Schulprogramm

 

 

 

 

 

Auf dieser Seite können Sie sich über das Leitbild des Gymnasiums Lemwerder und unser Schulprogramm informieren. Beides entstand in intensiver Zusammenarbeit mit Eltern und Schülern.
 

 

 

Leitbild der Schule

1

Mittelpunkt unserer Arbeit ist eine fundierte fachliche, methodische und soziale Ausbildung unserer Schülerinnen und Schüler auf gymnasialen Niveau.

2

Schule und Elternhaus arbeiten für eine positive Persönlichkeits- und Lernentwicklung jedes einzelnen Kindes konstruktiv zusammen.

3

Der Umgang aller miteinander wird durch Wertschätzung, Wohlwollen und Vertrauen geprägt.

4

Wir bemühen uns gemeinsam, eigene und fremde Grenzen zu erkennen und zu respektieren. Hierzu gehören der Einsatz aller für gewaltfreie Lösungen und der Verzicht auf diskriminierendes Verhalten.

5

Bei unserem täglichen Tun und Handeln sind wir uns der Endlichkeit der natürlichen Ressourcen auf unserer Erde bewusst und gehen entsprechend verantwortungsvoll mit ihnen um.

 

 

 

 

 

 

Schulprogramm

 

1 Situationsbeschreibung

Das Gymnasium Lemwerder wurde im Jahre 2005 gegründet. Es nahm im August desselben Jahres den Unterrichtsbetrieb mit einer sechsten und drei fünften Klassen auf. Es ist ein Sek-I-Gymnasium, das die Schülerinnen und Schüler bis einschließlich der 10. Klasse besuchen. Die Jahrgänge sind teils zwei-, teils dreizügig; langfristig ist eine Zweizügigkeit prognostiziert. Im Schuljahr 2013/14 nahm das Gymnasium Lemwerder als erstes in der Wesermarsch den Betrieb als offene Ganztagsschule auf. Seit August 2014 befindet sich ein Kollege in der Beratungslehrerausbildung, seine Tätigkeit wird er ausbildungsbegleitend ab Februar 2015 ausüben.

Unsere Schülerinnen und Schüler stammen aus den Gemeinden Lemwerder und Berne; damit bieten wir das gymnasiale Ausbildungsangebot in der südlichen Wesermarsch an.

Der Unterricht erfolgt auf der Basis der Stundentafel 2. Die Fremdsprachenfolge ist Englisch/Französisch oder Englisch/Latein. Damit können unsere Schülerinnen und Schüler nach der zehnten Klasse problemlos auf eine weiterführende Schule oder in eine berufliche Ausbildung wechseln. Im Jahrgang 10 können unsere Schülerinnen und Schüler mit dem Erlernen von Spanisch als 3. Fremdsprache beginnen, zum selben Zeitpunkt können sie anstelle eines der Fächer Musik, Kunst, Sport Theorie und das Fach Darstellendes Spiel beginnen.

 

1.1 Die Gebäude- und Raumsituation

Das Gymnasium Lemwerder verfügt neben vier Fachräumen für Kunst, Musik, die Naturwissenschaften und den IT-Bereich über zwölf Klassenräume. Die gemeindeeigene Sporthalle wird in Absprache mit den umliegenden Schulen genutzt. Alle genannten Räumlichkeiten sind modern ausgestattet, hell und freundlich.
Für die aktuellen Belange der Schule werden weitere Räume benötigt. Die Schulleitung bemüht sich in häufigem Kontakt mit dem Schulträger um eine Lösung. Die Mittagessenversorgung erfolgt in den Räumlichkeiten und unter der Leitung der Nachbarschule.

 

2 Die pädagogische Grundorientierung unserer Schule

Der Maßstab unserer Arbeit ist eine erfolgreiche Ausbildung der Schülerinnen und Schüler.

Hierzu gehört effektiver Unterricht, in dem neben

- Kenntnissen und Wissen,
- vielfältigen Methoden und Arbeitsweisen auch
- soziale Kompetenzen

vermittelt werden.

Methodenkompetenz gilt uns als ein Schlüssel erfolgreicher gymnasialer Ausbildung. Aus diesem Grunde haben wir von Anbeginn an ein Konzept zur Methodenschulung entwickelt. Dieses ist modular aufgebaut und wird verpflichtend in allen Klassenstufen durchgeführt. Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten neben dem Fachunterricht zusätzlichen Unterricht zur Schulung von Arbeitstechniken und -methoden, hierzu gehören auch IT-Kenntnisse, deren Vermittlung ab Klasse 5 verbindlich erfolgt.

Darüber hinaus unterstützen wir in Zusammenarbeit mit den Eltern den Erziehungsprozess der Kinder hin zu sicherem und sozial kompetentem Verhalten. Sinnvolles Problemlösungsverhalten, Konfliktvermeidungs- und -lösungsstrategien sowie ein empathisches Miteinander sind ein Grundprinzip unseres alltäglichen Schullebens. Deswegen führen wir als zweite Säule pädagogischer Arbeit in den Klassenverbänden Sozialtraining nach dem Konzept von Lions-Quest durch. Ergänzend unterstützen wir den Prozess des Erwachsenwerdens in Zusammenarbeit mit der Polizei durch die Blockseminare „Wir sind stark“, „Verhinderung sexueller Gewalt“, „Drogenprävention“, „Internetsicherheit“ und „Verhinderung von Alkoholmissbrauch“. Wir bilden in jedem Schuljahr interessierte Schülerinnen und Schüler als Streitschlichter aus.

Kollegium und Elternschaft des Gymnasiums Lemwerder halten folgende Punkte für wichtig, um die Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Schule vom Elternhaus aus zu unterstützen.

Die Eltern

- schaffen zuhause eine Umgebung, die den Kindern das Lernen ermöglicht und erleichtert und die den Wert von Bildung und angemessenen Verhaltensweisen in Schule und Unterricht schätzt.
- sorgen für einen strukturierten Tagesablauf der Kinder, der ausreichende Zeiten zum Lernen, für Freizeitaktivitäten und Erholung vorsieht.
- verschaffen sich ein genaues Bild über die Freizeitaktivitäten ihrer Kinder und kommunizieren mit den Kindern über den Wert dieser Freizeitaktivitäten.
- sorgen durch ausreichende Kommunikation mit ihren Kindern dafür, dass Hausaufgaben regelmäßig und sorgfältig erledigt werden.
- werden sich klar über angemessene Erwartungen ihrerseits an die schulischen Leistungen und an das Sozialverhalten ihrer Kinder sowie über die Aufgaben, die Schule erfüllen kann.

