezitation der Dialogverse in Szene setzte, widmete sich die 5b parodistisch dem Schaffen der Grimm'schen Märchenschreiber und gestaltete aus zahlreichen dezent verfremdeten Märcheninhalten ein Sammelsurium an "Grimmskrams". Akustisch umrahmt wurde das Bühnenprogramm schließlich von Beiträgen der Schulband und der Songgruppe.
So unterschiedlicher Natur und bisweilen auch Qualität die Darbietungen auch waren, blieb ihnen allen ein sichtbarer Spaßfaktor gemein, der sich schnell auf die Zuschauerschaft übertrug.
Auch der erhöhte tontechnische Aufwand schlug zwar nicht in vollendeter akustischer Perfektion, jedoch zumindest in erheblichen Verständnisverbesserungen für die hinteren Publikumsreihen zu Buche. Dieser könnte in den Folgejahren noch weiter erhöht werden: Der Erlös des vom Förderverein des Gymnasiums initiierte Speisen- und Getränkeverkaufs kam der AG "Darstellendes Spiel" zugute, welche die Anschaffung von Headsets beabsichtigt.
Einziges Manko des Abends war die mit fast drei Stunden etwas zu exorbitante Dauer, die mit fortschreitender Spielzeit manch ein Aufmerksamkeitsdefizit in den Auditoriumsreihen zur Folge hatte.
Eine Straffung der Beiträge und des Gesamtprogramms würde sich auf künftige Veranstaltung sicherlich nicht nachteilig auswirken.

 

 

 

 

 

Nordwestzeitung  vom 20.05.2011

„Grimmskrams“ bringt Stimmung in die Halle
Spiegelsaal der Ernst-Rodick-Halle voll besetzt – Vielfältiges Programm

110520nwzKulturabendMit „Grimmskrams“ sorgten die Schüler der Klasse 5b beim Publikum mit Sketchen und witzigen Fragen für Gelächter. Auch die anderen Schüler des Gymnasiums Lemwerder überzeugten beim Kulturabend auf der Bühne. BILD: Gabriele Bode

Lemwerder - Mit viel Spaß präsentierte das Gymnasium Lemwerder im voll besetzten Spiegelsaal der Ernst-Rodiek-Halle seinen Kulturabend mit einem vielfältigen Programm. „Zum bereits fünften Mal“, erklärte Schulleiterin Marianne Weigel den Gästen nicht ohne Stolz.

Klar, dass es im Saal eng wurde. Der Kulturabend bietet schließlich einen vielfältigen, unterhaltsamen Einblick in den Unterricht des Gymnasiums. Und das wollte sich niemand entgehen lassen. Auch Bürgermeister Hans Joachim Beckmann gehörte zu den Zuschauern. Projekte aus Unterricht und AGs wurden präsentiert.
Den Auftakt machte die Schülerband. Neben Catharina Bunke, Torge Fassmer, Carolin Janßen, Mirko Lekat und Thomas Quezada stand „Special Guest“ Miles Eckert auf der Bühne und begrüßte die Gäste mit „She said“ und „Let it be“.
Mit im Publikum waren auch einige französische Austauschschüler. Zwei Darbietungen in ihrer Landessprache boten der siebte und neunte Jahrgang dar.
Auch die Lateinschüler, die Teilnehmer der AG Darstellendes Spiel, die Songgruppe oder die Band der Zehntklässler überzeugten auf der Bühne. Moderiert wurde der Abend von Malena Kräuter und Arian Schill (Klasse 7a).
Etwas Besonderes hatte sich die 9b einfallen lassen. Im Deutschunterricht steht momentan Dürrenmatts Roman „Der Richter und sein Henker“ im Lehrplan. Mit einem kleinen Quiz illustriert per Beamer geleiteten die Schüler das Publikum auf eine Reise durch den Roman. Aus den richtig beantworteten Teilnahmezetteln soll später ein Gewinner ermittelt werden.
Die 5b hatte sich mit Grimms Märchen beschäftigt. „Grimskrams“ lautete der Titel ihrer Aufführung. Mit Fragen an Eltern, Lehrer, aber auch mit Sketchen sorgten die Kinder für Gelächter.
Als Unterstützer des Abends lobte Schulleiterin Weigel den Schul-Förderverein. Der verköstigte die Besucher des Abends. „Die Einnahmen sollen der AG Darstellendes Spiel zufließen“, erklärte Vorstandsmitglied Bianka Ludwig.
 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, Seite: 6 vom 12.05.2011

Lern-Elite in Lemwerder

Gymnasium fördert Schülerinnen und Schüler mit besonderen Stärken /
Einladung zur Begabten-Akademie

Von Georg Jauken

Lemwerder. Als Kai Ammermann und Jan Eisenhauer jüngst beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung einen Preis gewannen, war das kein Zufall. Dass einer ihrer Mitschüler eine Klasse übersprungen hat, war es ebenso wenig. Das Gymnasium Lemwerder hat es sich zur Aufgabe gemacht, besondere Begabungen zu erkennen und gezielt zu fördern. Seit dem Schuljahr 2008/09 werden dort die unterschiedlichen Formen der Begabtenförderung erprobt. Der Schwerpunkt liegt auf der schulinternen und jahrgangsübergreifenden Förderung nach dem so genannten Drehtür-Modell, bei dem der Schüler zwischen dem normalen Unterricht und dem individuellen wechseln kann. Einmal pro Woche treffen sich Schülerinnen und Schüler, die in mindestens einem Fach, manchmal in mehreren schneller und intensiver lernen als ihre Lerngruppe und die deshalb nicht immer genügend gefordert sind. In dieser "AG Begabtenförderung" erhalten sie die Möglichkeit, allein oder in einer Gruppe mit anderen begabten Schülern ein selbst ausgewähltes Projekt während der Unterrichtszeit zu bearbeiten.
Kai Ammermann und Jan Eisenhauer unternahmen umfassende Recherchen zur Geschichte der Wehrpflicht und ihrer Aussetzung, analysierten die einschlägigen Gesetze und sprachen mit Experten. Die Ergebnisse flossen in einer bebilderten Dokumentation zusammen, die sie unter dem Titel "Politik Brandaktuell - Unwanted Wehrpflicht?" bei der Bundeszentrale für politische Bildung einreichten und mit der sie die Jury überzeugen konnten. Ihre Arbeit gehörte zu den nur 425 von etlichen tausend Wettbewerbsbeiträgen, die von der Jury als preiswürdig erachtet wurden.
Es ist nicht der einzige Beitrag für externe Wettbewerbe, der aus der AG Begabtenförderung am Gymnasium Lemwerder hervorgegangen ist. In der Summe, sagt Schulleiterin Marianne Weigel, seien die Reaktionen auf die eingereichten Beiträge sehr positiv. Die Qualität könne sich sehen lassen. Die Erfolge der Schüler sorgten für weitere Motivation.
Insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler, die besonders intelligent, kreativ oder leistungsfähig sind, gehören dem Projekt an. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Notendurchschnitt von mehr als 2,0. Womit die Jungen und Mädchen sich in der von vier Lehrern betreuten AG beschäftigen, könnte unterschiedlicher kaum sein. Eine Gruppe Neuntklässler dachte sich einen Mathematik-Wettbewerb für die Jahrgänge fünf und sechs aus. Ein Schüler drehte einen Spot zum Thema Aids und präsentierte ihn der Schulöffentlichkeit zur Bewertung. Eine weitere Gruppe entwarf ein Brettspiel mit dem Titel "Bio find ich kuh-l" und reichte ihn bei dem gleichnamigen Wettbewerb ein. Die ganze AG Begabtenförderung bereitete den Thementag Energie und Umwelt am vergangenen Freitag vor. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen, schließlich gibt es auch noch die junge Begabung aus Klasse 8, die sich mit dem deutschen Imperialismus im 19. Jahrhundert beschäftigt, und das junge Talent, das eine Einladung zur Begabten-Akademie in der Malschule Emden erhielt.
Nur wenige steigen wieder aus Was alle diese Schüler trotz der unterschiedlichen Interessen verbindet, formuliert Schulleiterin Weigel so: "Sie haben eine große Stärke." Um sie zu fördern, werden den Schülern erhöhte Anforderungen gestellt. Den Stoff aus den verpassten Unterrichtsstunden muss jeder selbstständig nachholen. Das funktioniere gut, lautet die Erfahrung der Schulleiterin. "Das sind Kinder, die das schaffen." Einen Schüler wieder aus der AG Begabtenförderung abziehen, weil er den regulären Unterrichtsstoff nicht geschafft hätte, musste die Schule darum auch bislang nicht. Kleiner werde die Gruppe nur dadurch, erklärt Marianne Weigel, dass der zehnte Jahrgang die Schule irgendwann verlasse. Nur einzelne Schüler seien freiwillig wieder aus der AG ausgeschieden. Einer wollte den parallelen Sportunterricht nicht versäumen, ein anderer sich ganz auf den regulären Unterrichtsstoff konzentrieren. Das war übrigens der Schüler, der bereits einmal eine Klasse übersprungen hatte. "Der ist jetzt so weit, der könnte schon wieder eine überspringen", ist die Schulleiterin überzeugt.
Nicht nur deshalb hält Marianne Weigel die Förderung der Begabten für genauso wichtig wie die Unterstützung der schwächeren Schüler. Weil das Gymnasium mit seinen 326 Schülern und 24 Lehrern vergleichsweise klein sei, gelinge es sehr gut, die Begabungen zu erkennen. In den Zeugniskonferenzen oder speziellen Konferenzen, in denen es um die individuelle Förderung der Schüler gehe, sei immer wieder Thema, wer für die Begabtenförderung in Frage komme. Beeindrucke ein Schüler seinen Lehrer zwischendurch zum Beispiel mit einem besonders gelungenen Referat, sei das im Kollegium sowieso ein Thema. "Da funktioniert der Austausch wirklich gut."
 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 10,  vom 07.05.2011

Umweltschutz steht im Fokus
Erster Thementag des Gymnasiums Lemwerder widmet sich zahlreichen Aspekten zum Thema Energie