 

3 Konzepte und Perspektiven für die pädagogische Arbeit

3.1 Inklusion

Mit Schuljahresbeginn 2013/14 ist die „inklusive Schule“ in ganz Niedersachsen verbindlich eingeführt worden. Dies bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler, die einer sonderpädagogischen Unterstützung bedürfen, gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern an unserem Gymnasium unterrichtet werden können, wenn auf diese Weise ihrem individuellen Förderbedarf entsprochen werden kann.

Sehr wichtig bei der besonderen Förderung eines Kindes mit Unterstützungsbedarf ist in unseren Augen eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Elternhaus. Diese beinhaltet nicht nur den Austausch von Informationen bezüglich der Entwicklung und des Verhaltens des Kindes in der Schule einerseits und ggf. begleitender Therapien andererseits, sondern auch gemeinsame Absprachen zwischen Schule und Elternhaus.

Im Rahmen von Förderplänen vereinbaren wir schulische Maßnahmen, die den Entwicklungsprozess des Kindes unterstützen sollen. Darüber hinaus können im Rahmen eines Nachteilsausgleiches die Rahmenbedingungen der Leistungsbemessung, durch z. B. zusätzliche Bearbeitungszeit, zusätzliche Pausen, Verwendung spezieller Arbeitsmittel oder technischer Hilfsmittel wie Laptop etc., alternative Leistungsnachweise, geändert werden.

Häufig jedoch bedarf der Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Schwierigkeiten in einem bestimmten Entwicklungsbereich einer spezifischen Kompetenz, die bei Gymnasiallehrkräften nicht vorausgesetzt werden kann. Daher ziehen wir die zuständigen Förderschulen als externe Unterstützungspartner hinzu. Diese stellen den „mobilen Dienst“, der eine qualifizierte Einschätzung abgibt und die sonderpädagogische Beratung unserer Gymnasiallehrkräfte übernimmt. Darüber hinaus kann auf Antrag der Schule die Landesschulbehörde sonderpädagogischen Förderbedarf feststellen und der Schule einige zusätzliche Stunden zur Verfügung stellen, in denen ein ausgebildeter Förderschullehrer den regulären Unterricht begleitet.

In besonderen Fällen kann auf Antrag der Eltern beim zuständigen Jugendamt ein sogenannter „Schulbegleiter“ das Kind unterstützend während des gesamten Schulvormittages begleiten.

 

3.2 Methodentraining

Der Erwerb und die Anwendung fachübergreifender methodischer Kompetenzen bilden die Grundlage selbstständigen Arbeitens und sind somit als ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche schulische Laufbahn anzusehen. Darüber hinaus hat der Erwerb methodischer Kompetenzen auch eine wissenschaftspropädeutische Funktion: Die schrittweise aufeinander aufbauenden Methoden sind Grundlage für das wissenschaftliche Arbeiten in der gymnasialen Oberstufe und in einem ggf. später anzustrebenden Studium.

Das verbindlich anzuwendende Methodenkonzept unserer Schule umfasst insgesamt elf Kompetenzbereiche, innerhalb derer einzelne Module den Jahrgängen 5 bis 10 zugeordnet sind (siehe Anhang zum Schulprogramm).

In den unteren Jahrgängen lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst, systematisch und strukturiert zu arbeiten: Organisation von Arbeitsplatz und Arbeitszeit, Mappenführung, Lesetechniken, Recherchetechniken, einfache Präsentationstechniken. Darüber hinaus halten wir sie schon früh dazu an, ihre Arbeitsformen eigenständig zu organisieren und auf ihren Lerntyp abzustimmen.

In den oberen Jahrgängen unserer Schule stehen verstärkt kritische und komplexere Methoden im Mittelpunkt: Quellenarbeit, kritische Interpretationen von Text-, Bild-, Datenmaterial, Gesprächsführung und Argumentationstechniken, Präsentationen mit Beamer und PC.

 

3.3 Sozialtraining

Am Gymnasium Lemwerder erhalten die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich und systematisch eine Ausbildung zum „Sozialen Lernen“. Unser Ziel ist es, durch Stärkung der sozialen und kommunikativen Kompetenzen die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder nachhaltig zu stärken.

Kernpunkte des Sozialtrainings sind dabei

- die Integration und Arbeit in einer Gruppe,
- die Stärkung des Selbstvertrauens,- der bewusste und konstruktive Umgang mit Konflikt- und Risikosituationen, insbesondere der präventive Umgang mit Gewalt und Sucht und
- die Entwicklung eigener realistischer Zielvorstellungen zur Gestaltung des späteren Lebens.

Unsere Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer nehmen an Grund- und Aufbaukursen vom Lebenskompetenzprogramm „Lions-Quest: Erwachsen werden“ zum präventiven Sozialtraining teil und setzen die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten im Unterricht um. Unsere Schule wurde im Schuljahr 2010/11 zum ersten Mal mit dem Qualitätssiegel „Lions-Quest“ ausgezeichnet und im Schuljahr 2013/14 rezertifiziert.

Dieser Unterricht zum Sozialtraining ist im Jahrgang 5 in die Klassenlehrerstunde integriert, in den Jahrgängen 6 und 7 steht je ein Halbjahr lang eine Stunde aus dem Wahlbereich zur Verfügung, sofern die Unterrichtsversorgung dieses zulässt.

In Jahrgang 5 findet zusätzlich zur Klassenlehrerstunde eine Klassenfahrt statt, in dem Sozial- und Methodenkompetenzen besonders vertieft werden. Diese dient auch der Stärkung der Klassengemeinschaft.

In Jahrgang 6 gibt es ein zweistündiges Seminar zum Thema „Gefahren im Umgang mit internetfähigen Geräten“, z.B. PC, Smartphones oder Tablets. Durchgeführt wird das Seminar von der Polizei Brake.

In Jahrgang 7 kooperiert die Schule mit der Polizei Brake mit dem zweitägigen Blockseminar „Wir sind stark“. Hier üben sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit Hilfe von Rollenspielen in den Bereichen Vertrauen, Antigewalt und Zivilcourage.
Auf Wunsch der Eltern gibt es zusätzlich in Jahrgang 7 eine Informationsveranstaltung für Eltern zum Thema „Drogen“, welche ebenfalls in Kooperation mit der Polizei Brake durchgeführt wird.

In Jahrgang 8 arbeiten wir mit der AWO in Brake sowie der Polizei Brake für das Seminar „Prävention gegen sexuelle Gewalt“ zusammen. Den Schülerinnen und Schülern wird geholfen, den Begriff der sexuellen Gewalt zu reflektieren und vor allem in entsprechenden Situationen angemessen zu reagieren.

In den Jahrgängen 9 und 10 ist das Sozialtraining in den Fachunterricht integriert.

Die Streitschlichter AG und somit zu Mediatoren ausgebildete Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer gibt es seit dem Schuljahr 2010/11. Die Mediatoren helfen streitenden Parteien bei ihrem Konflikt eine Lösung zu finden. Die Inanspruchnahme ist freiwillig und unterliegt der Schweigepflicht.

 

3.4 Einführungstage

Zu Schuljahresbeginn dienen die ersten drei Tage am Gymnasium dem Kennenlernen, dem Eingewöhnen, dem Erkunden der Schule, einigen Übungen zum Sozial- und Methodentraining und ersten Fachunterrichtsstunden. Die Gestaltung dieser Einführungstage übernimmt das Klassenlehrer-Team.

 

3.5 Sprachenunterricht

Fremdsprachen

An unserem Gymnasium bieten wir Englisch als erste und Französisch beziehungsweise Latein als zweite Fremdsprache an. In Klasse 10 besteht für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit Spanisch zu wählen.

Im Englischunterricht wird durch den Erwerb verschiedener Kompetenzen die Kommunikation in der Zielsprache möglich. Einen Schwerpunkt bildet dabei das interkulturelle Lernen. Bei der Vermittlung der englischen Sprache und des kulturellen Wissens wird Einsprachigkeit in der Fremdsprache angestrebt.

Französisch ermöglicht den Schülerinnen und Schülern den Erwerb einer modernen Fremdsprache, die gleichzeitig in wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht eine bedeutende Weltsprache ist.

 

Das Fach Latein eröffnet einen Zugang zur antiken römischen Welt und vermittelt damit vertiefte Einsichten in das antike Weltbild und gleichzeitig in Geistesgeschichte, historische Entwicklung, Ästhetik und sprachliche Prägungen des modernen Europa. Die Schülerinnen und Schüler erlangen das Latinum nach fünfjährigem Besuch des Lateinunterrichts.

Spanisch eröffnet Zugänge zu europäischen und außereuropäischen Kulturen, denn es bietet gleichermaßen Einblicke in die regionale Vielfalt der iberischen Halbinsel wie auch in die Traditionen, Kulturen und Gesellschaften der lateinamerikanischen Länder, in denen Spanisch gesprochen wird.

Bei der Vermittlung der Sprachen ist es den Fremdsprachenlehrkräften ein Anliegen, die Sprachen im Sinne der modernen Mehrsprachigkeit für einander nutzbar zu machen.

Kontrastiver Sprachvergleich und die verbindliche Verwendung sprachspezifischer Methoden im Unterricht vereinfachen das Erlernen der Sprachen und bereiten den Erwerb weiterer Fremdsprachen vor.

Deutsch

Das Fach Deutsch nimmt am Gymnasium – und hier vor allem in den unteren Jahrgängen – im Fächerkanon eine Vorreiterrolle ein, da einerseits die sprachliche Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler durch die Inhalte des Deutschunterrichts erweitert wird und andererseits mit der Vermittlung der grammatikalischen Regeln der deutschen Sprache ein Fundament geschaffen wird, das das Verstehen grammatikalischer Zusammenhänge in den Fremdsprachen vorbereiten und erleichtern soll.
Die Sprache dient, ob gesprochen oder geschrieben, der Aufnahme und Weitergabe von Kenntnissen und Sachverhalten, der Verständigung und der Übermittlung von Eindrücken, Gefühlen und Wertvorstellungen. Erst die sprachliche Auseinandersetzung ermöglicht es, einen eigenen Standpunkt einzunehmen und trägt entscheidend zur Entfaltung der Persönlichkeit bei.
Die Lernziele des Deutschunterrichts sind fächerübergreifend; zum Teil bereiten sie Unterricht anderer Fächer vor oder es wird die Möglichkeit themenorientierter Zusammenarbeit genutzt.

Eine besondere Rolle nimmt das Projekt „Zeitung in der Schule“ (ZiSch) ein, bei dem die Schülerinnen und Schüler in Jahrgang 8 sich täglich mit einer lokalen Tageszeitung auseinandersetzen und nach einem Recherchetag selber einen Zeitungsartikel verfassen können.

Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache

Im Rahmen unseres Förderungs- und AG-Programmes führen wir für Schülerinnen und Schüler, die nicht Deutsch als Muttersprache haben, Förderunterricht durch.
Diesem Kurs werden auch Muttersprachler zugewiesen, wenn sie beim Übertritt in unsere Schulform über größere Defizite verfügen und die Kursstärke von etwa zehn bis zwölf Schülerinnen und Schüler nicht überschritten wird.
Es erscheint sinnvoll, dass die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler möglichst intensiv an die Lernleistungen der anderen herangeführt werden. Wir gehen auf individuelle Schwächen ein und versuchen darüber hinaus den Fachunterricht Deutsch dennoch möglichst zu begleiten.
Um diese Ziele zu erreichen, wird die Gruppenstärke möglichst gering gehalten.

3.6 Mathematik

Mathematikunterricht versetzt Schülerinnen und Schüler in die Lage, den mathematischen Gehalt von Situationen und Phänomenen in ihrer Alltagswelt zu erkennen, verstehen und beurteilen. Darüber hinaus werden grundlegende intellektuelle Fähigkeiten wie beispielsweise Abstrahieren, Systematisieren und Argumentieren erworben. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht der Erwerb prozessbezogener Kompetenzen, wobei eine vielfältige inhaltsbezogene Konkretisierung erfolgt. Eine nachhaltige Sicherung bereits erworbener Fähigkeiten und Fertigkeiten erfolgt durch kontinuierliche Wiederholung und vertiefende Verwendung unter immer neuen Gesichtspunkten.
Offene, selbstdifferenzierende Aufgabenstellungen, welche vielfältige Lösungsmöglichkeiten zulassen, sind zentral für die Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern. Dadurch werden Leistungsmöglichkeiten geschaffen, bei welchen individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Kreativität und Phantasie gefordert sind. Bei der Diskussion verschiedener Lösungswege können auch Fehler und Irrwege als Lernanlässe produktiv genutzt werden und Anlässe für Kooperation und fachbezogene Kommunikation schaffen.
Zum mathematischen Erkenntnisgewinn werden unterstützend graphische Taschenrechner, dynamische Geometriesoftware und Tabellenkalkulations-Programme als elektronische Hilfsmittel in den Unterricht einbezogen. Der Einsatz dieser Medien wird im Verlauf der Schuljahre kontinuierlich weiterentwickelt, ausgebaut und auch kritisch reflektiert.

Die Fachgruppe Mathematik arbeitet in enger Absprache mit den naturwissenschaftlichen Fächern, sodass unsere Schülerinnen und Schüler Mathematik auch als ein nützliches und brauchbares Werkzeug zur Beschreibung der Umwelt in fachübergreifenden Zusammenhängen beispielhaft erfahren können.
Zur Förderung mathematisch besonders interessierter Schülerinnen und Schüler organisieren wir die Teilnahme an verschiedenen Mathematikwettbewerben.