Von Christian Pfeiff

110507wkEnergietagLemwerder. "Muss das Wasser in der Dusche laufen, während ich mich einseife?" "Muss der Fernseher laufen, wenn ich einschlafe?" Diese und viele ähnliche Fragen prangten auf ringsum die Aula des Gymnasium Lemwerder angebrachten Zetteln.
Im Rahmen des ersten Energie- und Umwelttags des Gymnasiums behandelten Schüler und Lehrer den umfassenden Themenkomplex aus unterschiedlichen Perspektiven (DIE NORDDEUTSCHE berichtete).
Neben zahlreichen Vorträgen und Schautafeln zu Themen wie Klimawandel, Kernkraft und regenerative Energien in den eigenen vier Wänden gab es für Schüler, Lehrer und Eltern in den Klassen- und Fachräumen auch zahlreiche Mitmachangebote: Im Kunstraum entstanden Skulpturen aus alltäglichem Hausmüll, während die Besucher im Klassenraum der 6b anhand einer großen Plane erfolgenden Simulation den Treibhauseffekt selbst erleben konnten.
Zudem berechneten Schüler der 10. Klassen den Mittelwert der eigenen jährlichen CO2-Produktion wissbegieriger Besucher. "Ich habe noch gar nicht alles gesehen", lautet dementsprechend die wohl am häufigsten Aussage von Schülern, Lehrern und Besuchern auf dem Weg zu einem weiteren Themenraum. Schulleiterin Marianne Weigel zeigt sich hochzufrieden mit dem aus der Initiative des Lehrerkollegiums Thementag.
"Primär geht es natürlich um eine Bewusstseinsschaffung zu den behandelten Themen", erklärt Weigel.
Dass sich einmal angenommene Gewohnheiten nur schwerlich ändern lassen, weiß die Schulleiterin allerdings nur zu gut und verweist diesbezüglich auf einen Passus aus dem Leitbild der Schule.
"Bei unserem täglichen Tun und Handeln sind wir uns der Endlichkeit der natürlichen Ressourcen auf unserer Erde bewusst und gehen entsprechend verantwortungsvoll mit ihnen um", steht dort auf ausdrückliches Verlangen von Vertretern der Schülerschaft geschrieben. "Unsere Emissionsmesswerte haben indes gezeigt, dass wir diesen Passus offenbar doch nicht immer zur Gänze beherzigen", gesteht Weigel.

 

 

 

 

 

 

Nordwestzeitung  vom 07.05.2011

Bewusstsein spielerisch wecken
Umweltschutz- und Energieprojekttag – 331 Schüler beteiligen sich

Die Kinder lernen, wie man sparsam mit den vorhandenen Ressourcen umgeht. An 18 Stationen gab es auch für die Eltern viel Spannendes zu entdecken.

von Tim Gelewski

Lemwerder - Welche Alternativen zur Kernenergie gibt es eigentlich? Viele, wenn man sich in den Klassenräumen des Gymnasiums Lemwerder umschaut. Dort fand jetzt nämlich ein Umweltschutz- und Energieprojekttag statt, bei dem solche und andere Fragen beantwortet wurden.
Im Naturwissenschaftsraum und der Terrasse davor haben die Schüler eine Reihe von anschaulichen Projekten zur Energiegewinnung erarbeitet. „Sechs Stunden haben wir gebraucht, bis die Solarzellen fertig auf den Schiffen montiert waren“, sagt der 13-jährige Alexander Wiechmann nicht ohne Stolz.
In einem Planschbecken lassen er und seine Mitschüler die solarbetriebenen Schiffchen aus Styropor über das Wasser gleiten. Im Hintergrund hört man Musik spielen und die kommt – natürlich – aus einem Radio, dass mit Solarzellen betrieben wird. Und falls die Sonne dann doch mal ausbleiben sollte, kann man sich im Klassenraum erklären lassen, wie etwa Windkraft in Energie umgewandelt wird.
„Das ist für die Schüler schon toll. Da es den klassischen Werken-Unterricht nicht mehr gibt, haben sie hier die Möglichkeit, ausgiebig zu basteln und Sachen auszuprobieren“, findet Physiklehrer Heiko Gawronski.
Insgesamt 18 Projekte haben die 331 Schüler erarbeitet. „Vieles wurde von den siebten und achten Klassen in Zusammenarbeit mit dem EWE-Infomobil, das seit einigen Tagen an der Schule gastiert, erarbeitet. Wir wollten aber auch die anderen Schüler beteiligen und haben sie im Unterricht Projekte erarbeiten lassen“, erklärt Schulleiterin Marianne Weigel.
In einem anderen Raum werden Umweltspiele gespielt und selbst gemalte Schilder präsentiert, die vor unnötiger Wasser- oder Energieverschwendung warnen. Mariella Mandorino (11) hat ein Umweltmemory in deutscher und englischer Sprache miterarbeitet. „Das ist spannend und man lernt neue Begriffe“.
Reges Gedränge herrscht im Pausenraum. Dort gibt es leckere Erdbeer-Shakes. „Für 10 000 Erdbeerjoghurts werden 3,7 Tonnen CO ausgestoßen“, erklärt Dennis Gnauk-Baumann (15). Daher solle man besser auf lokale Produkte zurückgreifen.
Vorträge von Schülern zur Kernenergienutzung, eine Werkstatt in der aus Müll Kunst, unter anderem ein riesiges „Müllmonster“ entstehen und weitere Projekte, runden das Angebot ab.
„Ich finde gut, dass bei den Kindern heute ja schon in der Grundschule ein Umweltbewusstsein geweckt wird“, meint die Mutter eines der Kinder, Annegret Blankemeyer. „Und dies hier ist eine Fortsetzung dessen auf höherem Niveau.“

 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 8,  vom 06.05.2011

Solarbuggys, Biomilch und Brettspiele

Projekt des Gymnasiums Lemwerder beleuchtet den Themenkomplex Energie aus unterschiedlichen Perspektiven

Von Christian Pfeiff

110506wkEnergiemobilLemwerder. Drei Tage lang haben sich Siebt- und Achtklässler des Gymnasiums Lemwerder mit dem Thema Energie und Umwelt beschäftigt, Stromgeneratoren mit der Kraft der eigenen Muskeln angetrieben, Solarbuggys und Windmessgeräte gebaut. Heute werden die Ergebnisse Mitschülern, Lehrern und Eltern präsentiert. "Es handelt sich hierbei nicht um eine klassische Projektwoche", relativiert Arne Warnken. Der Fachpädagoge für Geschichte, Politik und Sport zählt gemeinsam mit seinen Kollegen Beate Meents, Anna Zoske und Mark Janssen zu den maßgeblichen Initiatoren der interdisziplinären Themenwoche. Deren Ursprünge reichen weit zurück: Die Idee eines Projekts zum Thema Energie entstand bereits im Zuge der ersten Wertemessungen nach der erfolgten Sanierung des Schulgebäudes. Anhand von Messdaten, die im Laufe von zwei Jahren erhobenen wurden, erfolgte die Überlegung, wie man im Schulalltag noch weiter Energie einsparen könnte, berichtete Warnken gestern.
Die Frage nach der Energieeinsparungsmöglichkeit wurde auch im schulinternen Begabtenförderungsforum thematisiert und recht schnell zu einem Gesamtschulthema erhoben: "Wir suchten nach einem Projektthema, das sowohl alle etwas angeht als auch aus verschiedensten Perspektiven betrachtet werden kann", gewährte Beate Meents Einblicke in den Schulalltag.
Unterstützung erhielten die Lehrkräfte von den Mitarbeitern der Energieversorgung Weser-Ems (EWE). Eine Woche lang machte das fahrende pädagogische Kleinlabor des Energieversorgers mitsamt seinen Mitarbeitern Karl-Heinz Raczek und Henning Lichtenstein vor dem Schulgebäude Station, um mit den siebten Klassen und vereinzelten Achtklässlern den Themenbereich regenerativer Energien mittels theoretischer und praktischer Einführungen zu behandeln. "Wir geben hier sozusagen den Einstieg in das Themengebiet. Im Anschluss sollen die angeschnittenen Themenbereiche im regulären Unterricht vertieft werden", erklärt Raczek das Konzept des Angebots. Seine Einführung verlief durchaus anschaulich: So erhielten die Schüler anhand muskelbetriebener Stromgeneratoren nicht nur praktische Erfahrungen in Sachen Energieumwandlung, sondern bewiesen beim Bau von kleinen Solarbuggys, handbetriebenen Taschenlampen, solarbetriebenen Modellbooten oder Windmessgeräten ihr handwerkliches Geschick. Galt es doch vor der Montage, die benötigten Bauteile aus Hartplastik selbst anzufertigen. "Neben naturwissenschaftlichen Kenntnissen erhalten die Schüler bei uns also auch handwerkliche Grundlagen in Sachen Sägen, Bohren und Fräsen", bekräftigte Raczek.

Dass der Einsatz des EWE-Busses vor allem den siebten Jahrgängen vorbehalten blieb, ist sowohl dem Physikcurriculum des siebten Jahrgangs als auch der begrenzten Aufnahmekapazität der fahrenden Einrichtung geschuldet. "Dennoch suchten wir nach einer Möglichkeit weitere Schüler an dieser Aktion partizipieren zu lassen", berichtete Warnken. Dies stellte letztlich die Initialzündung für eine interdisziplinäre Themenwoche dar, deren Ergebnisvielfalt aufgrund des weit gefassten Hauptthemas die initiierenden Lehrkräfte selbst überraschte. "Das Thema Energie sollte nicht nur aus naturwissenschaftlicher Sicht betrachtet werden, sondern ist durchaus auch ein Thema für Geisteswissenschaften wie Politik und Deutsch", befand Sprachpädagogin Anna Noske. Die von Lehrern und Schülern gemeinsam entwickelten Konzepte reichen noch viel weiter: So stellen zwei Schülerinnen heute ein von ihnen entwickeltes Brettspiel vor, das spielerisch die Gewinnung von Biomilch erklärt.
Schüler der Klasse 9b informieren in einem interaktiven Vortrag über Massentierhaltung. Ein Chemieversuchsaufbau lädt dazu ein, in kurzer Zeit den vieldiskutierten Treibhauseffekt selbst zu erleben. Risiken der Kernenergie werden unter Analyse der Unglücke aus Tschernobyl und Fukushima ebenso thematisiert wie Möglichkeiten zur Gewinnung regenerativer Energien. Die Kreativgeister der Schülerschaft greifen derweil das Thema Umweltverschmutzung anhand selbst gefertigter "Müllkunst" auf.
Die Teilnehmer des Projektes präsentieren ihre Ergebnisse heute von 9.40 bis 12.30 Uhr in der Pausenhalle sowie in diversen Fach- und Klassenräumen.

 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 10, vom 02.04.2011

Neuer Spielplatz des Gymnasiums Lemwerder eingeweiht

Von Christian Pfeiff

110402wkSpielplatzLemwerder. Lange mussten die Fünft- und Sechstklässler des Gymnasiums Lemwerder auf ihren eigenen Spielplatz warten. Ihre Geduld wurde jetzt belohnt: Am Mittwoch wurde der neue Spielplatz auf dem Schulgelände im Rahmen einer kleinen, feierlichen Zeremonie offiziell eingeweiht.
Seitdem erfreuen sich die Spielgeräte zu jeder Pause einer regen Frequentierung. Besonders hoch im Kurs steht bei den jungen Gymnasiasten die "Supernova", eine schräge Drehscheibe, deren Inbetriebnahme für manch ebenso harmlose wie fröhliche Karambolage auf dem Platz sorgt.
Dieses Gerät belegte im Vorfeld bereits den obersten Platz der von den Jahrgängen in Zusammenarbeit mit der Schülervertretung eruierten Prioritätenliste. Oblag die Auswahl der Spielgeräte doch der Schülerschaft selbst.
Auch hinsichtlich der Nutzungsfragen setzt Direktorin Marianne Weigel auf Eigenverantwortung ihrer Schüler: "Schließlich wurden die Geräte nicht für das Lehrerkollegium aufgestellt." Ist die Nutzung der Spielgeräte derzeitig ausschließlich den 5. und 6. Jahrgängen vorbehalten, überlegen diese aktuell gemeinsam mit der Schülervertretung, den Platz künftig auch den höheren Jahrgängen zur Verfügung zu stellen.
Neben den Spielgeräten blieb auf dem Spielplatz sogar noch Platz für die Neupflanzung eines kleinen Baumes. Im Laufe des Jahres sollen zudem Sitzbänke rund um die "Supernova" für etwaigen Unterricht im Freien folgen. "Somit ist unsere Schule nun auch endlich baulich vervollständigt", freut sich Marianne Weigel.

 

 

 

 

 

NWZ, 01. April  2011

Gymnasium Lemwerder
Spielplatz für die jüngeren Jahrgänge – Geräte von Kindern ausgesucht

von Friederike Kloth

Lemwerder - Der letzte Bauabschnitt am Gymnasium Lemwerder ist fertig – nun wurde der neue Spielplatz eingeweiht. Im Jahr 2005 war die Schule eröffnet worden.

110401nwzSpielplatzSchulleiterin Marianne Weigel lobte die Zusammenarbeit mit den Schülern bei der Planung des Spielplatzes für die jüngeren Jahrgänge. Die Schulsprecher Kim Christin Kläner und Jan Eisenhauser hatten gemeinsam mit ihren Mitschülern die Spielgeräte in einem Katalog ausgesucht. Besonders der „Supernova“ hat es den Kindern nun angetan. Um das Gerät herum sollen noch Bänke aufgestellt werden. „So haben wir ein Klassenzimmer im Freien“, sagte Marianne Weigel. Landrat Michael Höbrink betonte, die Entscheidung für das Gymnasium sei genau richtig gewesen. „Hier kann Lernen Spaß machen“, sagte er. Zum aktuellen Beschluss über die neue Oberschule bekräftigte er, dass man den Standort des Gymnasiums halten müsse. „Alle unsere Gymnasien müssen bestehen bleiben“, sagte er. „Egal, wo die Diskussion hingeht: eine Schließung darf uns nicht passieren.“ Björn Thümler, CDU-Fraktionsvorsitzender in Niedersachsen, lobte, dass auch die Inhalte am Gymnasium Lemwerder stimmen. „Die Lehrer machen tolle Arbeit, habe ich von den Eltern gehört“, verriet er.

 

 

 

 

 

NWZ, 03. März  2011

Politische Konkurrenten gewinnen gemeinsam

Wettbewerb: Kai Ammermann und Jan Eisenhauer bekommen Preis von der Bundeszentrale für politische Bildung

von Friederike Kloth

110303nwzWettbewerbLemwerder - Die Jury der Bundeszentrale für politische Bildung war beeindruckt: Das Schülerteam aus Kai Ammermann und Jan Eisenhauer (eigentlich als Vertreter der Jusos und der Jungen Union “Konkurrenten“) der Begabungsförderung am Gymnasium Lemwerder haben sich mit ihrem Beitrag zum Schülerwettbewerb nicht nur viel Arbeit gemacht. Ihr Thema „Politik Brandaktuell – Unwanted Wehrpflicht?“ hat sie intensiv beschäftigt. Diese Anstrengung wurde jetzt mit einem Preis belohnt.
Die Begabungsförderung findet außerhalb des normalen Unterrichts statt. Dort arbeiten die Schüler an verschiedenen fachbezogenen Projekten. „Die beiden haben toll mitgemacht – das Thema Wehrpflicht in Deutschland hat sie sehr bewegt und zu spannenden Diskussionen geführt“, freuen sich die betreuenden Lehrer Arne Warnken und Mark Janßen.
Die aus umfassenden Recherchen und Expertengesprächen stammenden Informationen wie auch die Illustrationen hat die Gruppe zu einer bebilderten Dokumentation zusammengestellt und nach Bonn geschickt. Inhaltlich habe man die Geschichte des Wehrdienstes mit Beginn der Wiederbewaffnung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg dargestellt. Im zweiten Schritt wurde die aktuelle Gesetzeslage analysiert und der Konflikt zwischen Wehrdienst und Zivildienst erläutert.
Die Konkurrenz, gegen die sich die Gymnasiasten aus Lemwerder mit ihrem Beitrag durchsetzen konnten, war riesig. Mehr als 60 000 Jugendliche aus Deutschland und Österreich hatten mitgemacht.

 

 

 

 

 

NWZ, 15. Februar 2011

Schwarze und weiße Lügen unterscheiden

Rhetorik Dr. Uwe Stirnberg referiert vor Schülerinnen und Schülern
des Lemwerderaner Gymnasiums

Mimik und Gestik sind wichtig bei der Kommunikation. Dr. Uwe Stirnberg überzeugte die Schüler mit humorvollem Vortrag.
Die Zuhörer lernten auch, auf ihre Mimik und Gestik zu achten. Der Kommunikationstrainer erklärte kulturelle Unterschiede bei der gegenseitigen Verständigung.

von Jan Lehmann

110215nwzRhetorikseminarLemwerder - Kennen Sie den Unterschied zwischen schwarzen und weißen Lügen? Die neun Teilnehmer, unter ihnen ein Mädchen, des Rhetorikseminars von Dr. Uwe Stirnberg kennen ihn. Der Kommunikationstrainer aus Münster hatte ein Wochenendseminar im Lemwerderaner Gymnasium angeboten. Und er überraschte seine Zuhörer manches Mal.

Lügen aus Höflichkeit
„Wir lügen mehrmals am Tag“, sagte er ihnen auf den Kopf zu. Er geht sogar davon aus, dass Kommunikation ohne Lügen nicht funktioniert. So genannte weiße Lügen gehören zum guten Ton, wenn man zum Beispiel auf die Frage „Wie gefällt dir mein Pullover?“ nicht wahrheitsgemäß antwortet. Problematischer sind die schwarzen Lügen, bei denen ein anderer bewusst getäuscht wird. Sie dienen dazu, sich an dessen Leid zu weiden. Dr. Stirnberg betonte, dass Kommunikation eine Basisqualifikation ist, die man in den meisten Berufen brauche. Er erklärte auch kulturelle und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Kommunikation. Trainiert wurde auch die Mimik und Gestik während der Unterhaltung. Stirnberg nahm die Vorträge der Schüler mit der Videokamera auf.

Aufbaukursus empfohlen
Die Seminarteilnehmer sind Zehntklässler. In diesem Alter solle man anfangen an der Rhetorik zu feilen, empfiehlt der Referent. Weil sich in den folgenden Monaten wieder Fehler einschleichen, rät er dazu, noch einen Aufbaukursus, gegebenenfalls bei einem anderen Referenten, zu besuchen.

Stirnbergs humorvoller Vortrag mit überraschenden Pointen kam bei den Seminarteilnehmern gut an. Besonders wichtig war ihnen aber die spätere Anwendung. Jessika (16), das Mädchen im Kursus, will später in der Werbung arbeiten. „Gerade da muss man gut kommunizieren können.“ Aber schon in der Schule würden gute Präsentationen bei Referaten verlangt.

Henrik (16) will später in den Betrieb seines Vaters einsteigen. „Trotzdem will ich wissen, wie ich mich verhalten muss, auch bei Bewerbungen. Da kommt es ja auch auf die Gestik an.“ Außerdem geht Henrik davon aus, dass schon das Lehrgangszertifikat Pluspunkte bei der Bewerbung bringt.

 

 

 

 

 

NWZ, 06. November 2010

Gymnasium Lemwerder bekommt Qualitätssiegel
Bildung Lehrerinnen nehmen Auszeichnung im Kultusministerium entgegen – Vergabe zum ersten Mal

Schüler und Lehrer freuen sich über die Auszeichnung. Sie belegt die soziale Stärke.

von Evelyn Eischeid

101106nwzGuetesiegelLionsClubLemwerder - „Lions Quest – Qualitätssiegel“ - über den Erhalt dieses Siegels mit „Leuchtturmfunktion“ freuen sich am Gymnasium Lemwerder Lehrkräfte und Schüler. Schulleiterin Marianne Weigel: „Besonders stolz sind wir auf die Tatsache, dass wir als einzige Schule in Nordniedersachsen diese Auszeichnung bekommen haben.“
Am 28. Oktober hatten Marianne Weigel und ihre Kollegin Kathrin Kittel das Qualitätssiegel für die besonders erfolgreiche Umsetzung des Unterrichtsprogrammes „Lions Quest – Erwachsen werden“ während einer Feierstunde im Kultusministerium Hannover entgegen genommen. Im Land Niedersachsen wurde das Qualitätssiegel zum ersten Mal vergeben.