 

3.7 Kunst

Am Gymnasium Lemwerder verstehen wir Kunstunterricht als integrative Einheit kognitiver, emotionaler und kreativer Lernvorgänge. Er ergänzt und integriert den Unterricht anderer Fächer, dies auch durch fachübergreifenden Unterricht z.B. mit Deutsch, Englisch, Musik, Mathe, Geschichte oder Religion. Schülerinnen und Schüler lernen wirkungsvolle, bildhafte Ausdrucksmöglichkeiten kennen und bildnerische Mittel zielgerichtet anzuwenden; das - ästhetische - Experiment ist eine Erkenntnisform, die auch gewinnbringend in anderen Lernbereichen und Unterrichtsfächern eingesetzt werden kann. Aus diesem Grunde hat im Kunstunterricht unserer Schule das kreative Gestalten mit verschiedensten Materialien und Techniken einen hohen Stellenwert.
Das Fach Kunst liefert Beiträge zum Methodentraining, zum Beispiel durch bildhaftes Präsentieren von Gedanken und Strukturen, und es trägt zur Entwicklung der Medienkompetenz der Jugendlichen bei.
Einen Beitrag zur Öffnung der Schule nach außen leisten wir zum einen durch Präsentationen und Ausstellungen zu besonderen Anlässen, zum anderen durch den Besuch außerschulischer Lernorte.

 

3.8 Musik

Das Musikmachen mit Stimme und Instrument und das Bewegen zur Musik haben im Unterricht unserer Schule einen hohen Stellenwert. Durch den musikpraktischen Zugang wird nicht nur die Freude an der Musik geweckt und gepflegt, sondern es erwächst aus dem musikpraktischen Handeln ein Können und Wissen, welches für die Reflexion über Musik und den Aufbau eines fachlich fundierten musikalisch-ästhetischen Wissens unverzichtbar ist.
Das Musizieren in der Klasse vermittelt zudem in besonderer Weise Sozialkompetenz, denn die Mitarbeit im Klassenensemble verlangt von den Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an Ausdauer, Konzentration, Geduld, Lernbereitschaft, Disziplin und Verantwortungsgefühl.
Im AG-Bereich fördert die Band des Gymnasiums in gleicher Weise das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit der Schule.
Am gesamten Schulleben nimmt der Fachbereich Musik regen Anteil. Veranstaltungen wie Kulturabend etc. werden regelmäßig durch musikalische Beiträge unserer Schülerinnen und Schüler bereichert.
Der Musikabend bietet ein Forum, in dem schulische und private musikalische Lernfortschritte präsentiert werden können. Aus der Veranstaltung resultiert eine beträchtliche Wertschätzung und Motivation im Hinblick auf musikpraktisches Handeln im Unterricht sowie auf individuelles instrumentales Können.

 

3.9 Darstellendes Spiel

Das Fach Darstellendes Spiel wird seit dem Schuljahr 2013/14 am Gymnasium Lemwerder unterrichtet und bietet den Schülerinnen und Schülern des 10. Jahrgangs somit eine weitere Wahlmöglichkeit aus dem künstlerisch-musischen Bereich, sodass sie dieses Fach in der Oberstufe an den weiterführenden Gymnasien fortsetzen können.

Im ersten Schulhalbjahr erlernen die Teilnehmenden die Grundkompetenzen des Darstellenden Spiels: Bewegung auf der Bühne, Stimmbildung, In-der-Rolle-bleiben, Charakterdarstellung, Verhalten zu anderen Mitspielern.

In dieser Zeit wird aber auch geprobt, wie man ein kleines Textstück (Fabel, Kurzgeschichte, Gedicht, Märchen) in eine oder mehrere Szenen umsetzt. Im zweiten Halbjahr werden die Grundfertigkeiten erweitert und ausgebaut und können in eine „größere“ Aufführung münden.

In der Regel ist auch der Besuch einer Theateraufführung geplant, in der die Schülerinnen und Schüler, neben dem Vergnügen einer Profiinszenierung, durchaus auch erlernte Elemente wiedererkennen.

 

3.10 Gesellschaftswissenschaften

In den Fächern Erdkunde, Geschichte, Politik-Wirtschaft, Religion, Werte und Normen wird ein gesichertes Verfügungs- und Orientierungswissen erworben, das auch Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen umfasst. Die Schülerinnen und Schüler werden zu einem wirksamen und verantwortungsvollen Handeln auch über die Schule hinaus befähigt.
Den didaktischen Forderungen der einzelnen Fächer – z. B. Anschaulichkeit, Wirklichkeitsnähe, Selbsttätigkeit, Selbstständigkeit, Problemorientierung, Interdependenz, Multikausalität, Multiperspektivität – genügen die fach spezifischen Themen.
Die Anwendung erworbenen Wissens (an spezifischen Lernkontexten der Fächer), die Verankerung des Neuen im schon Bekannten und Gekonnten, der Erwerb und die Anwendung von Lernstrategien und die Kontrolle des eigenen Lernprozesses bilden die Grundlage zum Erwerb der fachspezifischen und interdisziplinären Kompetenzen. Im Einzelnen handelt es sich dabei um

- Fachspezifische und fächerübergreifende Sachkompetenzen, z. B. Grundeinsichten, räumliche, geschichtliche, politische und ökonomische Wirkungszusammenhänge,
- Methodenkompetenzen, z. B. Beschaffung von Informationen und sachgerechter Umgang mit ihnen,
- Urteilskompetenzen, z. B. Auseinandersetzung mit verschiedenen Positionen, Perspektiven und Wertvorstellungen,
- Handlungskompetenzen, z. B. eigenes und gesellschaftliches verantwortungsvolles Handeln, Reflexion.

 

3.11 Naturwissenschaften

Schwerpunkt im naturwissenschaftlichen Unterricht sind Experimente und deren Auswertung. Aufgrund der umfangreichen Ausstattung können die Schülerinnen und Schüler fast alle Experimente selbst planen und durchführen und dadurch mit naturwissenschaftlichen Denk- und Vorgehensweisen vertraut gemacht werden. Ergänzt wird der Unterricht durch die Einbeziehung zahlreicher außerschulischer Kooperationspartner, wie z. B. dem Universum, dem Wattenmeerhaus, dem Erdölmuseum und dem EWE-Mobil.

Im Rahmen der Naturwissenschaften-AG und der Begabungsförderung werden auch umfangreichere naturwissenschaftliche Fragen bearbeitet.

 

3.12 Sport

Im Schulsport liegt der Schwerpunkt primär in der Vermittlung möglichst vieler unterschiedlicher Bewegungen und der Umsetzung vielfältiger Spiel- und Sportarten (Ballspiele, Schwimmen, Turnen, Gymnastik und Tanz, Leichtathletik, Rollen und Gleiten, Kämpfen). Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei ein systematisches gesundes Sporttreiben als Grundlage für ein lebenslanges sportliches Miteinander kennen lernen.