Kontinuierlich umsetzen
Marianne Weigel: „Das Siegel belegt, dass wir bei uns dieses Sozialtrainings-Programm nicht nur schwerpunktmäßig eingeführt haben, sondern es auch kontinuierlich umsetzen.“ Die Arbeitsgruppe „Sozialtraining“ wurde geleitet von Marianne Weigel und ihren Kollegen, den Lehrkräften Silke Oetker, Kathrin Kittel und Oliver Meyer.
Das Förderprogramm des Lions-Organisation verleiht das Qualitätssiegel den Schulen, die sich bewusst dafür entschieden haben, Schüler durch das Vermitteln von Kompetenzen in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen. Diese Schulen zeigen laut Lions eine besondere Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen. Mit dem Qualitätssiegel kann dieses Engagement nach außen dargestellt werden.
Das Programm ist ein Stützpfeiler, mit dessen Hilfe Kinder Konfliktlösestrategien und Eigenverantwortung erlernen können. Das Siegel wird nach den bundesweit einheitlichen Kriterien vergeben.

Siegel für drei Jahre
Marianne Weigel: „Drei Jahre ist das Siegel gültig, dann bewerben wir uns wieder. Die Teilnahme wird in den Zeugnissen dokumentiert.“ Nach einer Umfrage fühlen sich am Gymnasium 82,4 Prozent aller Schüler „wertgeschätzt“, gegen Gewalt sind 78,7 Prozent, gegen Drogen 80 Prozent.

 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite: 8 vom: 05.11.2010

Gütesiegel für das Gymnasium
Schule wird für ihr Sozialtraining ausgezeichnet

Von Barbara Wenke

101105wkGuetesiegelLemwerder. Stolz zieht Marianne Weigel eine schweren Glasplatte aus einem großen Briefumschlag. Jetzt hat die Schulleiterin es schwarz auf weiß: Am Gymnasium Lemwerder wird gutes Sozialtraining geleistet. Gestern Mittag präsentierte sie ihren Schülern die gläserne Auszeichnung, die sie vor wenigen Tagen im Kultusministerium in Hannover erhalten hat.
Erstmals wurde in Niedersachsen das Qualitätssiegel für die besonders erfolgreiche Umsetzung des Unterrichtsprogramms "Lions-Quest: Erwachsen werden" verliehen. Neben dem Gymnasium Lemwerder konnten sich weitere 13 Schulen über die Auszeichnung freuen.
In der südlichsten Wesermarschgemeinde setzen sich die Gymnasiasten, zumindest die jüngeren Jahrgänge, wöchentlich mit den Themen Hilfe zur Selbsthilfe, Konfliktlösestrategien und Freundschaft auseinander. Auf dem Stundenplan stehen dann unter anderem Kooperationsspiele, bei denen die Klassenmitglieder zusammenhalten müssen, damit das Spiel gelingt. Die höheren Jahrgangsstufen erhalten Sozialtraining nach Bedarf, beispielsweise wenn die älteren jüngere Schüler ärgern.
Das Siegel, das Marianne Weigel in zwei Versionen ausgehändigt bekommen hat, ist drei Jahre lang gültig. Die Papier-Version wird ihren Platz vermutlich in einem Bilderrahmen an der Wand finden. Die wetterfeste Version aus dickem Glas soll schon bald die Hauswand des Gymnasiums Lemwerder zieren.

 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Die Norddeutsche, Seite 5, vom 06.09.2010

Gemeinsam gegen Pöbeleien und Attacken
Siebter Jahrgang des Gymnasiums Lemwerder absolviert Seminar zur Gewaltprävention

Von Christian Pfeiff

100906wkWirSindStarkLemwerder. Zwei bewaffnete Jugendliche gehen im Pfarrhaus aufeinander los. Eine Gruppe Gleichaltriger umringt sie, feuert den jeweiligen Favoriten an. Die Situation droht zu eskalieren. Sie hätte es zumindest wohl getan, wenn sie real gewesen wäre. Was sich jetzt in den Räumen der katholischen Kirche abspielte, war jedoch ein Rollenspiel und damit Teil eines Gewaltpräventionsseminars, das der siebte Jahrgang des Gymnasiums Lemwerder drei Tage lang absolvierte.
Sowohl bei den vermeintlichen Schlägern als auch bei den sensationslüsternen Zuschauern handelt es sich um freiwillige Seminarteilnehmer, die "Waffen" sind aus Schaumstoff. Doch das Spiel reicht aus, um den Teilnehmern psychologische Wirkungsmechanismen solcher gruppendynamischen Situationen deutlich vor Augen zu führen.
Projekt für alle Siebtklässler
"Wie hat es sich für euch angefühlt?" will Jürgen Zimmer, Präventionsbeauftragter der Kriminalpolizei Brake, von den "Schlägern" wissen. Die Antwort ist eindeutig: Ohne die motivierenden Anfeuerungsrufe wäre die Bereitschaft zum Aufhören deutlich höher gewesen. "Nur Zuschauen gibt es bei einer solchen Situation nicht. Die mögliche Mitwirkung der Zuschauer reicht von unterlassener Hilfeleistung über Anstiftung bis hin zur Mittäterschaft", resümiert Zimmer.
Seit Beginn des Schuljahres bereist der Präventionsbeauftragte alle Schulen des Landkreises, die einen siebten Jahrgang unterrichten und teilnehmen wollen. "Wir sind stark" ist der Name des Projektes, in dessen Rahmen die Braker Kriminalbeamten nach bayrischem Vorbild aktiv den Kontakt zu den Schulen suchen und die Durchführung von Seminaren zur Gewaltprävention für Jugendliche anbieten.
Das Interesse seitens der Pädagogen und Schüler ist groß: "Mit einer Ausnahme haben sich alle Schulen der südlichen Wesermarsch zur Teilnahme bereit erklärt", konstatiert Zimmer. Auch die Lemwerder Schüler folgen dem Seminarstoff konzentriert und sichtlich bewegt. Neben Situationen wie der eingangs beschriebenen Schulhofschlägerei werden auch Raubüberfälle ("Handys abziehen") oder Alphatiergehabe in öffentlichen Verkehrsmitteln in Form von Rollenspielen und anschließenden Gruppendiskussionen thematisiert.
"Die behandelten Situationen sind ganz normale Begebenheiten aus dem Lebensalltag Jugendlicher und können in dieser Form an nahezu jedem beliebigen Ort stattfinden", erklärt Zimmer. Wie viele der Seminarteilnehmer bereits die Opfer- oder auch Täterrolle solcher Sachverhalte durchlebten, ist für Zimmer und die unterstützende Gymnasialpädagogin Silke Oetker nicht von Bedeutung. "Wir wollen keine Outings im Klassenverband provozieren oder schlimmstenfalls sogar erlittene Traumata aufrütteln", erklären sie unisono.
Stattdessen steht die Vermittlung sozialer Kompetenzen im Vordergrund. Diese reichen von einem selbstbewussten Verhalten und Auftreten über Eigenschaften wie Vertrauen und Kommunikationsfähigkeit bis hin zu effektiven Gewaltvermeidungsstrategien. Besonders hinsichtlich Übungen und Techniken aus der Theaterpädagogik, bei denen es ums Vertrauen in die Mitmenschen geht, demonstrierten die Seminarteilnehmer Anfangsschwierigkeiten. Es dauerte beispielsweise eine Weile, bis sie bereit waren, sich in die stützenden Arme ihrer Mitschüler fallen zu lassen.
Schulleiterin Marianne Weigel erachtet das Training sozialer Kompetenzen ihrer Schüler als sinnvoll und könnte sich eine Fortführung des Projektes nach erfolgter Evaluationsphase gut vorstellen: "Wenn das Seminar positiv von den Schülern aufgenommen wird, werden wir künftig für jeden siebten Jahrgang unserer Schule eine solche Veranstaltung organisieren", blickt die Schulleiterin voraus.

 

 

 

 

 

NWZ, 04. Sept.  2010

Bei Lehrern oder der Polizei Hilfe holen
Bildung Präventionsprogramm „Wir sind stark“ am Gymnasium Lemwerder

EVI

Lemwerder - NWZ  Kein leichter Stand für Sophie: zwei Typen rempeln sie an, bequatschen und bedrängen sie, das Interesse der Angreifer zielt zweifellos auf ihr teures Handy. Schon einmal hat die Gymnasiastin aus Lemwerder einen solchen Angriff des gewaltsamen Abzockens erlebt und vorsorglich hat sie sich mit einem Messer ausgerüstet. Wie wird Sophie handeln und was werden die Angreifer machen – wird die Situation eskalieren?

Zum Glück ist diese Gewaltszene am Freitagmorgen im Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde nur gespielt: in ihren schwarzen Kapuzenpullovern wirken der Präventionsbeauftragte der Polizei, Dieter Zimmer, und Lehrerin Silke Oetker sehr realistisch und dem „Druck“ dieser „Angreifer“ kann sich Sophie kaum entziehen – sie bekennt danach, dass sie fast vergessen hätte, sich mit dem Messer zu verteidigen.

Das „Waffenspiel“ ist nur eines von 17 gespielten Szenarien im zweitägigen Gewalt-Präventionsseminar zum Thema „Wir sind stark“. Die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen des Gymnasiums lernen, wie man sich in kritischen Situationen verhält, wie Vertrauen aufgebaut werden kann und sie diskutieren die verschiedenen Möglichkeiten. „Sich mit Waffen zu verteidigen, ist zu einhundert Prozent großer Mist“, erfahren die Siebtklässler von Dieter Zimmer, „es führt fast immer zur Eskalation und kann möglicherweise aus einem Opfer einen Täter machen. Also weg mit Schlagringen, Teleskopstöcken oder ähnlichen Waffen. Ein Verteidigungsangriff kann darüber hinaus einen Täter auch zu weiteren Brutalitäten veranlassen.“

Zuschauen, anfeuern oder sich einmischen bei einer Schlägerei? „Schläger fühlen sich oft als coole Typen, weil Umstehende ihnen mit Anfeuerungen ein Forum bieten,“ sagt Zimmer, „mischt euch nicht ein, sondern holt Hilfe bei Lehrern, bei Erwachsen, bei der Polizei oder nehmt euer Handy und ruft 110 an. Das kann euch vom Vorwurf einer unterlassenen Hilfeleistung entbinden.“

Der Workshop gegen Gewalt startete ursprünglich als Präventionsprogramm der Polizei in Bayern, dort unter dem Titel „Zammgrauft“ (Zusammengerauft). In erster Linie soll eine Sensibilisierung für Gewalt und für die Opfer erreicht werden. Neben der Förderung der Zivilcourage wird eine Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, die Förderung der Gemeinschaft angestrebt. Die Schüler machen gemeinsame emotionale Erfahrungen und übernehmen Verantwortung. „Von den Kollegen der Polizeidirektion Oldenburg wurde das Präventionsprogramm unter dem Motto `Wir sind stark` übernommen“, so Zimmer.

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Die Norddeutsche, Seite: 5 vom 31.08.2010

Helfer bei der Lösung von Problemen

Großes Interesse an Streitschlichterausbildung am Gymnasium Lemwerder

Von Georg Jauken

100831wkStreitschlichterLemwerder. Für acht Schüler und 19 Schülerinnen des Gymnasiums Lemwerder war es ein kurzes Wochenende. Bis in den Sonnabendnachmittag waren sie in der Schule, um sich zu Streitschlichtern ausbilden zu lassen. Mit dem zweitägigen Blockseminar hat die Ausbildung allerdings erst begonnen. In den kommenden Monaten wird sie in einer Arbeitsgemeinschaft fortgesetzt.
Doch schon nach dem Einstieg in die Streitschlichterausbildung sind die Lehrer Katrin Kittel und Oliver Meyer mehr als zufrieden. "Es war toll", schwärmt Meyer von den Schülern, die so ganz andere Seiten von sich gezeigt hätten als im Schulalltag. "Sie waren begeistert und offen. Wir haben ganz andere Stärken von ihnen kennengelernt", sagt der Pädagoge, der am Gymnasium normalerweise für die Englischlektionen zuständig ist.
Gefühle in Worte fassen
Die Gelegenheit zu diesen neuen Erfahrungen bot die intensive Beschäftigung mit Konflikttypen und Gewalt. Es wurde gutes Zuhören geübt und wie man Gefühle in Worte fasst. Die Schüler erarbeiteten eine Checkliste für Streitschlichter und erprobten sie anschließend in Rollenspielen. Damit soll die Arbeit der AG Streitschlichter laut Meyer auch fortgesetzt werden, damit alle Teilnehmer an Erfahrung und Sicherheit für etwaige Einsätze als Streitschlichter auf dem Schulhof und anderswo gewinnen. Eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt einen Streit schlichten zu können, formuliert Ron aus der Klasse 10a so: "Neu war für mich, dass man keine Lösung finden muss. Das müssen die Streitenden selber tun. Wir bieten Hilfe zur Lösung des Problems an." Wichtiges gelernt hat auch Isabel aus der 10c: "Jetzt weiß ich, wie ich in manchen Situationen reagieren kann, damit es nicht zum Streit kommt:" In dem Blockseminar selbst, an dem Schüler aller Jahrgangsstufen des Gymnasiums teilnahmen, herrschte denn auch eine "lockere Atmosphäre", wie es Johanna aus der 10b nennt. "Niemand wurde ausgegrenzt." Und wie sieht es im Schulalltag aus? Gibt es so viel Streit, Rangeleien oder gar Prügeleien, dass man 27 Streitschlichter braucht? - Nicht nur die Erfahrung von Kay aus Klasse 8 b ("An der Tagesordnung ist das nicht") spricht gegen einen solchen Zusammenhang. Schulleiterin Marianne Weigel weist darauf hin, dass nicht von der großen Teilnehmerzahl am Streitschlichterseminar auf besonders häufige Auseinandersetzungen am Gymnasium geschlossen werden könne. Der konstruktive Umgang mit Konflikten solle vielmehr dazu beitragen, dass Schüler künftig seltener als Sieger oder Verlierer aus einer Auseinandersetzungen hervorgehen und leichter zu einem konstruktiven Umgang miteinander zurückfinden. Das kann auch zu einem positiven Klima an der Schule insgesamt beitragen, ist man am Gymnasium überzeugt und will die Streitschlichtung darum künftig auf eine noch breitere Basis stellen. In diesem Sinne haben auch zwei weitere Lehrkräfte des Gymnasiums an dem Seminar teilgenommen, um künftig weiteren Schülern die Methoden der Streitschlichtung zu vermitteln.

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, Seite:5 vom 24.06.2010

Gymnasium ist jetzt erwachsen geworden
Erster Abschlussjahrgang in Lemwerder wurde verabschiedet

Von Christian Pfeiff

100624wkVerabschiedungKlasse10Lemwerder. Bereits im vergangenen Sommer grüßte Schulleiterin Marianne Weigel die derzeitigen Fünftklässler mit den Worten: "Mit Euch ist unsere Schule erwachsen geworden, erstmals werden alle Jahrgänge durchgängig beschult." Nun besiegelte das Gymnasium Lemwerder sein Erwachsensein endgültig mit der Verabschiedung seines ersten Absolventenjahrgangs.
Mit einem erweiterten Abschluss der Sekundarstufe I verlassen 19 Schüler der Klasse 10a zum Sommer das Gymnasium, um ihren Weg zum Abitur nunmehr getrennt voneinander an anderen Schulen in Brake, Delmenhorst und Bremen fortzusetzen.
Dabei war im Vorfeld der offiziellen Inbetriebnahme der Schule noch nicht einmal sicher, ob dieser Jahrgang überhaupt zustande kommt, erinnert sich Weigel an die Anfänge des Gymnasiums. "Da sich der Start unserer Schule aus organisatorischen Gründen um ein Jahr verzögerte, waren wir kurz vor der Aufnahme unseres Schulbetriebs noch nicht einmal sicher, ob sich überhaupt genügend Schüler für die Einrichtung einer sechsten Jahrgangsstufe anmelden würden."

Die nun verabschiedeten Schüler absolvierten zunächst die fünfte Klasse an anderen Lehreinrichtungen, bevor man sich nach Eröffnung der Möglichkeit für einen Wechsel nach Lemwerder entschied. Dementsprechend attestierte Weigel der Schülerschaft in ihren Grußworten anlässlich der Verabschiedung sichtlich gerührt "großen Mut, etwas Neues zu wagen." Zu diesem gesellte sich rückblickend auf die Anfangsschwierigkeiten der Schule ohne festes Lehrerkollegium und aufgrund der langwierigen Sanierung des Hauptgebäudes temporär in Containern durchgeführter Unterrichtseinheiten "ein hohes Maß an Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit." Trotz allem - oder vielleicht sogar aufgrund dessen - formierte sich die 10a zu einer harmonischen Klassengemeinschaft, die sich nicht nur durch fachliche, sondern vor allem auch durch soziale Kompetenzen auszeichnete. So fällt es den Schulsprechern Lara Marleen Rauthaus und René Woelki sichtlich schwer, ihre Rührung in ihren Grußworten zu verbergen: Nicht nur der Klassenverband, auch die familiäre Atmosphäre der ganzen Schule werde man nach den Sommerferien schmerzlich vermissen. "Ich kann mir gar nicht vorstellen, nächstes Jahr ohne Euch da zu sitzen", gesteht Rauthaus sichtlich ergriffen Klassenkameraden und Lehrkörpern gleichermaßen.
Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann wagte als Laudator einen weiteren Blick zurück auf die Schulanfänge und stellte zudem eine baldige Autorenschaft in Aussicht: "Irgendwann werde ich die Geschichte dieser Schule einmal zu Papier bringen. Zu den vielen spannenden Elementen zählt auch, wer so alles mit unterschiedlichsten Methoden versucht hat, die Entstehung dieser Schule zu verhindern." Dementsprechend lautete der bürgermeisterliche Rat an die Schulabgänger: "Wenn man ein festes Ziel vor Augen hat, muss man mitunter Widerstände brechen, um dieses zu erreichen." Karl-Heinz Röben, Fachbereichsleiter vom Landkreis Wesermarsch, brachte neben übermittelten Grüßen und Glückwünschen des terminlich verhinderten Landrats Michael Höbrink auch eigene Freude zum Ausdruck: "Bei meinem ersten Besuch an dieser Schule musste ich Ihnen die Nachricht überbringen, dass das Hauptgebäude zurückgebaut und deshalb vorübergehend geschlossen werden müsse. Der heutige Anlass ist natürlich wesentlich erfreulicher." Elternbeiratsvorsitzende Marion Gerdes hatte indes recht unorthodoxe Zukunftswünsche für die Schulabsolventen parat: "Bleibt cool, immer ein bisschen Querdenker und immer ein bisschen streitbar, dann werden wir von vielen von Euch sicher noch so einiges hören oder lesen." Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich zudem durch das hohe Ausmaß an Kreativität, das laut stellvertretendem Schulleiter Thomas Reinsch zu den herausragendsten Eigenschaften des Jahrgangs gehörte. Eine kleine Kostprobe von dieser servierte die scheidende Schülerschaft den Anwesenden in Form einer kleinen "Oscarverleihung", in deren Rahmen neben der "besten Regie" und den "besten Special-FX" auch die "beste Comedy-Performance" und die "größte Labertasche" des Lehrerkollegiums mit Preisen bedacht wurden.
 

 

 

 

 

 

NWZ, 24. Juni 2010

Abschied vom ersten Jahrgang
19 Schüler bereiten Gala vor – Urkunden für Lehrer

Der erste Abschlussjahrgang des Gymnasiums Lemwerder wurde am Dienstagabend feierlich verabschiedet. Ihr Abitur machen die Schüler an anderen Gymnasien.
Die Schule wurde vor fünf Jahren gegründet. Die Jugendlichen haben den erweiterten Sek-1-Abschluss geschafft.

von Gabriele Bode

100624nwzAbschiedKlasse10Lemwerder - Seinen ersten Jahrgang konnte das Gymnasium Lemwerder am Dienstagabend – fünf Jahre nach der Gründung der Schule – entlassen. Mit einer Gala, die die 19 Schüler selbst organisiert hatten, wurde der Abgang von der Schule mit zahlreichen Angehörigen in der festlich geschmückten Aula gefeiert. Neben der Schulleiterin Marianne Weigel und ihrem Stellvertreter Thomas Reinsch waren auch Karl-Heinz Röben, Fachbereichsleiter Bauen vom Landkreis Wesermarsch, Schulelternsprecherin Marion Gerdes sowie Lemwerders Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann auf die Bühne getreten, um den Schülern für ihren weiteren Lebensweg in einer kurzen Rede alles Gute zu wünschen.

Mit Urkunden belohnten die Schüler ihre Lehrer – in Kategorien unterteilt wie „bestes Zeitmanagement“, „freundlichster Lehrer“ und „Kaffetrinker“. Mit der Zeugnisübergabe und einem großen Buffet für alle Besucher endete der vorletzte Tag am Gymnasium Lemwerder für Lisa Janine Berends, Frederike Dähnhardt, Christian Dirk, Frederike Fassmer, Anna Harloff, Elena Kok, Fabian Lau, Pia Lenz, Ina Maria Menzel, Nils Müller, Melanie Poppe, Marcella Puhlemann, Lara Marlene Rautenhaus, Eike Schmidt, Philipp Stührmann, Jannik Uhlhorn, Ekaterini Vraka, Sara Wiechmann, und Rene Woelki mit dem erweiterten Sek-1-Abschluss.