Darüber hinaus dienen Leistungswettbewerbe im Schulsport einerseits dazu, sich bezüglich seiner Leistungsfähigkeit und -grenzen richtig einschätzen zu lernen und mit Erfolg und Misserfolg umzugehen (Bundesjugendspiele, Sportabzeichen, Jugendschwimmabzeichen), als auch sich mit Schülerinnen und Schülern anderer Schulen bei Schulwettkämpfen zu messen.

 

3.13 Berufsorientierung

Unsere Schule stellt sich auch der Aufgabe, Schülerinnen und Schüler an die Entscheidungsfindung zur Berufswahl heranzuführen. Um die vielfältigen Möglichkeiten zur Berufsorientierung zu bündeln, hat die Schule ein Konzept 'Berufsorientierung' entwickelt. Dies führt berufsorientierende Inhalte und Methoden zusammen und bezieht außerschulische Lernorte sowie die Integration externer Experten mit ein.
In den Schülerfirmen „Schulkiosk“ und „Schüler unterrichten Schüler“ können unsere Schülerinnen und Schüler des 9. bzw. 10. Jahrgangs einen Einblick in die Grundzüge ökonomischen Denkens und Handelns erhalten.

 

4 Die Lern- und Unterrichtsorganisation sowie die Gestaltung des Schullebens

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Lemwerder kommen von insgesamt vier Grundschulen aus zwei Gemeinden. Das Einzugsgebiet ist flächenmäßig groß und weitgehend ländlich strukturiert. Folglich ist eine große Anzahl der Schülerinnen und Schüler auf die Beförderung mit dem Schulbus angewiesen.

Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 wurde das Gymnasium Lemwerder offiziell in eine Ganztagsschule umgewandelt. Somit können wir unser Leitbild einer ganzheitlichen Persönlichkeits- und Lernentwicklung noch stärker betonen. Im Rahmen dieses Ganztagsbetriebs bietet das Gymnasium Lemwerder neben dem regulären Unterricht von Montag bis Donnerstag nachmittags ein breites Wahlprogramm an. Die inhaltliche Ausrichtung des Wahlbereichs orientiert sich zum einen an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Schülerschaft (AGen) sowie an den Erfahrungen und Erfordernissen im schulischen Alltag (Förder- und Forderangebote).

In der 40minütigen „aktiven Mittagspause“ zwischen der 6. und 7. Stunde haben unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im Mensabereich ein warmes Mittagessen einzunehmen. Unser Pausenhof und die zwei Pausenhallen bieten auf der einen Seite Möglichkeiten für Bewegungsspiele und -angebote und auf der anderen Seite Entspannungs- bzw. Rückzugsmöglichkeiten.

Die Schülerinnen und Schüler verbringen also einen beträchtlichen Teil ihres Alltags an unserer Schule. Dieser Schulalltag soll so gestaltet sein, dass das Lernen in einem entspannten Klima mit möglichst hoher Effizienz erfolgen kann. Dies setzt organisatorische Planungen voraus, die die Belange aller Beteiligten angemessen berücksichtigt. Pädagogische Erwägungen sollen dabei bevorzugt bedacht werden.

 

4.1 Die Stundenplangestaltung

Der Stundenplan des Gymnasiums Lemwerder ist eingebunden in ein Gefüge mehrerer Schulen; hieraus resultieren zum Beispiel gleiche Anfangszeiten und Stundengliederungen mit der benachbarten Eschhofschule, um die gemeinsame Nutzung der naturwissenschaftlichen Räume und der Sporthalle zu ermöglichen. Abordnungen von Lehrkräften an die und von den Schulen des Umlandes wirken ebenfalls auf die Stundenplangestaltung zurück.

Der Unterricht umfasst montags bis donnerstags die erste bis achte Unterrichtsstunde, freitags die erste bis sechste Stunde. Eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten. Nach jeweils zwei Unterrichtsstunden erfolgen 'große' Pausen von 15, 20 oder 40 Minuten Dauer.

Der sich aus der Stundentafel und aus dem Ganztagsbetrieb ergebende Nachmittagsunterricht wird von montags bis donnerstags erteilt; an diesen Tagen finden nachmittags AG-Angebote statt. Der Förderunterricht liegt donnerstags am Nachmittag.

Der Unterricht beginnt für alle Klassen mit der ersten Schulstunde. Er endet frühestens nach der fünften Schulstunde. Die Klassenpläne werden lückenlos, also ohne "Hohlstunde" gestaltet. Es  soll  - soweit möglich -   eine gleichmäßige Verteilung der Fächer über den Schultag und die Schulwoche erfolgen. Einstündiger Nachmittagsunterricht wird in der Regel 14-tägig als Doppelstunde erteilt.

Es gibt kein verschriftlichtes Doppelstundenmodell an unserer Schule. Allerdings legen viele Fachkolleg/innen Wert auf das Erteilen von Doppelstunden, sodass der gesamte naturwissenschaftliche Unterricht, Kunst, Darstellendes Spiel, Sport und zum Teil der gesellschaftswissenschaftliche Unterricht in Doppelstunden liegen, 3-, 4- oder 5-stündige Fächer erhalten mindestens eine Doppelstunde. Dies führt dazu, dass in manchen Klassen der Unterricht zu mehr als 90 % in Doppelstunden erteilt wird.

 

4.2 Die Zusammensetzung der Klassen und der Klassenkollegien

Die Klassenzusammensetzung erfolgt vorrangig unter pädagogischen Gesichtspunkten.

Grundsatz der Klassenbildung ist Ausgewogenheit sowohl hinsichtlich des Anteils von Jungen und Mädchen als auch hinsichtlich einer Leistungsheterogenität. Dies ist uns wegen eines vergleichbaren Lernfortschritts der Klassen untereinander wichtig. Aber auch um ein gegenseitiges Lernen und eine Orientierung an leistungsstarken Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, sollen Kinder unterschiedlichen Lern- und Leistungsvermögens eine Klasse bilden.

Zur Erleichterung der Eingangswochen und auch wegen gegenseitiger Hausaufgabenhilfen können die Kinder bei der Anmeldung ein oder zwei andere Kinder angeben, mit denen sie gerne dieselbe Klasse besuchen würden. Diesem Wunsch wird, sofern möglich, gefolgt.
Bei der Klassenbildung achten wir seit dem Schuljahr 2014/15 auf eine möglichst gleichmäßige Durchmischung von Kindern unterschiedlicher Grundschulen.
Jede Klasse bekommt ein Klassenlehrer-Team, das möglichst viel Unterricht in der Klasse übernimmt. Die Lehrerin und der Lehrer kennen deswegen die Kinder recht genau und bieten diesen Hilfen an, wenn Probleme auftreten.