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite:8, 19.06.2010

Neuntklässler stellen Designobjekte aus

Lemwerder·Berne (bak). Neuntklässler des Gymnasiums Lemwerder stellen am Sonntag, 20. Juni, in der Zeit von 15 bis 18 Uhr in der Kulturmühle in Berne aus. Gezeigt werden Designobjekte, die die Jugendlichen im Kunstunterricht des ablaufenden Schuljahres angefertigt haben. Uhren, Spiegel, Lampen und zahlreiche Stühle werden in abgewandelter Form zu sehen sein. Hinzu kommen eventuell noch von den Schülern gestaltete Plakate, allesamt Unikate, die derzeit in den Schaufenstern der unterschiedlichsten Lemwerderaner und Berner Läden für die Ausstellung werben.

Gymnasium ehrt seine Sieger

Von Barbara Wenke

Lemwerder. Das Treppenhaus des Gymnasiums platzte gestern Vormittag während der ersten großen Pause aus allen Nähten. Aber nicht das leicht trübe Wetter trieb die Schülerinnen und Schüler unters Dach, sondern die Preisvergabe in zwei Wettbewerben - dem Känguru-Wettbewerb und dem Big Challenge.
An dem Mathematikwettbewerb, der für alle Altersstufen offen war, beteiligten sich am Gymnasium 63 Jungen und Mädchen, sowie "außer Konkurrenz" Konrektor Thomas Reinsch. Er sei ganz stolz, einige Aufgaben gelöst zu haben, berichtete Reinsch den wartenden Schülern. Er räumte aber ein, seinen Zettel "vorsichtshalber" nicht abgegeben zu haben.
Das beste Ergebnis erzielte die Sechstklässlerin Alicia Müggenburg. Sie erhielt für ihre Leistung ein rotes T-Shirt mit einem Känguru. Für alle anderen Teilnehmer gab es Urkunden sowie ein schwieriges mathematisches Puzzle.
Erstmals beteiligten sich 70 Fünft- und Sechstklässler des Lemwerderaner Gymnasiums am europaweit ausgeschriebenen Englischwettbewerb "Big Challenge". Zu beantworten waren Fragen bezüglich Grammatik, Landeskunde, Vokabeln und Aussprache. Die meisten Punkte in den vier Kategorien sammelten in Lemwerder Fynn Rodiek (5. Jahrgang) und Katharina Stöver (6. Jahrgang)

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 5, vom 08.06.2010

Französische Austauschschüler im Rathaus Lemwerder begrüßt

Von Mario Assmann

100608wkFranzAustauschLemwerder. Die gestrige Festbeflaggung am Lemwerderaner Rathaus hätte einem Staatsempfang zur Ehre gereicht. Während aber Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy planmäßig zum Gipfeltreffen nach Berlin flog, waren es 20 seiner Landsleute, die Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann einen Besuch abstatteten. Für die Austauschschüler im Alter von 13 bis 15 Jahren begann damit das offizielle Programm ihres Aufenthalts. Noch bis Freitag leben die Gäste des Gymnasiums bei Familien in Lemwerder, lernen dort Land und Leute kennen.
Die Siebt- bis Neuntklässler vom Gymnasium St. Médard-de-Guiziéres bei Bordeaux sind am Sonnabend eingetroffen und haben mit den Gastfamilien die ersten Unternehmungen absolviert. Heute fahren die jungen Franzosen mit den Lemwerderaner Schülern nach Langeoog, nehmen morgen an den Bundesjugendspielen teil und erkunden am Donnerstag die Hansestadt Bremen. Bürgermeister Beckmann, von der französischen Lehrerin Caroline Pena als "Monsieur le Maire" vorgestellt, wies auf die Besonderheiten der rund 7200 Einwohner zählenden Gemeinde hin: Drachenfest, Jacht- und Flugzeugbau waren da nur einige Themen.
Für die beiden Schulen ist es nach dem Auftakt im vergangenen Jahr der zweite Austausch, wie Lehrerin Renate Kreye-Grundmann und Rektorin Marianne Weigel vom Gymnasium Lemwerder sagten. Den französischen Gästen scheint es in der Wesermarsch zu gefallen: Sieben von ihnen waren bereits 2009 dabei. Der nächste Gegenbesuch in St. Médard-de-Guiziéres, einem Ort im Südwesten Frankreichs mit etwas mehr als 2000 Einwohnern, ist für den Herbst geplant.

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen: Die Norddeutsche, Seite 6, vom 03.06.2010

Kinder als Botschafter ihrer Schule
Gymnasium Lemwerder umwirbt künftige Schülerinnen und Schüler: "familiär und übersichtlich"

Von Georg Jauken Lemwerder.

105031wkTdoTDas Schuljahr 2009/2010 neigt sich dem Ende. Landauf, landab stehen Eltern und Schüler der vierten Grundschulklassen vor der Entscheidung, wie es nach den Sommerferien weitergehen soll. Wer sich für das Gymnasium Lemwerder entscheidet, so die Botschaft nicht nur beim jüngsten "Tag der offenen Tür", macht es richtig. Dabei erweisen sich die Schüler des Gymnasiums als die überzeugendsten Botschafter.
Ein gutes Beispiel sind Jasmin, Sanaz und Hadija. Die drei Mädchen führen eine Gruppe Eltern durch die Schule. Am Ende erreichen sie den Computerraum. "Hier dürfen wir nicht ohne Lehrer rein", erklärt Hadija. Nicht ohne Lehrer, wohl aber ohne Essen, Getränke und Schuhe, um Staub und Verschmutzungen der empfindlichen Geräte zu vermeiden.
Hadija berichtet, wie sie und ihre Mitschüler im Internet recherchieren - sich aber nicht alleine darauf verlassen-, wie sie Homepages erstellen und sich im schuleigenen Chat treffen. Es gehe darum zu "lernen, wie man lernt", erklärt sie den Inhalt des Methodenlernens mit PC, das in den fünften Klassen ein ganzes Halbjahr lang zum regulären Unterricht gehört. Im Gymnasium weiß man, dass das Internet zum Alltag der Schüler gehört. Also nutzt man es für den Unterricht und lehrt, wie die Nutzer sicher damit umgehen.
Vom Spielen zum Pauken "Es gibt Menschen, die ein fotografisches Gedächtnis haben", fügt Hadija noch hinzu, bevor sie die Eltern in den nächsten Raum bittet. Für die anderen gebe es den Methodenunterricht. Die Eltern sind beeindruckt. "Für die sechste Klasse macht sie das extrem gut", meint Toralf Schiefner über das Mädchen, das vor den vielen Erwachsenen so sicher auftritt, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Auch die Ausstattung der Schule fällt ihm auf. Eine solche Ausstattung hätte sich Toralf Schiefner in seiner Schulzeit gewünscht.
Ein paar Räume weiter werden Ratespiele gespielt. Die Kandidaten: Viertklässler aus den benachbarten Grundschulen. Mit den Bewegungsspielen, erläuterte Englischlehrer Oliver Meyer, würden die Schüler langsam vom spielerischen Englisch der Grundschulen zum Englisch als Unterrichtsfach mit Vokabeln pauken, Klassenarbeiten und Benotung herangeführt. Wer sich die Vokabeln spielerisch einpräge, vergesse sie nicht so schnell wieder.
Die Vokabel-Spiele sind nur ein Beispiel, wie das Gymnasium den jungen Besuchern aus den Grundschulen Lust auf ihre mögliche neue Schule macht. Dazu gibt es "Schnupperunterricht" in Latein, Französisch und Naturwissenschaften, der Einblicke in den Schulalltag ermöglicht und die Neugierde der Kinder wecken soll.
Rebecca und ihre Mitschüler aus dem siebten Schuljahr erklären anhand eines Modells den Aufbau des menschlichen Herzens. In zwei Wochen hat das Plastik-Herz ausgedient, berichten sie. Dann wollen sie das Herz eines Schweines "auseinandernehmen".
Nebenan wird derweil Stahlwolle abgefackelt, entzündet mit einer haushaltsüblichen Batterie. "Das ist der Kabelbrand, den man im Haus vermeiden möchte", erklärt Physiklehrer Heiko Gawronski seinen Versuchsaufbau. Nicht weit entfernt schicken Kinder mit Hilfe von PC und Beamer eine Maus auf Abenteuerreise, die wie einst Charlie Chaplin in "Modern Times" ins Räderwerk einer Maschine geraten ist. Die Lehre von Kräften und Bewegungen als Computerspiel, das fesselt und sorgt für herzhafte Lacher.
Sehr "familiär und übersichtlich" fasst Nicole Belitz ihre Eindrücke am Ende des Rundgangs zusammen. "Das hat mich überzeugt." Überrascht hat sie das nicht, denn eines ihrer Kinder besucht das Gymnasium Lemwerder bereits. Sie erinnert sich an fürsorgliche Lehrer und ältere Schüler, die den jungen als Paten zur Seite standen. Nicole Belitz ist überzeugt, "die Kinder werden hier gut aufgefangen. Nach Klasse zehn sind sie dann so weit für die Stadt." Bis dahin soll auch ihr zweites Kind das Gymnasium Lemwerder besuchen. Eine andere Mutter will die Entscheidung ihrem Sohn überlassen. Die Fahrzeit werde wohl eine Rolle dabei spielen, sagt die Mutter aus Berne.
Schülerwunsch: Abi in Lemwerder Eine längere Fahrzeit als bisher müssen Katharina, Lara und René vom kommenden Schuljahr an in Kauf nehmen. Mit der Klasse zehn endet in einigen Tagen auch ihre Schulzeit in Lemwerder. Entscheiden, wie es weiter geht, müssen also auch sie. "Wir waren nicht begeistert, dass wir hierher kommen mussten", erinnern sich die beiden Mädchen noch gut. Doch nach zwei Jahren am Gymnasium an der Willmsstraße in Delmenhorst und zwei Ehrenrunden hätten sie in Lemwerder wieder Anschluss gefunden.
Nach einer Woche hätte sie sich eingelebt. Jetzt würden sie gerne bis zum Abitur bleiben. Sie schwärmen vom familiären Miteinander und vom engen, vertrauensvollen Kontakt zu ihren Lehrern. "Man ist eine Person, keine Nummer", meint Lara. Mit "he, du da", habe sie seit Delmenhorster Zeiten kein Lehrer mehr angesprochen. Vermisst hat sie es nicht.
"Man hat einen viel besseren Zugang zu den Lehrern", ist auch René aufgefallen, der im fünften Schuljahr das Max-Planck-Gymnasium besuchte. Gesetzt den Fall, es gäbe die Möglichkeit, bis zum Abitur in Lemwerder zu bleiben, käme ein Wechsel für ihn nicht in Frage. Selbst wenn die 19-köpfige Klasse dann in Kurse unterteilt würde, wäre René, Lara und Katharina der Kontakt zu den Lehrern noch nicht zu eng und intensiv. Schüler, die unbedingt auf eine andere Schule wollen, waren am Tag der offenen Tür im Gymnasium Lemwerder nicht aufzufinden.
Doch eine Oberstufe gibt es nun mal nicht in Lemwerder. Das Profilfach Musik gab deshalb den Ausschlag, dass René ans "Maxe" zurückkehren möchte. Seine Klassenkameraden werden sich nach den Ferien an anderen Schulen in Brake, Delmenhorst und Vegesack wiederfinden. Zumindest René, Lara und Katharina geben sich überzeugt, in Lemwerder bestens auf die Oberstufe vorbereitet worden zu sein