Aus pädagogischen Gründen ist seit dem Schuljahr 2007/08 der Wechsel der Klassenkollegien auf einen dreijährigen Rhythmus umgestellt worden, das heißt, dass nach der 7. Klasse die Klassenkollegien gewechselt werden. Für die Klassen 5 - 7 erhoffen wir uns hieraus resultierend eine enge und kontinuierliche Betreuung jedes einzelnen Kindes, für die Jahrgänge 8 - 10 darüber hinaus einen störungsfreien Übergang in die gymnasiale Oberstufe.

 

4.3 Schulfahrten

Die erste – für alle Schülerinnen und Schüler obligatorische – Klassenfahrt findet in der Regel im 2. Halbjahr des Jahrgangs 5 für fünf Tage statt. Ziel dieser Fahrt ist es zum einen, dass die Klassengemeinschaft zusätzlich intensiviert und verbessert wird, und zum anderen, dass die Inhalte des Methodentrainings des Jahrgangs 5 an Beispielen durchgeführt werden, die nicht an den Computer oder an das Fach Deutsch angelehnt sind. Darüber hinaus werden Inhalte aus der Lernbiologie vermittelt.

Eine weitere Klassenfahrt findet in der zweiten Hälfte der Klasse 9 statt.

Darüber hinaus führen wir in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern und im Kollegium eintägige Ausflüge und Exkursionen durch.
Fahrten, Ausflüge und Exkursionen richten sich nach dem Fahrtenkonzept der Schule.

 

4.4 Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerbe

Über das - für jede Jahrgangsstufe vorgeschriebene und obligatorische – Stundenkontingent hinaus arbeiten wir auf verschiedenen Ebenen an der Ausgestaltung des Schullebens, um den unterschiedlichen Interessen und Neigungen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.

Unser AG-Angebot im Rahmen des offenen Ganztagsbetriebs deckt ein breites Spektrum an Angeboten ab. Aufgrund des bisherigen Schülerinteresses werden besonders der musische Bereich, die Sprachen und der Sport angeboten. Der überwiegende Teil der Arbeitsgemeinschaften beinhaltet eine 30minütige Lern- und Arbeitszeit, die für die Erledigung von Hausaufgaben und die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts reserviert ist. Diese wird von den AG-Leitern beaufsichtigt.
Aus den o. a. Arbeitsgemeinschaften, aber auch aus dem regulären Unterricht erwachsen so Ergebnisse, die in Wettkämpfen und/oder Veranstaltungen Anwendung finden.

Regelmäßig nehmen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Lemwerder an der Mathematikolympiade, einem bundesweit durchgeführten Mathematikwettbewerb, teil. Darüber hinaus können sie alle zwei Jahre am Big Challenge Wettbewerb teilnehmen. Dieser Englischwettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 9. Europaweit beantworten die Teilnehmer einen Multiple-Choice-Fragebogen mit 54 Fragen zu Wortschatz, Grammatik, Phonetik und Landeskunde.

Der Fachbereich Französisch nimmt seit dem Jahr 2013 am Internet-Teamwettbewerb Französisch teil. Organisiert wird der Wettbewerb, der unter dem Motto „Franzosen und Deutsche: einmal Freunde, immer Freunde“ steht, vom Cornelsen Verlag und vom Institut Français. Die Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs arbeiten dabei in Gruppen an einem Fragebogen zu Frankreich und der Frankophonie.

Im Fachbereich Sport sind die Bundesjugendspiele und ein Spieleturnier zu festen Bestandteilen des Schullebens geworden, die für die Schülerinnen und Schülern eine interessante Abwechslung darstellen und eine Möglichkeit bieten, miteinander in faire sportliche Konkurrenz zu treten.

 

4.5 Projekttage

Am Gymnasium Lemwerder werden im zweijährigen Wechsel mit der „Gesunden Schule“ Projekttage durchgeführt. Sie werden klassen- und jahrgangsübergreifend organisiert. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und außerschulische Institutionen arbeiten gemeinsam an vielfachen thematischen Schwerpunkten. Generelle Kriterien der am Gymnasium Lemwerder durchgeführten Projektarbeit sind Gesellschaftsbezug, Lebenspraxisbezug, selbstbestimmtes und ganzheitliches Lernen, Produktorientierung, Präsentation und Evaluation.

 

4.6 Gesunde Schule

Ein Bestandteil der Schulqualität des Gymnasiums Lemwerder ist eine sichere und gesundheitsgerechte Gestaltung des Schulalltags aller Beteiligten. „Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt – dort wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.“(Ottawa Charta)

Unser Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern viele Aspekte einer gesunden Lebensweise nahezubringen. Hierbei schlagen wir verschiedene Wege ein – teilweise auch im Unterricht – , um zum Ziel zu gelangen:

-  Absprachen mit dem Caterer, der das Mittagessen liefert

-  ein Süßigkeiten freier Kiosk

-  alle zwei Jahre ein Projekttag „Gesund Leben“

-  Suchtprävention (Jhg. 7, 8 und 10)

-  Gewaltprävention „Wir sind stark“ (Jhg. 7)

-  Sozialtraining nach „Lion´s Quest“ (Jhg. 5 und 6)

-  Streitschlichtung

-  Verbesserung des Bewegungsangebotes auf dem Pausenhof

-  Schaffung von Ruheplätzen in der Pausenhalle

-  persönliches Schließfach, um den Rücken zu entlasten

 

5 Differenzierungsmaßnahmen

Die  Differenzierungsmaßnahmen am Gymnasium Lemwerder haben zum Ziel, jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu fördern.

In allen Fächern werden den Schülerinnen und Schülern im Rahmen binnendifferenzierter Unterrichtsphasen Wege gezeigt, den eigenen Lernfortschritt zu optimieren.

Weitergehende Differenzierungsmaßnahmen stellen insbesondere die Förderung zur Behebung von Defiziten (Förderkonzept) und die Förderung von Interessen und Leistungsstärken (Begabungsförderung) dar. In beiden Fällen geht es darum, spezifische Angebote zu entwickeln, um die intellektuelle Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler herauszufordern.

Förderkonzept

Die Maßnahmen zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern zur Behebung von Defiziten werden an unserer Schule in enger Absprache mit den Eltern organisiert und durchgeführt. Dabei wird abhängig von der Unterrichtsversorgung in mehreren Jahrgängen Förderunterricht angeboten. Der Förderunterricht betrifft schwerpunktmäßig die Fächer Deutsch, Englisch, Französisch, Latein und Mathematik und richtet sich an Schülerinnen und Schüler, deren Defizite nicht im Rahmen des Fachunterrichts behoben werden können.
Um dem fünften Jahrgang den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium zu erleichtern, erfolgt im laufenden Schuljahr zum ersten Mal der Versuch eine Deutschstunde mit einer zusätzlichen Lehrkraft zu besetzen. In dieser Stunde, die gleichzeitig für den ganzen Jahrgang stattfindet, werden die Schülerinnen und Schüler klassenübergreifend nach pädagogischen Gesichtspunkten aufgeteilt. Es ist so möglich in einer kleineren Lerngruppe spezielle Aspekte des Unterrichts zu bearbeiten, wodurch diese Maßnahme in das binnendifferenzierende Konzept unserer Schule einzuordnen ist.

Eine weitere Förderung kann über die schülergeleitete Lernhilfe unserer Schülerfirma SuS („Schüler unterrichten Schüler“) stattfinden. Nach Feststellung des Förderbedarfs durch einen Fachlehrer, werden die Eltern über diese Möglichkeit informiert. Gegen ein geringes Entgelt kann die Hilfe älterer Schülerinnen und Schüler (Jg. 9 oder 10), die sich in der Schülerfirma einmal pro Woche im Rahmen des Nachmittagsangebots engagieren, in Anspruch genommen werden. Die Auswahl geeigneter Schülerinnen und Schüler, die die Betreuung von jüngeren Schülerinnen und Schülern übernehmen, erfolgt in Absprache mit einer koordinierenden Lehrkraft.

Begabungsförderung

Wir entwickeln laufend attraktive Angebote für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen. Neben der Notwendigkeit, dass Schülerinnen und Schüler mit besonderen Leistungsstärken oder besonderen Interessen im „normalen Unterricht“ zurechtkommen müssen, bietet unsere Schule für solche Schülerinnen und Schüler ein spezielles Förderprogramm an. Darüber hinaus wird für alle interessierten Schülerinnen und Schüler die Teilnahme an verschiedenen schulübergreifenden Wettbewerben sowie Ferienakademien organisiert und begleitet.

Einzelne Schülerinnen und Schüler mit besonderen Fähigkeiten, Interessen oder Begabungen werden von den Fachlehrkräften unter Berücksichtigung des Arbeits- und Sozialverhaltens sowie einer entsprechenden Gesamtleistung für diese individuelle Fördermaßnahme vorgeschlagen.
An unserer Schule organisieren wir die Begabungsförderung mit Hilfe des sogenannten „Drehtürmodells“. Dieses bedeutet, dass der betroffene Lernende regelmäßig einmal in der Woche eine reguläre Unterrichtsstunde verlässt und stattdessen verbindlich an der Stunde zur Begabungsförderung teilnimmt.
Hier haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit sich intensiv mit Themen auseinanderzusetzen, die sich vom eigentlichen Unterrichtsgeschehen deutlich abheben. In dieser Zeit wird individuell oder in Kleingruppen, teilweise jahrgangs- und fächerübergreifend, an Projekten oder Wettbewerben bzw. besonderen Themengebieten entsprechend der Neigungen und Interessen der Schülerinnen und Schüler gearbeitet.

Von den Teilnehmern dieses Förderprogramms erwarten wir die Bereitschaft, sich auch außerhalb dieser einzelnen Stunden eigenständig mit den Themen und Aufgaben zu beschäftigen sowie die Arbeitsergebnisse an geeigneter Stelle der Schulöffentlichkeit zu präsentieren.

 

6 Grundsätze der Leistungsbewertung

Die Leistungsbewertung erfolgt nach Kriterien, die für die Schülerinnen und Schüler und den Erziehungsberechtigten transparent sind und ihnen erläutert werden.

Die Grundlagen der Leistungsbewertung werden in den jeweiligen Fachcurricula festgelegt.

Kontrollen der Lernentwicklung und des Lernerfolges orientieren sich an den zu erwerbenden Kompetenzen und Kategorien. Sie können mündlich oder schriftlich erfolgen und beziehen sich auf überschaubare Unterrichtseinheiten.
Die Leistungsbewertung gibt den Schülerinnen und Schülern eine Rückmeldung über den erreichten Kompetenzstand, den Lehrkräften eine Orientierung über die weitere Unterrichtsplanung sowie ggf. über binnendifferenzierende Maßnahmen.

Der Erwerb von Kompetenzen erfolgt sowohl in den einzelnen Fächern als auch fächerübergreifend (vgl. Methodenkonzept).

Die kontinuierliche Beobachtung der Schülerinnen und Schüler im Lernprozess und ihren individuellen Lernfortschritten wird in den Jahrgängen 5 – 9 in einer Dokumentation der individuellen Lernentwicklung (ILE) erfasst und führt zu entsprechenden Förder- und Fordermaßnahmen. Die Ergebnisse der ILE-Dienstbesprechungen werden den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern in differenzierter, schriftlicher Form Ende November mitgeteilt.
Die Durchführung der Individuellen Lernentwicklung wird - basierend auf den Erfahrungen vorangegangener Jahre -  stetig optimiert.

Auf der Grundlage der Kerncurricula beschließen die Fachkonferenzen Regelungen über

- weitere Differenzierungen mündlicher und schriftlicher Kontrollen,
- die Anzahl und Verteilung der schriftlich zu zensierenden Arbeiten,
- für die Zeugnisnoten das Verhältnis von schriftlichen und sonstigen Leitungen.

 

7 Kooperations- und Partizipationsstrukturen

7.1 Kooperation mit anderen Schulen

Um Kontinuität im Bildungsweg der Schülerinnen und Schüler sicherzustellen, arbeitet das Gymnasium Lemwerder mit den Grundschulen in seinem Einzugsbereich eng zusammen. Jedes Jahr finden in Absprache und Kooperation mit den benachbarten Oberschulen Informationsveranstaltungen über alle drei weiterführenden Schulformen für die Eltern der Grundschulkinder statt.

In einer zusätzlichen Informationsveranstaltung wird den Eltern die Ausbildungsvielfalt des Gymnasiums Lemwerder sowie das Lernklima unserer Schule dargestellt.

Im Rahmen eines Tages der offenen Tür können Kinder der 4. Grundschulklassen und deren Eltern direkten Einblick in den Unterricht und das Schulleben am Gymnasium Lemwerder nehmen. Schnupperstunden in den Fremdsprachen Französisch und Latein und einer Naturwissenschaft verschaffen einen Einblick in gymnasialen Unterricht.

Ein halbes Jahr nach Schuljahresbeginn finden Übergabegespräche zwischen den Klassenlehrkräften der Grundschulen (Jg. 4) und den künftigen Klassenleitungen des Gymnasiums (Jg. 5) mit dem Ziel statt, sich über das Lernverhalten und die Lernentwicklung jedes einzelnen Kindes auszutauschen.