 

 

 

 

 

NWZ, 31. Mai 2010

Jonglieren gelernt und Blitze erzeugt
Gymnasium: Beim Schnuppertag in Lemwerder Berührungsängste abgebaut

105031nwzTdoT
Donnerschlag: Physiklehrer Heiko Gawronski hatte
eine Influenzmaschine aufgebaut, mit der sich Blitze erzeugen
lassen. Das war bei den Besuchern ein Renner.

 von Gabriele Bode

Lemwerder - Ein Tag der offenen Tür fand am Sonnabend am Gymnasium Lemwerder statt. Schülern der vierten Klassen, die nach den Ferien das Gymnasium besuchen, sollte die Schule vorgestellt werden. So konnten sie sich ein Bild von den Lehrkräften, den Fachräumen und den Unterrichtsmethoden machen. „Ganz wichtig ist so ein Schnuppertag, um Ängste abzubauen und Fragen zu beantworten“, erklärte der stellvertretende Schulleiter Thomas Reinsch.
Im Naturwissenschaftsraum und im Musikraum gab es Experimente und Vorführungen. Rebecca, Sarah und Melanie aus der 7c maßen Herztöne und den Blutdruck der Besucher. Physiklehrer Heiko Gawronski hatte allerlei technische Versuche aufgebaut. Besonders begeistert waren die Kinder von der Influenzmaschine, mit der sich Blitze erzeugen lassen, und von einer interaktiven Wandtafel. In den Fächern Latein, Französisch und Physik gab es Schnupperstunden.
Der Förderverein hatte ein Kuchen–Buffet in der Pausenhalle aufgebaut, in der auch Präsentationen von Schulprojekten zu sehen waren. Schülerinnen der Klasse 8a verkauften Obst-Spieße. Auf dem Pausenhof wurde man sogleich von dem Duft von Crêpes empfangen, dazu boten die Schüler der 7a frisch gemixte Erdbeermilchshakes an. Der Erlös geht an das Kinderhilfswerk Misereor. Neben Speisen wurden auf dem Pausenhof alte römische Spiele angeboten, und bei Henrike Seedorf und Jasmin Heinen konnte man das Jonglieren lernen.

 

 

 

 

 

NWZ, 22. Mai 2010

Frischer Wind im Förderverein
Gymnasium Vorstandswahlen gelingen im zweiten Anlauf – Arbeit besser verteilen

Zur ersten Versammlung waren kaum Eltern erschienen. Nun war die Beteiligung besser:
Renate Henrichs bleibt als Vorsitzende im Amt.

von Gabriele Bode

100422nwzFoerdervereinLemwerder - Aufatmen beim Förderverein des Gymnasiums Lemwerder: Rund 40 Eltern fanden sich zur Wiederholung der Jahreshauptversammlung des Fördervereins am Dienstagabend in der Schule ein. So konnten dieses Mal die Vorstandswahlen stattfinden. „Dieses ist meine letzte Wahlperiode“, erklärte die 1. Vorsitzende und Mitgründerin des Vereins Renate Henrichs. „So langsam gehen mir die Ideen aus. Es wäre schön, wenn jemand anderes dann dieses Amt übernehmen könnte.“ Einstimmig wurde Henrichs für ihre letzte Amtsperiode wiedergewählt.

Die 2. Vorsitzende, Bärbel Poppe, sowie Kassenwartin Petra Leßmann stellten sich nicht mehr zur Wahl. In ihre Ämter wurden Claudia Dähnhardt und Sabine Eisenhauer gewählt. Auch die Kassenprüfer wurden mit Britta Evers und Andrea Kapusta neu ernannt. Um bei Sitzungen beschlussfähig zu sein, müssten fünf Vorstandsmitglieder anwesend sein. Um dieses zu gewährleisten, benötige man Beisitzer, erklärte Renate Henrichs. Ein Vorschlag der Eltern war, aus allen Jahrgängen Beisitzer zu wählen. Die Mütter – Väter stellten sich nicht zur Wahl – ließen sich nicht lange bitten. In einer Blockwahl ernannte man Birgit Jördemann, Bettina Schewerda, Susanne Stehmann, Petra Lutze, Bianka Ludwig, Sabine Heinen, Andrea Ruf und Karin Wagener zu Beisitzern.

Alle waren sich darin einig, dass die anfallenden Aufgaben, wie Bestellungen von Schulkleidung und -büchern besser bewältigt werden können, wenn sie auf viele Schultern verteilt werden. Vom Schülerbeirat wünscht sich der Förderverein mehr Ideen. Sie sollten sich doch an den Verein wenden, der für ihre Interessenvertretung da ist. Für Mitteilungen hängt in der Eingangshalle ein Briefkasten.

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, WEM vom 22.04.2010

Auflösung des Fördervereins doch noch abgewendet

Von Georg Jauken

Lemwerder. Der Förderverein des Gymnasiums Lemwerder ist wieder arbeitsfähig. Die Appelle der Vorsitzenden Renate Henrichs hatten gefruchtet: Beim zweiten Anlauf, eine Jahreshauptversammlung durchzuführen, war die Beteiligung so groß, dass der Neuaufstellung der Vereinsspitze nichts mehr im Wege stand.
Wie berichtet, musste der erste Versuch einer Jahreshauptversammlung im März abgebrochen werden, da der Vorstand weitgehend unter sich blieb, so dass die vorgesehenen Wahlen nicht durchgeführt werden konnten. Da die ersten Schüler das Gymnasium in wenigen Monaten verlassen, scheiden auch einige Eltern aus, die sich wie die zweite Vorsitzende Bärbel Poppe bislang im Förderverein engagierten. Renate Henrichs, die schon zu den Gründungsmitgliedern der Fördervereins zählt und seitdem als dessen Vorsitzende maßgeblich das Vereinsprofil prägte, schlug Alarm: Sollte der zweite Versuch einer Jahreshauptversammlung scheitern, drohe dem Förderverein die Auflösung.
Diese Gefahr ist nun abgewendet. Von den rund 140 Mitgliedern des Fördervereins fanden sich am Dienstagabend mehr als 30 im Musikraum des Gymnasiums ein, dazu einige weitere Eltern, die zu Beginn der Veranstaltung ihre Beitrittserklärung unterschrieben. "So viele waren wir noch nicht einmal bei der Gründungsversammlung", stellte Renate Henrichs erfreut fest. Selbst vom Fehlen der Väter, das sie noch im März zu beklagen hatte, konnte keine Rede mehr sein. Immerhin acht Väter nahmen an der Versammlung teil und wollen sich nun teilweise an künftigen Aktionen und regelmäßigen Aufgaben wie der Verteilung von Büchern oder Schulkleidung beteiligen, die der Förderverein regelmäßig per Sammelbestellung besorgt.
Bei den Neuwahlen des Vorstandes hielten sich die Männer indes zurück. Gewählt wurde eine Mütter-Riege mit der bisherigen Vorsitzenden Renate Henrichs an der Spitze. Eine Vorstandsperiode möchte sie noch weitermachen, um eine nahtlose Übergabe an die Nachfolger zu gewährleisten. In zwei Jahren werde sie jedoch nicht wieder antreten. Ihr Abstand zum Gymnasium sei gewachsen. "Mir fehlen ein bisschen die Ideen", begründete sie diesen Schritt.
Frische Ideen sollen die Neuen im Fördervereinsvorstand einbringen, die neue zweite Vorsitzende Claudia Dähnhardt etwa, die bislang Beisitzerin war, oder auch Sabine Eisenhauer, die künftig anstelle von Petra Leßmann die Kasse führt. Hinzu kommen als Beisitzerinnen Petra Lutze, Susanne Stehmann, Karin Wagener, Andrea Ruf, Bettina Schewerda, Birgit Jordemann, Bianka Ludwig und Sabine Heinen. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

 

 

 

 

 

NWZ, 21. Mai 2010

Französisch-Diplom für Sprachkompetenz
Acht Schüler am Gymnasium Lemwerder bestehen Sprachtest – Wenige Jungen dabei

gbo

Lemwerder - Am Gymnasium Lemwerder konnten acht Schülerinnen und ein Schüler das französische DELF-Diplom entgegennehmen.

In einer zweistündigen AG wird einmal die Woche für begabte und interessierte Schüler dieser Förderkurs von Französischlehrerin Valerie Wetter seit Schuljahresbegin 2008/2009 angeboten. Zurzeit nehmen zwei Schüler und zehn Schülerinnen daran teil. Der Test, der in Bremen am Institut Francais abgelegt wird und weltweit einheitlich ist, besteht aus vier Teilen, dem Lese-, Hör-, Schreib-und Gesprächsverstehen. Er wird in Lemwerder für den achten bis zehnten Jahrgang klassenübergreifend angeboten und ist in drei Schwierigkeitsgrade (A1, A2, B1) eingeteilt. In Klasse 12 wäre dann noch B2 möglich. A1 und A2 trainieren die elementare Sprachverwendung und bei B1 sowie B2 geht es um die selbstständige Sprachverwendung. „Das Herangehen an die Sprache ist anders als im regulären Unterricht. Es wird viel alltäglicher damit umgegangen“, sagte Wetter. Für die Schülerinnen der 10. Klasse ist es ganz klar, dass sie Französisch als Leistungskurs nehmen.

„Dieser Kurs hilft einem sehr, sich in Französisch zu verbessern“, erklärte Lara Marleen Rautenhaus. Auch die anderen Schüler waren sich einig, dass man sich so hervorragend auf Arbeiten und Abiturprüfungen vorbereiten kann und mit dem Sprach-und Vokabeltraining auch seine Nervosität abbaut. Erstaunlich sei die sehr niedrige Jungenquote. Lorena Kok meinte, dass das wahrscheinlich an der höheren Sprachbegabung bei Mädchen liegt. Auch die Lehrerin machte bezüglich der Männerquote ähnliche Erfahrungen während des Studiums.

Für Lorena ist es wichtig, dass sie ein Zertifikat bezüglich ihrer Sprachkompetenz in den Händen hält, falls sie irgendwann ein Praktikum oder einen Job in einem französischsprachigen Land annehmen möchte.
 

 

 

 

 

 

NWZ, 16. Januar 2010

Gymnasiastinnen gewinnen Kreisentscheid
HANDBALL Nächste Runde bei „Jugend trainiert für Olympia“ erreicht

 

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So sehen Siegerinnen aus: Die Handball-Mädchen vom Gymnasium fahren zum Bezirksentscheid.

LEMWERDER - Die Handball-Mädchen des Gymnasiums Lemwerder aus den Jahrgängen 1997/98 haben sich für die Bezirksmeisterschaften der Schulen beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ qualifiziert.

Beim Kreisgruppenentscheid in Ganderkesee gewannen die Mädchen des Gymnasiums gegen das Graf-Anton-Günther-Gymnasium aus Oldenburg und gegen die Mädchen des Gymnasiums Ganderkesee in der Wettkampfklasse IV.

Das erste Spiel der Lemwerderanerinnen gegen das GAG aus Oldenburg wurde nur denkbar knapp mit 16:15 gewonnen – und das nachdem sie bereits mit vier Toren Vorsprung geführt hatten. Der Vorsprung hatte wohl einige Spielerinnen unvorsichtig werden lassen: Die Konzentration ließ bei der zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung doch bei einigen Spielerinnen sichtlich nach, so dass sich individuelle Fehler häuften. So wurden beispielsweise in der Schlussphase allein sechs Angriffe wegen Betretens des Kreises von den Schiedsrichtern abgepfiffen. Und auch in der Abwehr wurde nicht mehr konsequent genug gedeckt, so dass die Oldenburgerinnen zu leichten Toren über den Kreis kamen. Ein Punkt Vorsprung rettete aber schließlich den Sieg.

Im zweiten Spiel stellte die Gastgeber-Mannschaft keinen ernsthaften Gegner mehr dar für die Mädels aus Lemwerder – und das obwohl der Trainer mit der Torfrau schon früh eine siebte Spielerin zur Feldspielerin machte. Doch am Ende ließen sich die Lemwerderanerinnen beim Spielstand von 3:7 nicht aus der Ruhe bringen und gewannen überlegen 15:6.

Als Kreisgruppensiegerinnen treffen die Mädchen vom Gymnasium Lemwerder nun bei den Bezirksmeisterschaften in Delmenhorst am 16. Februar wohl auf vier stärkere Gegnerinnen. Dazu drückt die ganze Schule der Mannschaft ganz fest die Daumen – zumal es das erste Mal ist, dass eine Handballmannschaft des Gymnasiums den Bezirksentscheid erreicht.
 

 

 

 

 

 

Bremer Tageszeitungen, Ausgabe: Die Norddeutsche, WEM, Seite: 6 vom 10.12.2009

Staatssekretär: Noch Schwierigkeiten bei Turbo-Abitur

Von Mario Assmann

091210wkAlthusmannLemwerder. Selbst ein Lehrer raunte: "Jetzt weiß ich, warum meine Chemie-Note war, wie sie war." Gerade hatte er im Gymnasium Lemwerder den Raum für Naturwissenschaften betreten und von "Wasserstoffbrückenbindung" gelesen. Der neben dem Pädagogen stehende Besucher räumte gar ein, Chemie nach der zehnten Klasse abgewählt zu haben. Bis zur Promotion und an die Spitze des Schulwesens ist es dennoch zu schaffen: Besagter Besucher war Bernd Althusmann, CDU-Staatssekretär im Landeskultusministerium - und gestern zum Termin in Lemwerder.
Gemeinsam mit Parteifreund Björn Thümler, Landtagsabgeordneter aus Berne, informierte sich Althusmann bei Schulleiterin Marianne Weigel und ihrem Stellvertreter Thomas Reinsch über das Lemwerderaner Gymnasium. Darüber hinaus diskutierte er mit der Klasse 10a Bildungsfragen. Das dominierende Thema: das Turbo-Abi. Nahezu jede Wortmeldung und Frage der Gymnasiasten bezog sich auf das Abitur nach einer auf zwölf Jahre verkürzten Schulzeit. Verwundern konnte dies nicht. Das Turbo-Abi zählt zu den umstrittensten Projekten der Landesregierung und ließ den Stuhl von Althusmanns Chefin, Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU), im Sommer heftig wackeln. Erst im vergangenen Monat wurde in Niedersachsen das "Volksbegehren für gute Schulen" gestartet, das unter anderem auf die Rückkehr zum Regel-Abitur nach 13 Jahren abzielt.
"Fragt! Einen Eintrag ins Klassenbuch gibt es nicht", leitete Althusmann die Runde ein, um sogleich nach seiner Haltung zum Turbo-Abi befragt zu werden. Der Staatssekretär, im Juni dieses Jahres ins Amt gekommen und schon als Heister-Neumanns Nachfolger gesehen, betonte, aus seiner Sicht sei die Reform notwendig. Im europäischen Vergleich würden die deutschen Schüler spät in das Berufsleben einsteigen. Es gelte nachzuziehen, weshalb die Bundesländer das verkürzte Abitur bis spätestens 2015 einführen wollten. Die Beispiele Finnland oder Italien zeigten, dass die Hochschulreife nach zwölf Jahren machbar sei.
Als eine Lemwerderaner Gymnasiastin beklagte, die Umstellung sei schlecht organisiert und gleiche einem Durcheinander, gestand Althusmann ein, dass es "noch Umsetzungsschwierigkeiten" gebe. "Unsicherheiten bei den Lehrplänen" oder Kinder, die abends ein erhebliches Pensum an Hausaufgaben abzuarbeiten hätten - derartiges sei ihm bekannt und bewusst, sagte der Vater einer Achtklässlerin und eines Fünftklässlers. Doch irgendwann habe die Reform, die auch den Schülern dienen solle, nun einmal kommen müssen; sie lasse sich "nicht geräuschlos" machen.
Wie sich die Situation darstellt, wenn im Jahr 2011 die ersten "Turbo-Abiturienten" zusammen mit dem älteren Jahrgang auf den Ausbildungsmarkt drängen, wollte schließlich ein Schüler wissen. Althusmann versicherte, die Regierung in Hannover arbeite an einem nahtlosen Übergang für den doppelten Abi-Jahrgang. So sorge das Wissenschaftsministerium unter Lutz Stratmann (CDU) "mit Hochdruck" für eine ausreichende Zahl an Studienplätzen, eine adäquate Hochschulausbildung sei dem Doppeljahrgang sicher.
Die Qualität des niedersächsischen Abiturs wiederum, meinte der 43-jährige Althusmann, liege ohnehin über dem Bundesdurchschnitt: "Sie bekommen eine sehr gute Ausbildung", sagte er zur Klasse 10a. "Vor allem in Lemwerder", merkte Thomas Reinsch lächelnd an.

 

 

 

 

 

NWZ, 10. Dezember 2009

Schüler klagen über Lernstress
GYMNASIUM Staatssekretär diskutiert mit Klasse über Turbo-Abitur

VON ANJA BIEWALD

091210nwzAlthusmannLEMWERDER - Einmal einen Politiker in die Mangel nehmen: Diese Gelegenheit ließen sich am Mittwoch die Schüler der Klasse 10 a des Lemwerderaner Gymnasiums nicht entgehen. Sie brachten beim Besuch von Dr. Bernd Althusmann (CDU), Staatssekretär im niedersächsischen Kultusministerium, Kritik zum Turbo-Abitur nach zwölf Schuljahren an. Dabei wurde deutlich: Die Jugendlichen halten nicht viel davon, sie hätten ihre Prüfung lieber erst nach 13 Jahren abgelegt.
Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Björn Thümler (CDU) hatten die Schulleiterin Marianne Weigel und ihr Stellvertreter Thomas Reinsch den Staatssekretär eingeladen, um sich ein Bild von der Arbeit in dem noch jungen Gymnasium zu machen.
Die Klasse 10a hatte im noch neuen Fachraum für Naturwissenschaften gerade Chemie bei Silke Oetker, als das Thema von Wasserstoffbrückenbindungen zur Bildungspolitik des Landes wechselte. Die Jugendlichen sind besorgt: Der Lernstress sei hoch, der Druck gestiegen und sie sind mit der Schule 2011 fertig, wenn zwei Abiturjahrgänge gleichzeitig – nämlich einer mit dem Abschluss nach 13 und einer nach 12 Jahren – auf den Arbeitsmarkt und in die Hochschulen drängen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dieses Problem zu lösen“, sagte Althusmann. Die Zahl der Studienplätze sei bereits deutlich erhöht worden. „Ins kalte Wasser geworfen“ fühlten sich hingegen die Jungen und Mädchen mit der Einführung des Turbo-Abiturs. „Umsetzungsschwierigkeiten kann niemand bestreiten, die Übergangszeit ist problematisch“, räumte Althusmann ein: „Aber ich halte die Entscheidung für die Verkürzung der Schulzeit persönlich zutiefst für richtig.“ Das Abitur nach zwölf Jahren sei für ihn eine Frage der Organisation und der Struktur, der frühere Berufseinstieg wichtig. „Sie bekommen hier eine sehr gute Ausbildung. Gute Schule steht und fällt mit engagierten Lehrern, Eltern und Schülern.“

 

 

 

 

 

Presseberichte aus den Jahren 2005 bis 2007

 

 

Presseberichte aus den Jahren 2008 bis 2010