Gemeinsame Fachkonferenzen von Grundschule und Gymnasium in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik dienen der gegenseitigen Information und Beratung. Die Schulleitungen aller Grund-, Haupt-, Realschulen und des Gymnasiums treffen sich regelmäßig zu Dienstbesprechungen; das Gymnasium Lemwerder ist hierfür koordinierende Instanz.
Auch mit den Schulleitungen der umliegenden Gymnasien in Brake und Delmenhorst erfolgen regelmäßige Absprachen, insbesondere geht es um den Übergang unserer Schülerinnen und Schüler in die Qualifikationsphase.

In Vorbereitung auf die Qualifikationsphase erhalten unsere Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 an zwei Tagen die Gelegenheit, an den umliegenden Allgemeinbildenden Gymnasien in Brake und Delmenhorst den Unterricht des Jahrgangs 11 zu hospitieren.
Darüber hinaus findet alljährlich ein Informationsabend für die Qualifikationsphase an niedersächsischen Gymnasien statt. Alternierend informiert ein Oberstufenkoordinator eines der benachbarten Gymnasien über Strukturen, Wahlmöglichkeiten und Belegungsbedingungen der Qualifikationsphase.

Die Fachschaften der Gymnasien des niedersächsischen Umlandes informieren sich mit Hilfe des Austausches der Fachkonferenzprotokolle gegenseitig, um - so weit wie möglich - schulinterne Curricula und die Nutzung von Lehrbüchern miteinander abzustimmen. Diese Kooperation dient langfristig dazu, den Übergang unserer Schülerinnen und Schüler nach der 10. Klasse an eines dieser Gymnasien problemlos zu gestalten.

Die Kooperation unserer Schule mit der Eschhofschule erfolgt durch gemeinsame Nutzung des Fachraums für Physik sowie der Sportanlagen.

 

7.2 Kooperation zwischen Schule und Elternhaus

Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus ist erforderlich, um die Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler zu fördern und ggf. ihr Arbeits- und Sozialverhalten zu verbessern.
Über wichtige allgemeine schulische Prozesse und Entscheidungen werden die Elternschaft bzw. ihre Vertreterinnen und Vertreter durch Elternbriefe oder Gespräche informiert.

Die Schulleitung berichtet regelmäßig in Gesamtkonferenzen, auf Schulelternratssitzungen und Vorstandssitzungen des Fördervereins über wesentliche Angelegenheiten der Schule und des Schullebens.

Elternabende und Elternsprechtage -  im Dezember für die 5. Klassen, sowie im Februar für alle Klassen -  und bei Bedarf individuell vereinbarte Einzelgespräche finden regelmäßig und häufig statt. Gespräche, die sich dabei nicht nur auf die erbrachten Leistungen, das Verhalten des Kindes im Unterricht, auf Konfliktsituationen in der Klassen- oder Schulgemeinschaft beziehen, sondern schul- und unterrichtsrelevante Informationen aus dem Elternhaus einbeziehen, tragen am ehesten dazu bei, Erziehungsarbeit zwischen Schule und Elternhaus aufeinander abzustimmen.

 

7.3 Kooperation mit der Schulleitung

Die Schulleitung handelt in engem Kontakt und Austausch mit Lehrer-, Schüler- und Elternschaft. Die überschaubare Größe der Schule, insbesondere des Kollegiums lässt es zu, Fragen und Probleme des Alltags kurzzeitig zu lösen. Auch Angelegenheiten oder Prozesse, die sich auf einen längeren Zeitraum beziehen, können daher zunächst informell angesprochen und vorstrukturiert werden, bevor sie in den entsprechenden schulischen Gremien - unter Beteiligung von Eltern sowie Schülerinnen und Schülern - vorgestellt, beraten, diskutiert und ggf. beschlossen werden.

Da die Schulleitung die Gesamtverantwortung für Qualitätssicherung und -entwicklung trägt, sieht sie ihren Aufgabenschwerpunkt darin, die erforderlichen Ressourcen (Personaleinsatz, -planung und -entwicklung, Zeit, Raum, notwendiges Material) für die weitere Schulentwicklung sicherzustellen.

Die Schulleitung sorgt - im Rahmen der zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen - für eine ausgewogene Unterrichtsverteilung, einen überlegten Personaleinsatz und einen durchdachten Stundenplan mit dem Ziel, anstehende Belastungen auf alle Beteiligten möglichst gleichmäßig zu verteilen. Auf Wünsche der Kolleginnen und Kollegen wird - soweit möglich - Rücksicht genommen.

 

7.4 Öffnung der Schule nach außen

Das Gymnasium Lemwerder öffnet sich regelmäßig mit mehreren Veranstaltungen („Tag der offenen Tür“, „Kulturabend“, „Musikabend“, “Balladenabend“, „Aufführung Darstellendes Spiel“ und „Musical“ ) für die Schulöffentlichkeit sowie für die Gemeinde Lemwerder mit ihrem Umland.
Derartige Veranstaltungen geben jedem Fach Gelegenheit, sich mit seinen Inhalten und typischen Arbeitsweisen nach außen darzustellen. Für Schülerinnen und Schüler haben sie einen hohen Motivationscharakter. Durch breite Beteiligung aller Klassen kann jedes Kind jedes andere unserer Schule kennen lernen. Dadurch wird das Zusammenwachsen zu einer großen Schulgemeinschaft gefördert.

Die Mitarbeit von Eltern im Rahmen des Fördervereins, der die Schule bei der Durchführung von Projekten  (EWE-Mobil, Rhetorikkurs, Begabungsförderung), bei der Anschaffung von Musikinstrumenten und bei der Durchführung von Veranstaltungen unterstützt, hat sich durchgehend als wertvoller und unverzichtbarer Bestandteil erwiesen. Diese Partizipation sehen wir als wichtigen Beitrag zu einem guten Verhältnis zwischen Eltern und Lehrkräften sowie Eltern und Kindern an und soll daher weiter gepflegt werden.

 

8 Arbeitsprogramm für dieses und das kommende Schuljahr

- Weiterentwicklung des Methodenkonzeptes

- Weiterentwicklung des Förderungkonzeptes

- Aufbau eines Konzeptes für die „inklusive Schule“

- Verfestigung und Ausbau des Ganztagsbetriebs

- Weiteres Hinarbeiten auf die Schaffung zusätzlicher Räume

- Bewältigung der Umstellung von G8 auf G9

- Revision und Fortschreibung des Schulprogramms

 

Anhang (nur in der Druckversion):

 

- Schulordnung

- Methodenkonzept, Matrix

- Fahrtenkonzept

- Curriculum 'Berufsorientierung'

- Schulcurriculum „Soziales Lernen“

- Beratungskonzept